Eye in the Sky - Blu-ray

Blu-ray Start: 16.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min

Eye in the Sky Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 7,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Colonel Katherine Powell kommandiert aus ihrer Einsatz-Zentrale eine Drohnen-Operation in Nairobi. Das Ziel ist es, Terroristen aufzuspüren. Steve Watts, der zuständige Pilot, lenkt die Drohne per Fernsteuerung an das gewünschte Ziel. Als sie Mitglieder einer terroristischen Vereinigung entdecken, sind diese gerade mitten in der Vorbereitung eines Selbstmordanschlags in der kenianischen Hauptstadt. Der nun folgende Befehl ist klar: Die Terroristen sollen umgehend ausgeschaltet werden. Doch gerade als Drohnenpilot Watts das Haus, in dem sich die Attentäter befinden, bombardieren will, betritt ein Mädchen die Todesszone. Watts ist unsicher, ob er trotzdem feuern soll. Eine Frage, die auch seine Vorgesetzten nicht beantworten wollen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich diese schwierige Entscheidung zu einer politischen Zwickmühle bis in die höchsten politischen Ränge.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurettes; Interviews mit Cast und Crew, B-Rol

Video on demand - Eye in the Sky

DVD und Blu-ray | Eye in the Sky

Blu-ray
Eye in the Sky Eye in the Sky
Blu-ray Start:
16.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Eye in the Sky Eye in the Sky
DVD Start:
16.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

Blu-ray Kritik - Eye in the Sky

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Traditionelle Kriegsführung, bei der Soldaten aufs Schlachtfeld geführt werden, ist lange nicht ausgestorben, doch gerade im globalen Kampf gegen den Terrorismus setzen die großen, technologisch fortschrittlichen Militärnationen zunehmend auf Drohnen. Diese gewissermaßen unpersönliche Form Krieg aus der Ferne zu führen stellt die ausführenden Kräfte vor ganz neue Herausforderungen und sorgt für ungewohnte moralische Dilemmas, auf die man zuvor noch nicht gestoßen ist. Eye in the Sky SzenenbildDiesem Thema nahm sich Andrew Niccol bereits letztes Jahr mit „Good Kill“ an, der es wie nun auch „Eye in the Sky“ völlig unverständlich nicht in die deutschen Kinos geschafft hat. Das ist mehr als verwunderlich, denn der neue Film des Südafrikaners Gavin Hood („Tsotsi“, XMen: Origins – Wolverine“, „Ender’s Game“) ist nicht nur mit Helen Mirren, Alan Rickman und Aaron Paul exzellent besetzt, er ist auch überaus spannend und zählt zu den bestbewerteten Filmen des Jahres. Vielleicht liegt es an seiner politisch brisanten und erwachsenen Thematik, die man den Zuschauern heutzutage nur noch selten im Kino zumuten möchte. „Eye in the Sky“ erweist sich jedoch als nicht nur sehr nachdenklicher Film, sondern vor allem als extrem packende Thriller-Maschine, die den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde zu packen weiß.

Gavin Hood und sein Drehbuchautor Guy Hibbert („Five Minutes of Heaven“, „Omagh – Das Attentat“) erzählen den Großteil ihres Films quasi gefühlt in Echtzeit, was dem Film ein unzweifelhaft dringliches Momentum verpasst. Alles beginnt mit der Ermordung eines kenianischen Undercover-Agenten, der für die britische Regierung im Kampf gegen die al-Shabaab-Miliz in Nairobi ermittelt hat. Colonel Catherine Powell (Helen Mirren) macht die Verantwortliche schnell aus: Es handelt sich um die britische Staatsbürgerin und Konvertitin Susan Helen Danford, die mit anderen al-Shabaab-Terroristen in einem Haus in Nairobi lokalisiert wird. Von dem Hauptquartier in England ausgehend gibt Powell eine multinationale Mission in Auftrag, die die Festnahme der langjährig gesuchten und sehr gefährlichen Terroristen zum Ziel hat. Mit zugeschaltet sind Lieutenant General Frank Benson (Alan Rickman in einem seiner letzten Auftritte), britische Minister und der Generalstaatsanwalt. Die Observierung der Ziele erfolgt über eine Reaper-Drohne, die von einem US Air Force-Stützpunkt in Nevada von Pilot Steve Watts (Aaron Paul) gesteuert wird. Eye in the Sky SzenenbildZudem sind um das Haus in Nairobi weitere kenianische Undercover-Agenten (darunter Barkhad Abdi, Oscar-nominiert für „Captain Phillips“) im Einsatz, die zur unmittelbaren Beschattung abgestellt sind. Diese verwenden zusätzliche flugfähige, als Vögel oder Insekten getarnte Überwachungsgeräte, die auch direkt ins Haus eingeschleust werden können. Hierbei wird entdeckt, dass Danford und Konsorten einen Sprengstoffgürtel vorbereitet haben, was eine ganz neue Gefahrensituation ergibt. Powell entscheidet sich dazu, die Terroristen nicht mehr nur festnehmen zu lassen, sondern ihre gezielte Tötung in Auftrag zu geben. Doch bis es wirklich soweit kommen kann, muss diese mit erheblichen Kollateralschäden verbundene Entscheidung von zahlreichen Instanzen abgesegnet werden.

