Ein Hologramm für den König - Blu-ray

Blu-ray Start: 20.10.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min

Ein Hologramm für den König Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Alan Clay, Alter 54, Opfer der Bankenkrise, hat eine letzte Chance. Er soll innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie an den Mann, besser gesagt den König bringen: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt mitten in der arabischen Wüste eine strahlende Wirtschaftsmetropole errichten. Doch der König kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten - und auch nicht in den Tagen danach. In diesen Tagen der Unverbindlichkeit und des Wartens wird der junge Fahrer Yousef Alans Gefährte. Durch ihn erlebt er die Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Und er lernt die schöne Ärztin Zahra kennen. Anhand dieser Begegnungen und der neuen kulturellen Eindrücke entwickelt sich Alan Clay vom zielstrebigen und erfolgsgetriebenen Salesman zu einer Person, die sich selbst Perspektiven sucht und für sich einen neuen Platz im Leben findet. So gerät für Alan immer mehr zur Nebensache, ob der König nun kommt oder nicht.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Trailershow
- Making-Of
- Premiere in Berlin

DVD und Blu-ray | Ein Hologramm für den König

Blu-ray
Ein Hologramm für den König Ein Hologramm für den König
Blu-ray Start:
20.10.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Ein Hologramm für den König Ein Hologramm für den König
DVD Start:
20.10.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 95 min.

Blu-ray Kritik - Ein Hologramm für den König

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Ein einst erfolgreicher, aber nun desillusionierter Karrieremensch findet sich in einem fremden Land wieder, wo er einen Kulturschock nach dem anderen erleidet, während Zuhause seine Ehe in die Brüche geht. Die Prämisse von Tom Tykwers Adaption von Dave Eggers gleichnamigem Roman „Ein Hologramm für den König“ erinnert zweifelsohne stark an Sofia Coppolas modernen Klassiker „Lost in Translation“, ohne aber je dessen Qualität zu erreichen. Ein Hologramm für den König SzenenbildWie auch Coppolas Film ist auch „Hologramm“ eine Charakterstudie, bei der ein Mann im mittleren Alter erst zur anderen Seite der Welt reisen muss, um wieder zu sich und zu neuer Lebensqualität finden zu können. Dieser Mann ist Tom Hanks, der einen tonal eher unausgewogenen Film mit seinem magnetischen Charisma trägt und zusammenhält und sicher den besten Aspekt von Tykwers Film darstellt.

Alan Clay (Hanks) arbeitet für ein amerikanisches IT-Unternehmen, das dem saudischen König ein holografisches Kommunikationssystem verkaufen soll. Hierfür reist der Geschäftsmann nach Dschidda, wo er mit seinem Team eine Präsentation durchführen soll. Der Erfolgsdruck des müde gewordenen Clay ist groß, denn er hat diverse persönliche Krisen hinter sich. So hat sich nach der Finanzkrise seine Frau von ihm scheiden lassen, er musste sein Haus unter Wert verkaufen und kann sich nun die College-Gebühren seiner Tochter kaum leisten. Der saudische Auftrag könnte seinem Leben eine Wendung geben, doch vor Ort wird er immer wieder von seinem Auftraggeber Karim Al-Ahmed (Khalid Laith) sitzen gelassen. Er fühlt sich einer fremden Kultur gegenübergestellt, die er nicht versteht, während er immer wieder von den Dämonen seiner Vergangenheit eingeholt wird. Neben familiären Problemen leidet er auch immer noch unter seinem Scheitern als Manager des Fahrrad-Unternehmens Schwinn, deren Produktion unter seiner Führung nach China ausgelagert wurde. Durch seinen aufgedrehten Fahrer Yousef (Alexander Black) lernt er schließlich nach und nach das Land und die Kultur kennen. Mit dem besorgniserregenden Aufkommen eines mysteriösen golfballgroßen Knubbels an seinem Rücken sucht er schließlich die Ärztin Zahra (Sarita Choudhury („Mississippi Masala“, „Die Tribute von Panem – Mockingjay – Teil 1 + 2“) auf, die selbst gerade durch einen harten Scheidungsprozess geht.

