Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.05.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min

Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Rose hat die letzten 40 Jahre in einer psychiatrischen Anstalt verbracht. Als Dr. Grene gerufen wird um ihre mentale Unzurechnungsfähigkeit zu bezeugen, stellt dieser schnell fest, dass sie keine gewöhnliche Patientin ist. Getrieben von seiner Faszination für die alte Dame beginnt er, sich mit ihrem Fall auseinanderzusetzen und stößt dabei auf geheime Aufzeichnungen, in denen Rose ihre unglaubliche Geschichte festgehalten hat. Sie beschreiben das von außergewöhnlicher Liebe und großer Ungerechtigkeit geprägte Leben einer bemerkenswerten, mutigen jungen Frau. Doch warum wurde sie vor 40 Jahren eingeliefert und niemals entlassen?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Wild Bunch
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Behind the Scenes

DVD und Blu-ray | Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture

Blu-ray
Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture
Blu-ray Start:
25.05.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture
DVD Start:
25.05.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

Blu-ray Kritik - Ein verborgenes Leben - The Secret Scripture

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Neben Neil Jordan gibt es die letzten Jahrzehnte wohl keine vergleichbare Regie-Größe im irischen Kino wie Jim Sheridan. Wie auch bei Jordan war das Werk des mehrfach Oscar-nominierten Sheridan fast immer tief mit seiner Heimat verwurzelt. Großartige Filme wie "Im Namen des Vaters", "Mein linker Fuß" oder "In America" offenbarten einen tief humanistischen Filmemacher, der sein Heimatland und seine Menschen mit großem Einfühlungsvermögen und Lokalkolorit kraftvoll und hintergründig in Szene setzt. So überraschend heimat- und genreferne Projekte wie der 50 Cent-Film "Get Rich or Die Tryin'" oder vor ein paar Jahren das fehlgeleitete Daniel Craig-Horror-Projekt "Dream House" zeigten Sheridan jedoch spürbar entfremdet und damit nicht von seiner besten Seite. Umso erfreulicher ist es nun, dass sein neuer Film "Ein verborgenes Leben" eine Rückkehr zu seinen Wurzeln darstellt und erneut eine sehr irische Geschichte erzählt - auch wenn der Film bei weitem nicht an seine besten Arbeiten heranreicht.

Ein verborgenes Leben: Dr. William Grene (Eric Bana)
Ein verborgenes Leben: Dr. William Grene (Eric Bana) © Wild Bunch
"Ein verborgenes Leben" erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte von Rose McNulty, die in jungen Jahren von Rooney Mara und später von Vanessa Redgrave verkörpert wird. Im ersten Erzählstrang zeigt Sheridan, wie die junge Frau im Zuge des Zweiten Weltkriegs aus Nordirland in ihre politisch neutrale Heimat Irland zu ihrer Tante und einzigen Verwandten zurückkehrt. Dort sorgt sie ohne eigenes Zutun bei den jungen Männern ihres Dorfes für Aufsehen und steht bald im Mittelpunkt dreier Männer - beim jungen katholischen Priester Gaunt (Theo James), dem ebenfalls katholischen Jack Conroy (Aidan Turner) und dem Protestanten Michael McNulty (Jack Reynor), zu dem sich Rose zugeneigt fühlt. Nachdem es zu Konflikten zwischen den Männern kommt, zieht Rose in ein Bauernhaus abseits des Dorfes, wo eines Tages kein geringerer als Michael mit seinem Kampfflugzeug abstürzt. Dieser hat sich der britischen Luftwaffe angeschlossen und damit von der einheimischen anti-britischen Bevölkerung entfremdet. Rose versteckt Michael vor der feindseligen Außenwelt, woraufhin Gefühle zwischen den Beiden aufkeimen. Sie heiraten schließlich heimlich, doch ihr Glück ist nicht von langer Dauer...

Es fällt schwer, über "Ein verborgenes Leben" zu schreiben, ohne auf genaue Details der Handlung einzugehen. Kurz gesagt, kommt es zu einem Vorfall in der Vergangenheit, der dafür sorgt, dass Rose in eine Nervenanstalt eingesperrt wird, wo sie die nächsten 60 Jahre verbringt. Dort beginnt der Film auch, als der ursprünglich aus der Gegend stammende Psychiater Dr. William Grene (Eric Bana) auf Anfrage der katholischen Kirche den geistigen Zustand von der nun über 80-jährigen Rose evaluieren soll, da die Heilanstalt vor dem Abriss steht und entschieden werden muss, wie man mit der familienlosen Frau verfährt. Grene ist fasziniert von Rose und lässt sich ihre turbulente Lebensgeschichte erzählen, die von kreischenden Ungerechtigkeiten geprägt ist.

Ein verborgenes Leben: Rose (Rooney Mara)
Ein verborgenes Leben: Rose (Rooney Mara) © Wild Bunch
So springt der Film immer wieder zwischen den Erzählsträngen hin und her und offenbart das tragische Schicksal einer Frau, der man ihren eigenen Willen und letztlich das Leben entrissen hat. Zu Beginn lernt man erst die alte Rose kennen, die das Leben in der Psychiatrie deutlich zugesetzt hat. Sie umgibt ein schrecklicher Vorwurf, der sich ereignet haben soll, als sie noch jung war und dafür gesorgt hat, dass sie die Anstalt nie verlassen hat. Als Zuschauer ahnt man natürlich, dass sich hinter den hier nicht genannten Vorwürfen der Autoritäten eine andere Wahrheit verbirgt, die der Film dann auch nach und nach freilegt. Sheridan zeigt die Zeit des Zweiten Weltkriegs im ländlichen Irland mit Detailreichtum und Flair. Hier wird eine Situation etabliert, bei der der ideologische Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten und die Abscheu vieler Iren gegenüber der britischen Krone überaus präsent ist.

