Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition) - Blu-ray

Blu-ray Start: 12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 237 min

Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Leutnant John Dunbar (Kevin Costner) lässt sich 1863 an die äußerste Grenze der Zivilisation an einen einsamen Posten im Indianergebiet versetzen. Er will den Wilden Westen erleben, bevor es ihn nicht mehr gibt. Einsamkeit und die Angst vor den Sioux prägen seinen Alltag, doch die Indianer nehmen ihn in ihren Kreis auf und geben ihm den Namen „Der mit dem Wolf tanzt“. Der scheinbare Friede hat jedoch ein abruptes Ende, als die Armee den „Indianerfreund“ aufspürt…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Winkler Film
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Dokumentation "The Creation of an Epic" (75 Min.), Dokumentation "A Day in the Life of a Western Frontier" (15 Min.), Making-Of (21 Min.), Musikvideo, Trailer, TV-Spot, Animierte Fotogalerie, Dreharbeiten, Präsentationsfilm "Second Wind"

DVD und Blu-ray | Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition)

Blu-ray
Der mit dem Wolf tanzt (Kinofassung) Der mit dem Wolf tanzt (Kinofassung)
Blu-ray Start:
12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 181 min.
Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition) Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition)
Blu-ray Start:
12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 237 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Der mit dem Wolf tanzt (Kinofassung) Der mit dem Wolf tanzt (Kinofassung)
DVD Start:
12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 174 min.
Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition) Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition)
DVD Start:
12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 227 min.

Blu-ray Kritik - Der mit dem Wolf tanzt (Extended Edition)

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 10/10
Gesamt: | 9/10


„Die besten Filme aller Zeiten“ – so lautet der Werbeslogan von Kabel1, sofern es sich um einen Spielfilm im Programm handelt. In den letzten knapp drei Jahrzehnten flimmerte schon unzählige Male Kevin Costners Epos „Der mit dem Wolf tanzt“ auf den TV-Bildschirmen. Für 12 Oscars nominiert, mit 7 ausgezeichnet, darunter auch mit Oscars für den besten Film, die beste Regie sowie das beste adaptierte Drehbuch, bleibt dieses monumentale Werk auch knapp 30 Jahre nach seinem Release und auch in seiner Langfassung, welche mit ca. 56 Minuten mehr Spielzeit geschlagene 236 Minuten dauert, ein wunderschöner und epischer Film, der beeindruckend gut gealtert ist und inszenatorisch auf sämtlichen Ebenen ein in der Filmlandschaft selten erreichtes Niveau besitzt.

Kevin Costner in Der mit dem Wolf tanzt
Kevin Costner in Der mit dem Wolf tanzt © Winkler Film GmbH
Viel über die Handlung braucht man nicht zu erzählen. Inhaltlich ist der Film was Handlungsstränge, Konflikte, Dialoge und letztlich auch Dramaturgie angeht, doch alles andere als vollgepackt, was in diesem Fall nicht als Kritik verstanden werden sollte. Der Film beeindruckt mit unglaublich schönen Landschaftsaufnahmen und toller Musik, die auf rührende Art und Weise harmonieren. Es ist die Schönheit der Natur in Verbindung mit toller orchestraler Musik und einer faszinierenden Kameraarbeit, die einen zum Staunen bringt. Costner schafft es hier mit Weitaufnahmen der Prärie eine angenehme Atmosphäre zu kreieren, die einen hohen Gänsehautfaktor bereit hält. Dabei dominiert die Musik den ganzen Film und ist nie deplatziert, sondern untermalt gefühlvoll stets die Bilder, welche die scheinbar unendliche Weite des noch unberührten wilden Westens auf epischer Art und Weise zeigen. Der mit dem Wolf tanzt grenzt in diesem Aspekt schon fast an einen Feel-Good-Film, da er ein friedliches und unbeschwertes natürliches Leben aufzeigt, das imponiert und ein positives Ambiente ins Wohnzimmer transportiert.

