Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille - Blu-ray

Blu-ray Start: 24.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 135 min

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Inhalt

Marseille 1975: Der ehemalige Jugendrichter Pierre Michel (Jean Dujardin) hat die verheerenden Folgen des florierenden Rauchgifthandels hautnah miterleben müssen. Deshalb werden die Ermittlungen zum organisierten Verbrechen, mit denen er betraut wird, zur persönlichen Angelegenheit für ihn. Denn längst reicht der Einfluss von skrupellosen Kriminellen wie Gaëtan Zampa (Gilles Lellouche) auch in höhere Kreise der feinen französischen Gesellschaft. Im jahrelangen Kampf gegen seinen Widersacher verwendet der ehrgeizige Polizist deshalb bald nicht mehr nur legale Mittel, um der kriminellen Krake der berühmten "French Connection" ein für alle Mal den Kopf abzuschlagen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making-of
entfernte Szenen
Trailer

DVD und Blu-ray | Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille

Blu-ray
Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille
Blu-ray Start:
24.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 135 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille
DVD Start:
24.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 130 min.

Blu-ray Kritik - Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


1971 gelang William Friedkin mit „French Connection“ einer der großen, stilgebenden Triumphe der New Hollywood-Ära, ein revolutionärer Polizei-Thriller über den Kampf des New Yorker Cops Popeye Doyle gegen Drogen-Syndikate in New York City. John Frankenheimer verlagerte diesen Konflikt vier Jahre später in seiner Fortsetzung nach Marseille, wo Doyle am Ursprungsort der Drogen-Epidemie offene Rechnungen beglich. Nun erscheint mit „Der Unbestechliche – Mörderisches Marseille“ ein packender Thriller aus französischer Perspektive, der das Schaffen des berüchtigten Drogen-Rings „La French“ beleuchtet. Hierfür wählte Regisseur Cédric Jimenez als Herangehensweise eine über mehrere Jahre angelegte Chronik der Ereignisse aus der Sicht des titelgebenden unbestechlichen Richters Pierre Michel (Jean Dijardin), der unbeirrt Jagd auf den unantastbaren Syndikats-Boss Tany Zampa (Gilles Lellouche) macht und sich dabei durch ein scheinbar undurchdringliches Dickicht der Korruption wühlen muss. Heraus gekommen ist ein sehr guter und komplexer Thriller, der zwar viele Motive aus vergleichbaren Filmen aufnimmt und daher nicht allzu originell ist, dafür aber handwerklich hervorragend umgesetzt und sehr gut gespielt ist.

Im Marseille der Siebziger Jahre floriert der Handel mit Heroin. An der Spitze eines gigantischen Syndikats steht Gaëtan „Tany“ Zampa, der mit umgewandeltem Morphium aus der Türkei ein fast schon industriell geführtes Import-Export-Geschäft betreibt. Sein Heroin landet schließlich auf den Straßen Amerikas, wo vor allem New York City den größten Abnehmer darstellt. Zampa gilt als unantastbar, jeder in Marseille weiß, wer er ist, würde aber aus Furcht nie gegen ihn aussagen. Mit dieser ausweglosen Lage wird der Jugendrichter Pierre Michel konfrontiert, der nun in neuer Position den Kampf gegen das organisierte Verbrechen annehmen soll. Ohne Angst vor den Ganoven und mit eisernem Willen ausgestattet, macht sich der aufrichtige Richter ans Werk und kann schon früh erste Erfolge feiern. Michel ist zunehmend völlig von seiner Arbeit eingenommen, das Ziel den großen Anführer ranzukriegen immer im Auge, wofür er auch in Kauf nimmt, nicht immer streng nach Protokoll vorzugehen.

Dennoch, anders als Popeye Doyle in Friedkins „French Connection“, dessen Handlungsweisen ihn zunehmend kaum noch von den Kriminellen unterscheiden, ist Michel ein weißer Ritter. Er fungiert als noble Figur in „Der Unbestechliche“, bleibt unkorrumpierbar. In einer interessanten Szene nimmt er Bestechungsgeld eines Handlangers von Zampa an, um es dann direkt vor der Presse an ein Drogenrehabilitierungszentrum zu spenden. Michel ist ein liebender Familienvater, doch hier zieht Jimenez auch deutliche Parallelen zu seinem Kontrahenten: Auch dieser wird in seinem häuslichen Leben fast schon als zärtlicher und enorm fürsorglicher Mann gezeigt, wenn es um das Geschäft geht, ist er jedoch das zu erwartende kaltherzige und unvorhersehbare Monster, bei dem jedes falsche Wort zur cholerischen Wutexplosion führen kann. Hier wirkt „Der Unbestechliche“ immer mal wieder klischeehaft, gerade bezüglich Figurenzeichnung und –verhalten wirkt Jimenez Film für Genrekenner häufig sehr vertraut. Neben Friedkins Klassiker standen ganz offensichtlich auch andere Filme Pate für Jimenez: Unverkennbar sind die Parallelen zu Michael Manns „Heat“, in dem sich ebenfalls zwei starke Persönlichkeiten mit ähnlichen Eigenschaften auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes gegenüber standen. Die Parallelen zwischen den beiden Kontrahenten sind sicher nicht so augenscheinlich wie in Manns Polizei- und Gangstersaga, doch strukturelle Ähnlichkeiten der Filme sind kaum von der Hand zu weisen. So gibt es sogar eine Szene, in der sich die beiden Gegner zum ersten Mal in einem Gespräch alleine gegenüberstehen, die sicher nicht von ungefähr an die ikonische Coffeeshop-Konversation zwischen Pacino und De Niro erinnert.

