Die Frau, die vorausgeht - Blu-ray

Blu-ray Start: 07.12.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min

Die Frau, die vorausgeht Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

New York, im Frühjahr 1889. Nach einem Jahr der Trauer um ihren verstorbenen Mann, beschließt die Malerin Catherine Weldon (Jessica Chastain), dass nun endlich die Zeit für einen Neuanfang gekommen ist. Unbeeindruckt von gesellschaftlicher Konvention und ganz auf sich allein gestellt, begibt sie sich auf die ebenso beschwerliche wie gefährliche Reise nach North Dakota mit einem klaren Ziel vor Augen: Sie will den legendären Sioux-Häuptling Sitting Bull porträtieren. Vor Ort macht sich Catherine mit ihrer romantischen Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben im „wilden Westen“ jedoch schnell Feinde. Vor allem Colonel Groves (Sam Rockwell) ist die selbstbewusste Witwe mit ihrer Sympathie und Engagement für die amerikanischen Ureinwohner ein Dorn im Auge. Mit allen Mitteln versucht er, die unbequeme Frau wieder loszuwerden. Häuptling Sitting Bull (Michael Greyeyes) hingegen lernt Catherine als einen friedfertigen und besonnenen Mann kennen, dessen Vertrauen und Zuneigung sie bald gewinnt. Sie beeindruckt ihn sogar so sehr, dass er der mutigen und unangepassten Malerin den indianischen Namen „Frau geht voraus“ gibt. Als Colonel Groves und seine Leute beginnen, die letzten Stammesmitglieder auszuhungern und zu vertreiben, muss Catherine sich endgültig entscheiden, wie weit sie im schicksalhaften Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit bereit ist zu gehen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Tobis
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews mit Cast & Crew, B-Roll, Bildergalerie, Trailer

DVD und Blu-ray | Die Frau, die vorausgeht

Blu-ray
Die Frau, die vorausgeht Die Frau, die vorausgeht
Blu-ray Start:
07.12.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Frau, die vorausgeht Die Frau, die vorausgeht
DVD Start:
07.12.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - Die Frau, die vorausgeht

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 6/10


Jessica Chastain gehört zu den besten Schauspielerinnen Hollywoods. In jedem Film gibt sie 110 %, jede Leistung ist hervorragend. Fast jede Rolle, die sie annimmt, ist komplex. In "Zero Dark Dirk" kämpft sie gegen die terroristische Vereinigung al-Qaeda, in "Die Erfindung der Wahrheit" legt sie sich mit der Gun Lobby an, und in "Molly's Game" verkörpert sie Molly Bloom, die Pokerabende für Prominente organisiert hat und dabei stinkreich geworden ist. Chastain wählt ihre Rollen sehr sorgfältig, denn sie will nur starke Frauen porträtieren.Auch außerhalb von ihren Filmen setzt sie sich für Frauen in der Industrie ein. Beispielsweise hat sie letztens für einen neuen Film unterschrieben, und Octavia Spencer soll ihren Co-Star spielen. Die beiden kennen sich seit "The Help" und sind gute Freunde. Als sie erfahren hat, dass Spencer für den Film nicht mal annähernd so viel bekommt wie sie, hat sie sich für ihre Freundin erfolgreich eingesetzt. Nun bekommt Spencer für ihren gemeinsamen Film genau dieselbe Summe wie Chastain. In "Die Frau, die vorausgeht" spielt Chastain eine Künstlerin, die den berühmten Sitting Bull zeichen möchte. Was nach einer einfachen Mission klingt, entwickelt sich ganz schnell zu etwas größerem. Der Film ist sehr schön anzusehen und Chastain ist hervorragend, doch erzählerische Schwächen dämpfen die Unterhaltung.

