Die Frau in Gold - Blu-ray

Blu-ray Start: 12.11.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 109 min

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Inhalt

Erinnerungen sind unbezahlbar. Niemand weiß das besser als Maria Altmann (Helen Mirren), eine ältere Dame, die in Los Angeles ein beschauliches Leben führt. Nur wenige kennen ihre Vergangenheit und wissen, dass sie einst unter dramatischen Umständen aus dem Wien des Dritten Reichs fliehen musste. Jahrzehnte später erfährt sie, dass sie die rechtmäßige Erbin von mehreren Gemälden Gustav Klimts - einer der bedeutendsten Maler Österreichs - ist, die sich einst im Besitz ihrer Familie befanden und von den Nazis enteignet wurden. Das berühmteste und legendärste dieser Kunstwerke ist das Porträt ihrer Tante Adele Bloch-Bauer, auch bekannt als „Die goldene Adele“. Doch der Staat Österreich, in dessen Besitz die Bilder sich befinden, zeigt sich wenig kooperativ, Marias Rechte ohne weiteres anzuerkennen. Und auch Maria zögert, denn sie glaubt nicht mehr daran, dass die Kunstwerke jemals zu ihrem rechtmäßigen Eigentümer zurückkehren. Doch dann beschließt sie, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen, das Unmögliche zu versuchen und ihr Erbe zurückzuholen. Gemeinsam mit dem unerfahrenen, aber engagierten Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds) nimmt sie den Kampf um Gerechtigkeit auf. Es beginnt eine Odyssee, die sie bis zum Obersten Gerichtshof in Amerika führt. Diese Entscheidung wird ihr Leben für immer verändern…

In einer Zeit, wo die breite Öffentlichkeit über die Restitution von Raubkunst diskutiert, zeigt die wahre Geschichte von DIE FRAU IN GOLD, welche bewegenden Schicksale sich an dieses juristische Tauziehen knüpfen. Oscar®-Preisträgerin Helen Mirren („Die Queen“) brilliert in der Rolle einer mutigen Frau, die sich im Alter noch einmal den Dämonen der Vergangenheit stellt und den vielleicht größten Kampf ihres Lebens ausficht. Ihr zur Seite steht Ryan Reynolds („Safe House“), der als junger, hartnäckiger Anwalt seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Beide werden unterstützt von einem Star-Ensemble, allen voran Daniel Brühl („Rush – Alles für den Sieg“) in der Rolle des österreichischen Journalisten und Verlegers Hubertus Czernin, Justus von Dohnányi („Frau Müller muss weg!“) als Marias österreichischer Prozessgegner Dreimann, Katie Holmes („The Giver“) als Randy Schoenbergs Frau Pam, Tatjana Maslany (TV-Serie „Orphan Black“) als junge Maria und Max Irons („The Riot Club“) als Marias Ehemann Fritz.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Hörfilmfassung; Making-of; Dokumentartrailer 'Stealing Klimt'; Audiokommentar von Regisseur Simon Curtis und Produzent David M. Thompson; Pressekonferenz Neue Galerie NY

DVD und Blu-ray | Die Frau in Gold

Blu-ray
Die Frau in Gold Die Frau in Gold
Blu-ray Start:
12.11.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 109 min.

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DVD
Die Frau in Gold Die Frau in Gold
DVD Start:
12.11.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min.

