Disconnect - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min

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Inhalt

Sie sind ständig online: Derek, der beim Poker den Tod seines Babys verdrängt, seine Frau Cindy, die in Selbsthilfeforen Zuwendung sucht, weil ihr Mann ihr ausweicht, der junge Ben, der sich im Netz einer Freundin offenbart – nicht ahnend, dass das Mädchen die Kreation seiner Schulkameraden ist, Bens Vater Rich, der vielbeschäftigte Anwalt, der nie sein Smartphone aus der Hand legt, und schließlich der minderjährige Kyle, der seinen Lebensunterhalt mit Online-Prostitution verdient.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews mit dem Regisseur Henry-Alex Rubin und den Schauspielern Jason Bateman, Alexander Skarsgård, Paula Patton und Max Thieriot, Trailer, Trailershow, Wendecover

DVD und Blu-ray | Disconnect

Blu-ray
Disconnect Disconnect
Blu-ray Start:
05.06.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur Blu-ray Kritik
Disconnect Disconnect
Blu-ray Start:
29.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

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DVD
Disconnect Disconnect
DVD Start:
05.06.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.
Disconnect Disconnect
DVD Start:
29.09.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.

Blu-ray Kritik - Disconnect

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Dass das Internet ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Menschen geworden ist, ist mittlerweile unbestreitbar. Menschen kommunizieren über das Internet, arbeiten damit oder kaufen Dinge online. Doch das Internet birgt auch Gefahren, sei es in Form von Cyber-Mobbing oder auch Hackern. Mit solchen Themen beschäftigt sich der hochspannende und dramatische Episodenfilm Disconnect.

Derek Hull (Alexander Skarsgård) und Cindy Hull (Paula Patton)in Disconnect
Derek Hull (Alexander Skarsgård) und Cindy Hull (Paula Patton) in Disconnect © Weltkino
Der Film besitzt drei Handlungsstränge, die an dieser Stelle kurz vorgestellt werden. Ein Handlungsstrang erzählt von der Reporterin Nina (Andrea Riseborough), die auf eine Webcam-Show-Website trifft, bei der Jugendliche sich vor der Kamera ausziehen, mit fremden Menschen kommunizieren und sexuelle Handlungen gegen Entgelt betreiben. Dabei lernt sie den jungen Kyle (Max Thieriot) kennen und versucht ihn für einen Bericht in ihrem Sender zu interviewen. Eine 2. Geschichte ist die des jungen Außenseiters Ben Boyd (Jonah Bobo), der sich von seinem Vater Rich (Jason Bateman) vernachlässigt fühlt. Eines Tages chattet er mit einer Jessica Rhony. Dass es sich hierbei um ein Fake-Profil handelt und Mitschüler ihn versuchen damit zu ärgern, ahnt er nicht. In einer dritten Episode geht es um Cindy und Derek, gespielt von Paula Patton und Alexander Skarsgard, welche ihr neugeborenes Kind verloren haben und seitdem sich immer weiter voneinander distanzieren. Während er in Online-Glücksspiele die Zeit verbringt, versucht sie in Online-Selbsthilfegruppen Gesprächspartner zu finden. Doch eines Tages müssen beide feststellen, dass kein Geld mehr auf dem Konto ist und sie nicht mehr mit ihrer Kreditkarte bezahlen können. Alle drei Handlungsstränge werden parallel erzählt und sind bis zu einem gewissen Grad miteinander verwoben.

