Ein stahlharter Mann (Hard Times) - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.02.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min

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Inhalt

Charles Bronson brilliert in diesem Actionstreifen als Chaney der Boxer, der mit bloßen Fäusten kämpft. Um die große Wirtschaftskrise der 30er-Jahre besser zu überstehen, schließt er sich dem herumziehenden Spieler Speed (James Coburn) an, der für ihn illegale Preiskämpfe organisieren soll. Doch diese Kämpfe sind von Korruption durchdrungen und schaffen neue Probleme, die sowohl den Sport als auch Chaneys neue Freundin Lucy betreffen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
PCM 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Original Kinotrailer, Bildergalerie


DVD und Blu-ray | Ein stahlharter Mann (Hard Times)

Blu-ray
Ein stahlharter Mann (Hard Times) Ein stahlharter Mann (Hard Times)
Blu-ray Start:
09.02.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - Ein stahlharter Mann (Hard Times)

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 6/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


Um Walter Hill ist es weitestgehend still geworden. Neben dem Stallone-Vehikel „Shootout“ im Jahr 2012 und dem noch unveröffentlichten Körpertausch-Profikiller-Thriller „The Assignment“ aus dem letzten Jahr hat die unterschätzte Regie-Ikone des amerikanischen minimalistischen Macho-Kinos kaum noch Bedeutung in der gegenwärtigen Filmlandschaft. Schön, dass sein unterschätztes Gesamtwerk aber in letzter Zeit immer wieder neu beleuchtet wird, sei es bei Festival-Retrospektiven oder eben neuen Blu-ray-Veröffentlichungen wie etwa dieser bei Explosive Media erschienenen deutschen Erstauflage von Hills Debüt „Ein stahlharter Mann“ aus dem Jahr 1975. Ein stahlharter Mann (Hard Times) SzenenbildViele von Hills Markenzeichen sind auch hier schon überdeutlich zu erkennen: Charles Bronson spielt den stoischen und sehr wortkargen Chaney, der zur Zeit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre in New Orleans eintrifft und auf der Suche nach Geld ist. Direkt schließt er sich dem umso gesprächigeren Spieler Speed (James Coburn) an, der gerade einen neuen Schläger für seine Straßenkämpfe benätigt. Chaney ist genau dieser Mann, denn für ihn reicht oft schon ein einziger Schlag, um seinen Kontrahenten auszuknocken.

„Ein stahlharter Mann“ ist schnörkelloses, sparsames und enorm geradliniges Männerkino, das in betont langsamen Erzählrhythmus in atmosphärisch stimmigen Bildern eine denkbar simple Geschichte aufträgt. Hier geht es um die Details, um die Momente zwischen den Zeilen. Bronsons Chaney ist wahrlich ein Mann sehr weniger Worte (er spricht nur insgesamt knapp über 600 im gesamten Film), seine Hintergründe sind weitestgehend unklar, seine Motivation im Grunde auch. Sicher, er kommt in die Stadt, um Geld zu machen, jedoch definiert er sich nicht zwingend darüber, dass er ein Talent dafür hat, doppelt so große Männer in Windeseile niederzuschlagen. Es ist ein Mittel zum Zweck, um in harten Zeiten (der OT lautet passenderweise „Hard Times“) Geld zu machen – sonst nichts. Dadurch, dass Chaney so wenig sagt und sich so nur über sein Tun definieren kann, ist „Ein stahlharter Mann“ zweifelsohne existentialistisches Kino, das nicht von ungefähr an Filme wie „Der eiskalte Engel“ von Jean-Pierre Melville erinnert.

Ein stahlharter Mann (Hard Times) Szenenbild Chaney fungiert auch als nahezu mythische Präsenz, wie der archetypische geheimnisvolle Fremde im Western, der in die Stadt kommt und nach getaner Arbeit wieder verschwindet. Er strahlt einen fast schon Zen-artigen Minimalismus aus, ebenso wie der gesamte Film, der ohne jede Schnörkel, ohne Aufmerksamkeit auf sich selbst ziehende Kamerabewegungen auskommt. Chaney ist jedoch nicht zwingend ein Einzelgänger, auch wenn er von Stadt zu Stadt zieht und scheinbar keinerlei menschlichen Ballast mit sich trägt. Mit das erste, was er in New Orleans tut, ist Lucy (Bronsons Ehefrau Jill Ireland) in einem Diner mit unmittelbarer, aber freundlicher Direktheit anzusprechen. Auch Lucy ist einsam, denn ihr Mann ist im Gefängnis. Sie verhält sich ebenso stoisch wie Chaney und obwohl sie kühl bleibt, entwickelt sich zwischen den Beiden eine Art körperlose Beziehung. Sicher nicht einer der besten Aspekt des Films, Hill hat wohl auch zu Bronsons Missfallen große Teile von Irelands Auftritten wegen mangelndem Schauspieltalent aus dem Film geschnitten.