Jessica Chastain in Die Frau, die vorausgeht
Jessica Chastain in Die Frau, die vorausgeht © Tobis Film
Die britische Regisseurin Susanna White kannte man bis vor kurzem nur vom Fernsehen. Sie hat bei wichtigen Serien wie „Boardwalk Empire“ und „Billions“ Regie geführt, und für Folgen der Serien „Jane Eyre“ und „Generation Kill“ wurde sie 2007 und 2009 für einen Primetime-Emmy nominiert. 2016 hat sie zum ersten bei einem Film Regie geführt, „Verräter wie wir“, und das Ergebnis war nur Durschnitt. Inhaltliche Schwächen wurden kaschiert durch schöne Kameraarbeit und gute Performances der Schauspieler: In „Die Frau, die vorausgeht“ plagen White genau dieselben Probleme. Storytechnisch sollte der Film eigentlich viel zu bieten haben, denn das Konflikt zwischen den Indianern und Amerikanern ist ein interessantes Thema. Doch der Film hat so einige erzählerische Schwächen, da kann ihre grundsolide Inszenierung leider auch nicht viel besser machen. Schuld daran ist Drehbuchautor Steven Knight. Dieser ist eigentlich fähig, super Drehbücher abzuliefern. „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“ ist ein Meisterwerk, und auch die Serie „Peaky Blinders“, die er kreiert hat, ist exzellent. Dann gibt es aber Filme, bei denen man denkt, was Knight wohl geraucht haben muss, als er das Skript geschrieben hat. Der Fantasyfilm „Seventh Son“ ist voll von Frauenklischees und Rassismus und hat außer soliden CGI-Effekten nichts zu bieten, und auch das neue Abenteuer um die Hackerin Lisbeth Salander und Journalist Mikael Blomkvist „Verschwörung“ ist eine Enttäuschung auf ganzer Linie. „Die Frau, die vorausgeht“ gehört ebenfalls nicht zu den stärksten Arbeiten von Knight, reiht sich also ins Mittelfeld ein. Charaktere, die zum Mehrwert des Films beigetragen hätten, wie beispielseise Sam Rockwell’s Charakter, dessen Szenen sowohl mit Chastain als auch Greyeyes, der Sitting Bull spielt, extrem gut sind. Und auch die Charakterisierung von Sitting Bull lässt zu wünschen übrig, hier wäre mehr Tiefgang besser gewesen.

Michael Greyeyes und Jessica Chastain in Die Frau, die vorausgeht
Michael Greyeyes und Jessica Chastain in Die Frau, die vorausgeht © Tobis Film
Jessica Chastain spielt Catherine Weldon, eine New Yorker Künstlerin, die schon viele bekannte US-Senatoren gezeichnet hat. Nun möchte sie endlich ein Porträt vom berühmten Lakota-Häuptling Sitting Bull erstellen. Dafür reist sie 1889 ins Dakota-Territorium, wird aber mit viel Widerstand empfangen. Das Amt für indianische Angelegenheiten ist nämlich strikt gegen ein Porträt. Weldon lässt sich aber nicht beirren und gelangt auf Umwegen zu Sitting Bull, und handelt ein Deal mit ihm aus, 1000 Dollar für ein Porträt. Was zunächst nach einem weiteren Job für Weldon aussieht, entwickelt sich ganz schnell zu etwas viel Größerem. Chastain liefert wieder einmal hervorragende schauspielerische Leistung ab. Die Rolle der Weldon passt ihr wie die Faust aufs Auge, denn hier kann sie wieder eine selbsbewusste, starke Frau darstellen, etwas, dass sie in ihrer Karriere schon oftmals mit Bravour gemacht hat. Sie vermeidet in ihrer Darstellung typische Klischees und ist das Herzstück des Films. Sitting Bull wird verkörpert von Michael Greyeyes, der ebenfalls hervorragend ist. Seine Chemie mit Chastain ist überzeugend und die Szenen mit ihr gehören zu den Highlights des Films. Es ist Greyeyes anzumerken, dass er Sitting Bull Tiefgang verschafft, obwohl das Drehbuch ihm hierbei überhaupt nicht hilft. Sam Rockwell gibt Colonel Silas Groves und ist wie gewohnt gut. Sein Arc erinnert etwas an Christian Bale’s in „Hostiles“, denn Groves ist ebenfalls ein Rassist, der alles dafür tut, um Sitting Bull und die Lakota zu unterdrücken. Die restliche Besetzung ist ebenfalls klasse, Ciaran Hinds hat zwar wenig Screen Time, schafft es aber, in jeder Szene aufzufallen. Die Tatsache, dass der Lakota-Stamm von echten amerikanischen Ureinwohnern dargestellt wird, weiß ebenfalls zu gefallen.

