Einmal Hans mit scharfer Soße - Blu-ray

Blu-ray Start: 20.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 91 min

Einmal Hans mit scharfer Soße Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Während Vater Ismael (Adnan Maral) stolz seinen Mercedes durch Salzgitter kutschiert und Mutter Emine (Şiir Eloğlu) dazu drängt, zwischen Baklava und Börek ihre Deutschkenntnisse für den Einbürgerungstest aufzupolieren, hält er doch stur an einer alten anatolischen Tradition fest: Zuerst muss die ältere Tochter Hatice (Idil Üner) unter der Haube sein, dann erst darf auch ihre jüngere Schwester Fatma (Sesede Terziyan) heiraten. Doch Fatma ist - schon bald für jeden sichtbar - schwanger, und Hatice muss sich ihrer Schwester zuliebe mit der Männersuche beeilen. Wenn das so einfach wäre, denn ihre Vorstellungen sind klar - ein Türke darf es nicht sein, für sie kommt nur ein Deutscher in Frage. Dem aber doch bitte trotzdem nicht ganz das türkische Feuer fehlen sollte. Was jetzt schnell her muss ist ein „Hans mit scharfer Soße“ - wo aber soll Hatice den nur finden..?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / NFP
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch)
Untertitel:
Türkisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Interviews mit Idil Üner, Adnan Maral, Steffen Groth, Siir Eloglu, Buket Akakus & Hatice Akyün
- Visual Effects – Die anatolischen Dorfbewohner
- Türkisch-Deutscher Kulturdialog: „Hans Du hast die Hatice gestohlen“ & „Oh Tannenbaum“
- Kinotrailer
- TV Spot

DVD und Blu-ray | Einmal Hans mit scharfer Soße

Blu-ray
Einmal Hans mit scharfer Soße Einmal Hans mit scharfer Soße
Blu-ray Start:
20.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 91 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Einmal Hans mit scharfer Soße Einmal Hans mit scharfer Soße
DVD Start:
20.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 91 min.

Blu-ray Kritik - Einmal Hans mit scharfer Soße

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 5/10


Multikulturelle Komödien sind in Deutschland beliebter denn je. Der Kern der Handlungen liegt auf die Unterschiede der Mentalitäten und Traditionen Deutscher und Türken und es wird versucht, diese Ungleichheiten auf die Schippe zu nehmen. Nachdem Kaya Yanar mit seiner Comedyshow „Was guckst du?!“ vor einer gefühlten Ewigkeit den Stein erfolgreich ins Rollen gebracht hatte, funktioniert das Thema heute zum Beispiel in Filmen wie „Almanya – Willkommen in Deutschland“ oder „Türkisch Für Anfänger“. Mit dem Film „Einmal Hans mit scharfer Sauce“ versucht nun Regisseur Buket Alakus („Finnischer Tango“) sein Glück.

In dieser Geschichte geht es um eine junge Türkin, die unbedingt einen deutschen Mann haben möchte. Doch Hatices (Idil Uner, „Der Große Schwindel“) Verlobter erweist sich als Hobby-Türke. Genervt von ihm zieht sie kurz vorm Kennenlernen mit ihrem Eltern die Reißleine – sehr zum Leidwesen ihrer jüngeren Schwester Fatma (Sesede Terziyan, „The Cut“). Die darf ihren Partner nämlich erst heiraten, wenn auch Hatice unter der Haube landet, und hat die Hochzeit ziemlich nötig, denn Fatma ist plötzlich schwanger. Ihre Uhr tickt, denn eine ehelose Mutter hat kein gutes Ansehen bei Verwandten und Bekannten und damit beginnt die Suche nach Hatice's Mr. Right erneut, nur im Schnelldurchlauf.

Der Plot ist nicht sensationell oder überraschend, aber angenehm leichte Kost. Die altbekannten Stereotypen zwischen türkischen Männern und Frauen werden relativ lustig auf den Arm genommen. Allerdings fällt bei längerem Nachdenken auf, dass viele dieser Klischees mittlerweile überholt und nicht mehr wirklich aktuell sind. „Einmal Hans mit scharfer Sauce“ wird als Komödie vorgesehen, verständlicherweise, bietet jedoch anstatt Brüllern eher Schmunzler. Es gibt komische Momente, aber keine, in denen man sich ansatzweise vor Lachen den Bauch halten muss. Immerhin kann ich sehr froh sein, dass die türkisch-deutsche Produktion nicht aus sexistischen und vulgären Witzen, die nicht lustig, sondern peinlich sind, besteht. Dafür danke ich der Drehbuchautorin Ruth Toma, die für ihre niveauvollen Skripte (zum Beispiel „3096 Tage“) bekannt ist. Sie hat die Vorlage der Autorin Hatice Aykün gekonnt adaptiert.

