Die Wolken von Sils Maria - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.08.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 123 min

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Inhalt

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erhält die international gefeierte Schauspielerin Maria Enders (Juliette Binoche) das Angebot, in der Wiederaufführung eines Theaterstücks zu spielen, mit dem ihr vor 20 Jahren der Durchbruch gelang. Damals hatte sie die Rolle der Sigrid übernommen, eine verführerische junge Frau, die auf ihre Vorgesetzte Helena eine ganz besondere Faszination ausübt und sie schließlich in den Selbstmord treibt. Anders als vor 20 Jahren soll Maria Enders diesmal jedoch nicht Sigrid sondern die ältere Helena spielen, so der Wunsch von Regisseur Klaus Diesterweg (Lars Eidinger). Gemeinsam mit ihrer Assistentin Valentine (Kristen Stewart) fährt sie nach Sils Maria, um dort, in der Abgeschiedenheit der Alpen, das Stück zu proben. Als Sigrid ist Jo-Ann Ellis (Chloë Grace Moretz) vorgesehen, ein junges Starlet aus Hollywood mit Neigung zum Skandal. Eine charmante, aber nicht ganz durchsichtige junge Frau - und ein beunruhigendes Spiegelbild ihrer selbst, dem sich Maria nun gegenüber sieht.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / NFP
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interview mit Olivier Assayas
Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Die Wolken von Sils Maria

Blu-ray
Die Wolken von Sils Maria Die Wolken von Sils Maria
Blu-ray Start:
27.08.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 123 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Wolken von Sils Maria Die Wolken von Sils Maria
DVD Start:
27.08.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 118 min.

Blu-ray Kritik - Die Wolken von Sils Maria

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Mit dem geheimnisvoll betitelten “Die Wolken von Sils Maria” liefert der Franzose Olivier Assayas („Carlos – Der Schakal“, „Die wilde Zeit“) ein subtiles, vielschichtiges und tiefsinniges Filmkunst-Juwel, das vor allem durch das brillante Spiel seiner beiden Hauptdarstellerinnen begeistert. Zum einen ist da die großartige Juliette Binoche, die hier den französischen Film- und Theaterstar Maria Enders gibt, die sich zunehmend mit dem Alterungsprozess auseinandersetzen muss. Binoche ist gewohnt fabelhaft und reißt mit großer Präsenz und Lebendigkeit die Leinwand an sich, doch die große Überraschung des Films ist Kristen Stewart. Sie spielt wunderbar natürlich Enders persönliche Assistentin und fasziniert durch ihr für den einen oder anderen Zuschauer sicherlich unerwartet reifes und unaufdringliches Spiel. Dafür gab es sogar einen César für die beste weibliche Nebenrolle, was vor Stewart noch keiner Amerikanerin gelang. Assayas Film bannt durch enorm reichhaltige und ausgiebige Dialoge über den Konflikt zwischen Jung und Alt, Kunst und Kommerz und die Natur der Schauspielerei selbst. Das ist eher intellektuell als emotional stimulierendes Kino, das einiges an Geduld und Aufgeschlossenheit erwartet, aber den aufmerksamen Zuschauer mit einem facettenreichen Werk belohnt, das Raum zum Atmen braucht und viel Stoff zum Nachdenken bietet.

Maria Enders ist eine bald 50-jährige internationale Schauspielgröße, die mit ihrer Assistentin Valentine in die Schweiz reist, um bei einer Preisverleihung für das Lebenswerk des Schweizer Autors Wilhelm Melchior eine Rede zu halten und die Auszeichnung in seinem Namen entgegenzunehmen. Melchiors Stück „Maloja Snake“, in dem sie die 20-jährige Sigrid verkörperte, die die weit ältere Helena nach einer stürmischen Beziehung mit ihrer kaltschnäuzigen Art in den Selbstmord treibt, legte den Grundstein von Enders Karriere. Aus dieser Zusammenarbeit mit Melchior hat sich zudem eine tiefgehende Freundschaft entwickelt, weshalb es Enders umso schwerer trifft, als sie auf der Zugfahrt nach Zürich von dem plötzlichen Tod des gefeierten Autors erfährt. Bei der Preisverleihung trifft Enders auf den Regisseur Klaus Diesterweg, der die Schauspielerin davon überzeugen will, nun die Rolle der Helena in einer neuen Adaption zu übernehmen. Nach langen und intensiven Überlegungen und Konversationen mit dem Regisseur akzeptiert Enders das Angebot. Gemeinsam mit Valentine geht sie in langen Proben den Text durch, bei denen immer wieder die Trennlinie zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Es entbrennen ausgiebige Diskussionen um die unterschiedlichen Ansichten von Jung und Alt. Durch das Aufeinandertreffen mit dem ambitionierten aber skandalträchtigen 19-jährigen Hollywood-Starlet Jo-Ann (Chloë Grace Moretz), die nun die Sigrid verkörpern soll, entflammen weitere Konflikte.

