Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook - Blu-ray

Blu-ray Start: 17.05.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 131 min

Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Leutnant William Bligh (Anthony Hopkins), der Kapitän der „Bounty“, führt sein Schiff mit eiserner Hand. Die Mannschaft ist 1787 im Auftrag des britischen Königs in See gestochen, um Früchte des Brotbaumes aus Tahiti zu importieren. Doch auf der Rückreise kommt es auf dem Schiff zur Eskalation. Als Bligh die Männer an Bord mehr und mehr tyrannisiert, führt der Erste Offizier Fletcher Christian (Mel Gibson) eine Meuterei an.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / capelight pictures
Tonformate:
Deutsch DTS-HD MA 2.0
Englisch DTS-HD MA 5.1
Deutsch DD 2.0
Englisch DD 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
2-Disc Limited Collectors Edition im Mediabook mit Blu-ray und DVD sowie 24-seitigem Booklet // Bonus: Audiokommentar mit Regisseur Roger Donaldson, Produzent Bernie Williams und Produktionsdesigner John Graysmark (Deutsch untertitelt), Audiokommentar mit dem historischem Berater Stephen Walters (Deutsch untertitelt), Dokumentation: Das Making-of zu Die Bounty, Die Bounty im Film, Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook

Blu-ray
Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook
Blu-ray Start:
17.05.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 131 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Bounty Die Bounty
DVD Start:
17.05.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 126 min.

Blu-ray Kritik - Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Es darf sicher behauptet werden, dass die dramatische Geschichte des britischen Dreimasters HMS Bounty zu den berühmtesten und meisterzählten der letzten 200 Jahre gehört. Im Jahr 1787 unter der Flagge der britischen Admiralität in See Richtung Tahiti gestochen, um Stecklinge der Brotfrucht nach Jamaika zu transportieren, resultierte das jahrelange Unterfangen schließlich in der wohl berühmtesten Meuterei der Geschichte. Neben zahlreichen Abhandlungen in literarischer oder Sachbuch-Form sind es vor allem die Verfilmungen, die wohl am meisten die kollektive Erinnerung an das berüchtigte Ereignis aufrechterhalten. So war es etwa Frank Lloyds Oscar-gekrönter Film mit Charles Laughton und Clark Gable von 1935 und die wohl noch bekanntere Farbfilm-Version aus dem Jahr 1962 mit Marlon Brando und Trevor Howard, die erfolgreich die Meuterei auf der Bounty mit Erfolg thematisierten.

Ungerechtfertigterweise etwas auf der Strecke blieb hingegen der aufwändig und starbesetzt von Roger Donaldson inszenierte Film „Die Bounty“, der 1984 relativ erfolglos in die Kinos kam. Das ursprünglich von David Lean initiierte Mammut-Projekt sollte angesichts seiner wirklich monumentalen Geschichte gar in zwei teuer produzierten Teilen veröffentlicht werden. Nachdem für die Produktion Ende der 70er Jahre bereits eine exakte Replik der Bounty für vier Millionen Dollar gebaut wurde und Lean schon mit der Besetzung beschäftigt war, sorgten unter anderem gesundheitliche Probleme bei Drehbuchautor Robert Bolt und immer weiter explodierende Kosten dafür, dass sich Lean schließlich zurückzog und Produzenten-Mogul Dino De Laurentiis nach einem neuen Regisseur Ausschau halten musste.

Anthony Hopkins in Die Bounty
Anthony Hopkins in Die Bounty © capelight pictures
Die eher unwahrscheinliche Wahl fiel auf den noch weitestgehend unbekannten Australier Roger Donaldson, der mit in Neuseeland produzierten Filmen wie „Sleeping Dogs“ oder „Smash Palace“ für gewisses internationales Aufsehen gesorgt hatte. Mit einem Blockbuster-Budget von schließlich gut 20 Millionen Dollar hatte er jedenfalls noch nicht hantiert, später jedoch sollte er mit Filmen wie „No Way Out“, „Species“, „Dante’s Peak“ oder „Thirteen Days“ zu einem der zuverlässigsten Hollywood-Regisseure von solider Genrekost der 80er- und 90er-Jahre werden.

