Die Erfindung der Wahrheit - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min

Die Erfindung der Wahrheit Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

In Washington, wo politische Einflussnahme hinter den Kulissen ein lukratives Geschäft ist, ist Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) der Star der Branche. Die brillante, selbstsichere und völlig skrupellose Lobbyistin der alteingesessenen Kanzlei George Dupont ist berüchtigt für ihr einzigartiges Talent, ihre Rücksichtslosigkeit und ihre zahllosen Erfolge. Um ans Ziel zu kommen, tut sie alles. Für die mächtige Waffenlobby ist sie die Frau der Stunde, um ein neues unliebsames Waffengesetz zu verhindern. Doch Sloane verfolgt ihre eigenen Ziele und wechselt nach einem Streit mit Dupont überraschend die Seiten. Die Waffenlobby sieht sich plötzlich einer unberechenbaren Gegnerin gegenüber. Sloane nimmt den härtesten Kampf ihrer Karriere in Angriff und beginnt zu ahnen, dass der Preis für den Erfolg etwas zu hoch sein könnte…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
B-Roll, Interviews

DVD und Blu-ray | Die Erfindung der Wahrheit

Blu-ray
Die Erfindung der Wahrheit Die Erfindung der Wahrheit
Blu-ray Start:
10.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Erfindung der Wahrheit Die Erfindung der Wahrheit
DVD Start:
10.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

Blu-ray Kritik - Die Erfindung der Wahrheit

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Anfang des Jahres war Jessica Chastain für ihre Rolle in Die Erfindung der Wahrheit für einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in der Drama-Sparte nominiert. Nachdem man sich diesen Film letztlich angeschaut hat, kann man zu dem Entschluss kommen, dass sie auch eine Oscarnominierung verdient hätte. Denn die rothaarige Schauspielerin, die bereits zweimal für den Goldjungen nominiert war, zeigt eine grandiose Performance in einem spannenden, unvorhersehbaren und politisch brisanten Film.

Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) bei der Senatsanhörung
Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) bei der Senatsanhörung © Universum Film
Chastain spielt die Hauptfigur Elizabeth Sloane, welche als Lobbyisten für eine Firma tätig ist, die sich meist um Themen rund um die Besteuerung beschäftigt. Eines Tages wollen Vertreter der Waffen-Lobby Sloane auf ihre Seite ziehen. Doch sie lehnt dieses Angebot nicht nur ab, sondern verlässt die Firma, um in einem linksliberalen Lobby-Unternehmen für die Durchsetzung eines Gesetzes, welches den Erwerb von Waffen erschwert, zu kämpfen. Dies ist die Ausgangssituation von Miss Sloane, welches der Originaltitel des Filmes ist. Aufbauend auf jene Grundsituation wird eine höchstbrisante Geschichte erzählt, die dem Zuschauer vor Augen führt, was es wirklich heißt Lobbyarbeit zu betreiben. Besonders in der ersten Hälfte des Films fokussiert sich der Film stark auf die Abläufe, Handlungen und Methoden der Lobbyisten und wie sie versuchen Meinungen in eine Bahn zu lenken, um politische Stimmen zu ergattern. Dies ist höchst interessant inszeniert und unterhält auf ganz hohem Niveau. Ohnehin ist dieser Film weit davon entfernt ein trockenes Politdrama zu sein. Hier gibt es neben dramatischen Elementen, extrem spannende Sequenzen, eine wohl dosierte Portion Humor sowie eine große Unvorhersehbarkeit, die den Film in besonderem Maße auszeichnet. Man weiß nie so recht, in welche Richtung der Film geht und wird immer und immer wieder überrascht, insbesondere am Ende. Das politische Kernthema des Filmes, ist der Besitz und der Verkauf von Waffen in den USA, das bis heute immer noch polarisiert. Angesichts des Massakers von Las Vegas vor Kurzem, ist der Film thematisch brandaktuell, auch wenn er dies zu jedem anderen Zeitpunkt – so die traurige Realität in den Vereinigten Staaten – vermutlich auch wäre.

Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) und Rudolfo Schmidt (Mark Strong), Chef der Kanzlei Peterson Wyatt
Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) und Rudolfo Schmidt (Mark Strong), Chef der Kanzlei Peterson Wyatt © Universum Film
Was die Inszenierung angeht, fällt einem sofort nach wenigen Sekunden auf, dass der Film ein immenses Erzähltempo besitzt. Dies äußert sich nicht durch eine sprunghafte Erzählung oder ein vollgepacktes Drehbuch, in dem viele Handlungselemente zügig hintereinander abgehakt werden sollen. Es sind in diesem Film die Geschwindigkeit der Dialoge, die extrem hoch sind und vom Zuschauer eine hohe Konzentration und ein solides Auffassungsvermögen abverlangen. Teilweise erinnert dies an Danny Boyles „Steve Jobs“, in dem Drehbuchautor Aaron Sorkin ein unglaubliches Drehbuch erschuf mit tollen Dialogen in einem Nonstop-Schlagabtausch. Ganz an diese Klasse kommt das Drehbuch von Jonathan Perera nicht ran. Doch es ist allemal lobenswert, zumal die Dialoge außerordentlich gut geschrieben und nie zu trocken geraten sind. Vor allem die humoristische Note im Drehbuch tut dem Film sehr gut. Wie eingangs erwähnt, zeigt Jessica Chastain eine großartige Performance. Sie ist von der ersten Sekunde des Films zu sehen und brilliert bis zum Schluss in jeder Szene mit einer starken Präsenz. Das erfolgshungrige und unberechenbare Arbeitstier verkörpert sie mehr als glaubwürdig. Doch nicht nur sie zeigt eine tolle Leistung. Der Cast mit Mark Strong, Michael Stuhlbarg, Gugu Mbatha-Raw und John Lithgow überzeugt auf ganzer Linie.

Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) bespricht sich mit ihrem Team
Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) bespricht sich mit ihrem Team © Universum Film
Wenn man etwas Negatives anmerken möchte, könnte man hinzufügen, dass der Film teilweise seine nüchterne und authentische Atmosphäre aufgibt, um spannende und überraschende Elemente einzubauen, die vielleicht etwas aufgesetzt wirken im eher politischen Bereich. Insbesondere das Ende ist hier kritisch zu sehen. Denn einerseits war dies aus filmischer Sicht sehr smart und klug geschrieben. Andererseits war dies nicht besonders subtil und vielleicht auch sogar etwas an den Haaren herbeigezogen. Nichtsdestotrotz funktioniert der Film für den Zuschauer als eine Art Information über die Lobbyarbeit und klärt auch gewissermaßen darüber auf wie Politik funktioniert und wie manipulativ man im Vorfeld von Abstimmungen über Gesetze sein kann. Der Film funktioniert jedoch auch als spannender, kluger und unvorhersehbarer Politthriller, der in hohem Maße unterhält. Zur Blu-ray sei lediglich gesagt, dass es bei den Extras kurze Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern gibt sowie den Trailer und eine Trailershow. Die Bild – und Tonqualität der Disc ist ausgezeichnet und eine Augenweide bzw. eine Ohrenweide für den Zuschauer.


Fazit:
Klasse Darsteller, ein tolles Skript mit brillanten Dialogen und hohem Tempo sowie ein gesellschaftlich wichtiges und brisantes Thema gibt es in Die Erfindung der Wahrheit zu sehen.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film