Erinnerungen an Marnie - Blu-ray

Blu-ray Start: 11.03.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 104 min

Erinnerungen an Marnie Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Das stille, asthmakranke Waisenmädchen Anna wird von ihrer Pflegemutter Yoriko den Sommer über zu Verwandten aufs Land geschickt. Beim Erkunden der neuen Umgebung entdeckt Anna ein altes verlassenes Haus, das sie zu kennen scheint und trifft dort die junge Marnie. Das mysteriöse blonde Mädchen wird Annas erste richtige Freundin und sie hat seit langem wieder Spaß am Leben. Als Marnie eines Tages jedoch spurlos verschwindet und die Familie Lindsay in das leerstehende Haus einzieht, freundet sich Anna mit Sayaka, der Tochter der Familie, an. Sayaka findet Marnies Tagesbuch und Anna muss feststellen, dass Marnie nicht die war, die sie vorgab zu sein. Welches Geheimnis umgab Marnie? anime

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Japanisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
3 Postkarten (nur in Erstauflage), Deutscher Kinotrailer, Japanische Original-Trailer & TV-Spots, NTV-Special: Art of Marnie, NTV-Special: Making-Of, Storyboards zum kompletten Film, Studio Ghibli Trailershow

DVD und Blu-ray | Erinnerungen an Marnie

Blu-ray
Erinnerungen an Marnie Erinnerungen an Marnie
Blu-ray Start:
11.03.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 104 min.

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DVD
Erinnerungen an Marnie Erinnerungen an Marnie
DVD Start:
11.03.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 100 min.
Erinnerungen an Marnie (Special Edition) Erinnerungen an Marnie (Special Edition)
DVD Start:
11.03.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 100 min.

Blu-ray Kritik - Erinnerungen an Marnie

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


„Erinnerungen an Marnie“, der 20. Spielfilm von Studio Ghibli, das in seinem 30-jährigen Bestehen solche Meisterwerke wie „Chihiros Reise ins Zauberland“, „Prinzessin Mononoke“ oder „Mein Nachbar Totoro“ hervorgebracht hat, scheint wohl die letzte Produktion der legendären japanischen Zeichentrick-Schmiede zu sein. Das wäre ein Jammer, doch man könnte sich keinen besseren und prägnanteren Schwanengesang für das Studio von Hayao Miyazaki, des japanischen Walt Disney, vorstellen. Erinnerungen an Marnie SzenenbildRegie führte jedoch nicht der Altmeister selbst, der die meisten Ghibli-Filme inszeniert hat, sondern sein Protegé Hiromasa Yonebayashi, der bereits 2010 sein Debüt mit „Arriety – Die wundersame Welt der Borger“ abgeliefert hat. „Erinnerungen an Marnie“ ist ein großartiger, wunderschöner und kunstvoll gestalteter Film voller tief empfundenem Gefühl geworden, der mit stiller Melancholie und großer Menschlichkeit bewegt und unter die Haut geht. Völlig zurecht wurde Yonebayashis Film dieses Jahr für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert.

Anders als die meisten Studio Ghibli-Produktionen hat „Erinnerungen an Marnie“ keinen fantastischen Hintergrund, obwohl durchaus ein gewisses übernatürliches Element Teil des Films ist. Hier wird im Grunde eine stark in der Realität verwurzelte Coming-of-Age Geschichte erzählt, die auf subtile und sehr feinfühlige Weise tief das Herz berührt. Im Mittelpunkt steht die 12-jährige Anna, die mit ihren Pflegeeltern in Sapporo lebt. Anna ist ein sehr zurückgezogenes und in sich gekehrtes Mädchen, das sich in ihre eigene Welt flüchtet und andere Kontakte größtenteils meidet. Zu ihrer Umwelt verhält sie sich distanziert und unnahbar, ihr emotionales Innenleben lässt sie nicht an die Außenwelt kommen. Da Anna zudem an Asthma leidet, entscheidet sich ihre Pflegemutter Yoriko dazu, sie in den Sommerferien aufs Land nach Hokkaido zu ihren Verwandten Setsu und Kiyomasa zu schicken, um sich durch die frische Luft zu erholen. Setsu und Koyimasa empfangen Anna mit liebevoller Gastfreundlichkeit, doch das junge Mädchen tut sich weiter schwer, sich zu öffnen. Bei ihrer Erforschung der umliegenden Natur findet sie im Marschland eine alte verlassene Villa, die sie direkt fasziniert und ihr auch merkwürdig bekannt vorkommt. Sie erzählt Setsu von ihrer Entdeckung, die ihr ein paar Hintergründe zur Geschichte des Hauses liefert. Prompt träumt Anna von einem blonden gleichaltrigen Mädchen, das sie schließlich am nächsten Tag an der alten Villa tatsächlich trifft. Erinnerungen an Marnie SzenenbildEs handelt sich um Marnie, die scheinbar in dem Haus lebt. Die beiden Mädchen treffen sich die nächsten Tage immer wieder und es beginnt eine besondere Freundschaft zweier isolierter und sich einsam fühlender junger Seelen. Doch was es hat es wirklich mit der mysteriösen Marnie auf sich?

„Erinnerungen an Marnie“ ist ein ganz besonderer Film, der sich mit ungewöhnlichem Einfühlungsvermögen und großer Geduld dem Thema Einsamkeit und dem Gefühl, anders zu sein und sich nicht verstanden zu fühlen, widmet. Anna ist ein schwieriger und sehr komplexer Charakter, der sich vielleicht nicht jedem Zuschauer direkt erschließt, denn sie ist eine Außenseiterin, die große Probleme hat, Kontakte zu anderen aufzubauen. Hin und wieder reagiert sie auch schroff auf ihre Umwelt und ihr Seelenleben, das von großem Selbsthass geprägt ist, offenbart der Film nur auf sehr behutsame Weise. Hier zeigt sich eine sehr facettenreiche und zutiefst menschliche Figur, bei der keine Zugeständnisse zu einfacher Identifikation gemacht werden. Bringt man jedoch die nötige Empathie mit oder hat sogar ähnliche Wesenszüge wie Anna, präsentiert sich hier ein Film voller schmerzhafter Wahrheit und emotionaler Tiefe, der einen fast schon traumartigen Sog entwickelt.

Diese Wirkung entsteht durch die leise und sehr ruhige Machart des Films, aber auch ganz wesentlich durch seine mysteriöse, leicht gespenstische und unweltliche Atmosphäre. Man weiß nie so wirklich was Traum und Wirklichkeit ist, hier gehen unterschiedliche Realitätsebenen wie im Fiebertraum nahtlos ineinander über. Die Erzählung des Films, die auf dem gleichnamigen Roman der britischen Autorin Joan G. Robinson aus dem Jahr 1967 basiert, erweist sich als komplex und voller Überraschungen, die man so kaum vorhersehen kann. Nach und nach werden hier weitere Ebenen der Geschichte freigelegt, die einen sehr emotionalen und tiefgründigen Kern offenbart, der einen am herzzereißenden Ende auf subtile Weise tief bewegt zurücklässt. Am besten ist es, so wenig wie möglich über den Film zu wissen.

Was man wissen kann, ist, dass „Erinnerungen an Marnie“ ein ungewöhnlich profunder Animationsfilm ist, dessen emotional vielschichtige Geschichte und ruhige und zärtliche Erzählweise zutiefst belohnt und lange nachwirkt. Erinnerungen an Marnie SzenenbildDas ist für Erwachsene mindestens so sehenswert wie für Kinder, die von der Vielschichtigkeit und Reife des Films womöglich überfordert sind. Für alle aufgeschlossenen Kinder ist „Erinnerungen an Marnie“ jedoch ein großartiges Geschenk, denn er bietet ein wundervolles Gegenprogramm zu all den lauten und wilden Animationsfilmen, die primär auf Spaß und weniger auf emotionale Aufrichtigkeit setzen. Für alle Missverstandenen und Ausgeschlossenen ist Yonebayashis geheimnisvoller und hochsensibler Film ein wunderbares Meisterwerk, das zu Tränen rührt und einen nicht mehr verlässt. Wunderbar passend ist dann auch der bezaubernde Song „Fine on the Outside“ von Priscilla Ahn, der den Film perfekt beendet und sehr pointiert zusammenfasst:
„I never had so many friends growing up so I learned to be okay with just me, just me, just me, just me…“

Bild
Die Bildqualität der Blu-ray ist exzellent. Hier präsentiert sich ein enorm scharfes und präzise definiertes Bild, das die filigrane Zeichentrickarbeit von „Erinnerungen an Marnie“ ausgezeichnet hervorhebt. Die Farbpalette ist reichhaltig und facettenreich, Kontrastwerte sind ausgezeichnet. Hier gibt es keinerlei Mängel oder Bildfehler und es wird schlichtweg ein referenzwürdiges Bild geboten, das nicht besser aussehen könnte.

Ton
Auch akustisch präsentiert die Blu-ray eine tadellose Qualität. Die beiden 5.0 Tonspuren überzeugen durch ein jeweils sehr feines Klangbild, das sich atmosphärisch und präzise abgemischt auf alle Kanäle verteilt, um für ein immersives Hörerlebnis zu sorgen. Erinnerungen an Marnie SzenenbildStimmen und auch alle anderen Töne überzeugen durch beste Klarheit.

Extras
Die sehr gute Umsetzung der Blu-ray setzt sich auch bei dem Bonusmaterial fort. Das Herzstück ist hier ganz klar das japanische Making-Of, das für den japanischen Nachrichtensender NTV produziert wurde. Hier wird ein ausführlicher und auf liebevoll traditionell japanische Art sehr respektvoll gegenüber dem Film und den Machern ausfällt. Hinzu kommt eine Führung durch eine Ausstellung zum Film, bei dem das Setdesign von Art Director Yohei Taneda nachgebaut wurde. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Film komplett in Storyboard-Form zu sehen, was jedoch nur Hardcore-Fans von Interesse sein sollte. Abgerundet werden die Extras von zahlreichem Werbematerial.
Storyboards zum kompletten Film (102:39 Min.)
NTV Special: Making-Of (42:34 Min.)
Yohei Taneda‘s Art of Marnie (17:10 Min.)
Deutscher Kinotrailer (01:36 Min.)
Japanische Original-Trailer & TV-Spots
- Original-Trailer 1 (01:53 Min.)
- Original-Trailer 2 (02:43 Min.)
- Original-TV Spot 1 (00:17 Min.)
- Original-TV-Spot 2 (00:17 Min.)
- Original-TV-Spot 3 (00:32 Min.)
- Original-TV-Spot 4 (00:17 Min.)
- Original-TV-Spot 5 (00:17 Min.)
Studio Ghibli Trailershow
- Die Legende der Prinzessin Kaguya (01:25 Min.)
- Wie der Wind sich hebt (02:19 Min.)
- Arriety – Die wundersame Welt der Borger (01:56 Min.)
- Der Mohnblumenberg (02:27 Min.)
- Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (02:18 Min.)


Fazit:
„Erinnerungen an Marnie“ ist ein ganz besonderer und sehr zu Herzen gehender Film für alle einsamen Außenseiter und Missverstanden, der mit stiller emotionaler Aufrichtigkeit und echter Magie berührt und lange nachwirkt.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film