Interessant ist der an zahlreichen Originalschauplätzen entstandene Film unter anderem für seine herausragende Besetzung: So spielt der ursprünglich von David Lean selbst favorisierte Anthony Hopkins die Rolle von Lieutenant Williams Bligh, des respektablen und erfahrenen Kapitäns der Bounty, der schließlich zum Opfer der Meuterei wird und mit zahlreichen anderen Besatzungsmitgliedern von Bord gezwungen wird. Sein einstiger Freund und Weggefährte Fletcher Christian, der sich im Verlauf der Geschichte vom zweiten Offizier eher ungewollt zu seinem größten Widersacher entwickelt, wurde vom damaligen Newcomer Mel Gibson verkörpert. Der damals 27-jährige Gibson war zuvor mit seinen australischen Hits „Mad Max“, „Mad Max 2“ und den Peter Weir-Filmen „Gallipoli“ und „Ein Jahr in der Hölle“ international durchgebrochen und ersetzte „Superman“-Darsteller Christopher Reeve in letzter Minute.

Ein Blick auf die restliche Besetzung liest sich wie das Who’s who der damaligen und auch heutigen britischen Schauspiel-Elite: So spielt der zum Drehzeitpunkt etwa 31-jährige Liam Neeson den Part des schließlich rebellierenden Crewmitglieds Charles Churchill mit bemerkenswerter Präsenz, während der 26-jährige Daniel Day-Lewis die Rolle des prinzipientreuen und ambitionierten ersten Offiziers John Fryer darstellt. Darüber hinaus ist auch Schauspielikone Laurence Olivier in der Rahmenhandlung des Gerichtsverfahrens gegen Bligh als Admiral Alexander Hood zu sehen. Ebenfalls ist hier auch Charakterkopf Edward Fox als Captain Greetham mit von der Partie, der mit Admiral Hood darüber urteilen soll, inwieweit Bligh die Schuld an der verlorenen Bounty trifft.

Das Schiff Die Bounty
Das Schiff Die Bounty © capelight pictures
Bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal dieses unterschätzten Historienepos ist sicherlich seine historische Faktentreue, die sich wie auch die komplexe Figurenzeichnung durch die packende Erzählung zieht. War die Rolle Gut und Böse in den vorigen Verfilmungen noch klar definiert, verzichtet „Die Bounty“ auf eine plumpe Dämonisierung von Kapitän Bligh oder auch anderen Charakteren. Hier gehen Donaldson und Bolt überaus differenziert und ausgeglichen vor: Die freundschaftliche Beziehung zwischen Bligh und Christian, die schon über mehrere gemeinsame Expeditionen jahrelang bestand, wird so glaubwürdig und fein etabliert. Der Film lässt sich viel Zeit bei seiner Erzählung und kommt erst nach der Hälfte der 131-minütigen Laufzeit mit der Meuterei zu seinem dramatischen Höhepunkt. Durch diese geduldige und enorm einsichtsreiche Erzählweise gewinnt man ein starkes Gespür für die präzise und lebendig gezeichneten Figuren, wodurch der Effekt des entzweienden Streits eine umso größere Wirkung entfalten kann.