Kevin Costner und Graham Greene in Der mit dem Wolf tanzt
Kevin Costner und Graham Greene in Der mit dem Wolf tanzt © Winkler Film GmbH
Es ist natürlich klar, dass, unabhängig davon welche Fassung man sich anschaut, ausreichend Sitzfleisch benötigt wird, um diesen Film genießen zu können. Aus persönlicher Sicht sollte erwähnt werden, dass die 183 minütige Kinofassung bisher noch nicht geschaut wurde, sodass ein Vergleich hierzu nicht möglich ist und diese Rezension sich ausschließlich auf die Extended Edition bezieht. Hier lässt sich Costner extrem viel Zeit, um seiner Figur Leutnant John Dunbar, welche ebenfalls von ihm verkörpert wird, Tiefe und individuelle Charakterzüge zu geben bzw. schlichtweg Leben einzuhauchen. Mit einem tollen Voice-Over, welches auch, wie auch der gesamte Film, ebenfalls in der deutschen Fassung funktioniert, bringt die Figur John Dunbar sich selbst sowie auch die gesamte Situation in der er sich befindet dem Zuschauer näher. Wie für den Zuschauer, ist auch für ihn der wilde Westen zum damaligen Zeitpunkt unerforscht. Die unberührte Natur und der Realismus in den Bildern auf der einen Seite sowie seine Erfahrung als Mensch und seine meist ruhige Art auf der anderen, gepaart mit epischer Filmmusik lassen hier eine beeindruckende Einführung in die Geschichte entstehen, die natürlich sehr langsam vorangeht, aber für dieses Genre und diese Art des Storytellings genau richtig ist.

Lieutenant Dunbar (Kevin Costner ) freudnet sich mit den Ureinwohnern an
Lieutenant Dunbar (Kevin Costner ) freudnet sich mit den Ureinwohnern an © Winkler Film GmbH
Es wurde nun mehrfach die Musik und die Kameraarbeit hervorgehoben. Wenig überraschend ist es, dass der Film in diesen beiden Kategorien auch den Oscar erhalten hat. Eine andere Ebene erreicht der Film, wenn Dunbar näheren Kontakt zu den amerikanischen Ureinwohnern aufnimmt und trotz der Sprachbarrieren auf beiden Seiten eine gewisse Völkerverständigung stattfindet, die sympathisch und rührend zugleich ist. Eine Völkerverständigung, die einem Ideal entspricht, welche es zur damaligen Zeit gebraucht hätte, um den Genozid und die beinahe vollständige Vertreibung und Ausrottung der Indianerstämme zu verhindern. Costner erzählt dies hier mit sehr viel Ruhe und Liebe, nimmt sich die notwendige Zeit für Dialoge, die nicht zwingend einen direkten Handlungsfortschritt bedeuten und gibt jeden Charakter Zeit, damit der Zuschauer ihn besser kennenlernen kann. Er hetzt über drei Stunden nicht und zieht erst gegen Ende das Tempo an, was einer der Schwächen des Films ist, auf welche später näher eingegangen wird. Denn zunächst einmal soll es um die erzählerischen Stärken des Films gehen, von denen es eine Menge gibt. Das Drehbuch schrieb der 2015 verstorbene Autor Michael Blake, der auch den ursprünglichen Roman, auf den der Film basiert, geschrieben hat. Er trifft hier, was die Figurenzeichnung und die Dialoge angeht, eine ganz feine Tonalität, die voller Empathie und Sensibilität steckt. Er bringt einem den Indianerstamm der Sioux näher, gibt einem eine besondere und womöglich auch sehr detailgetreue Vorstellung, wie es vor ca. 150 Jahren im Westen Amerikas aussah und welches Leben die dortigen Menschen damals führten. Er zeigt Ausschnitte vom Alltag und zeigt zwar oberflächlich, aber zugleich liebevoll, das Zusammenleben des Stammes, die der damaligen rassistischen Wahrnehmung der amerikanischen Armee, mehr als widerspricht. Der Film setzt gewissermaßen ein Denkmal für die verstorbenen Indianer.

Kevin Costner und Mary McDonnell in Der mit dem Wolf tanzt
Kevin Costner und Mary McDonnell in Der mit dem Wolf tanzt © Winkler Film GmbH
Neben der atemberaubenden Optik ist der Cast mehr als lobenswert. Kevin Costner führte hier Regie, produzierte den Film mit und spielte die Hauptrolle. Es war sein Regiedebüt und erhielt hierfür gleich den Oscar. Genau genommen waren es 2 Oscars an jenem Abend, da er ihn ebenfalls als Produzent für den Oscar als besten Film erhalten hat. Über seine Tätigkeit als Regisseur in diesem Film muss nochmal gesondert näher eingegangen werden. Zunächst geht es um sein Schauspiel, wo er ebenfalls hier auf ganzer Linie überzeugt. Mit einer im positiven Sinne bescheidenen und ruhigen Performance erobert er die Aufmerksamkeit des Zuschauers und er ist einen von Beginn an sympathisch. Auf der vierstündigen Reise durch den Wilden Westen begleitet man ihn gerne und man entwickelt schnell Sympathie und Empathie für John Dunbar. Graham Greene als heiliger Indianer-„Häuptling“ namens Strampelnder Vogel zeigt eine wirklich charmante Performance voller Charisma, Humor und Intelligenz, für die er sich, wie auch Costner, die Nominierung verdient hat. Zwar gingen beide letztlich in diesen Kategorien leer aus, doch es sind über den ganzen Cast hinweg starke Performances zu bewundern. Insbesondere Mary McDonnell, die als Weiße bei den Sioux aufgewachsen ist, zeigt hier eine außergewöhnliche Leistung mit sehr viel Sensibilität, Energie und Glaubwürdigkeit. Hier meistert sie eine wirklich große Herausforderung, was ihr hoch anzurechnen ist.