Blu-ray Kritik - Die Frau in Gold

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Mit „Die Frau in Gold“ präsentiert Regisseur Simon Curtis („My Week with Marilyn“) einen überraschend gut gemachten, bewegenden, packenden und unterhaltsamen Film, der eine unglaubliche wahre Geschichte erzählt. Im Zentrum steht die titelgebende „Frau in Gold“, ein ikonisches Gemälde des österreichischen Künstlers Gustav Klimt aus dem Jahr 1907, das die Österreicherin Adele Bloch-Bauer zeigt. Das Kunstwerk war im Besitz ihrer jüdischen Familie, bis es die Nazis bei der Besatzung von Wien im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt haben. In Wien fand es einen neuen unrechtmäßigen Besitzer in Bruno Grimschitz, dem damaligen Direktor der Wiener Kunstgalerie Belvedere, wo es bis Ende der Neunziger Jahre verblieb. Der Film fokussiert sich auf die Wiederbeschaffungsmaßnahmen des Gemäldes, die von Maria Altmann eingeleitet wurde. Altmann war die Nichte von Adele Bloch-Bauer und konnte gerade noch vor dem NS-Regime in die USA fliehen. Viele Jahrzehnte lebte Maria in Los Angeles, als sie nach der Beerdigung ihrer Schwester über alte Dokumente stolperte, in denen Versuche ihrer Familie zum Vorschein kommen, ihre gestohlenen Kunstwerke wieder zu erhalten. Maria forscht weiter und mit Hilfe von Randol Schoenberg, einem jungen Anwalt und Familienfreund, der selbst österreichische Vorfahren hat, beginnt sie einen Kampf mit ihrem Heimatland um ihr rechtmäßiges Erbe und damit späte Gerechtigkeit.

„Die Frau in Gold“ wird in mehreren Zeitebenen erzählt: Primär zeigt er die Gegenwart ab 1998, als Maria Altmann (Helen Mirren), die ein ruhiges Leben als Boutique-Inhaberin in Los Angeles führt und plötzlich mit diesem alten Fall konfrontiert wird. Die zweite Ebene springt in die Vergangenheit in das Wien der Dreißiger Jahre, als das jüdische Leben vom einen zum anderen Tag systematisch von den Nazis zerstört wurde. In schockierenden und unter die Haut gehenden Szenen rekonstruiert Curtis, wie das NS-Regime Wien überfiel und Juden öffentlich demütigte, während die Bevölkerung lachend und voller Schadenfreude umher stand und nicht nur nichts gegen diese kreischende Ungerechtigkeit unternahm, sondern auch noch fingerzeigend Juden an die Nazis verrät. Die wohlhabende Familie Altmann wird ohne Vorwarnung von den Nazis unter Hausarrest gestellt, all ihre wertvollen Besitztümer werden ihnen einfach abgenommen. Immer wieder erinnert sich Maria an die Schrecken ihrer späten Jugend zurück und Curtis liefert ein bemerkenswert lebhaftes und bewegendes Portrait der damaligen Zeit. Eine dritte Zeitebene zeigt die Entstehung des Gemäldes und damit auch die Kindheit von Maria, die ein fürsorgliches Verhältnis mit ihrer Tante Adele (strahlend: Antje Traue) hatte. In kurzen Momenten zu Beginn wird man auch Zeuge, wie Adele Gustav Klimt (in einer ganz kleinen Rolle: Moritz Bleibtreu) bei seinem beeindruckenden Meisterwerk Modell steht. Diese Zeit inszeniert Curtis in warmen Tönen, die der Farbgestaltung des Gemäldes sehr ähneln. Die Nazizeit zeigt er und sein Kameramann Ross Emery größtenteils in tristen Farbtönen, die an alte Fotografien erinnern, leicht verblichen, leicht sepiafarben. Die Gegenwart hingegen wird betont naturalistisch dargestellt, wodurch sich ein interessanter visueller Kontrast ergibt.