Überhaupt fasziniert „Die Bounty“ durch seine nicht an Effekthascherei interessierte Inszenierung. Viel mehr vermittelt der Film ein starkes Gefühl für Authentizität und beiläufigen Detailreichtum. Auch nach 35 Jahren begeistert der Film mit herausragender Ausstattung und einem grundierten Look, der gerade durch den Dreh auf einer detailgetreuen Replik des Dreimasters an Originalschauplätzen in Tahiti dafür sorgt, dass eine zeitlose Qualität entsteht. Man fühlt sich wirklich in die Zeit zurückversetzt und wird nie durch artifiziellen Glanz aus der Geschichte gerissen. So vermittelt der Film ein starkes Gefühl für das Leben auf hoher See zu Zeiten des 18. Jahrhunderts mit all seinen Widrigkeiten und Eigenarten. Aber auch die menschliche Dynamik auf dem Segelschiff wird facettenreich herausgearbeitet. Nur einmal zeigt der Film mit einer spektakulären und immer noch glaubwürdig inszenierten Sturmsequenz auch eine actionhaltige Seite.

Mel Gibson in Die Bounty
Mel Gibson in Die Bounty © capelight pictures
Ähnlich unaufgeregt ging da etwa auch Peter Weirs herausragender „Master and Commander“ aus dem Jahr 2003 vor, der ebenfalls das raue Leben auf See mit großer Präzision und Authentizität schilderte. Spannend ist dann natürlich auch die ausgedehnte Episode auf Tahiti: Die Inszenierung der fremden Stammeskultur macht es leicht, sich in die Seemänner und ihre Entdeckung unerforschter Welten hineinzuversetzen. Hier kippt dann auch die Dramaturgie des Films, wenn die Besatzung zum monatelangen Aufenthalt gezwungen wird. Dort lässt die Disziplin der Seemänner nach, die sich lieber mit den Stammesfrauen vergnügen als den üblichen Routinen zu folgen. Allen voran ist hier Fletcher Christian selbst zu nennen, der sich in Mauatua (Tevaite Vernette), die Tochter von Tynah (Wi Kuki Kaa), dem König der Insel, verliebt, aber unter Protest schließlich zurücklassen muss. Dessen Sinneswandel vom prinzipientreuen Seemann zum reisemüden Lebemann motiviert schließlich die Tyrannei von Bligh auf der Rückreise, dessen rigoroses Vorgehen gegen Ungehorsamkeit schließlich zur dramatischen Meuterei führt. Hier prallen zwei komplexe Ideologien aufeinander, die beide nachvollziehbare Argumente für sich haben.

Schwarzweiß-Zeichnung der beiden Hauptfiguren sucht man hier vergebens. Die Frustration von Bligh angesichts des Wandels seiner Besatzung und vor allem seines geschätzten Freundes Fletcher wird subtil und mit stiller Kraft von Anthony Hopkins dargestellt. Hier bleibt vieles unausgesprochen und wird über Blicke fein transportiert. Hopkins agiert mit weltmännischer Intelligenz, größtmöglicher Präsenz und Glaubwürdigkeit, während Gibson vor allem in der Meuterei-Szene wie kein zweiter seine innere Zerrissenheit in einem kraftvollen Ausbruch bewegend zum Ausdruck bringt. “Die Bounty“ ist gespickt mit kleinen, aber kraftvollen Momenten, die sich teilweise erst nach einer Weile im Gedächtnis festhängen. Die atmosphärische Dichte wird zusätzlich von den gewohnt mystisch-traumartigen Klängen von Vangelis akzentuiert, wodurch (wie auch bei Ridley Scotts „1492“) ein spannender Kontrast zum Historienfilm-Gewand geschaffen wird.

„Die Bounty“ mag bei seiner Veröffentlichung eher weniger interessiert aufgenommen worden sein, spätestens heute erscheint der Film jedoch als echtes Juwel. Diese Art von Film, der auf höchstem Niveau von einem großen Studio (in diesem Fall Orion Pictures) mit enormem Aufwand umgesetzt wurde, sucht man im gegenwärtigen Kinoklima natürlich weitestgehend vergebens. Umso wertvoller erscheint Donaldsons Film nun, der intelligente Figurenzeichnung Effekthascherei vorzieht und sich bewusst an ein erwachsenes und anspruchsvolles Publikum richtet. Hier ist der Film nun endlich auch zum ersten Mal in seiner Original-Kinoversion zu sehen, die 25 ursprünglich für die deutsche Fassung gestrichene Minuten wieder installiert und dadurch einen weit reichhaltigeren Film als zuvor bietet.