Während Sheridan in Filmen wie den erwähnten Daniel Day-Lewis-Kollaborationen stark aus männlicher Perspektive erzählt hat und den Hintergrund der politischen Konflikte in Irland viel präsenter darstellte, legt er in "Ein verborgenes Leben" den Fokus zum ersten Mal primär auf eine weibliche Hauptfigur. In Rooney Mara hat der Film eine seiner größten Stärken: Ihre zart-fragile Präsenz hat einen gewohnt magnetischen Effekt, Mara berührt mit einer tief empfundenen und entschlossenen Darstellung von junger, nach Liebe suchender Unschuld zur Freiheit beraubten tragischen Figur. Hier schildert Sheridan auch eindrücklich die unterdrückende Situation der Frau zur Mitte des 20. Jahrhunderts in der puritanisch geprägten irischen Männergesellschaft. Gerade die sehr ambivalente Beziehung zum Geistlichen Gaunt steht hier im Mittelpunkt: Gaunt offenbart sich bei der ersten Begegnung mit Rose nicht als Mann der Kirche, wodurch er einen zögerlichen Flirt provoziert und später verurteilt, da aus seiner Sicht Frauen sich Männern gegenüber nur derart verhalten dürften, wenn sie auch mit ihnen verheiratet sind. Hier entwickelt sich ein unausgesprochener Konkurrenzkampf zwischen Gaunt und McNulty, der unterschwellig nicht nur von einem ideologischen Konflikt, sondern auch scheinbar primär von Neid angetrieben ist.

Ein verborgenes Leben: Rose (Rooney Mara) und Priester Gaunt (Theo James)
Ein verborgenes Leben: Rose (Rooney Mara) und Priester Gaunt (Theo James) © Wild Bunch
"Ein verborgenes Leben" ist primär ein schwermütiges Herzschmerz-Drama, das vor allem durch seine Darsteller und die schönen Bilder sehenswert gemacht wird. Hier muss besonders Kameramann Mikhail Krichman hervorgehoben werden, der zuvor mit seinen Arbeiten für den russischen Ausnahmefilmemacher Andrey Zvygantsev für Aufsehen gesorgt hat und hier die Provinz Sligo in kraftvoll-naturalistische Bilder taucht. Sheridan inszeniert den Film stilvoll und mit spürbar aufrichtigem Gefühl, das sich jedoch nie mit aller Kraft auf den Zuschauer übertragen will. Problematisch ist hier hauptsächlich eine arg konstruierte Erzählung, die gerade zum Ende hin schmerzhaft offensichtlich auf Zufälle baut und deren dramatische Wirkung trotz aller Darstellermühen verpufft. Mara und Redgrave liefern gewohnt starke Leistungen, jedoch fehlt es an Feinarbeit am Drehbuch, das aus diesem Film ein echtes emotionales Schwergewicht hätte machen können.

Bild 
Das Bild der Blu-ray gefällt durch seinen angenehmen Bildeindruck, der die pittoresken irischen Landschaften hübsch zur Geltung bringt. Die eher geerdeten Farben strahlen sowohl Wärme als auch Kälte und Natürlichkeit aus, Kontraste und Schwarzwerte erweisen sich als solide. Ebenso anständig sind die Schärfewerte und der Detailreichtum, ohne jedoch ansatzweise Referenzniveau zu erreichen.   

Ton 
Akustisch verhält es sich mit dem dialoglastigen Drama eher dezent, jedoch gibt es einige Momente, bei denen die Tonspur eine unerwartete Dynamik offenbart. So gibt es Überflüge von britischen Kampfflugzeugen, die das Wohnzimmer mit hoher Lautstärke und starkem Subwoofer-Einsatz zum Beben bringt. Auch dezent räumlich wird es immer wieder mit Musik und Umgebungsgeräuschen. Ansonsten erfreut die akustische Umsetzung mit Klarheit und Sauberkeit.   

Extras 
Das überschaubare Bonusmaterial der Blu-ray überzeugt mit kurzweiligen Standard EPK-Interviews und einer einsichtsreichen, wenn auch unkommentierten B-Roll, die einen guten Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Dazu kommen diverse Trailer.  Interviews (Jack Reynor, Rooney Mara, Theo James, Vanessa Redgrave, Eric Bana, Jim Sheridan, ca. 32 Min.)  Behind the Scenes (12:15 Min.)  Trailer (02:25 Min.)  Trailershow


Fazit:
"Ein verborgenes Leben" löst sein dramaturgisches Potential leider nur bedingt ein, bietet aber dennoch in Rooney Mara und Vanessa Redgrave starke Darstellerleistungen. Vieles wirkt hier zu konstruiert und die insgesamt sehr ruhige und elegische Inszenierung reißt nicht immer mit. Dennoch steckt hier ein guter Film im Kern, der jedoch immer wieder nur in Ansätzen zum Vorschein kommt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Wild Bunch