Dredd (4K Ultra HD) - Blu-ray

Blu-ray Start: 12.04.2019
FSK: 18 - Laufzeit: 190 min

Dredd (4K Ultra HD) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Mega City One – eine gigantische Metropole voller Gewalt, Chaos und Verbrechen inmitten des düsteren und zerfallenen Amerikas. Die Bewohner leiden: Eine Art Drogenseuche sucht sie heim, die sie die Realität in extremer Zeitlupe erleben lässt. Einzig und allein die „Judges“ können gegen die Verbrechen in ihrer Stadt ankämpfen, nur sie haben die Macht als Richter und Vollstrecker für Recht und Ordnung zu sorgen. Dredd (Karl Urban), als oberster „Judge“ gefürchtet, will die Stadt von dieser Plage befreien. Zusammen mit seiner neuen Rekrutin, Cassandra Anderson (Olivia Thirlby), nimmt er den Kampf gegen Ma-Ma (Lena Headey) auf, eine Drogenbaronin, die eiskalt über den größten Slum der Stadt herrscht. Als Dredd und Anderson einen Handlanger aus ihrem skrupellosen Clan zu fassen kriegen, entfacht Ma-Ma einen erbitterten Krieg, in dem sie vor nicht zurückschreckt, um ihr Imperium zu schützen. Die Zahl der Todesopfer steigt und auch Dredd und Anderson müssen in diesem erbarmungslosen Kampf an ihr Äußerstes gehen, um am Leben zu bleiben…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 2160p 4K HDR
16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
sechs Featurettes
neun Interviews mit Cast & Crew

DVD und Blu-ray | Dredd (4K Ultra HD)

Blu-ray
Dredd Dredd
Blu-ray Start:
19.04.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.
Dredd 3D (Blu-ray 3D) Dredd 3D (Blu-ray 3D)
Blu-ray Start:
19.04.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.
Dredd (4K Ultra HD) Dredd (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
12.04.2019
FSK: 18 - Laufzeit: 190 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Dredd Dredd
DVD Start:
19.04.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 92 min.

zur DVD Kritik

Blu-ray Kritik - Dredd (4K Ultra HD)

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 6/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Dystopien sind in der Welt der Popkultur schon lange eine gern umgesetzte Thematik. Auch im Bereich der Comic-Verfilmungen trifft man immer wieder auf Streifen, die ein (anti)utopisches Werk zur Vorlage haben.
DREDD erschien am 15.11.2012 in den deutschen Kinos, ist ab 18 Jahren freigegeben und läuft 96 Minuten. Ab dem 12.04.2019 erscheint der Streifen final auch als 4K-Ausgabe in Deutschland. Die Disc hat für Euch bereits den Weg in unseren Player gefunden.

Judge Dredd (Karl Urban)
Judge Dredd (Karl Urban) © Universum Film
Die ersten Sekunden des Films übernimmt ein Erzähler, der in Supertotalen der „Mega City One“ zunächst über die dortige Gesellschaft berichtet, bevor man zum Justizpalast – der Basis der Judges – gelangt. Startfreundlich zeigt Regisseur Pete Travis (8 BLICKWINKEL) nun einen ersten Kriminalfall, um Charaktere und grundlegende Strukturen zu etablieren. An der Seite des Judge Dredd (Karl Urban; DER HERR DER RINGE: DIE ZWEI TÜRME) als zentraler Vertreter der Exekutive steht Judge Anderson (Olivia Thirlby; JUNO), die sich von nun an im Rahmen einer Beurteilung ihrer Eignung zusammen bewegen. Wenige Momente später landet man im Hauptsetting des Films – dem sozial verkommenen Wolkenkratzer Peach Trees (benannt nach dem Restaurant in Shrewsbury, Shropshire, England, in dem sich Screenwriter Alex Garland und Judge Dredd-Schöpfer John Wagner erstmals trafen, um den Film zu besprechen). Dieses vielstöckige, verslammte Gebäude wird von mehreren Gangs beherrscht, von denen eine schließlich die absolute Überhand gewinnt, was auch der Gangchefin Ma-Ma (Lena Headey; 300) zu verdanken ist. Nachdem sich die Kräfteverhältnisse scheinbar umgekehrt haben, finden sich die beiden Judges in einem Überlebenskampf gegen die Gang wieder.
Judge Dredd wird dabei äußerst „cool“ und schlagfertig gezeichnet. Er ist – auch gegenüber seines Lehrlings – hart wie streng und stellt sich in jeder Situation auf die Seite des Gesetzes.