Jessica Chastain inDie Frau, die vorausgeht
Jessica Chastain inDie Frau, die vorausgeht © Tobis Film
Bevor ich den Film angeschaut habe, dachte ich, Weldon wäre keine historische Figur, sondern nur eine von den Machern des Films ausgedachte Person. Aber Weldon gab es wirklich. Sie war nicht Künstlerin, sondern auch eine Bürgerrechtlerin und Aktivistin für die Ureinwohner. Wenn man sich ihren Lebenslauf durchliest, dann wirkt die Weldon, die im Film charakterisiert wird, wie eine ganz andere Person. Hier wird sie als naive Künstlerin dargestellt, die von den Problemen der Ureinwohner nicht viel Ahnung hat. In dem Aspekt hat sich der Film einige historische Freiheiten genommen, dennoch ist es Chastain’s Performance, die die Schwächen des Skripts etwas kaschiert. Auch sonst ist das Drehbuch von Knight der große Schwachpunkt des Films. Sitting Bull ist eine legendäre Person, doch hier kommt er rüber als ein Schönling mit wenig Tiefgang. Je länger der Film andauert, desto mehr Profil bekommt er, aber das ist nicht genug. Wenn man einen Konflikt wie den hier zwischen der amerikanischen Regierung und den Ureinwohnern erzählen möchte, dann sollte man beiden Parteien genug Tiefe verleihen. Das verschwendete Potenzial ist enorm. Der Film bietet einen Einblick in die Unterdrückung der Ureinwohner und auch der Frauen, wie man gut an der Behandlung von Weldon sehen kann. Doch diese Themen werden nur oberflächlich angesprochen und werden nicht weitervertieft. Auch sonst ist der fehlende Fokus von Knight’s Drehbuch einer der Schwächen des Films. Des Weiteren sind diese „White Savior“-Geschichten, in der man eine unterdrückte Rasse von einer weißen Person gerettet wird, langsam ausgelutscht. Denn im Umkehrschluss besitzen solche Filme die Aussage, dass die Unterdrückten unbedingt jemanden brauchen, um gerettet zu werden, was aber selten der Fall ist. Aber es gibt auch gute Aspekte, die zu gefallen wissen. Die Dialoge zwischen Weldon und Sitting Bull sind zum größten Teil interessant, einige Szenen sogar richtig fesselnd, vor allem wenn zwei verschiedene Welten und Perspektiven zusammenstoßen. Zwar überspringt der Film einige Phasen dieser Zeit, doch die Entwicklung der Beziehung der beiden ist recht überzeugend. Besonders toll ist die Kameraarbeit von Mike Eley. Die Welt der Ureinwohner wird mit poetischen Bildern erleuchtet, die Landschaften sind wunderschön, allgemein wird der amerikanische Westen toll eingefangen und man bekommt Lust, diese Gebiete selbst zu erkunden. „Die Frau, die vorausgeht“ ist ein unausgewogenes Biopic, dass die Wahrheit verzerrt und auch sonst nicht viel zu bieten hat außer guten schauspielerischen Leistungen und schönen Bildern.

Michael Greyeyes und Jessica Chastain in Die Frau, die vorausgeht
Michael Greyeyes und Jessica Chastain in Die Frau, die vorausgeht © Tobis Film
Bild:
Das Bild in „Die Frau, die vorausgeht“ weiß zu gefallen. Der amerikanische Westen besitzt prächtige Farben, der Himmel ist schön blau, und auch die Aufnahmen in der Dunkelheit sind überzeugend und pechschwarz.

Ton:
Der Ton ist ebenfalls gelungen, man muss aber sagen, dass die englische Tonspur etwas klarer ist als die deutsche, daher ist es zu empfehlen, diesen Film im Originalton anzuschauen.

Extras:
Die Interviews mit der Besetzung sind sehenswert, denn es ist immer interessant den Schauspielern zuzuhören, wie sie sich auf ihre Rollen vorbereitet haben. Die Interviews hätten aber ruhig länger sein können. Daneben gibt es noch einen Trailer zum Film, B-Roll Aufnahmen, und eine Bildergalerie.


Fazit:
„Die Frau, die vorausgeht“ ist leider eine Enttäuschung. Hier wird viel Potenzial verschwendet, was schade ist, denn die Besetzung ist unglaublich gut und gibt sein bestes, das schwache Drehbuch aufzuwerten. Die Bilder sind aber sehr schön anzusehen, und Chastain als starke Frau geht immer.

by Denizcan Sürücü
Bilder © Universum Film / Tobis