Curtis gelingt es hervorragend, die Rückblenden nahtlos in die Gesamterzählung einzufügen, ohne dass es dem Zuschauer vorkommt, als würde er drei verschiedene Filme sehen. Alle Elemente wirken integral in der doch recht straffen Erzählung, an der kein Gramm Fett zu viel zu sein scheint. „Die Frau in Gold“ verfügt so über ein wunderbares Erzähltempo, ist packend und knackig inszeniert. Die Machart des Films ist angenehm klassisch und geradlinig, funktioniert aber hervorragend. Obwohl einem der Ausgang der Geschichte wahrscheinlich bekannt ist, hält einen der Film immer an der Stange und ist hochgradig unterhaltsam. Das liegt natürlich auch ganz wesentlich an den hervorragenden Schauspielern, allen voran Grand Dame Helen Mirren, die Maria Altmann mit gewohnt großartiger Würde fabelhaft darstellt. Sie bildet ein herrlich charmantes Zweigespann mit Ryan Reynolds, der Randol Schoenberg sehr sympathisch und mit entsprechender Feinfühligkeit für Nuancen verkörpert. Reynolds hat sich in den letzten Jahren dank sehr starker Charakterrollen zu einem überraschend guten Schauspieler entwickelt, dem es mittlerweile gelingt, mit fast jedem neuen Part neue Gesichter und Facetten zu zeigen. Sein Randol Schoenberg ist eine durch und durch aufrichtige und gutherzige Figur, ein junger, aber unerfahrener Anwalt, der an diesem doch sehr wichtigen Fall zunehmend wächst. Was ursprünglich nicht ganz ernst genommen wird, entwickelt sich für ihn zu einem ganz persönlichen Fall, denn er entwickelt nicht nur eine wunderbare Beziehung zu Maria, er fühlt sich auch seiner eigenen Vergangenheit gegenüber verpflichtet, den Fall mit gebührendem Respekt und Hingabe zu behandeln. So entwickelt er schnell eine regelrechte Obsession und fokussiert seine Karriere voll und ganz darauf, für Maria und damit auch allen Anderen, die auf ähnliche Weise unter dem Regime zu leiden hatten, Gerechtigkeit herzustellen. Am Ende wird in Texttafeln festgestellt, dass immer noch geschätzt 100.000 Kunstwerke existieren, die aus jüdischen Häusern unrechtmäßig entwendet wurden. Eine schockierende Zahl, die betroffen macht.

Mirren und Reynold harmonieren wunderbar und der Film bietet hier auch den ein oder anderen amüsanten Moment in der Darstellung dieses seltsamen Paares. Zu großen Teilen ist der Film ein packendes Gerichtsdrama, aber auch ein investigativer Film, bei dem jeder Triumph, jede positive Enthüllung und jeder Fortschritt effektiv und wirkungsvoll umgesetzt ist. Die Rückblenden in die Dreißiger Jahre sind ebenfalls hochgradig spannend inszeniert, beim Fluchtversuch von Maria (Tatiana Maslany) und ihr Mann Fritz (Max Irons) schlägt das Herz höher (auch wenn die Szene teilweise fiktiv ist). Neben den starken Hauptdarstellern ist der Film auch gespickt mit einer Riege hervorragender Nebendarsteller: Die Altmanns werden von mehr oder weniger bekannten Charaktermimen wie Allan Corduner (Marias Vater Gustav) und Nina Kunzendorf (Marias Mutter Therese) dargestellt, die ein immerhin fast akzentfreies Deutsch sprechen. Jede Figur hat hier ihre Bedeutung, Curtis gelingt es mit kleinen Momenten die Beziehungen der Charaktere so zu portraitieren, um hier einen echten Familienzusammenhalt glaubhaft und berührend darzustellen. Eine Topauswahl deutscher Schauspieler ist hier auch in teils etwas einseitigeren Nebenrollen zu sehen: Moritz Bleibtreu wird als Klimt ziemlich verschwendet, Antje Traue macht viel mit ihrer Präsenz, die größte Rolle der deutschen Akteure hat wohl Daniel Brühl als investigativer Journalist Hubertus Czernin, der in Wien gemeinsam mit Maria und Randol an dem Fall arbeitet. Auf Seiten der Österreicher, die das Bild gerne in der Belvedere halten würden, ist Justus von Dohnányi zu sehen, der als Dr. Dreimann, der Direktor der Galerie, quasi den Schnurrbart-zwirbelnden Bösewicht des Films gibt. An seiner Seite steht auch das immer wieder gerne gesehene Gesicht von Ludger Pistor. In einem kleinen Part ist außerdem Tom Schilling zu sehen, der einen jungen Nazi spielt, der die Altmanns in ihrer Wohnung bewacht. Weitere Top-Charakterdarsteller und bekannte Schauspieler wie Katie Holmes, Charles Dance, Elizabeth McGovern, Jonathan Pryce, Frances Fisher oder Henry Goodman sind ebenfalls Teil des großartigen Ensembles.