Doch das soll alles gar keine Kritik sein. „Der Unbestechliche“ ist ein sehr guter und mitreißender Film, der alles bietet, was man von einem derartigen Film erwartet. Der nicht mal 40-jährige gebürtige Marseiller Jimenez zeigt großes Selbstbewusstsein hinter der Kamera, inszeniert einen komplexen, erwachsenen und angenehm nüchternen Film, der eine sogartige Wirkung entwickelt und auf ein kraftvolles Ende zusteuert. Der Film ist weniger an Action interessiert, sondern zeigt mehr die methodischen Vorgänge polizeilicher Ermittlungen gegen organisiertes Verbrechen, aber auch die Perspektive auf der anderen Seite des Gesetzes. Hinzu kommt ein stark menschlicher Fokus, der die Effekte hinter den Kulissen etwa in Form von häuslichem Leben beleuchtet. Hier folgt der Film zwar auch durchaus Konventionen, etwa wenn die Obsession Michels zur obligatorischen Entfremdung zu seiner Frau führt, die seine häufige Abwesenheit nicht gut heißen kann.

Mit einem Budget von circa 26 Millionen Dollar gehört „Der Unbestechliche“ zu den größten europäischen Produktionen der letzten Jahre, was man dem Film auch deutlich ansieht. Der Film sieht großartig aus, hat viel Klasse und Stil, lässt das Frankreich der Siebziger und frühen Achtziger Jahre mit akribischer Liebe zum Detail mit großer Vitalität wiederauferstehen. Jedoch erstickt der Film dankbarerweise nicht an Dekor, Kostümen und Musik, sondern arbeitet angenehm zurückhaltend, behält die Erzählung und ihre Figuren immer im Fokus. Letztere gibt es zugegebenermaßen einige, wobei man gerade zu Beginn sehr aufmerksam sein muss, um nicht den Faden zu verlieren. „Der Unbestechliche“ präsentiert eine Vielzahl an Charakteren, bei denen es durchaus auch bei hoher Konzentration nicht allzu leicht fällt den Überblick wahren kann. Doch das erweist sich letztlich nur als kleines Manko, denn der Film verliert sich nicht in Details, wodurch der Kern der Story wird nie aus dem Auge verloren wird. Großen Anteil am Erfolg des Films haben die beiden Hauptdarsteller: Jean Dujardin, der bekanntlich für „The Artist“ vor ein paar Jahren den Oscar gewann, ist die gewohnt charismatische und strahlende Präsenz, womit er hervorragend als idealistische Hauptfigur besetzt ist. Sein Gegenüber Gilles Lellouche („Point Blank“, „Public Enemy No. 1“) steht Dujardin kaum nach (die beiden Akteure ähneln sich auch sehr – Zufall?). Lellouche hat ebenfalls viel Ausstrahlung, wodurch man ihm die Rolle der gefürchteten Schlüsselfigur im Marseiller Drogensumpf leicht abnimmt. Jimenez zeichnet seinen Antagonisten auch nicht als stereotypen Bösewicht, sondern genehmigt subtile Zwischentöne, die durchaus die Seele hinter der gefährlichen Fassade deutlich machen. Das Zusammenspiel und intensive Duell der beiden Männer ist ohne Zweifel das Herz von „Der Unbestechliche“. Hier wird ein ständiges Hoch und Runter zweier intelligenter, willensstarker und gleichberechtigter Persönlichkeiten dargestellt, bei dem keiner je völlig die Überhand über den anderen zu haben scheint. Jimenez Film ist auch zu komplex gezeichnet, dass man nicht unterschwellig gegenseitige Bewunderung der Männer zu empfinden glaubt.

Bild
Die Blu-ray-Umsetzung von „Der Unbestechliche“ weiß sehr zu überzeugen. Der Film wurde auf 35mm-Film gedreht und weist daher eine sehr zur dargestellten Ära passende Textur und Plastizität auf. Die Schärfe- und Detaillevel sind durchgehend sehr hoch, Kontrastumfang und Schwarzwerte sind exzellent. Farbtechnisch ist das Bild in adäquaten eher gedämpften Brauntönen angelegt, wirkt aber angenehm natürlich.

Ton
Auch akustisch überzeugt die Blu-ray. Die Abmischung ist zwar grundlegend eher frontlastig in diesem von Dialogen dominierten Film, erweist sich aber als äußerst präsent. Dialoge erscheinen angenehm deutlich und kräftig, die vielen Musikeinsätze ertönen kraftvoll und mit erhöhtem Subwoofer-Einsatz, ebenso wie gelegentliche Schusswechsel. In Sachen Raumklang ist die Blu-ray eher zurückhaltend abgemischt.

Extras
Der Umfang des Bonusmaterials ist gering ausgefallen, dafür wird hier ein sehr gut produziertes, fast einstündiges Making-of geboten (53:15 Min.). Hierbei handelt es sich primär um einen Hinter-den-Kulissen-Einblick in die Dreharbeiten, wobei aber auch die Entstehungsgeschichte der Story kurz angerissen wird. Die Post-Produktion wird leider ausgeblendet. Neben entfernten Szenen (06:17 Min.), dem Trailer in deutscher und französischer Ausführung (jew. 02:32 Min.) und einer drei Trailer umfassenden Trailershow bietet die Blu-ray leider keine weiteren Extras. Ein Audiokommentar oder vor allem Hintergründe zur realen French Connection wären sicher wünschenswert gewesen.


Fazit:
„Der Unbestechliche“ ist ein handwerklich stark gemachtes Krimidrama, das trotz einigen Genrekonventionen dank zweier starker Darsteller und stilvoll-intelligenter Inszenierung zu packen weiß.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media