Gavin Hood gelingt hier ein überaus straff inszenierter Film, der keine Zeit verschwendet. Die Situation wird verständlich eingeführt, ebenso die zentralen Figuren des Films. Schnell ist man mitten im Prozedere moderner Kriegsführung gefangen, man spürt das Ticken der Uhr immer bedrohlicher. Immer wieder müssen Entscheidungen abgewägt werden, keiner will etwas falsch machen und am Ende als Schuldiger dastehen. Wenn eine Instanz nach der anderen befragt werden muss, ob man mit dem Raketenabschuss auf rechtlich sicherer Seite ist, klingt das nur auf dem Papier nach trockenem Kammerspiel, Hood gelingt es jedoch, „Eye in the Sky“ immens packend und filmisch zu gestalten. Schließlich werden die Figuren vor ein moralisches Dilemma gestellt, über das sachlich diskutiert werden muss, während die Zeit immer weiter abläuft, denn die Terroristen könnten jederzeit das Haus verlassen und damit die ganze Mission und langjährige Geheimdienstarbeit im Nu vernichten.

So bietet „Eye in the Sky“ primär herausragend inszeniertes Spannungskino, dem man sich nur schwer entziehen kann. Eye in the Sky SzenenbildOb der Film moderne Drohnenkriegsführung durchweg realistisch portraitiert, ist da schon fast nebensächlich, denn die zahlreichen Konfliktsituationen, die hier geboten werden, sind schlicht zu packend, um sich von möglicherweise mangelnder Authentizität ablenken zu lassen. Das soll nicht heißen, dass „Eye in the Sky“ in der Schilderung der militärischen Prozedere nicht realistisch erscheint, im Gegenteil, die Abläufe wirken mit kleinen Ausnahmen sehr plausibel. Nur gegen Ende tendiert der Film ein wenig dazu, etwas melodramatisch und manipulativ zu werden, manche Figuren möglicherweise emotionaler und schwächer darzustellen, wie sie in der Realität jemals agieren würden. Das ist letztlich nur ein kleiner Kritikpunkt eines sehr starken Films, dem es überaus gut gelingt, hohe Spannung aufzubauen, aber gleichzeitig auch viele Fragen aufzuwerfen und eine intelligente Inszenierung nicht simplen Thrills zu opfern.

„Eye in the Sky“ ist auf politischer Ebene durchaus brisant und kann zu tiefgründigen Diskussionen anregen. Dennoch ist er nicht zwingend ein politischer Film, der Stellung bezieht, sondern eher ein Film über Menschen in einer extremen Stresssituation, die entscheiden müssen, was die richtige Vorgehensweise ist – nicht nur in Bezug auf rechtliche Aspekte, sondern auch in moralischer Sicht. Stark gespielt ist der Film auch, Helen Mirren überzeugt als toughe, entschlossene und professionelle Befehlshaberin, die ihre Entscheidungen nicht durch Emotionalität beeinflussen lässt. Dank Mirrens subtil nuancierter Darstellung schimmert hier aber immer wieder die Seele ihrer Figur durch, der man die Schwere ihres Auftrags deutlich ansieht. Barkhad Abdi stiehlt hier in seiner ersten Spielfilmrolle nach seinem unvergesslichen Auftritt in „Captain Phillips“ immer wieder die Show, Aaron Paul ist der gewohnte emotionale Anker des Films. Dann ist da natürlich Alan Rickman, der in seiner vorletzten und wunderbar zurückhaltend gespielten Rolle nochmal schmerzhaft verdeutlicht, dass hier ein ganz Großer viel zu früh von uns gegangen ist.

Bild
Die technische Umsetzung der Blu-ray überzeugt. Eye in the Sky SzenenbildEs zeigt sich eine fehlerfreie, wenn auch wenig spektakuläre Umsetzung. Für die Bildqualität bedeutet das solide Schärfe- und Detaillevel sowie gute Kontrast-und Schwarzwerte. Nur in wenigen dunklen Momenten ist leichtes Rauschen zu erkennen, ansonsten ist das Bild sauber. Farben werden natürlich wiedergegeben und sind dank unterschiedlicher Handlungsorte subtil facettenreich.

Ton
Auch in akustischer Hinsicht präsentiert sich die Blu-ray absolut solide. Die Klarheit der Stimmen und anderer Geräusche bzw. Musik ist tadellos. Gerade letzterer Aspekt ist wohl das präsenteste Element auf der Tonspur. Surround-Atmosphäre kommt nur recht subtil auf und variiert von Szene zu Szene und ihren bestimmten Anforderungen. Bei Explosionen kommt auch der Subwoofer wuchtig zur Geltung. Insgesamt eine sehr ausgewogene Mischung.

Extras
Beim nicht untertitelten Bonusmaterial sind vor allem die einzelnen EPK-Interviews interessant, die zwar gewohnten Standard bieten, aber ausreichend informativ sind. Die beiden Mini-Featurettes kann man getrost vernachlässigen, die B-Roll bietet einen kurzen, unkommentierten Blick hinter die Kulissen.
Featurette: Perspektiven (01:22 Min.)
Featurette: Moral (01:31 Min.)
B-Roll (06:31 Min.)
Interviews: Helen Mirren (06:13 Min.), Alan Rickman (02:42 Min.), Barkhad Abdi (03:19 Min.), Gavin Hood (10:59 Min.), Guy Hibbert (07:30 Min.), Ged Doherty (05:01 Min.), Colin Firth (06:44 Min.)) Trailer (02:11 Min.)
Trailershow (Green Room, London Has Fallen, Made in France, Snowden)


Fazit:
„Eye in the Sky“ ist ein straff und hochspannend inszenierter und stark gespielter Thriller über eine brisante politische Thematik, der von der ersten bis zur letzten Sekunde packt. Hier geht es jedoch nicht um reine Thrills, sondern provokante moralische und ethische Fragen, die zu langen Diskussionen anregen werden.


by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film




Eye in the Sky - Trailer