Elvis & Nixon - Blu-ray

Blu-ray Start: 21.04.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 87 min

Elvis & Nixon Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Im Jahr 1970 erscheint der King of Rock‘n Roll unangekündigt vor dem Weißen Haus und möchte den mächtigsten Mann der Welt treffen: US-Präsident Richard Nixon (Kevin Spacey). Elvis (Michael Shannon) hat dabei ein dringendes Anliegen: Er möchte undercover als Federal Agent für sein Land arbeiten. Seine Martial Arts-Kenntnisse, seine Schauspielerfahrung sowie sein Geschick im Verkleiden und nicht zuletzt seine stattliche Waffensammlung sollen dabei helfen, den Kommunismus zu Fall zu bringen. Nixon hat zunächst keine große Lust, den berühmten Entertainer kennen zu lernen, aber im Tausch gegen ein Autogramm für seine Tochter lässt er sich doch überreden. Und erstaunlicherweise finden die beiden unterschiedlichen Männer überraschende Gemeinsamkeiten.....

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD


DVD und Blu-ray | Elvis & Nixon

Blu-ray
Elvis & Nixon Elvis & Nixon
Blu-ray Start:
21.04.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 87 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Elvis & Nixon Elvis & Nixon
DVD Start:
21.04.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 84 min.

Blu-ray Kritik - Elvis & Nixon

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


Das Foto hat Geschichte geschrieben, nun folgt der Film über eine der merkwürdigeren historischen Randnotizen der Siebziger Jahre. Man schreibt das Jahr 1970, als Elvis Presley, der King höchstpersönlich, unangekündigt mit seiner schwarzen Limousine am Eingangstor des Weißen Hauses stand und bei Präsident Richard Nixon vorsprechen wollte. Den Anlass seines Besuchs könnte man kaum glauben, wenn er denn nicht historisch belegt sein würde: Elvis & Nixon SzenenbildElvis wollte vom Präsidenten als FBI-Bundesagent vereidigt werden, um verdeckt den Kampf gegen Drogenkriminalität vorzugehen. Was sich bei dem kurzen Meeting zwischen dem größten Rockstar der Geschichte und dem wohl berüchtigtsten aller US-Machthaber genau abgespielt hat, ist nicht dokumentiert, diese Lücke versucht nun Regisseurin Liza Johnson („Hateship Loveship“) in einem schrägen, unterhaltsamen und kurzweiligen, aber letztlich auch recht unspektakulären Film zu füllen.

Der von den erst kürzlich gegründeten Amazon Studios produzierte Film erfreut auf dem Papier durch eine hervorragende Besetzung, die diese historische Komödie sowohl auf- als auch abwertet. Wenn Kevin Spacey in den ersten Sekunden des Films zum ersten Mal als Richard Nixon erscheint, ist es unmöglich nicht einen der profiliertesten Akteure unserer Zeit zu sehen, der diese zugegebenermaßen überlebensgroße Figur Richard Nixon imitiert – man erlebt leider aber keine Transformation, bei der Darsteller und historischer Charakter nahtlos miteinander verschmelzen. Das ist dann letztlich schon recht irritierend, gerade wenn man an Spaceys jetzt schon ikonische Mitwirkung in der Politserie „House of Cards“ und seinen allgemein bekannten Hang zu bestechenden und hochkomischen Nachahmungen von berühmten Persönlichkeiten denkt. Spacey taucht dann erst später wieder im Film auf, dann fühlt sich seine Performance schließlich bedeutend reduzierter und subtiler an als die etwas überzogen wirkende Karikatur zu Beginn.

Noch bizarrer als die Besetzung von Spacey ist jedoch die von Michael Shannon als Elvis Presley. Shannon, der zu den großen Charakterdarstellern seiner Generation zählt, der eigentlich jeden Film mit seiner immensen Intensität aufwerten kann, wirkt als King zunächst hochgradig fehlbesetzt. Sein kantiges und einzigartiges Gesicht hat mit dem legendären Antlitz von Presley so überhaupt nichts gemein, auch Shannons Stimme evoziert keine Erinnerungen an den King of Rock n‘ Roll. Nur durch seine charakteristische Tolle, die Koteletten, seine Sonnenbrille und sein typisches Outfit entsteht obligatorische Ähnlichkeit zu Presley, jedoch kriegt man nie den Eindruck los, dass Shannon nur einen ziemlich guten Elvis-Imitator spielt, aber nicht eins wird mit dem King. Elvis & Nixon SzenenbildPassend zu Shannons exzentrischer Art versucht sich der zweifache Oscar-Nominierte scheinbar nicht mal in Elvis verwandeln zu wollen, was seine flamboyante und spielerische Darstellung dann auch letztlich wieder sehr unterhaltsam und amüsant werden lässt. Spaß hat Shannon hier allemal, gerade weil er sich nicht zu ernst nimmt. Sehr spaßig ist dann etwa eine Szene, bei der Presley im Wartebereich eines Flughafens von einem Elvis-Imitator konfrontiert wird, der Presley höchstpersönlich nur für einen recht guten Nachahmer hält und ihm ein Ständchen singt, was den King natürlich sehr amüsiert.