„Ein Hologramm für den König“ wirkt erstaunlich schwungvoll und unterhaltsam, obwohl im Grunde gar nicht viel passiert und die Erzählung oftmals unfokussiert und unklar wirkt. Das ist zunächst ganz eindeutig Tom Hanks verlässlicher Präsenz zu verdanken, aber auch Tykwers großartigem visuellen Auge und solidem Gespür für absurden Humor, wodurch der Film letztlich über Wasser gehalten wird. Ein Hologramm für den König SzenenbildDoch schon von Beginn an wird hier deutlich, dass hier ein Film vorliegt, der sich nie so recht selbst finden will. In typisch verspielter, lebendiger und visuell einfallsreicher Manier, wie man sie von Tykwer gewohnt ist, beginnt der Film mit einem überaus rasant geschnittenen Prolog, der Hanks buchstäblich in rosa Wolken verpuffendes Leben eindrucksvoll darstellt. Hanks singt hier in einer abstrakten traumartigen Sequenz das legendäre „Once in a Lifetime“ von den Talking Heads in die Kamera, sitzt mit stoischem Blick alleine in einer Achterbahn. Nach dieser manischen ersten Minute präsentiert sich hier jedoch ein Film, der eigentlich sehr ruhig und langsam erzählt ist und stilistisch im Grunde nichts mit dem aufgeladenen und bombastisch wirkenden Prolog zu tun hat. Auch später wirkt eine visuelle Spielerei, bei der Hanks Tochter ihm durch den Laptop-Bildschirm Rauch ins Gesicht bläst deplatziert. Diese tonalen Gegensätze ziehen sich leider durch den gesamten Film, der interessant und ambitioniert, aber insgesamt auch unausgegoren und unsicher wirkt.

„Ein Hologramm für den König“ lässt sich so nur schwer kategorisieren. Im Grunde liegt hier eine ernsthafte und oft auch wahrhaftige und durchaus reife Charakterstudie vor, die immer wieder humoristisch aufgebrochen wird. Oft wirkt der Humor (noch nie eine wirkliche Stärke von Tykwer) allerdings bemüht und überzogen. So gibt es einen wenig erhellenden und nur bedingt effektiven Running Gag mit scheinbarem Symbolwert, bei dem Hanks immer wieder die Stühle, auf die er sich setzt, auseinanderbrechen. Am besten funktioniert der Humor aber noch, wenn Tykwer den Kulturschock von Clay beobachtet, gerade bei den amüsanten und lebhaften Gesprächen mit seinem Fahrer Yousef, der amerikanische Musik liebt und immer wieder vor dem Losfahren das Auto vor eventuell gelegten Sprengsätzen überprüft. Yousef fürchtet nämlich ein Attentat des Ehemannes, mit dessen Frau er ein Verhältnis hat. Alexander Black spielt Yousef charmant und gerade im weiteren Verlauf des Films auch mit zunehmender Menschlichkeit, zu Beginn wirkt seine Figur bedauerlicherweise aber oft wie eine billige stereotype Karikatur. Die Kritik einer gewissen Stereotypisierung und Eindimensionalität muss der Film sich insgesamt leider gefallen lassen. Obwohl auch „Lost in Translation“ immer wieder durchaus seine stereotypen Momente hat, konnte er dennoch oft sehr komische Wahrheiten und Einsichten über eine fremde Kultur vermitteln. Tykwers Film gelingt das leider nur bedingt, er tendiert sogar zur Verharmlosung eines kritisch zu beurteilenden Landes.

