Dog Eat Dog (uncut) - Blu-ray

Blu-ray Start: 20.02.2017
FSK: 18 - Laufzeit: 93 min

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Inhalt

Drei Männer haben das Gefängnis hinter sich und versuchen, sich an ein Leben in Freiheit zu gewöhnen. Einen Ausrutscher dürfen sie sich nicht erlauben, denn auch der kleinste Verstoß gegen die kalifornischen Bewährungsauflagen würde sie wieder hinter Gitter bringen. Doch Troy (Nicolas Cage), Diesel (Christopher Matthew Cook) und Mad Dog (Willem Dafoe) wollen nach ihren eigenen Regeln leben: Troy, ein arrogantes Genie, träumt zwar von einem einfachen beschaulichen Leben, doch die Schatten der Vergangenheit lassen ihn nicht los. Diesel dagegen steht auf der Gehaltsliste der Mafia und verliert zunehmend das Interesse an seinem Vorstadt-Zuhause und seiner nörgelnden Frau. Und der unberechenbare Mad Dog schlittert von einer Katastrophe in die Nächste. Gemeinsam wollen die drei das perfekte Verbrechen durchziehen. Doch die Polizei ist ihnen dicht auf den Fersen…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: KSM GmbH
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, Bildergalerie


DVD und Blu-ray | Dog Eat Dog (uncut)

Blu-ray
Dog Eat Dog (uncut) Dog Eat Dog (uncut)
Blu-ray Start:
20.02.2017
FSK: 18 - Laufzeit: 93 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
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Blu-ray Kritik - Dog Eat Dog (uncut)

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Nachdem Paul Schrader und Nicolas Cage mit ihrer letzten Zusammenarbeit „Dying of the Light“ von ihren Produzenten übers Kreuz gelegt wurden und ihr Film hemmungslos ohne Schraders Einverständnis neu geschnitten wurde, war der Frust groß. Die unmittelbare Folge dieser Frustration ist nun „Dog Eat Dog“, ein irrwitziger, oft aufgesetzt provokanter und stilistisch verspielter erhobener Mittelfinger von einem Film, der mit keiner Verdorbenheit zurückhält. Dog Eat Dog (uncut) SzenenbildDer Film entstand in recht kurzer Zeit mit sehr geringem Budget und einer Crew aus Filmschulabsolventen, was man der ungestümen Wildheit dieses zugleich banalen wie ungewöhnlichen Gangsterstreifens durchaus anmerkt. „Dog Eat Dog“ ist erzählerisch völlig chaotisch, der Film wirkt oft wie eine konfuse Aneinanderreihung von einzelnen Momenten und von unterschiedlichen stilistischen Herangehensweisen, jedoch rettet sein anarchisches Temperament und eine gut aufgelegte Besetzung mit Cage, Willem Dafoe und Christopher Matthew Cook den Film davor, ein Desaster zu sein.

Die Handlung von „Dog Eat Dog“ zusammenzufassen, erscheint eigentlich müßig, da Schrader selbst sichtlich nicht daran interessiert war, hier eine schlüssige Geschichte zu erzählen. Im Grunde folgt der Film den drei befreundeten Ex-Sträflingen Troy (Nicolas Cage), Mad Dog (Willem Dafoe) und Diesel (Christopher Matthew Cook), wie sie gemeinsam rumhängen und verschiedene Dinger für einen Gangster namens El Greco (Paul Schrader selbst) durchziehen, die ihnen allen genügend Geld bescheren soll, um sich von ihrem Gangster-Dasein ein für alle Mal zu verabschieden. Ihr letztes Ding, die Entführung eines Babys, geht natürlich gründlich schief…

Der konfuse Grundton des Films, der auf einem Buch des früheren Berufskriminellen und späteren Schauspielers Edward Bunker (Reservoir Dogs) basiert, wird schon direkt in den Anfangsmomenten etabliert: Dort hängt Mad Dog in einer kitschig eingerichteten Wohnung rum, deren Zimmer in verschiedenfarbene Neon-Lichter getaucht sind, während er sich Koks reinzieht und fernsieht. Die Eröffnung des Films endet schließlich in einem überraschenden Gewaltexzess, der durch die Nutzung des fröhlich-beschwingten Rochabilly-Songs „Woo-Hoo“ konterkarikiert wird. Man fühlt sich hier schwer an diese zahlreichen Tarantino-Imitate der Neunziger Jahre erinnert, ein Umstand, der sich tatsächlich durch den ganzen Film zieht. Dass sich der intellektuelle Regie-Poet Paul Schrader hierfür verantwortlich zeichnet, dessen Gesamtwerk sich durch seine düstere, existenzialistische und ironiefreie Ernsthaftigkeit definiert, überrascht dann schon. Dog Eat Dog (uncut) SzenenbildAuch die stilistischen Spielereien von „Dog Eat Dog“, seien es die Neonfarben, das gelegentliche Nutzen von Schwarz-Weiß, hypnotische Aufnahmen von verzerrten Gesichter im Drogenrausch oder aber auch kindische Gewaltstilisierung wie explodierende Köpfe und aufgeschnittene Kehlen muten meist eher bemüht und abgedroschen an. Ein wenig fühlt man sich bei diesen visuellen Exzessen auch an Oliver Stones „Natural Born Killers“ erinnert, ohne dass die extremen Bilder hier je auch nur einen Hauch von ästhetischer Kohärenz oder gar Bedeutung besitzen.