Dredds neue Rekrutin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby)
Dredds neue Rekrutin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) © Universum Film
Seine Zeichnung gleitet allerdings vermehrt in das zu Abgebrühte ab und stattet ihn mehr als einmal mit One-Linern wie „Nicht gut …“ aus, obwohl Judges insgesamt als durchaus autoritäre, aber ernste Personen dargestellt werden, die natürliche kompetente Fähigkeiten und übergreifend keine Superkräfte haben. Dazu im Widerspruch steht ebenfalls das Duzen der Bürger, mit denen er auf beruflicher Ebene Kontakt hat. In nahezu jeder Einstellung tendiert Urban unermüdlich dazu, seinen Mund als aufgrund des Helms einzig sichtbare Komponente seines Gesichts herunterzuziehen, was seiner Figur in keiner Weise zuträglich ist und seine zwangsläufig begrenzten schauspielerisch übermittelten Emotionen kindlich-künstlich wirken lässt. Komprimiert auf die Wahl seiner Person entsteht der Eindruck, eine andere Besetzung wäre hier glücklicher gewesen. Möglicherweise hätte sich dazu schon im eigenen Cast in Person des Frontmanns einer weiteren, später eingebrachten Truppe eine Alternative gefunden. Aber auch ohne diese Option wäre die Körperstatur und Optik des Mundbereichs Urbans sicherlich kein problematisches Alleinstellungsmerkmal.

Der restliche Cast lässt auf ein feines Händchen für passende Besetzungen schließen. Thirlby liefert ein adäquates Niveau, das ihre Rolle gut ausfüllt, und auch ihre mentalen Fähigkeiten sind sowohl inhaltlich als auch optisch durch einen dezenten, aber prägnanten Bildeffekt nicht zu aufdringlich oder fantasylastig. Besonders Headey, deren Mitwirken durch die ursprünglich angedachte Zusprechung der Besetzung an eine deutlich ältere Person nicht von Beginn an in Stein gemeißelt war, erfüllt ihre zynische, männerhassende Rolle nahezu optimal und schauspielert auf hohem Niveau. Lediglich ihre Vergangenheit als Prostituierte wertet sich auch in Hinblick auf ihre charakterliche Anlage oder soziale Strukturen als nicht optimal aus.

Ma-Ma (Lena Headey) herrscht mit harter Hand über den Hochhaus-Megakomplex Peachtrees
Ma-Ma (Lena Headey) herrscht mit harter Hand über den Hochhaus-Megakomplex Peachtrees © Universum Film
DREDD ist über seine gesamte Erzählung sehr geradlinig und kennt immer sein erzählerisches Ziel, das er schnörkellos und - seitens kleinerer - ohne besonders große Wendungen erreichen möchte. Hin und wieder sorgt dies für inhaltliche Trivialität und Substanzverlust, die dem Unterhaltungsfaktor aber keinen Abbruch verleihen, da man sich gut genug darauf einstellen kann und er in diesem Vergleich vielmehr atmosphärisch wirken will. Weiterer Tiefgang in Bezug auf gesellschaftliche Ordnung und die totale Überwachung im Sinne einer niedrigen Kriminalitätsrate wäre wohl dennoch von der Mehrheit der Zuschauer nicht verachtet worden, denn das Franchise bietet dazu durch seine Arbeit mit Moral und Hierarchie eine geeignete Vorlage.

Die Kameraarbeit ist im Remake des Originals JUDGE DREDD mit Sylvester Stallone aus dem Jahre 1995, mit dem es bis auf wenige inhaltliche Referenzen kaum Gemeinsamkeiten gibt, vielseitig und dynamisch. Stilistisch stechen vor allen Dingen Zeitlupen hervor, die sich aufgrund der Droge „Slo-Mo“ – optisch leider designt wie in Asthma-Spraydosen gefüllte Kolanuss-Limonade - schon fast durch eigenes Zutun ins Bild drängen. Diese sind sehr wohl gelungen und nicht zufällig gesetzt, nehmen aber indes zu stark an Häufigkeit zu und arbeiten zu intensiv mit der auch sonst im Bild relativ oft abgelichteten Partikeldarstellung in der Luft (vgl. nicht Splitter und Ähnliches). Gewählte Farbpaletten sind hingegen sehr stimmig. Man wählt in vielen Einstellungen satte und strahlende Farben und erleichtert es somit auch der Belichtung, gebührend einzugreifen.

