Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.08.2019
Digital VoD: 22.08.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 121 min

Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Es sind die 50er Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika. Frauen dürfen weder als Polizeibeamtinnen arbeiten noch in Princeton studieren. Ruth Bader Ginsburg will diese Welt verändern. Sie studiert als eine von wenigen Frauen Jura an der Elite-Universität Harvard. Nach ihrem Abschluss als Jahrgangsbeste muss sie sich mit einer Stelle als Professorin zufriedengeben, obwohl sie lieber die Gerichtssäle erobern würde – ein Privileg, das ihren männlichen Kollegen vorbehalten ist. Dank ihres Mannes und Steueranwalts Marty wird sie eines Tages auf den Fall Charles Moritz aufmerksam. Trotz der aufopfernden Pflege seiner kranken Mutter, wird Moritz nicht der übliche Steuernachlass gewährt – aufgrund seines Geschlechts. Ruth wittert einen Präzedenzfall, der eine seit Jahrzehnten stillstehende Gesetzeslage ad absurdum führt. Mit eisernem Willen und scharfem juristischen Verstand zieht Ruth endlich vor Gericht und in einem leidenschaftlichen Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen (und Männern).

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Entertainment One
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
• Making of
• Martin & Ruth: Liebe auf Augenhöhe
• Die Macht des Gesetzes

DVD und Blu-ray | Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit

Blu-ray
Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit
Blu-ray Start:
22.08.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 121 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit
DVD Start:
22.08.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 115 min.

Blu-ray Kritik - Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Gerade in modernen, emanzipierten Zeiten hat sich das Frauenbild im Kino enorm gewandelt. Während in vergangenen Zeiten Drehbuchautoren sich keinerlei Mühe gaben, weiblichen Figuren eine wirkliche Persönlichkeit zu verleihen, geschweige denn eine Relevanz für den eigentlichen Plot, wird gerade dies an früheren Filmen heute enorm kritisiert. Einige der ersten Filme, die aus dieser Gewohnheit ausbrachen, waren einige Vertreter des Film Noir. Hier wandelte sich das Frauenbild zunehmend zur sogenannten Femme fatale, also einer wunderschönen, aber oftmals gerade deshalb gefährlichen Frau, die über eine zweifelhafte Moral verfügt. Dennoch wurden nach wie vor Frauen vielmehr dazu verwendet den Sexappeal zu erhöhen und so massentauglichere Filme zu produzieren. So stellt die Femme fatale neben der sogenannten damsel in distress („Jungfrau in Nöten“) eines der bekanntesten Frauenbilder im Kino dar. Doch entfernte man sich von diesen typisierten Darstellungen im Zuge der fortschreitenden Emanzipation langfristig und kam so zu einem moderneren Frauenbild. Heutzutage ist so vor allem das Bild einer starken und unabhängigen Frau beliebt. Der Fehler, dem die meisten dieser Figuren unterliegen, geht vor allem auf einen typischen Irrtum vieler Drehbuchautoren zurück. So wird oft angenommen, dass eine Figur mit Fehlern, gleichzeitig eine schwache Figur ergibt. Doch sind es doch genau diese Fehler, die einen Charakter menschlich machen und so das Publikum mit diesem mitfiebern lässt. So unterliegt auch „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ genau diesem Gedankengang, obwohl dessen Geschichte durchaus wichtig und inspirierend ist.

Felicity Jones in Die Berufung
Felicity Jones in Die Berufung © Entertainment One
1956 ist Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones) eine von neun Frauen, die in Harvard ihr Jurastudium beginnen. In ihrem Alltag sieht sie sich ständig mit sexueller Diskriminierung in der ein oder anderen Form ausgesetzt, doch gerade in Bezug auf ihre Karriere wird sie aufgrund ihres Geschlechts nie ernst genommen und so ausgebremst, obwohl sie ihr Studium als Jahrgangsbeste beendete. Einzig durch ihren Ehemann Marty (Armie Hammer) wird sie in allen Belangen unterstützt. So ist es auch dieser, der sie auf eine Möglichkeit hinweist, die von ihr so verachtete gesetzliche Diskriminierung zu beenden…

So stellt sich leider eben die Protagonistin selbst in diesem Film als ein großer Schwachpunkt heraus. Sie verfügt über kaum tatsächliche Schwächen, hat keinen ersichtlichen Hintergrund und erhält zu wenig, was man wirklich als Charakterisierung bezeichnen kann. Folglich erweist sich die Laufzeit von fast zwei Stunden als zu lang, als dass sie von dieser Figur getragen werden könnte. Leider schafft es Felicity Jones als Hauptdarstellerin auch nicht hier neue Nuancen anzubringen und so diese zu eindimensionale Figur zum Leben zu erwecken. So legt sie zwar eine durchaus beachtliche Leistung ab, spielt Ruth aber nicht facettenreich genug. Dennoch ist ihre Darstellung gerade in der Schlussszene respektabel, da sie hier durch überraschend lange Einstellungen besonders herausgefordert wird.

Felicity Jones und Justin Theroux in Die Berufung
Felicity Jones und Justin Theroux in Die Berufung © Entertainment One
So leidet gerade die zweite Hälfte des Films unter Ruths Charakterisierung, während die erste Hälfte an einem zu unfokussierten Drehbuch erkrankt. Hier verliert man sich in zu vielen Nebenplots (Stichwort: Hodenkrebs) und vielen für die Geschichte unnötige Szenen. Strukturell entstehen dadurch viele Probleme. Leider nutzt man die Zeit auch zu wenig, um die Charaktere zu entwickeln, mit Ausnahme einiger Nebenfiguren wie Ruths Mann, die erstaunlich gut funktionieren. Immerhin führen all diese Szenen in die eigentliche Thematik des Films ein, weshalb man einen erstaunlich detaillierten Überblick erhält. Hier opfert man Dramaturgie und Figuren dem Thema und der Welt. Dennoch bleibt die Geschichte insgesamt interessant und spannend genug, um den Zuschauer stets am Ball zu halten. So wird durch das genau Eindringen in die Diskriminierung Ruths Kampf als so unmöglich dargestellt, dass man dennoch zu ihr steht und man sich immer wieder fragt, wie sie als Frau in einer solchen Welt siegen kann. Unterstützt durch eine schöne Kameraführung, überlegten Schnitt, sowie intelligenter Farbwahl gerade bei der Kleidung zieht der Film dennoch in den meisten Momenten die Zuschauer mit.

Felicity Jones als Ruth Bader Ginsburg
Felicity Jones als Ruth Bader Ginsburg © Entertainment One
Bild:
Hier wird stets ein sehr scharfes und detailliertes Bild geboten. Die Beleuchtung, die Kostüme und die Farben transportieren diese vergangenen Zeiten stets überzeugend.

Ton:
Der auf DTS-HD Master Audio abgemischte Ton ist mit den Dialogen stets verständlich kombiniert, wodurch keine Überlappungen vorhanden sind. So wird der zeitgemäße Soundtrack überzeugend transportiert.

Extras:
Auf der Blu-ray ist ein 12-minütiges Bonusmaterial enthalten, darunter ein Making of. So erhält der interessierte Zuschauer noch einen kleinen Einblick in die Herangehensweise des Teams.


Fazit:
Eine schwach strukturierte erste Hälfte und eine wenig überzeugende Protagonistin hinterlassen dennoch einen interessanten und wichtigen Film, gerade weil die visuelle Präsentation stets überlegt ist.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © Universal Pictures / Entertainment One




Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit - Trailer