Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile - Blu-ray

Blu-ray Start: 04.07.2019
Digital VoD: 27.06.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min

Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Von 1974 bis 1978 hält eine brutale Mordserie die gesamte USA in Atem. Mehr als 30 junge Frauen fallen den grausamen Verbrechen zum Opfer. Ted Bundy (Zac Efron): Attraktiv, smart, charismatisch. Liz (Lily Collins): Alleinerziehende Mutter und Ted‘s Charme erlegen. Ein Bild von häuslicher Glückseligkeit, die Zwei scheinen alles im Griff zu haben. Als Ted 1975 verhaftet und beschuldigt wird eine wachsende Serie an grausamen Morden an jungen Frauen begangen zu haben, wird dieses Bild schlagartig erschüttert. Die Besorgnis wird bald zur Paranoia – Liz ist gezwungen zu überdenken, wie gut sie den Mann kennt, mit dem sie ihr Leben teilt. Als die Beweise sich häufen, muss sie sich entscheiden ob Ted das Opfer, oder tatsächlich der Täter ist…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Constantin Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurette (9:18 min)
Trailer Deutsch (1:40 min)
Trailer Englisch (1:34 min)

DVD und Blu-ray | Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile

Blu-ray
Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Blu-ray Start:
04.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
DVD Start:
04.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 106 min.

Blu-ray Kritik - Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Es wurden bereits zahlreiche Dokumentationen und auch Spielfilme über Ted Bundy produziert, „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ von Doku-Spezialist Joe Berlinger ist aber sicher der bisher hochprofiligste und aufwändigste über einen der berüchtigtsten Serienkiller in der Geschichte Amerikas. Dreißig Jahre nachdem Bundy auf dem elektrischen Stuhl für seine Morde an zahlreichen jungen Frauen hingerichtet wurde, hat Berlinger nicht nur diese szenische Abhandlung über Bundy inszeniert, er veröffentlichte auch noch die immens packende vierteilige Mini-Dokuserie „Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes“ auf Netflix. Wer sich bereits mit Bundy beschäftigt oder gar besagte Doku-Serie gesehen hat, wird vermutlich kaum neue Erkenntnisse aus diesem wohlmeinenden, aber eher mageren Spielfilm beziehen.

Zac Efron als Ted Bundy in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Zac Efron als Ted Bundy in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile © Constantin Film
Wohl aufsehenerregendste Eigenschaft des Films ist sicherlich die überraschende Besetzung von Zac Efron in der Hauptrolle. Was zunächst vielleicht unerwartet scheint, macht im Gesamtkonzept des Films völlig Sinn: Ted Bundy, der als überaus gutaussehend galt, konnte mutmaßlich überhaupt erst derart viele Morde an jungen Frauen begehen (die Rede ist von mindestens 30), da er mit seiner charmanten und charismatischen Art Vertrauen wecken konnte. Nicht nur dass, auch im Zuge der jahrelangen Gerichtsverfahren konnte der Soziopath sein Umfeld derart gekonnt manipulieren, dass viele Menschen lange an seine Unschuld glaubten. Denn wie kann es auch sein, dass ein gebildeter, eloquenter, charmanter, stets gut angezogener und aussehender junger Mann mit Psychologie-Master und angefangenem Jura-Studium ein bestialischer, triebgesteuerter Killer ist?

Diese Frage lässt sich bis heute kaum beantworten und auch „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ ist weit davon entfernt, erhellende Erkenntnisse zu liefern. Der Film beginnt verwirrend und springt recht holprig durch die Zeit. Wir sehen zunächst, wie Bundy (Efron) von seiner ehemaligen Freundin Liz Kendall (Lily Collins) im Jahr 1989 im Gefängnis besucht wird. Dort wird rekapituliert, wie sich die beiden 20 Jahre zuvor in Seattle kennengelernt haben, als Bundy Jura studierte und Kendall als Sekretärin arbeitete. Es beginnt eine durchaus warmherzige und liebevolle Beziehung, bei der Bundy auch Liz Tochter Molly mitaufzieht. Viel Zeit zum Atmen oder Erforschen der beiden Figuren gibt der Film jedoch nicht. Berlinger springt in der Chronologie umher, berichtet unter regelmäßigem Einbezug von Original-Archivmaterial, wie verschiedene junge Frauen aus dem Bereich Seattle und Washington verschwunden sind, wie Ted in Utah verhaftet wird und schließlich bei einer Gegenüberstellung von Carol DaRonch (Grace Victoria Cox) als ihr Entführer identifiziert wird. Bundy kommt auf Kaution vorübergehend aus der Haft und beteuert vor Liz glaubwürdig seine Unschuld. Der Verdacht, dass Bundy mit dem Verschwinden von Frauen in Washington, Colorado und Utah zu tun hat, verhärtet sich zunehmend, bis Liz so langsam auch an der Unschuld ihres Freundes zweifelt…

Lily Collins spielt Liz Kendall in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Lily Collins spielt Liz Kendall in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile © Constantin Film
Eigentlich ist der erzählerische und inszenatorische Kniff, Bundy nie bei seinen Taten zu zeigen, clever und originell. So kommt man wieder zum geschickten Schachzug der Besetzung von Zac Efron, dessen Sympathie und Charme kaum von der Hand zu weisen ist. Berlinger inszeniert „Extremely Wicked“ als Film über einen zu Unrecht Angeklagten und beschränkt sich auf diese Perspektive. Er manipuliert den Zuschauer damit natürlich so, wie es Bundy selbst getan hat, zieht das Publikum so auf die Seite einer (nicht-gesehenen) Bestie. Die ironische Resonanz vieler junger Frauen, die damals bei den Gerichtsverfahren in Scharen erschienen sind, da sie sich von Bundy angezogen fühlten, spiegelt sich auch heute in zahlreichen Tweets auf die Doku-Serie wider, in denen für Bundy geschwärmt wird.