Natürlich darf ein weiteres Genre nicht zu kurz kommen. Denn neben der gesellschaftlichen Parodie soll „Einmal Hans mit scharfer Sauce“ ja vor Allem eine RomCom oder zu deutsch: eine romantische(!) Komödie sein. Also Bühne frei für die großen Gefühle quasi. Der Streifen spricht, wie soll es auch sonst sein bei dem Begriff, größtenteils Frauen an und könnte genauso gut in der Primetime am Dienstag auf Sat1 laufen. Da schaltet die Mehrzahl der Männer ja auch oftmals ab (außer damals bei der „Wanderhure“, die Ausnahmen bestätigen jedoch die Regeln) und das wird hier nicht viel anders sein. Macht aber auch nichts, denn die hauptsächlich weiblichen Protagonistinnen sind eben nicht dem Zufall überlassen worden und stehen für Girlpower.

Wenn man sich den Film jedoch genau ansieht, dann merkt man auch ohne groß zwischen den Zeilen lesen zu müssen, dass in „Einmal Hans mit scharfer Sauce“ viel mehr steckt als eine Geschichte über die Partnersuche. Abgesehen davon kommen bei den vermeintlichen Liebesszenen mit Männern und Gefühlen die Emotionen gleich null zur Geltung und sind absolut nicht ansprechend gedreht worden. Doch die Rührung gibt es bei anderen Szenen, in anderen Momenten. Es wird nämlich allerspätestens gegen Ende klar, dass es hier im Kern um die Liebe zum Vater als einzig aufrichtigen Mann im Leben, geht, als um die zu einem potentiellen Beziehungspartner. Und schließlich, wenn Hatice ihren „Baba“ um Verzeihung bittet, sprühen die familiären Funken und es kann passieren, dass der ein oder anderen Person Pipi in die Augen schießt. Der Aspekt gefällt mir gut, da er schön und anders als bei herkömmlichen Stories ist, und auch wirklich gut umgesetzt wurde.

Hauptdarstellerin Idil Uner kauft man die natürliche Hatice trotz ziemlichen Altersunterschied (geschätzte 10-15 Jahre) tatsächlich von Kopf bis Fuß ab. Ihre Rolle ist generell sehr sympathisch und stark gestaltet worden und somit ist es einfach, sich mit ihr zu identifizieren. Ob nun Türkin oder nicht. Die Message lobe ich. Natürlich werden auch zwei bestimmte stereotypische Frauen in Form von Hatices Schwestern übernommen: Zum einen Sesede Terziyan als Fatma, das heiratswillige Püppchen mit viel Make-Up und dem gut aussehenden Macker im Zentrum. Ihre Rolle ist wirklich lustig charakterisiert worden und es macht Spaß, ihr zuzuschauen. Ins krasse Gegenteil verwandelt sich dazu die hübsche Demet Gül aus „Almanya – Willkommen in Deutschland“ zur schüchternen, biederen, Kopftuch tragenden Abla. Auch die Eltern treffen ihre Rollen als Vater Ismael (Adnan Maral, „Türkisch für Anfänger“) und Mutter Emine (Şiir Eloğlu, „Kückückskind“) passend. Etwas größere Gastauftritte haben übrigens die deutschen Schauspieler Max von Thun („Die Fremde und das Dorf“) als schwulen Freund Gero und Julia Dietze („Iron Sky“) als gleichnamige Freundin von Hatice. Ganz cool, ein paar bekanntere Gesichter zu sehen, aber für den Streifen eigentlich unnötig.

„Einmal Hans mit scharfer Sauce“ ist typisch „deutsch“ gedreht worden. Was das bedeutet? Man kann es nicht zu gut erklären, aber deutsche Filme haben immer einen bestimmten Touch, abgesehen davon, dass ja keine Synchronisation stattfindet. Man merkt einfach, dass die Produktion nicht fürs große Hollywood, sondern für unsere beschauliche Heimat gemacht ist und dort spielt. Macht aber nichts, denn sowohl Bild als auch Ton sind qualitativ hochwertig und nicht billig. Das Bonusmaterial ist sehr großzügig ausgestattet. Neben Interviews mit den Darstellern Idil Über, Adnan Maral, Steffen Groth und Siir Eloglu sowie mit Regisseur Buket Alakus und Romanautorin Hatice Aykün gibt es auch spektakulärere Extras: Ein Making-Of klärt über die Visual Effects in dem Film auf. Sehr interessant, vor Allem, weil man so etwas nicht häufig über deutsche Produktionen sieht. Und auch der „Türkisch-Deutsche Kulturdialog“ ist sehenswert. Da ist schon der Subtitel „Hans du hast die Hatice gestohlen“ witzig. Kino- und TV-Spot dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. Hust.

Eine im Vergleich zu sonstigen Komödien überdurchschnittlich gute Handlung, doch im Vergleich zu anderen Multi-Kulti-Filmen unterdurchschnittlich lustig. So ein Misch-Masch ist schwierig zu bewerten, zwingt mich aber zum Mittelweg. „Einmal Hans mit scharfer Sauce“ ist kein schlechter Film und sendet eine klare, positive Message an alle. Dennoch ist er ein wenig lahm inszeniert worden und eignet sich vor Allem fürs nebenher schauen. Durch gute Qualität und Extras kommt der Streifen bzw. die Blu-ray bei mir also auf 5 Punkte.


by Jennifer Mazzero
Bilder © Eurovideo / NFP