Der erbarmungslose Kampf um Mega City One beginnt
Der erbarmungslose Kampf um Mega City One beginnt © Universum Film
Dadurch wirken Spezialeffekte insbesondere beim Umgang mit wohldosiertem und nicht instrumentalisiertem Blut ansehnlicher. Einzig bei Schusseffekten meint man es zu gut und belichtet sie zu drastisch. Die Kamera befindet sich örtlich fast immer im Gebäude, wodurch einerseits ein intendierter Eindruck der Beengtheit aufkommt, andererseits auch die sonstigen Areale der Mega City One nunmehr in den Hintergrund rücken und sich der Zuschauer schon fast befreit fühlt, wenn beispielsweise Aufnahmen der außen liegenden Skateanlage gezeigt werden. Das ist schade, da die Gegebenheiten der Multimillionen-Stadt kaum klarer werden, um sie herum keine weiteren strukturellen Besonderheiten eingebettet werden und die Stadt nur noch als unmündiger Handlungsort fungiert. Aufgrund der knackigen und trotzdem immer unterhaltsamen Laufzeit von 96 Minuten ist dies aber nicht unverständlich. Noch verschmerzbarer macht es die Tatsache, dass man trotz des räumlich begrenzten Handlungsortes oft Bereiche wechselt, die von privaten Wohnungen über Kommandozentralen bis hin zu Laboren reichen und ansprechen.

Die außerordentlich ersprießliche eigene Mäßigung des Streifens zieht sich nicht nur über die genannten Kriterien, sondern setzt sich auch in Kostüm, Score und Requisiten fort. Die Garderobe der Judges trieft nicht vor Übersättigung an Farben und abstrakten Elementen und konzentriert sich stattdessen eher auf vornehmlich zwei Farben und ein klares Konzept mit Fokus auf den eher schlichten Helm, der sich dramaturgisch am besten in „Stirn an Stirn“-Einstellungen entfaltet und – im Gegenteil zum Original – vernünftigerweise auch immer an dem für ihn vorgesehen Ort bleibt. Alleinig das Wappen auf der Brust wirkt im Gesamtblick optisch belanglos. Man schafft hier eine Balance zwischen comichafter Verspieltheit und professionellem Ernst.

Dredd (Karl Urban), der oberste „Judge“ von Mega City One
Dredd (Karl Urban), der oberste „Judge“ von Mega City One © Universum Film
Der Score ist immer passiv und drängt sich im Sinne gegen einen sinneseindrücklichen Überdruss nie in den Vordergrund, sondern legt den Fokus auf ein stimmiges Gesamtbild und ist über weite Strecken bewusst kaum festzustellen ohne überflüssig zu sein.
Ebenso die Motorräder der Judges, die im Übrigen auch bei den Dreharbeiten ähnlich wie im Film gefahren wurden, fügen sich genauso gut in den Gesamteindruck wie die kreative Ausgestaltung der verschiedenen Verteidigungsmittel und multifunktionalen Waffe „Lawgiver“ der Judges, die schon mit der speziellen Munition „Heat Seeker“/“Hot Shots“ ihren unaufgeregten und einfallsreichen Höhepunkt erlebt.

Die deutsche Synchronisation ist sehr wertig, wenn auch Tobias Kluckert (Judge Dredd;
Bradley Cooper) ab und an zu sehr auf die Tiefbass-Taste drückt. Das Ende des Streifens knüpft kompositionell an den Beginn an und unterstreicht ein erneutes Mal die Wichtigkeit der zentralen Instanz in der Stadt.

Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) schießt scharf
Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) schießt scharf © Universum Film
Bild
Das Bild der UHD-Disc ist qualitativ deutlich über dem mangelhaften Bild der Blu-ray einzuordnen. Neben viel besseren Schärfewerten zeigt es auch farblich eine klare Besserung und sorgt ebenfalls für eine bessere Detailsicht in schnellen oder inhaltsreichen Einstellungen.

Ton
Die Tonspur liegt zweisprachig vor. Auf Deutsch wie auch auf Englisch will sie in einem DTS-HD MA 5.1 das gesehene Spektakel auch akustisch hinreichend vermitteln. Das tut er. Der Ton vermittelt außerdem Sounds sehr gut, da dynamische Details und tiefe Bässe kein Problem darstellen und immer genug Freiraum für verständliche Dialoge lassen.

Extras
Geboten bekommt man im Segment der Zusatzinhalte denselben Stoff wie auch auf der Blu-ray: Sechs mehr oder minder interessante Featurettes über Setting, Effekte, Figuren und Comicvorlage, von denen besonders jenes über den Verzögerungseffekt hervorsticht. Daneben findet man zahlreiche Interviews mit Cast und Crew, die Fans bestimmt fröhlich stellen.


Fazit:
DREDD ist kompromisslos, frontal und düster und schafft es dadurch nicht nur, dessen Original zu überbieten, sondern auch, dem Publikum eine durchaus ansehnliche und inhaltlich komprimierte Comic-Verfilmung zu servieren.

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by Denis L. Klemm
Bilder © Universum Film