Der andere Liebhaber - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.05.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min

Der andere Liebhaber Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Als sich die attraktive Chloé in ihren Psychotherapeuten Paul verliebt, scheinen all ihre Probleme gelöst. Sie zieht mit ihm zusammen, doch schon bald merkt sie, dass er ihr etwas verheimlicht. Durch Zufall entdeckt Chloé, dass Paul einen Zwillingsbruder hat, der ebenfalls Therapeut ist. Von Neugier getrieben begibt sie sich bei ihm in Behandlung und ist geschockt: Obwohl er ihm äußerlich aufs Haar gleicht, ist Louis das völlige Gegenteil seines Bruders – arrogant, zynisch und besitzergreifend. Trotzdem fühlt sich Chloé von ihm angezogen und gerät in ein gefährliches Geflecht aus Begierde und Täuschung.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Deleted Scenes, Interviews, Probeaufnahmen und Kostümproben, Entwürfe für das Kinoplakat, Trailershow, Wendecover

DVD und Blu-ray | Der andere Liebhaber

Blu-ray
Der andere Liebhaber Der andere Liebhaber
Blu-ray Start:
25.05.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Der andere Liebhaber Der andere Liebhaber
DVD Start:
25.05.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

Blu-ray Kritik - Der andere Liebhaber

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


In Hollywood war der Erotikthriller in den 80er- und 90er Jahren mit klassischen Vertretern wie "Basic Instinct" oder "Eine verhängnisvolle Affäre" nahezu ein Standard des Mainstreams, mittlerweile ist er zu einem fast vergessenen Relikt der Vergangenheit geworden – wenn man von der "Fifty Shades"-Reihe absehen möchte. Dennoch wird man gerade im europäischen Kino immer wieder fündig, so auch bei François Ozons neuestem Streich "Der andere Liebhaber", ein psychosexuelles Verwirrspiel mit jeder Menge nackter Haut und abstrusen Twists in edler Hochglanzoptik. Ozon spielt hier nach allen Regeln der Kunst mit Doppelgänger- und Zwillingsmotiven, lässt seine psychologisch fragile Hauptfigur ständig aus Träumen erwachen, wodurch er eine latent paranoide Grundstimmung aufbaut, die einen besonders in der ersten Hälfte bei der Stange hält. Auch wenn man die ganze Zeit wissen möchte, zu welcher Auflösung Ozon führen will, strapaziert er mit dieser stilisierten Fingerübung trotz einfallsreicher Sexszenen aber auch etwas die Geduld des Zuschauers.

Der andere Liebhaber: Jérémie Renier und Marine Vacth
Der andere Liebhaber: Jérémie Renier und Marine Vacth (© 2017 - MANDARIN PRODUCTION - FOZ - MARS FILMS - FILMS DISTRIBUTION - FRANCE 2 CINÉMA - SCOPE PICTURES /JEAN-CLAUDE MOIREAU)
Ozon eröffnet den Film mit einer stillen Einstellung einer jungen Frau, die ihre langen Haare schneiden lässt und am Ende mit einem Kurzhaarschnitt eine große Stilwandlung vollzogen hat. Noch viel aufsehenerregender und provokanter ist jedoch die nächste Einstellung, die überaus explizit ist und geschickt mit der Wartungshaltung des Zuschauers spielt. Diese soll hier jedoch nicht gespoilert werden, jedoch darf gesagt werden, dass die Überblendung zur nächsten Einstellung in seiner Verbindung aus filmästhetischer Anmutung und thematischer Dichte direkt zu den cleversten Einfällen dieses Films gehört. Hier wird nämlich direkt ein visueller Zusammenhang zwischen der Sexualität und der psychologischen Beschaffenheit der Hauptfigur geschaffen, der so nur in filmischer Form möglich ist. Hierbei handelt es sich um die junge Pariserin Chloé (Marine Vacth aus Ozons "Jung & schön"), ein ehemaliges Model, das aufgrund ihrer lange anhaltenden und vermutlich psychosomatisch begründeten Bauchschmerzen von ihrer Frauenärztin zu einem Psychologen verwiesen wird. Chloé fühlt sich leer und unglücklich, hat kaum Liebeserfahrung, sie ist auf der Suche, weiß aber nicht nach was. Als sie sich dem attraktiven, einem Männermagazin entsprungen scheinenden Psychologen Paul (Jérémie Renier) anvertraut und sich zunehmend öffnet, verbessert sich auch ihr seelischer und körperlicher Zustand und sie findet einen Job als Wärterin in einem Museum. Doch als Louis nach einigen Wochen Gefühle für seine Patientin entwickelt, fühlt er sich gezwungen, die Therapie zu beenden, woraufhin die beiden ein Paar werden.

Der andere Liebhaber: Marine Vacth und Jérémie Renier
Der andere Liebhaber: Marine Vacth und Jérémie Renier (© 2017 - MANDARIN PRODUCTION - FOZ - MARS FILMS - FILMS DISTRIBUTION - FRANCE 2 CINÉMA - SCOPE PICTURES /JEAN-CLAUDE MOIREAU)
Chloé scheint ihr Glück gefunden zu haben, doch als sie durch Zufall beim Umzug einen Reisepass von Louis mit anderem Nachnamen findet, kommen erste Zweifel an ihrem neuen Partner hoch. Dass sie Louis beim Vorbeifahren mit der Straßenbahn auch noch mit einer anderen Frau zu sehen glaubt, verstärkt ihr Misstrauen natürlich weiter, auch wenn Louis darauf pocht, dass sie sich getäuscht haben muss. Es stellt sich jedoch heraus, dass Louis tatsächlich einen Zwillingsbruder namens Paul hat, den er jedoch verleugnet. Chloé macht den ebenfalls als Psychologen praktizierenden Paul ausfindig und lässt sich unter falschem Namen auch von ihm therapieren. Auch mit ihm beginnt sie schließlich eine stürmische Affäre...