Der mit dem Wolf tanzt: Büffeljagd
Der mit dem Wolf tanzt: Büffeljagd © Winkler Film GmbH
Was aber Costner hier als Regisseur leistet, ist mehr als beeindruckend. Man bekommt davon schon einen kleinen Eindruck, wenn man sich das Bonusmaterial anschaut. Aber welch bildgewaltiges, episches und vor allem gefühlvolles Werk er geschaffen hat, ist auch 29 Jahre nach Kinostart mehr als beeindruckend. Kein CGI, alles handgemachte Action, alles an echten Kulissen in der Natur gedreht -mit unglaublichem Geschick und gelungenen praktischen Effekten erschuf er hier einen Film, der auch in 100 Jahren funktionieren wird. Umso tragischer ist es, dass er erzählerisch im letzten Viertel (was in diesem Film die letzte Stunde bedeutet) zwar dramatischer wird, Spannung aufnimmt und sich dramaturgisch zuspitzt, doch das Erzähltempo unverhältnismäßig stark angezogen wird. So wird der ganze Konflikt mit den amerikanischen Soldaten, Kevin Costners Figur sowie den Indianern im letzten Viertel schnell abgehandelt, sodass rückblickend zu viel Zeit für die Einführung und dem Mittelteil aufgewendet wurde, welches man besser in diesen Teil der Erzählung einbauen hätte müssen. Dies schmälert leider auch das Gesamtbild des Films bis zu einem gewissen Grad, weswegen es „nur“ zu einer sehr guten Bewertung reicht.

Kevin Costner und Graham Greene in Der mit dem Wolf tanzt
Kevin Costner und Graham Greene in Der mit dem Wolf tanzt © Winkler Film GmbH
Bild:
Was die Bildqualität angeht, ist er im Vergleich zur Bildgewalt des Filmes nicht minder überwältigend. Zwar gibt es hier natürlich Filmkorn, da Costner natürlich, der damaligen Zeit entsprechend, analog gedreht hat. Dies passt sich dem Genre jedoch perfekt an. Denn ein kristallklares, kornloses, scharfes Bild wäre ungeeignet. Denn hier muss man hervorheben, dass die Farben satt sind und die Bilder ihre Pracht vollends entfalten können.

Ton:
Ebenfalls kommt der dominierende Soundtrack durch die DTS-HD MA 7.1 Soundkodierung zur Entfaltung. Dank der tollen Soundqualität sowohl in der deutschen Version als auch in der Originalfassung erklingt die Musik und die Action immens kraftvoll und natürlich. Auch hier schafft es die Blu-ray die Atmosphäre ins Wohnzimmer zu verlagern.

Extras:
Das Bonusmaterial ist äußerst umfangreich und hat eine längere Laufzeit als mancher Film. In den 2,5h gibt es die Dokumentation „the creation of an epic“ (75min), ein Making-of (22min), die Doku „a day in the life of a western frontier“ (15min) sowie ein spannendes und interessantes Video zu den Dreharbeiten. Darüber hinaus kann man den Film mit einem Audiokommentar von Kevin Costner und Produzent Jim Wilson sehen sowie mit einem Audiokommentar mit Kameramann Dean Semler und Editor Neil Travis. Außerdem gibt es den deutschen und englischen Trailer, ein Musikvideo zum Film, einen TV-Spot sowie den Präsentationsfilm „Second Wind“ und eine animierte Fotogalerie. Es ist ein umfangreiches Bonusmaterial, das wirklich ein Bonus ist. Man bekommt einen tollen Einblick in die Entstehungsgeschichte, sieht Costner hautnah bei der akribischen Dreharbeit zu, jeder kommt in den Videos zu Wort und man bekommt einen tollen Einblick hinter den Kulissen dieses Herzensprojekts sowie auch erweiterte Infos zur Kultur und der Thematik, die dem Ganzen zugrunde liegt.


Fazit:
Der Film bietet kleine erzählerische Schwächen im letzten Viertel was das Erzähltempo angeht und man braucht enorm viel Sitzfleisch. Ansonsten ist der mit dem Wolf tanzt großes epochales Kino, das die Spiritualität der Kultur und die Schönheit der Natur in unnachahmlicher Art und Weise verschmelzen lässt. Schlichtweg ein schöner und zeitloser Film.

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by Morteza Wakilian
Bilder © Alive / Winkler Film