Umso wirkungsvoller und dynamischer ist jedoch die Beziehung zwischen Chaney und seinem Geschäftspartner Speed, den Coburn als komplettes Gegenteil zu seinem wortkargen Schläger anlegt. Er ist ein charmanter und blitzgescheiter Spieler mit Haifischgrinsen, dem niemand so schnell was vormacht, der es genießt, wenn seine Präsenz im Mittelpunkt steht. Auch wenn sich nie echte Gespräche zwischen den beiden Männern entwickeln, sind es eben die subtilen kleinen Momente, die ihre Beziehung lebendig macht. Da ist so etwas wie eine unausgesprochene, leicht widerwillige gegenseitige Wertschätzung, die man mit etwas Aufmerksamkeit herauslesen kann. „Ein stahlharter Mann“ war nach „Die glorreichen Sieben“ und „Gesprengte Ketten“ bereits die dritte Zusammenarbeit der beiden coolen Schauspielikonen, was diese Verbindung möglicherweise begründet. Zugleich ist hier die erste Männerkonstellation dieser Art zu sehen, die sich später in ähnlicher Weise in einigen von Hills Filmen („Driver“, „Nur 48 Stunden“, „Red Heat“) wiederspiegelt.

Ein stahlharter Mann (Hard Times) Szenenbild „Ein stahlharter Mann“ funktioniert als nahezu konfliktfreier Film, er ist mehr eine stille Charakter- und Milieustudie als manipulatives und vereinfachtes Drama. Für manche moderne Zuschauer mag der Film so schwer greifbar und distanzierend sein, jedoch ist es Hills besonderer und unkonventionell reduzierter Stil, der seinen Filmen eine faszinierende Note verleiht. Viel Action sollte man trotz der teils ausgedehnten Kämpfe auch nicht erwarten. Diese sind – wie auch der restliche Film – mit kühler und nüchterner Präzision inszeniert und choreografiert, leider hat aber angeblich das Budget für blutiges Make-up nicht ausgereicht. So erscheinen die Kämpfe trotz hart und schnell wirkender Schläge merkwürdig gewalt- und wirkungslos, da keine sichtbaren Konsequenzen durch die offensichtliche Gewalt entstehen und man so den Schmerz nur bedingt spüren kann. Zudem darf noch angemerkt werden, dass Bronson für seine damals 54 Jahre erstaunlich gestählt und damit durchaus glaubwürdig rüberkommt.

Bild
Erfreulicherweise ist der Bildtransfer des nun schon 42 Jahre alten Films auf Blu-ray hervorragend gelungen. Hier präsentiert sich ein fehlerfreies Bild, das durch sehr gute Schärfe- und Detailwerte überzeugt. Das Farbspektrum, das sich in eher erdigen Tönen aufhält, kommt natürlich und akkurat rüber. Kontraste und Schwarzwerte sind ebenfalls sehr gut, wodurch das Alter des Films überhaupt nicht spürbar wird.

Ton
Etwas enttäuschender als die optische Präsentation fällt jedoch die Tonumsetzung aus. „Ein stahlharter Mann“ wurde für die Blu-ray von Mono- auf 5.1 Surround-Sound aufgestockt, was allerdings weitestgehend subtil geschehen ist. Die umliegenden Kanäle werden nur sanft angesteuert, etwa durch die Filmmusik oder atmosphärische Geräusche bei den Kämpfen. Ein stahlharter Mann (Hard Times) SzenenbildDer Dynamikumfang ist nicht besonders hoch und auch die Stimmen im Original könnten eine Spur lauter abgemischt sein. Dennoch eine völlig solide Umsetzung.

Extras
Fernsehsynchro
Kinotrailer (02:21 Min.)
Bildergalerie (02:16 Min.)
Vorspann Textless (03:11 Min.)


Fazit:
Walter Hills Regiedebüt „Ein stahlharter Mann“ erscheint hier auf einer technisch sehr gut umgesetzten Blu-ray mit leider sehr gehaltlosen Extras. Der Film fasziniert durch seine minimalistische, geradlinige und betont undramatische Machart, könnte aber durch den sehr wortkargen und schwer greifbaren Protagonisten für manche Zuschauer zu distanziert wirken. Hills Debüt ist wie viele seiner anderen Filme ein Film, der viel mehr zwischen den Zeilen stattfindet als im explizit Ausgesprochenen.

by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media