Trotz über weite Strecken ziellos und plätschernd wirkender Erzählung wirkt „Ein Hologramm für den König“ dennoch immer paradoxerweise interessant und involvierend. Man möchte wissen, wo diese Reise hingeht, auch wenn man Hanks Figur gar nicht mal so gut versteht, seine Hintergründe über kurze Rückblenden immer wieder nur recht abstrakt beleuchtet werden. Ein Hologramm für den König SzenenbildIn einem dritten Akt, der sich auf einem schmalen Grat zwischen Kitsch und Wahrhaftigkeit bewegt, offenbart der Film dann seine romantische Seite, wenn Hanks und Choudhury sich annähern. Hier findet Tykwer auch durchaus poetische und erinnerungswürdige Bilder, gerade die abschließenden Unterwasser-Momente wirken sehr gelungen und eindringlich. Ob die beiden Darsteller eine echte Chemie aufbauen, sei allerdings dahin gestellt und insgesamt wirkt der letzte Akt auch etwas gehetzt und unfertig. Überhaupt hat man den Eindruck, dass hier viel der Schere zum Opfer fiel, dass ein ursprünglich zweistündiger Film auf eine Laufzeit von knapp über 90 Minuten gekürzt wurde. Viele flüchtige Situationen wirken unterentwickelt und nicht zu Ende erzählt, so etwa eine sich kurzfristig anbahnende Affäre mit Al-Ahmeds dänischer Assistentin Hanne (Sidse Babett Knudsen), die recht plötzlich wieder aus dem Film verschwindet. Dennoch, „Ein Hologramm für den König“ ist trotz aller Schwächen ein interessanter Film, der besonders dank Hanks gelungener und seelenvoller Darstellung und einer in schön und inspiriert fotografierten Bildern eingefangen fremden und exotischen Welt überzeugt. Eine emotionale Katharsis empfindet man am Ende aber leider nicht.

Bild
Die Blu-ray präsentiert ein hübsch texturiertes und lebendiges Bild, das sowohl auf Film- als auch auf digitalen Kameras aufgezeichnet wurde. Der Bildeindruck ist sehr kontrastreich, die Farben sind dank der örtlichen Gegebenheiten intensiv und vielfältig, wirken aber dennoch nicht überakzentuiert und damit natürlich. Sehr überzeugend sind auch die hervorragenden Schärfewerte, die gerade bei Nahaufnahmen auf Gesichter bestechende Details hervorbringen. Durch die analoge Aufnahmequelle und die damit gewünschte Ästhetik ist meist eine leichte Filmkörnung zu erkennen. Bildfehler bleiben aus.

Ton
Im Großen und Ganzen ist „Ein Hologramm für den König“ eine dialog- und damit frontbasierte Angelegenheit. Ein Hologramm für den König SzenenbildDennoch gibt es immer wieder Gelegenheit für sehr gut und differenziert abgemischte atmosphärische Geräusche, die für dezente Räumlichkeit sorgen. Bei manchen Musikmomenten wird die Tonspur auch etwas dynamischer, gerade bei einer Partyszene kommt auch der Subwoofer angenehm druckvoll zur Geltung. Verständlichkeit und Klarheit sind insgesamt erstklassig.

Extras
Leider hat man darauf verzichtet, das Bonusmaterial der US-Blu-ray zu übernehmen, das neben dem soliden zwanzigminütigen Making-of zwei weitere Featurettes enthält. Bei der deutschen Trailershow gibt es neben der obligatorischen Trailershow nur noch ein paar kurze Eindrücke der Berliner Premiere zu sehen.
Making-of (19:55 Min.)
Premiere in Berlin (02:05 Min.)
Trailer (Mängelexemplar, Jeder stirbt für sich allein, Vor der Morgenröte, Ein Hologramm für den König)


Fazit:
„Ein Hologramm für den König“ ist eine eher unausgegorene Charakterstudie, die ihr Potential nie so recht ausschöpft, aber dennoch dank einer gelungenen zentralen Performance des immer verlässlichen Tom Hanks unterhält. Eine gewisse Leere bleibt aber am Ende dieser gut aussehenden, aber erzählerisch unfokussierten Suche nach sich selbst zurück.

by Florian Hoffmann
Bilder © Warner Home Video