Doch auch wenn der Film angenehm pietätsvoll und ohne sensationslüsternen Blick sehr seriös daherkommt, schwächelt er in entscheidenden Details. Efron mag zwar gutaussehend, sympathisch und charmant daherkommen, die zugegebenermaßen faszinierende, charismatische und magnetische Präsenz von Bundy strahlt er jedoch nicht aus. Ebenso lässt Efron die ganz wesentliche Eigenschaft dieses so rätselhaften Charakters vermissen: Bundy galt als regelrechtes Chamäleon, das nicht nur auf fast jedem Foto anders aussehen, sondern sogar laut Zeugenberichten binnen weniger Momente die gesamte Erscheinung verändern konnte. Dennoch ist Efron so gut, dass man sich fast wünschen würde, der Film würde ihm auch die Möglichkeit geben, Bundys böse Seiten zu zeigen – so hätte seine Performance wohl richtig aufsehenerregend sein können.

Zac Efron und Lily Collins in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Zac Efron und Lily Collins in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile © Constantin Film
Gerade wenn man Berlingers eingehende und eindringliche Doku gesehen hat, erscheint sein Film im Vergleich dazu regelrecht oberflächlich. Sicher, der Film sieht sehr gut aus, ist hübsch ausgestattet und gibt seine Ära stimmungsvoll wieder. Efron macht seine Sache auch gut, jedoch ist es das Fehlen der wesentlichen Feinheiten in seiner Darstellung, das den Film daran hindert, besonderer und einsichtsreicher zu sein. Überhaupt geht „Extremely Wicked“ einfach nie genug in die Tiefe, wirkt bisweilen wie eine Aneinanderreihung von nachgespielten oder spekulativen Momenten. Zu wenig erfährt man über Bundys Herkunft, Leben oder gar Modus Operandi (wobei letzteres im dramaturgischen Konzept des Films wenig Sinn macht). Auch Lily Collins, die in gewisser Weise als Platzhalter des Zuschauers fungiert, bleibt in ihrer Rolle als innerlich zerrissenen Freundin Bundys eher unterfordert.

Die Besetzung ist zwar hochkarätig, aber genau deshalb auch irritierend. Während etwa „Chernobyl“ gerade noch gezeigt hat, wie wirkungsvoll die Besetzung von starken, aber unbekannteren Charakterdarstellern sein kann, setzt Berlinger auf bekannte und damit sofort irritierende Gesichter. John Malkovich ist so etwa eine enorme Fehlbesetzung als Richter Edward Cowart, da er diesem nicht ansatzweise ähnlich sieht und nicht mal versucht, dessen Südstaaten-Akzent anzunehmen. So sieht man nur Malkovich, der eine Rolle spielt, genauso wie auch im Falle von Jim Parsons als Ankläger Larry Simpson, bei dem man seine „Big Bang Theory“-Rolle kaum ignorieren kann.
Zac Efron in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile
Zac Efron in Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile © Constantin Film


Die Ambitionen von Berlinger sind löblich, gerade weil man auf Sensation-Voyeurismus und blutrünstige Gewalteskapaden (mit einer kurzen Ausnahme) verzichtet. Das Konzept, die scheinbare Normalität Bundys in den Mittelpunkt zu stellen und seine „böse“ Seite nur anzudeuten, ist interessant und macht dramaturgisch Sinn. Dennoch erscheint der Film gerade merkwürdig fade, könnte jedoch bei einem völlig unbefangenen Zuschauer deutlich wirkungsvoller als bei dem informierten.

Bild
Der optische Eindruck der Blu-ray erweist sich insgesamt als sehr zufriedenstellend. Passend zur Ära ist der Film in warmen Tönen gehalten, die kräftig und reichhaltig, aber nie zu dominant erscheinen. Kontraste und Schwarzwerte sind sehr gut, während der warme, aber dennoch natürliche Eindruck auch die digitale Herkunft des Bildmaterials verschleiert. So ist die Schärfe- und Detailzeichnung sehr gut, aber auch nicht kristallklar, was auch durch den Einsatz von subtil eingefügtem Filmkorn bedingt ist.

Ton
„Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ erweist sich als sehr dialog- und damit weitestgehend frontlastige Angelegenheit. Stimmen ertönen in bester Klarheit und Verständlichkeit, während vor allem verschiedene Musiksequenzen auch mal für druckvolle und subtil räumliche Dynamik sorgen. Surroundeffekte sind insgesamt nur spärlich verteilt.

Extras
Natürlich gibt die Thematik viel her, jedoch fällt das Bonusmaterial der Blu-ray äußerst spärlich aus. Neben einer kurzweiligen Featurette, die Aufschluss über die Absichten der Filmemacher liefert, gibt es nur noch drei Trailer zu bewundern. Wer mehr über Bundy erfahren will, kann jedoch zu Berlingers Netflix-Doku greifen.
• Featurette (09:19 Min.)
• Trailer deutsch (01:40 Min.)
• Trailer englisch (01:35 Min.)
• DVD/BD-Empfehlung (The Beach Bum, 02:32 Min.)


Fazit:
Zac Efron beweist mit „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ erneut, dass er ein nicht zu unterschätzender Schauspieler ist, jedoch mangelt es ihm wie auch dem Film an den nötigen Feinheiten, um etwas wirklich Besonderes zu schaffen. Die Erzählperspektive auf einen scheinbar unschuldigen Charmeur macht dramaturgisch Sinn und manipuliert den Zuschauer effektiv, tief greifende Erkenntnisse oder Einsichten liefert der Film jedoch kaum.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures / Constantin Film