Immer wieder lässt Ozon den Zuschauer hier im Dunkeln tappen. Ist die psychologisch fragile Chloé, aus deren Augen man diesen Film erlebt, überhaupt vertrauenswürdig? Was führt Louis im Schilde? Wie sieht es mit dem deutlich dominanteren, aggressiveren und zynischeren Gegenstück Paul aus? Was hat es mit Chloés übertriebe freundlichen Nachbarin auf sich? Und was haben die immer wieder auftauchenden Katzen, ob ausgestopft oder lebendig, zu bedeuten? Traum und Realität verschwimmen hier immer wieder und man ist als Zuschauer in einem permanent unklaren Schwebezustand gefangen, bei dem man alles Gezeigte hinterfragen muss. Das ist Ozon spannend gelungen, denn man weiß wirklich über weite Strecken nicht, wohin die Reise führen wird. Seine Inszenierung ist gewohnt stylisch, hier arbeitet er zum ersten Mal mit Kameramann Manuel Dacosse, der vor allem durch die eindrucksvollen Bilderwelten von "Amer" und "Der Tod weint rote Tränen" für Aufsehen gesorgt hat. Ozon ergötzt sich regelrecht bei jeder Gelegenheit an zahlreichen Reflektionen, baut aber auch darüber hinaus einfallsreiche visuelle Spielereien wie Split Screens oder eben erwähnte raffinierte Überblendungen ein.

Der andere Liebhaber: Jacqueline Bisset und Marine Vacth
Der andere Liebhaber: Jacqueline Bisset und Marine Vacth (© 2017 - MANDARIN PRODUCTION - FOZ - MARS FILMS - FILMS DISTRIBUTION - FRANCE 2 CINÉMA - SCOPE PICTURES /JEAN-CLAUDE MOIREAU)
Diese symbolische aufgeladene formale Ebene überzeugt und erinnert nicht nur in dieser Hinsicht an offensichtliche Vorbilder wie Brian De Palma, Roman Polanski oder insbesondere David Cronenbergs Gynäkologen-Zwillinge-Film "Die Unzertrennlichen". Das Zwillingsmotiv ist hier allgegenwärtig und spürbar von fasziniertem Interesse für Ozon, der seine Charaktere gerne gelegentlich Monologe über die Thematik vortragen lässt (siehe kannibalische Zwillinge). Die Paranoia der Hauptfigur wächst zunehmend, während Ozon zumindest scheinbar mehr und mehr Hintergründe dieser geheimnisvollen Geschichte freigibt, um letztlich natürlich zu einem denkbar abstrusen Finish zu gelangen, das mit gleich mehreren Twists aufwartet. Zufriedenstellend ist das dann nicht wirklich, man kann nicht mal sagen, dass der etwas überstürzt wirkende Schluss letztlich viel Sinn macht oder überhaupt einfach zu verstehen ist.

Dennoch, über weite Strecken ist "Der andere Liebhaber" ein interessanter und vor allem stilistisch gelungener Film, der mit seinen trashigen Thrills und seinen freizügigen, gelegentlich perversen Sexszenen durchaus Spaß machen kann. Nur zu viel nachdenken sollte man über diese konfuse Geschichte sicherlich nicht, auch wenn hier durchaus einiges an psychologischer Hintergründigkeit geboten wird.

Der andere Liebhaber: Jérémie Renier und Marine Vacth
Der andere Liebhaber: Jérémie Renier und Marine Vacth (© 2017 - MANDARIN PRODUCTION - FOZ - MARS FILMS - FILMS DISTRIBUTION - FRANCE 2 CINÉMA - SCOPE PICTURES /JEAN-CLAUDE MOIREAU)
Bild
Insgesamt ist das Bild der Blu-ray zu "Der andere Liebhaber" nur solide ausgefallen. Es fehlt hier immer wieder an Kontrast und Knackigkeit, auch die Schwarzwerte sind immer wieder etwas verwaschen. Gerade in dunklen Szenen kommen diese Schwächen erwartungsgemäß zum Vorschein. Hier kommt es auch immer wieder zu leichtem digitalen Rauschen. Die Farbpalette ist naturalistisch und in eher gedämpften Tönen gehalten, Schärfe- und Detailwerte bewegen sich auf anständigem Niveau.

Ton
Akustisch gefällt die Blu-ray-Umsetzung mit einem oft dynamischen und gelegentlich druckvollen Sound. Dialoge und Stimmen sind klar verständlich abgemischt. Umgebungsgeräusche auf den Surround-Lautsprechern sind eher sparsam verteilt.

Extras
• Interviews (François Ozon (11:24 Min.), Marine Vacth (03:21 Min.), Jérémie Renier (06:14 Min.), Jacqueline Bisset (05:51 Min.))
• Geschnittene Szenen (07:26 Min.)
• Probeaufnahmen und Kostümproben (04:51 Min.)
• Entwürfe für das Kinoplakat (02:00 Min.)
• Trailer (01:47 Min.)
• Trailershow


Fazit:
"Ein anderer Liebhaber" ist ein erotisch aufgeladenes Vexierspiel in stylischen Hochglanzbildern, das mit bizarr-perversen Sexszenen und einem latenten Gefühl von Paranoia punktet. Auf Dauer strapaziert Regisseur François Ozon mit dem zunehmend abstrusen Plot aber die Geduld des Zuschauers.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Weltkino