Disconnect ist wohl der beste Film, der das Medium Internet zum Gegenstand hat. Es ist ein Film, der einen berührt, nachdenklich macht, vielleicht auch etwas wütend und aufgrund seiner Spannung von Beginn an einen mitreißt und mitfiebern lässt. Mit seinen 115 Minuten ist er keine Minute zu lang oder zu kurz geworden. Der Streifen ist sozusagen ein dramatischer Episodenthriller, das atmosphärisch dicht und vor allem äußerst authentisch erzählt wurde. Das liegt vor allem an der Regiearbeit von Henry Alex Rubin, der vor Disconnect ausschließlich bei Dokumentationen auf dem Regiestuhl Platz nahm. Auch wenn Disconnect ein Spielfilm ist, so bemerkt man den dokumentarischen Stil des Films. Hier wird oft mit der leicht wackeligen Handkamera gearbeitet. Es wird auf die Protagonisten heran gezoomt und wieder raus und es gibt an der einen oder anderen Stellen schnelle Schnitte. Auf diese Weise einen Spielfilm zu inszenieren, kann schnell schiefgehen, was hier jedoch nicht der Fall ist. Denn diese Kameraarbeit trug maßgeblich dazu bei, dass Disconnect ein Film ist, der extrem realistisch und glaubwürdig wirkt. Hier werden verschiedene Schicksalsschläge erzählt, die durchaus in solch einer Form in der Realität geschehen sein können. Der Film zeigt zwar auf einer teilweise melodramatischen Weise jedoch ohne wertend zu werden die Probleme mit dem Internet, wie z.B. folgenschwer einfache Klicks sein können, wie Jugendliche ausgebeutet werden und wie schlimm Cyber-Mobbing wirklich sein kann.

Jason Bateman, Hope Davis, and Haley Ramm in Disconnect
Jason Bateman, Hope Davis, and Haley Ramm in Disconnect © Weltkino
Das Drehbuch ist wahnsinnig gut geschrieben. Sei es die Grundgeschichte, der Handlungsverlauf oder auch die gezeichneten Figuren. Es ist nahezu makellos erzählt. Man kann sich in die Figuren hinein versetzen und mitfühlen. Zuschauer, die nah am Wasser gebaut sind, könnten die eine oder andere Träne verdrücken. Aber auch sonst geht der Film einem doch sehr nah, vor allem weil es Geschichten aus dem Alltag sind mit dem der Zuschauer konfrontiert wird und zu der die emotionale Distanz in diesem Film äußerst gering ist. Die Schauspieler zeigen eine tolle Leistung. Ob es nun Alexander Skarsgard, der leider verstorbene Michael Nyqvist in seinen wenigen Szenen, Frank Grillo oder vor allem Jason Bateman ist. Jeder einzelne brilliert mit einer emotionalen und couragierten Performance. Besonders hervor zu heben ist die Leistung von Jason Bateman, den man eher aus Komödien kennt (z.B. Kill the Boss). Er beweist, dass er ebenfalls im Drama-Genre abliefern kann und überzeugt in einer seiner wenigen ernsten Rollen, was für ein großartiger Darsteller er ist.

Disconnect zeigt ohne plakativ zu werden oder das Internet zu dämonisieren, welche Herausforderungen das Internet mit sich bringt, welche Gefahren sich verbergen und wie es unser Leben gestaltet und verändert hat. Es bietet keine Lösungen und zeigt auf niemanden mit dem Finger und ist auch zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form belehrend. Vor allem durch seiner dokumentarischen Schnitt – und Kameraarbeit hat der Film neben seiner emotionalen und mitreißenden spannenden Ebene auch eine analytische, die zeigt, dass Internet durch falsche Benutzung nicht nur Menschen verbindet, sondern die Leute voneinander entfremdet.

Jonah Bobo in Disconnect
Jonah Bobo in Disconnect © Weltkino
Zur technischen Qualität der Blu-ray sei gesagt, dass der Ton etwas zu leise geraten ist, hingegen die Musik im Menü doch recht laut, doch insgesamt, wenn man die korrekte Lautstärke gefunden hat, dem Zuschauer einen angenehmen Sound bietet. Besser ist die Bildqualität. Das Bild hat keine Makel, besitzt satte Farben, ist kontrastreich und besitzt kein Filmkorn. Bei den Extras gibt es außer dem Trailer und der Trailershow ein kurzes Interview mit dem Regisseur sowie Interviews mit Jason Bateman, Alexander Skarsgard, Paula Patton und Max Thieriot.


Fazit:
Hochspannend, emotional geladen, unvorhersehbar, zu keinem Zeitpunkt langweilig, thematisch aktuell, äußerst authentisch und letztlich wahnsinnig gut gespielt. Das ist Disconnect.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film / Weltkino