„Die Frau in Gold“ macht von außen den Eindruck eines typischen Prestige-Films (wie er so oft von den Weinsteins produziert wird), doch früh wird klar, dass es sich hierbei einfach um einen richtig gelungenen Film handelt. Simon Curtis war lange von Maria Altmanns Geschichte fasziniert und mit entsprechender Leidenschaft und Hingabe hat er seinen Film in Szene gesetzt. Der Film ist spannend, dramatisch, bewegend, macht betroffen. Die Thematik ist nie zu dick aufgetragen, jedoch wird seine Relevanz immer wieder subtil eindringlich verdeutlicht. So ist „Die Frau in Gold“ ein Film, der so packend ist, da er eben von Gerechtigkeit handelt, eine David gegen Goliath-Geschichte erzählt, die durch und durch menschlich in seinen Absichten ist. Darüber hinaus ist der Film, wie es Regisseur Simon Curtis im Promomaterial feststellt, auch eine Liebeserklärung an Familie und Kunst. Eine Absicht, die Curtis mehr als gelungen ist.

Bild
Grundsätzlich ist der Transfer für die Blu-ray sehr gut gelungen. Das Bild präsentiert sich in einem makellosen Zustand ohne Bildfehler wie etwa Rauschen. Der Farbeindruck ist betont natürlich, abgesehen von den Rückblenden, die einen leicht verblassten Farbstich erhalten haben. In der Gegenwart des Films ist die Farbkorrektur sehr subtil, hier und da wechselt aber auch hier merkwürdigerweise die Farbtemperatur, was aber nur geringfügig auffallen sollte. Kontraste und Schwarzwerte befinden sich auf einem guten Niveau. Auch in Sachen Schärfe und Detailumfang überzeugt die Disc. Der digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Film hat insgesamt einen dementsprechend digitalen und texturfreien ästhetischen Eindruck, der auf der Blu-ray nahtlos übernommen wurde. Auffällig ist hier und ein Nachzieheffekt bei schnellen Bewegungen, was wohl auch dem Ausgangsmaterial selbst geschuldet ist.

Ton
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray in angenehm sehr gut umgesetzt. Der Klangeindruck ist insgesamt schön kräftig und dynamisch, besonders die sehr gute Filmmusik ertönt immer wieder raumfüllend. Dialoge sind sehr präsent und verständlich abgemischt und bestimmen hier auch das Geschehen. Der Subwoofer wird eigentlich nur bei den diversen Musiksequenzen solide eingesetzt. Alles in allem also eine sehr gute technische Umsetzung.

Extras
Die Sonderausstattung der Blu-ray überzeugt qualitativ. Gerade das Making Of gibt nicht nur den Machern des Films das Wort, sondern auch einigen der realen Figuren hinter der Geschichte. Weitergeführt wird das in der Pressekonferenz in der Neuen Galerie in New York, wo die historischen Hintergründe interessant wiedergegeben werden. Leider liegen ansonsten nur Trailer vor, einer für den Film selbst (der den Film weit schwächer und klischeehafter aussehen lässt) und einer für den Dokumentarfilm „Stealing Klimt“, der den Fall auf dokumentarische Weise aufrollt. Gutes Material also, aber man hätte sich sicher noch mehr Umfang gewünscht.
The Making Of Woman in Gold (23:40 Min.)
Pressekonferenz – Neue Galerie, New York (10:37 Min.)
„Stealing Klimt“ – Dokumentartrailer (02:37 Min.)
Trailer (01:48 Min.)


Fazit:
„Die Frau in Gold“ erzählt eine packende und unglaubliche wahre Geschichte über eine kreischende Ungerechtigkeit auf wunderbar aufwühlende, bewegende und unterhaltsame Weise. Hier ist einfach ein sehr guter Film zu sehen, der mit Herz und spürbarer Leidenschaft für sein Thema inszeniert ist und mit einem bis in kleine Rollen wunderbar besetzten Darstellerensemble glänzt.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo