Equals - Euch gehört die Zukunft - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.11.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 101 min

Equals - Euch gehört die Zukunft Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

In einer Welt nach dem totalen atomaren Krieg haben es Wissenschaftler geschafft, den Grund allen Leidens auszuschalten: menschliche Emotionen. Freudlos und ruhig gehen Silas (Nicholas Hoult, MAD MAX: FURY ROAD) und Nia (Kristen Stewart, TWILIGHT) ihren Jobs nach und werden Zeuge, wie eine mysteriös um sich greifende Seuche die Gefühle der Infizierten wieder "anschaltet". Silas und Nia werden beide von der heimtückischen Krankheit befallen und entdecken schnell, dass sie mehr füreinander empfinden als nur Freundschaft. Als geächtete Außenseiter müssen sie jetzt entscheiden, ob sie für ihre Liebe kämpfen wollen...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurettes, Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Equals - Euch gehört die Zukunft

Blu-ray
Equals - Euch gehört die Zukunft Equals - Euch gehört die Zukunft
Blu-ray Start:
10.11.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 101 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Equals - Euch gehört die Zukunft Equals - Euch gehört die Zukunft
DVD Start:
10.11.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 97 min.

Blu-ray Kritik - Equals - Euch gehört die Zukunft

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 6/10


Drake Doremus hat sich in den letzten Jahren mit seinen bisherigen Filmen einen Namen als einer der interessantesten Filmemacher des amerikanischen Independent-Kinos gemacht. Wie sein Produzent Michael Pruss feststellt, schließt er nun mit seinem neuen und ambitioniertesten Film „Equals“ seine Trilogie über die Liebe ab, die mit dem Sundance-Erfolg „Like Crazy“ begann und mit „Breathe In“ fortgesetzt wurde. Equals - Euch gehört die Zukunft SzenenbildWährend Doremus zuvor seine Filme in einer deutlich wieder erkennbaren Realität der Gegenwart spielen ließ, wirft er diesmal einen Blick auf die Zukunft: „Equals“ ist eine Dystopie im Stile von „1984“, die überdeutliche thematische und auch visuelle Parallelen zu anderen Genre-Klassikern wie „THX 1138“, „Gattaca“, „Equilibrium“ oder auch „Die Insel“ aufweist. Doremus Handschrift ist trotz einer ganz anderen Bildsprache immer noch deutlich zu erkennen, auch „Equals“ zeichnet sich durch seine intime und einfühlsame Inszenierung aus, bleibt aber anders als seine vorigen Filme emotional eher unterkühlt und wirkt letztlich zu abstrakt und konzeptionell, um wirklich zu berühren.

„Equals“ zeigt eine dystopische Zukunft, die weder zeitlich noch örtlich definiert wird. Wie man über nicht allzu elegant platzierte Expositionen auf im Set platzierten Bildschirmen erfährt, wurde die Erde durch den „Großen Krieg“ fast vollständig zerstört und größtenteils unbewohnbar gemacht. Der Film spielt in einer Kolonie, die sich „Das Kollektiv“ nennt. Die dort lebenden Menschen sind emotional völlig neutralisiert, sie empfinden weder Angst, noch Wut, noch Liebe – genauer gesagt werden die genetisch unterdrückten Emotionen sogar als Krankheit angesehen, die „Switched On Syndrom“, kurz SOS, genannt wird. Jede Art von Berührung oder überhaupt Liebesbeziehungen werden von der Führung des Kollektivs streng untersagt, Reproduktion findet künstlich statt. Eines Tages stellt Silas (Nicholas Hoult) fest, dass er sich scheinbar in einem frühen Stadium von SOS befindet, woraufhin er sich umgehend in Behandlung begibt. Er trifft auf seine Arbeitskollegin Nia (Kristen Stewart), der er sich zunehmend zugeneigt fühlt. Es kommt schließlich heraus, dass auch Nia schon seit längerer Zeit SOS hat, diesen Umstand jedoch aus Angst geheim hielt. Beide versuchen mit aller Macht ihre aufkommende Liebe zu unterdrücken, was sich jedoch erwartungsgemäß als sehr schwierig gestaltet…

Keine Frage, das Konzept von „Equals“ ist faszinierend und birgt viel Potential für einen interessanten Film. Equals - Euch gehört die Zukunft SzenenbildWer jedoch einigermaßen mit dem Subgenre tiefgründiger, Parabel-artiger Science-Fiction-Filme vertraut ist, wird sich schon sehr früh an ältere Werke erinnert fühlen. Schon optisch erinnert der zugegebenermaßen überaus hübsch gestaltete Film an das antiseptische, minimalistische und modernistische Szenenbild von „Equilibrium“ und „THX 1138“. Auch die weißen Kostüme von „Equals“ erinnern frappierend an die von Kurt Wimmers unterschätztem Sci-Fi-Streifen oder auch Michael Bays „Die Insel“. Hinzu kommt die nicht zu ignorierende inhaltliche Komponente: Die Figuren wandeln völlig emotions- und empathielos wie Zombies durch eine monotone Welt im Apple Store-Design. Besonders originell wirkt das Design von „Equals“ folglich nur bedingt, schön anzusehen ist der durchgestylte Film aber allemal, der geschickt aus seinen modernistischen Drehorten in Singapur und Tokio eine schlüssige Welt formt.

Hinzu kommt dann die interessante Bildgestaltung von Kameramann John Gulesarian, dessen digitale Bilder auffällig und oft ungewöhnlich komponiert sind. Anders als in Doremus vorigen Filmen ist die Bildsprache weit formaler und strenger, die Kamera ist zudem meist statisch. Gulesarian und Doremus setzen zudem auf zahlreiche wirkungsvolle Nahaufnahmen von Gesichtern, insbesondere die Antlitze von Hoult und Stewart werden ausgiebig von der Kamera analysiert. Nur gelegentlich setzt Doremus meist wirkungsvoll seine altbekannte Handkamera-Ästhetik ein, auffällig ist aber auch die entsättigte und meist in bläulich-unterkühlten Tönen gehaltene Farbgestaltung des Films, die an entscheidenden Punkten aber interessante Farbakzente erhält. Bemerkenswert sind auch die oft eingesetzten Silhouetten vor kraftvollen einfarbigen Hintergründen. Kurz gesagt: Visuell ist „Equals“ ein oft bemerkenswerter Film, der trotz unbestreitbarer Ähnlichkeiten zu anderen dystopischen Genre-Vertretern sehr zu gefallen weiß.

Weit problematischer verhält es sich aber mit der inhaltlichen beziehungsweise thematischen Ebene des Films. Der Erzählrhythmus von „Equals“ ist betont langsam und bedächtig, man könnte allerdings auch sagen träge und nahezu betäubt. Equals - Euch gehört die Zukunft SzenenbildDoremus inszeniert seinen Film bierernst und ohne jeden Anflug von leichter Selbstironie, wodurch der Film sich oft nahe an der Grenze zur Albernheit bewegt. Wenn etwa zu Beginn ein Mensch in den Tod stürzt und ein Zeuge nüchtern beobachtet, dass der Beton scheinbar härter als sein Kopf war, kann man kaum anders als schmunzeln. Die aufkeimende Beziehung zwischen Silas und Nia soll natürlich der emotionale Anker des Films sein, doch trotz aller beachtlicher (und sichtbarer) Mühen der beiden Darsteller und der deutlichen um Tiefgründigkeit bemühten Ambition von Doremus will der Funke in diesem weitestgehend ereignis- und konfliktfreien Film nicht überspringen. Der zudem an die verbotene Liebe eines „Romeo und Julia“ erinnernde Plot bewegt sich in frühzeitig vorhersehbaren Wegen, weshalb auch keine echte Spannung aufgebaut wird. Man hat die ganze Zeit so das Gefühl, diesen eher ermüdenden als ergreifenden Film schon mal in einer besseren Version gesehen zu haben. Doremus versucht das Konzept aufkeimender Liebe auf nahezu analytische und letztlich überambitionierte Weise zu ergründen, wodurch eher sterile Distanz als tief empfundene Gefühle aufkommt. In dem stark autobiografisch angehauchten „Like Crazy“ gelang Doremus das auf aufsehenerregende Weise, jetzt gilt zu hoffen, dass er seine Fühler auch noch in andere Richtungen ausstrecken kann.

Bild
Wie bereits angesprochen ist der visuelle Stil des Films einer seiner Stärken. Die Umsetzung auf Blu-ray ist jedoch streitbar, man kann jedoch davon ausgehen, dass gewisse Probleme nicht am Mastering liegen. So gibt es an einigen Stellen deutliches Banding zu sehen, was aber auch tatsächlich Teil der gewünschten Ästhetik sein könnte. Ansonsten ist das Bild recht entsättigt und an vielen Stellen betont kontrastarm, an anderen aber sehr kontrastreich, gerade bei Silhouetten. Folglich schwanken auch die Schwarzwerte. Wenn Farben effektvoll eingesetzt werden sollen, erscheinen sie hier auch entsprechend kräftig. Equals - Euch gehört die Zukunft SzenenbildDie Schärfe- und Detailwerte sind im Großen und Ganzen sehr solide.

Ton
In akustischer Hinsicht präsentiert sich die Blu-ray recht dezent. Dialoge und Stimmen sind in beiden Tonspuren klar und gut verständlich abgemischt. Die Surround-Lautsprecher werden besonders durch den atmosphärischen Ambient-Score eingesetzt, gerade bei den Liebesszenen zwischen Silas und Nia schwillt die Musik hier mit bemerkenswerter Dynamik raumfüllend an. Ansonsten sind Surround-Effekte nur selten vertreten.
Extras
Das Bonusmaterial fällt leider sehr enttäuschend aus. Neben diversen Trailern gibt es hier nur zwei insgesamt gerade mal sechsminütige Featurettes zu sehen. Im Vergleich zur US-Blu-ray ist das besonders bedauernswert, denn diese hält zusätzlich einen Audiokommentar und zusätzlich fast eine Stunde Extras parat. Regisseur Drake Doremus (02:57 Min.) Silas + Nia (02:59 Min.) Trailer Deutsch (02:18 Min.) Trailer Englisch (02:15 Min.) Trailershow (Mörderland, Mr. Collins zweiter Frühling, The Model)


Fazit:
„Equals“ bietet ein interessantes und vielversprechendes inhaltliches Konzept, das allerdings auch nicht ganz neu wirkt. Zudem verfügt der Film aber über eine oft bemerkenswerte filmische Umsetzung und Ästhetik, jedoch wirkt Drake Doremus bereits fünfter Spielfilm letztlich auf emotionaler Ebene zu abstrakt, um wirklich zu berühren.

by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media