Hinzu kommen noch diverse beiläufig eingebaute Dialoge über Popkultur, etwa über Rapper, Taylor Swift, Beyoncé oder die mysteriösen Hintergründe des Todes von Elliott Smith, aber auch über die Bedeutung von Eiswürfeln in Scotch wird philosophiert. Nicolas Cages Figur wundert sich schließlich an einer Stelle auch, ob er nicht Humphrey Bogart ähnlich sieht, den er idolisiert. Dass Gangster sich eben nicht nur andauernd über Gangsterdinge unterhalten, gehört bekanntlich auch zu Tarantinos Markenzeichen, somit enden die Gemeinsamkeiten auch an dieser Stelle nicht. Auch die Episodenhaftigkeit der „Erzählung“ des Films erinnert ein wenig an Tarantinos Werk. Dass Schrader & Co. an einer Geschichte nicht ansatzweise interessiert waren, wird spätestens deutlich, wenn das gekidnappte Baby, das eigentlich zur Hälfte des Films wie ein dringend notwendiger dramatischer Aufhänger wirkt, der dem Film den nötigen Drive gibt, einfach verschwindet. Tatsächlich hat Schrader sogar zugegeben, dass er das Baby schlichtweg vergessen hat. Wenn man so eine Aussage vernimmt, sollte endgültig klar sein, mit welcher Art von Film man hier zu tun hat. Auch ein impulsiver Mord, der völlig aus dem Nichts geschieht und überhaupt nicht erklärt wird, sorgt für Irritation. Herrlich absurd ist auch eine kurze Rückblende gegen Ende, die den freundschaftlichen Zusammenhalt der drei Gangster auf sentimentale Weise symbolisieren soll – Dog Eat Dog (uncut) SzenenbildHier sprühen sich Cage, Dafoe und Cook freudejauchzend gegenseitig mit Ketchup und Senf ein. Man hat so oft das Gefühl, dass Schrader und seine Darsteller das Drehbuch von Matthew Wilder einfach weggeworfen haben und aus dem Moment heraus agieren.

Dennoch, trotz aller Schwächen macht dieser schräge und recht antriebslose Film gerade durch seine punkige Unvorhersehbarkeit und bekloppten Einzelmomente fast schon Spaß. Das liegt zum einen an den Darstellern, insbesondere Nicolas Cage, der sich endlich mal wieder mehr zurücknimmt und nicht den völlig durchgeknallten Typ spielt, aber dennoch sichtlich Freude an seiner Rolle hat. Den irren Part, das deutet sein Name auch schon wenig subtil an, darf hier Willem Dafoe übernehmen, der schon zahlreiche Filme mit Schrader gemacht hat (Light Sleeper, Auto Focus, Adam Resurrected). Er fasziniert durch seine psychopathischen, impulsiven, perversen und plötzlich gewalttätigen Anfälle, die in hartem (und natürlich wenig schlüssigem) Kontrast zu seinen weichen und nach Zuneigung suchenden Momenten des Selbstzweifels stehen. Ihr Zusammenspiel (auch mit Christopher Matthew Cook) macht schon gelegentlich Freude und ist letztlich seltsam unterhaltsam.

„Dog Eat Dog“ ist sicher kein guter Film im herkömmlichen Sinne. Doch gerade weil man Logik und Genrekonventionen freimütig aus dem Fenster wirft und Schrader und seine Darsteller scheinbar einfach wild und experimentierfreudig sind, ist der Film wahrlich auch nicht uninteressant. Auch die fast schon surreal anmutenden Momente, etwa der finale Shootout in neblig-diffusem rotem und blauem Licht, sind merkwürdig faszinierend, auch wenn sie – wie der Rest des Films – inhaltlich völlig leer sind.

Bild
Dog Eat Dog (uncut) Szenenbild So wenig kohärent wie die Erzählung ist auch die visuelle Gestaltung des Films. Die Bildqualität schwankt ein wenig, in vielen Momenten des digital auf Red aufgezeichneten Films sieht man eine Textur, die vermutlich Filmkorn imitieren soll und dem Film eine rohe Qualität verleihen. Teilweise wird hierauf aber auch wieder völlig verzichtet. Ansonsten sind sowohl Kontrast als auch die Schwarzwerte überzeugend, ebenso die sehr solide Schärfe. Die Farbpalette ist vielfältig, mal kommt sie kräftiger, mal zurückhaltender und fast schon erdig daher.

Ton
Akustisch darf man hier nicht viel Spektakel erwarten. In Sachen Klarheit und Verständlichkeit ist die Tonspur völlig zufriedenstellend, Raumklang kommt allerdings nur sehr subtil auf. Allzu dynamisch sind die Tonspuren auch nicht, jedoch bewegt sich hier alles in völlig soliden Bereichen.

Extras
Trailer (Dog Eat Dog, Urge – Rausch ohne Limit, Marauders – Die Reichen werden bezahlen, Hard Target 2, Love & Friendship, Pay the Ghost)
Bildergalerie


Fazit:
Paul Schrader betreibt mit „Dog Eat Dog“ filmische Frustbewältigung und versucht sich mit völliger Respektlosigkeit neu zu erfinden und zu befreien. Auf eine schlüssige Erzählung wird freimütig verzichtet, viel eher versucht man sich an einer wilden, experimentellen Herangehensweise, die oft zu banalen, manchmal aber auch inspirierten Ergebnissen kommt. Ein bekloppter und sehr eigensinniger Film, der sicher nicht für Jedermann geeignet ist.

by Florian Hoffmann
Bilder © KSM GmbH