Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition) - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.08.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 80 min

Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Philip Winthrop liebt Madeline Usher. Doch deren wahnsinniger Bruder Sir Roderick hält das Geschlecht der Familie Usher für verflucht. Um die Hochzeit zu verhindern, beerdigt er seine Schwester bei lebendigem Leib - und bringt den Untergang des Hauses Usher dabei erst so richtig in Gang.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Explosive Media
Tonformate:
Deutsch (PCM 2.0 Mono)
Englisch (PCM 2.0 Mono)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Halbstündiges Interview mit dem Co-Star Mark Damon aus dem Jahr 2014
- Original Kinotrailer
- Bildergalerie
- Booklet

DVD und Blu-ray | Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition)

Blu-ray
Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition) Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition)
Blu-ray Start:
22.08.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 80 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition) Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition)
DVD Start:
22.08.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 76 min.

Blu-ray Kritik - Die Verfluchten - The Fall of the House of Usher (Special Edition)

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Explosive Media hat Roger Cormans kultige Edgar Allan Poe Adaption „The Fall of the House Usher“ erstmals auf Blu-ray veröffentlicht und ermöglicht dem Film damit endlich eine wohlverdiente Schönheitskur. „Die Verfluchten“, so der deutsche Verleihtitel, funktioniert auch 54 Jahre nach seinem Erscheinen noch hervorragend und hat neben einem grandiosen Vincent Price in der Hauptrolle auch allerhand gelungene Spannungsmomente zu bieten. Dass sich der Film von Poe´s literarischer Vorlage dabei relativ weit entfernt, stellt keinerlei Problem dar – Puristen können ja alternativ mit dem werkgetreueren Stummfilmklassiker von Jean Epstein Vorlieb nehmen.

Als Philip Winthrop (Mark Damon) das Anwesen der Familie Usher erreicht, um seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) abzuholen und anschließend zu ehelichen, kann er noch nicht ahnen, dass ihr exzentrischer Bruder Roderick (Vincent Price) ihm zahlreiche Steine in den Weg legen wird. Roderick glaubt, dass die Folgen einer Heirat geradezu schrecklich wären, da die Familie Usher in seinen Augen mit einem Fluch belegt ist. Als seine Argumente das Liebespaar jedoch nicht von ihrem Vorhaben abbringen können, schmiedet er einen perfiden Plan…

„Die Verfluchten“ ist der erste Film einer Reihe von Edgar Allan Poe – Adaptionen, die der B-Movie Spezialist Roger Corman seinerzeit mit viel Liebe zum Detail und äußerst kostengünstig realisierte, ohne die Werke dabei in den Trash abdriften zu lassen, der sein Spätwerk schließlich bestimmen sollte. Der im Jahr 2010 mit dem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnete Independent-Regisseur ist selbst ein großer Verehrer der viktorianischen Schriftstellerlegende Edgar Allan Poe und hat die Werke daher mit dem nötigen Respekt und einem feinen Gespür für Atmosphäre, Suspense und visuelle Gestaltung in das Medium Film übersetzt. Als ein Glücksfall erweist sich zudem die Präsenz von Vincent Price in einigen dieser Verfilmungen, da dieser stets einer willkommenen schauspielerischen Exzentrik Einzug in die Filme gewährt und auch dem ambivalenten Charakter seiner Poe-Figuren jederzeit gerecht werden kann. So spielt er auch in „Die Verfluchten“ eine gewichtige Rolle und macht als Roderick Usher den Heiratsplänen des unschuldigen Philip Winthrop einen Strich durch die Rechnung. Seine teuflischen Taten nehmen mit fortlaufender Spieldauer immer bedrohlichere Formen an, bis sie schließlich im Begraben der eigenen und quicklebendigen Schwester kulminieren. Dass Roderick Usher vom Zuschauer dennoch eher als tragischer Charakter denn als Teufel wahrgenommen wird, ist einzig und allein dem beeindruckenden Schauspiel von Vincent Price zu verdanken. Er tut zwar böse Dinge, glaubt aber selbst felsenfest daran, dass er moralisch richtig handelt und eben persönliche Opfer – wie den Tod seiner Schwester – eingehen muss. Er stellt eindeutig das Zentrum des Filmes dar, der die Edgar Allan Poe Vorlage allenfalls als Inspiration nutzt und die darin vorkommenden Motive auf seine ganz eigene Weise neu arrangiert. Die Liebesgeschichte von Philip Winthrop und seiner Verlobten Madeline verkommt dabei fast zur reinen Nebensache und wirkt auch nicht immer glaubwürdig. Obwohl Mark Damon und Myrna Fahey in ihren Rollen eigentlich einen recht guten Job machen.
Dass nach den Vorgaben der Produzenten eigentlich das Haus Usher der Bösewicht des Filmes sein sollte, lässt Roger Corman in einem kurzen Nebensatz zwar kurz anklingen, schenkt diesem Umstand jedoch keine weitere Beachtung. „Die Verfluchten“ wirkt keineswegs wie ein typischer Haunted-House Streifen, da die Gefahr eindeutig primär von Roderick Usher ausgeht, der Opfer seines Familienfluches ist und allmählich den Verstand zu verlieren droht. Dennoch unterstützt der einsam gelegene Handlungsort die Atmosphäre perfekt und wird in wunderschönen Farben eingefangen. Roger Corman hatte erstmals in seiner Karriere die Möglichkeit im CinemaScope-Verfahren zu produzieren, was der Optik des Filmes extrem gut tut. Bei den Sets beweist Corman wieder mal ein Händchen für die bestmögliche Wirkung bei geringem Budget und präsentiert zu Beginn beispielsweise eine beklemmend finstere Landschaft, die aus abgestorbenen Bäumen besteht und von Philip Winthrop mit seinem Pferd durchquert werden muss. Diese Ödnis war durch einen Brand in den Hollywood-Hills entstanden, der Corman gleich auf den Plan rief und von ihm kurze Zeit später als Drehort genutzt wurde.

Die Blu-ray bietet eine solide Bild- und Tonqualität, die den visuell seinerzeit überaus ansprechenden Film auch heute noch in all seinen prächtigen Farben erstrahlen lässt. Ein Booklet und ein Interview mit dem Hauptdarsteller Mark Damon liefern zudem interessante Zusatzinformationen. Allerdings wäre ein Audiokommentar von Roger Corman, wie er beispielsweise auf einer englischen Blu-ray Version enthalten ist, durchaus wünschenswert gewesen.

Fazit:
Für alle Vincent Price und Edgar Allan Poe Verehrer führt absolut kein Weg an „Die Verfluchten“ vorbei. Roger Corman hat den Stoff in höchst ansprechender Art und Weise für die Leinwand adaptiert und ist dem Geist des Werkes dabei weitgehend treu geblieben.

by Jonas Hoppe
Bilder © Alive / Explosive Media