Direkt und ohne Etablierung wirft Assayas den Zuschauer in das Geschehen, als Valentine im Zug versucht, mehrere Telefongespräche im Namen von Maria zu führen. In naturalistischer, oft fast schon dokumentarisch wirkender Ästhetik nimmt man an den zahlreichen Gesprächen der Figuren teil, ohne so recht zu wissen, wo der Film einen hinführt. Man erhält einen faszinierenden Hinter-den-Kulissen-Einblick in das Leben einer prestigeträchtigen Schauspielerin (und ihrer Assistentin), wobei Assayas auch einige bissige Kommentare auf das Film- und Showbusiness mit einpackt. So beklagt Enders zu Beginn, dass sie keine Greenscreen-Arbeiten mehr machen will und aus dem Alter raus ist, an Drähten zu hängen und in Superheldenfilmen mitzuspielen. Sehr interessant sind auch die Konversationen zwischen Maria und Valentine über den Wert von modernem Science-Fiction-Popcornkino. Diese entstehen durch den Kinobesuch des aktuellen Films von Jo-Ann, in dem sie eine Mutantin spielt. Während Maria diese Art von Film als lachhaft und trivial empfindet, argumentiert Valentine intelligent und leidenschaftlich für den nicht ganz so offensichtlichen Wert von gut gemachtem Publikumskino. Die Höhepunkte des Films bilden das scheinbar mühelos glaubwürdige Zusammenspiel zwischen Binoche und Stewart. Dank meisterhafter Natürlichkeit der beiden Schauspielerinnen und Assayas intelligenten Dialogen entsteht hier eine elektrisierende Lebendigkeit und Intimität. Kristen Stewart, die nach zahlreichen starken Parts in anspruchsvollen Independentfilmen wie „Still Alice“, „Camp X-Ray“ „Adventureland“ oder „On the Road“ glänzte, sollte spätestens mit diesem Auftritt ihre Zweifler überzeugt und sich von dem „Twilight“ Image distanziert haben. Kaum minder überraschend ist die Leistung von Chloë Grace-Moretz, die man hier von einer bisher noch nicht gesehen Seite bewundern darf. Ihre Figur ist weit facettenreicher als es ihr Lindsay Lohan-ähnliches Image zunächst vermuten lässt. Wie Stewart glänzt Moretz in einer Schlüsselrolle mit unaufdringlich natürlichem Spiel, was sicher auch ein Verdienst von Assayas routinierter Schauspielerführung ist.

„Die Wolken von Sils Maria“ ist ein Film, in dem primär sehr viel geredet wird, einen plotgesteuerten Film darf man hier sicher nicht erwarten. Hauptsächlich besteht der Film aus langen Dialogsequenzen, die eine breite Vielfalt an Themen bearbeiten, wobei sicher ein Fokus auf dem Alterungsprozess liegt. Assayas erörtert die sich wechselnden Ansichten und Philosophien, die durch das Vergehen der Zeit entstehen. Interessant sind hierbei die vielen Textproben zwischen Maria und Valentine, bei denen oft kaum differenziert werden kann, ob die beiden Frauen ein reales Gespräch führen oder sich gerade in der Rolle befinden. Die Parallelität zwischen Realität und Fiktion ist natürlich absolut gewollt und sorgt für einen interessanten, oft desorientierenden Effekt. Obwohl Maria und Valentine ein freundschaftliches und lockeres Verhältnis zueinander haben, wird durch viele Meinungsverschiedenheiten auch deutlich, dass sie letztlich weit voneinander entfernt sind. Neben ihren Unterhaltungen zeigt Assayas auch interessante Diskussionen von Enders mit Schauspielkollegen und Regisseuren, bei denen unter anderem modernes und klassisches Schauspiel gegenüber gestellt werden. Auch geht es um das Nicht-akzeptieren-wollen der Gegenwart und modernen Welt und dem Festhalten an der Vergangenheit. So kann Maria die Rolle der Sigrid und ihre Interpretation der Figur nicht aufgeben, ebenso wenig wie sie den Alterungsprozess annehmen will. „Die Wolken von Sils Maria“ bietet schlicht zu viel thematische Fülle und auch Ambivalenz, als dass man ihr in einer Rezension gerecht werden könnte. Hier ist auch viel zwischen den Zeilen geschrieben, in Blicken und Gesten versteckt. Assayas offenbart sehr subtil viele erzählerische Ebenen, die sich teilweise nur nach und nach entfalten. Ein zweites Ansehen kann hier zudem weitere Erkenntnisse liefern.

„Die Wolken von Sils Maria“ kann durchaus ein sperriges Filmerlebnis sein, dessen Botschaften sich nicht einfach erschließen. Olivier Assayas gelingt hier aber ohne Zweifel anspruchsvolles, komplexes und reichhaltiges Kammerspielkino, das mindestens durch seine herausragenden Schauspieler fasziniert. Nicht vergessen darf man auch die großartig eingefangene Landschaft in den Schweizer Alpen, vor der sich der Film abspielt.

Bild
Das Bild der Blu-ray präsentiert sich in einer sehr guten Qualität, die bewusst auf eine naturalistische Filmästhetik setzt.“Die Wolken von Sils Maria“ wurde auf 35mm-Film gedreht und so erkennt man immer wieder, meist in dunklen Szenen, leichtes Filmkorn. Der Detailgrad ist gerade bei Gesichtern sehr hoch, die Kontrast- und Schwarzwerte wirken natürlich, ebenso wie die Farben. So wirkt das Bildgefühl angenehm wenig digital und erinnert oft an die Ästhetik der Siebziger Jahre. Bildfehler gibt es keine.
Ton
„Die Wolken von Sils Maria“ ist ein primär dialogbasierter Film. Diese sind klar und gut verständlich abgemischt, Atmosphäre kommt in entsprechenden Momenten dennoch auf. Nur bei einer Sequenz, in der ein Science-Fiction-Filmgezeigt wird, offenbart die Abmischung eine sehr gute Dynamik und auch der Subwoofer wird kurz effektiv eingesetzt. Eine sehr solide technische Umsetzung also.


Fazit:
„Die Wolken von Sils Maria“ ist ein intelligentes und vielschichtiges Kammerspiel, das durch reichhaltigen erzählerischen und thematischen Facettenreichtum überzeugt. Das Ganze wird von drei großartigen Darstellern getragen, von denen besonders Kristen Stewart mit einer wunderbar natürlichen Performance fasziniert.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo / NFP