Ansonsten ist „Elvis & Nixon“ ein schnippig und rasant inszenierter Film, der sich vor allem durch seine oft durchaus genüssliche Situationskomik definiert. Der Film hangelt sich so von sketchartiger Episode zu Episode, zeigt Elvis in seinem privaten Kreis mit seinen engen und loyalen Vertrauten Jerry Schilling (Alex Pettyfer) und Sonny West (Johnny Knoxville), die nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem Weißen Haus versuchen, das Treffen zu arrangieren. Auf der anderen Seite versucht das Berater-Team um Präsident Nixon wiederum, ihren Chef von dem öffentlichkeitswirksamen Wert dieses Meetings zu überzeugen, womit sie allerdings auf große Skepsis stoßen – denn Nixon hält das alles zunächst für einen überflüssigen PR-Stunt. Letztlich ist es dann der Autogrammwunsch seiner Tochter, der Nixon erweicht, weniger die von den Beratern propagierte Wirkung auf die junge Wählerschaft Amerikas, bei denen Nixon damals keinen guten Stand hatte.

Viel Tiefgang darf man von „Elvis & Nixon“ wahrlich nicht erwarten. Dankbarerweise versucht der Film auch nicht mehr zu sein, als er ist, nämlich eine lockere und schrullige, gerade am Anfang aber auch etwas unfokussierte Komödie, die einen Blick auf einen verschrobenen Weltstar wirft, der den bodenständigen Wunsch hegt, mehr Mensch als Mythos zu sein. So zeigt der Film vor allem die freundschaftliche Beziehung unter Presley, Schilling und West, wobei vor allem die Beziehung zu ersterem im Mittelpunkt steht. Einen richtigen tiefsinnigen oder erhellenden Einblick in diese Figuren erhält man aber nicht, da Johnson einfach mehr an der skurillen Absurdität der ganzen Situation interessiert ist. Elvis & Nixon SzenenbildDas ist alles recht spritzig und kurzweilig, auch ausstattungstechnisch weiß der Film durchaus zu gefallen, jedoch hinterlässt Ed Shearmurs sehr uninspirierte Dudel-Filmmusik einen überaus faden und überraschend billigen Beigeschmack. Musik von Presley selbst ist hier natürlich aufgrund vermutlich zu kostspieliger Rechte nicht zu hören, wodurch der Film leider viel Stimmungs-Potential einbüßt.

Am besten funktioniert „Elvis & Nixon“ dann schließlich in seinem letzten Akt, wenn es zum Aufeinandertreffen der beiden Größen kommt. Hier beruhigt sich der Film und beide Akteure haben sichtlich Spaß daran, sich gegenseitig abzutasten und subtile, natürlich nie direkt ausgesprochene Machtspielchen auszutragen. Auch wenn Spaceys Darstellung von „Tricky Dick“ nie an die von Frank Langella („Frost/Nixon“) oder Anthony Hopkins („Nixon“) heranreicht, findet er in diesem Teil deutlich besser zu sich als in den anfänglichen Minuten und gibt dem berüchtigten Mann willkommene Menschlichkeit und große Präsenz. So endet der Film durchaus auf einer befriedigenden und auch warmherzigen Note, viel Nachwirkung hinterlässt dieser gefällige und leichtfüßige Film aber nicht, ganz geschweige denn echten Mehrwert.

Bild
Die Blu-ray von „Elvis & Nixon“ bietet insgesamt solide, wenn auch unspektakuläre technische Werte. Das Bild präsentiert sich natürlich und mit guten Schärfe- und Detailwerten, die gerade in Großaufnahmen zur Geltung kommen. Besonders knackig ist das Bild allerdings nicht, gerade in Sachen Sättigung und Kontraste bewegt man sich eher im Blu-ray-Mittefeld. Im letzten Akt des Films, als es schließlich zum Treffen zwischen den beiden titelgebenden historischen Figuren kommt, kommen auch immer wieder leichtes Rauschen und kontrastarme Bereiche ins Spiel, was allerdings auch zum Siebziger Jahre-Setting des Films passt. Elvis & Nixon Szenenbild

Ton
Auch akustisch bietet dieser erwartungsgemäß dialogbasierte Film wenig Aufregung. Der Film spielt sich so größtenteils auf den Frontlautsprechern ab und macht seine Sache bezüglich Klarheit und Verständlichkeit aber sehr gut. Von Beginn an machen sich zusätzlich dennoch durchaus die hinteren Boxen bemerkbar, die hauptsächlich mit der Filmmusik und einigen subtilen atmosphärischen Geräuschen befeuert werden. Allzu viel Dynamik bietet die Tonspur aber nicht, ebenso wenig wie druckvolle Subwoofer-Einsätze. Dennoch eine völlig standesgemäße und fehlerfreie akustische Umsetzung.

Extras
Die Blu-ray bietet gewohntes Standard-EPK-Interviewmaterial, das auf eine Laufzeit von fast 30 Minuten kommt. Auf den Audiokommentar der der Regisseurin, der auf der US-Blu-ray enthalten ist, muss der deutsche Zuschauer allerdings verzichten.


Fazit:
Ein luftiges Stück Eskapismus über eine skurrile historische Randnotiz, die nur wenig echten Mehrwert, aber zumindest kurzweiligen Unterhaltungswert bietet. Gerade die verschrobenen Darstellungen von Michael Shannon und Kevin Spacey geben diesem Film letztlich das gewisse Etwas, das ihn gerade über Durchschnitt hebt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film