Der Geschmack von Rost und Knochen - Blu-ray

Blu-ray Start: 19.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min

Der Geschmack von Rost und Knochen Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Alles beginnt im Norden von Frankreich. Plötzlich findet sich Ali (Matthias Schoenaerts) mit einem fünf Jahre alten Kind in seiner Obhut wieder. Sam ist sein Sohn, doch er kennt ihn kaum. Ohne Geld und Freunde sucht Ali Zuflucht bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero) an der Côte d‘Azur. Sie bringt die beiden in ihrer Garage unter und nimmt das Kind unter ihre Fittiche. Als ein Streit in einem Nachtclub, in dem er als Türsteher arbeitet, außer Kontrolle gerät, macht Ali die Bekanntschaft von Stéphanie (Marion Cotillard). Stephanie trainiert Killerwale im Marineland. Als eine ihrer Shows in einer Tragödie endet, bringt sie ein nächtlicher Anruf erneut zusammen. Stephanie hat ihre Beine verloren und etliche Illusionen. Ali beginnt ihr zu helfen, auf seine Art und ganz ohne Mitleid. Und beide finden dadurch zurück ins Leben...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Deleted Scenes - Special Effects

DVD und Blu-ray | Der Geschmack von Rost und Knochen

Blu-ray
Der Geschmack von Rost und Knochen Der Geschmack von Rost und Knochen
Blu-ray Start:
19.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Der Geschmack von Rost und Knochen Der Geschmack von Rost und Knochen
DVD Start:
19.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

Blu-ray Kritik - Der Geschmack von Rost und Knochen

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 8/10


Mit seinem Krimidrama „Ein Prophet“ galt der Franzose Jacques Audiard 2009 als heißer Favorit für den Hauptpreis des Filmfestivals in Cannes. Auch wenn Michael Haneke („Das weiße Band“) schließlich den Hauptpreis gewann, konnte sich Audiard über die zweitwichtigste Auszeichnung, den „Großen Preis der Jury“, freuen. Nun, drei Jahre nach seinem Erfolg in Cannes, legt er seinen nächsten Film vor und überzeugt abermals mit einem intensiven, brutal ehrlichen Drama um die Themen Verantwortung, Liebe und Gewalt.

Ali (Matthias Schoenaerts), ein in Armut lebender, raubeiniger Mann, zieht mit seinem 5-jährigen Sohn Sam (Armand Verdure) vorübergehend bei seiner Schwester ein. Eine Garage dient fortan als Wohnsitz der beiden und Ali versucht, als Türsteher etwas Geld aufzutreiben. Als es während seiner Dienstzeit zu einer Schlägerei kommt, lernt er Stéphanie (Marion Cotillard) kennen, die er leicht verletzt nach Hause fährt. Obwohl beide aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten stammen, entwickeln sie schnell Sympathien füreinander und es ist sehr schnell klar, dass sich die beiden bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen haben. Ein tragischer Unfall verändert schließlich Stéphanies Leben in sehr einschneidender Weise und führt sie und Ali noch enger zueinander...

Obwohl Stéphanie und Ali zunächst als sehr gegensätzliche Figuren eingeführt werden (sie kommt aus der gehobenen Mittelklasse, er lebt in Armut und ohne Obdach ein Leben ohne Perspektive), gibt es doch ein ganz entscheidendes, verbindendes Element. Sie sind beide Gefangene, jeder auf seine Weise. So stellt bei Ali die Armut und das damit verbundene soziale Milieu eine klare Limitation dar, während Stéphanie nach ihrem Unfall in ihrem verstümmelten Körper gefangen ist. Ein ähnliches Motiv hatte Audiard bereits in seinem Krimidrama „Ein Prophet“ bemüht, da – nach eigener Aussage – „zwischen dem Ort des Gefängnisses und der Gesellschaft eine Analogie besteht“ (man ist drinnen, dann wieder draußen, usw.) und er aus diesem Grund ein Gefängnis als Handlungsraum für seinen Film ausgewählt hatte.
Mit „Der Geschmack von Rost und Knochen“ geht er nun sogar noch einen Schritt weiter und schließt die Möglichkeit eines Wechsels von „drinnen“ nach „draußen“ durch Stéphanies Behinderung scheinbar komplett aus. Doch was für ihre Körperfunktionen gilt, lässt sich nicht auf ihre Psyche übertragen, denn mit der Figur des Ali findet sie das fehlende Puzzlestück, um aus ihrer sich anbahnenden Depression zu entkommen. Ali selbst ist nicht nur Gefangener seiner Lebensumstände, sondern auch durch seinen von Geburt an festgelegten Habitus in seinem Handeln stark eingeschränkt. Ein roher Umgangston stellt für ihn eben so eine Selbstverständlichkeit dar wie die körperliche Gewalt, die er in Straßenkämpfen ausleben kann. Dass er auch eine nette Seite hat, kann man als Zuschauer zunächst kaum glauben, sieht man doch immerhin, wie rau er mit seinem kleinen Sohn umspringt. Doch die völlig unsentimentale Fürsorge, die er Stéphanie entgegen bringt und auch die Ehrlichkeit, mit der er ihrer Behinderung begegnet, zeigen eine andere, tief verborgene Seite. Er ist der Einzige in Stéphanies Umfeld, der sie als normalen Menschen akzeptiert und der Behinderung überhaupt nicht den Raum lässt, um ein größeres Thema zu werden – eine Szene in der Disco, die zeigt, wie Stéphanie von einem schmierigen Mann angeflirtet wird, verdeutlicht, wie andere sich gegenüber ihr verhalten, sobald die abgetrennten Beine erkannt werden und lässt Ali umso mehr als den perfekten Partner für Stéphanie erscheinen.
Die gegenseitige Hilfe der beiden Charaktere, die trotz ihrer Gegensätzlichkeit zueinander gehören, ist der einzige Lichtblick, den der Zuschauer in Audiards brutaler, korrupter und deprimierender Welt ausmachen kann und erzeugt eine unheimlich große emotionale Spannung.
Das ergreifende Finale des Dramas verarbeitet dann schließlich auf sehr bildliche Art und Weise anhand einer gefrorenen Wasserdecke die scheinbar unüberwindbare Barriere, die zwischen Ali und seinem Sohn (der wohl eine Metapher für Alis „gute“ Seite ist) herrscht. Dass Ali es schließlich dennoch schafft, zu seinem Sohn durchzudringen, schließt seine den ganzen Film über fortlaufende Entwicklung als Charakter ab und so kommt es zu etwas, das man durchaus als „Happy End“ bezeichnen könnte. Und auch Stéphanie schafft es, sich neu zu erfinden (Tattoos sind eines der Anzeichen für ihr sich regenerierendes Selbstwertgefühl) und sich somit doch noch aus der als unüberwindbar empfundenen Einschränkung durch ihre Behinderung zu befreien.

Bild und Ton sind auf höchstem Niveau, während die Extras leider etwas bescheiden ausfallen: Neben einigen Deleted Scenes bietet die Blu-ray lediglich ein zweiminütiges Video, das die Special Effects die hinter Stéphanies amputierten Beinen stecken zum Thema hat.

Fazit:
Das intensive Arthousedrama begeistert durch seine brutale Ehrlichkeit, zwei tolle Hauptdarsteller und ein bemerkenswert konsequentes Drehbuch.

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by Jonas Hoppe
Bilder © Universum Film