Anthony Hopkins und Liam Neeson in Die Bounty</
Anthony Hopkins und Liam Neeson in Die Bounty © capelight pictures
Bild
Die Bildqualität der Blu-ray überzeugt im Großen und Ganzen in Anbetracht des Alters des Ausgangsmaterials. Eine komplette Restaurierung wurde hier nicht vorgenommen, dennoch präsentiert sich hier ein sauberes und fehlerfreies Bild. Die Schauwerte von „Die Bounty“ sind angesichts der zahlreichen Original-Drehorte immens, überaus ansprechend kommen sie hier auch zur Geltung. Hier zählt vor allem Natürlichkeit und authentische Wiedergabe des Materials. Farben wirken so nie übermäßig akzentuiert, sondern gänzlich angenehm und eben natürlich. Kontraste und Schwarzwerte sind auf gutem Niveau, Schärfe- und Detailumfang ebenfalls, ohne natürlich dem kristallklaren Standard gegenwärtiger Veröffentlichungen zu entsprechen. Das muss auch gar nicht sein, denn gerade der analoge Charme der eher soften und fein körnigen Film-Ästhetik macht viel von der starken Atmosphäre von „Die Bounty“ aus.

Ton
Sehr überzeugend fällt auch die akustische Umsetzung des Films aus. Hier muss natürlich die Original 5.1 DTS-HD-Spur vorgezogen werden, denn die deutsche Version liegt leider nur in 2.0 PCM Stereo vor. Die 5.1-Abmischung bindet die umliegenden Kanäle durchaus recht konstant ein: Hier kommt vor allem der grandiose Score von Vangelis zum Vorschein, während Umgebungsgeräusche eher subtil eingesetzt werden. Gerade die Musik sorgt auch für einen guten Dynamikumfang. Auch druckvoll wird es immer wieder mal, gerade in der beeindruckenden Sturmsequenz geht es auch auf der Tonspur überaus dramatisch zu. Dialoge und Stimmen werden klar und deutlich wiedergegeben.

Extras
Zumindest in Sachen Bildmaterial enttäuscht diese neue, von Capelight gewohnt sehr liebevoll aufgemachte Mediabook-Edition ein wenig. Visuelles Dokumentationsmaterial scheint aber schlichtweg nicht zu existieren, dafür erhält man aber zwei exzellente Audiokommentare. Ersterer lässt die Filmemacher zu den Dreharbeiten überaus einsichts- und anekdotenreich zu Wort kommen, während die zweite Spur über die historischen Hintergründe fachmännisch und nicht minder interessant aufklärt. Ansonsten bietet die Blu-ray lediglich die obligatorischen Trailer, aber auch ein spannendes und gut geschriebenes Booklet von Filmjournalist Daniel Wagner.
• Audiokommentar von Regisseur Roger Donaldson, Produzent Bernard Williams und Produktiondesigner John Graysmark
• Audiokommentar von dem historischen Berater Stephen Walters
• Originalkinotrailer (02:08 Min.)
• Deutscher Kinotrailer (02:02 Min.)
• Film mit Music Score


Fazit:
Ebenso episch wie intim erweist sich „Die Bounty“ als aufwändig inszeniertes und dramaturgisch packendes wie facettenreiches Historiendrama, das nach 35 Jahren eher an Kraft gewonnen als verloren hat. Auch angesichts dieser schönen Edition lässt sich dieser atmosphärisch dichte und mit fein gezeichneten Figuren ausgestattete Film mehr denn je würdigen.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / capelight pictures




Die Bounty - 2-Disc Limited Collector's Mediabook - Trailer