Das 9. Leben des Louis Drax - Blu-ray

Blu-ray Start: 21.04.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min

Das 9. Leben des Louis Drax Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Louis Drax ist kein normaler Junge. Jedes Jahr stoßen ihm unter rätselhaften Umständen schreckliche Unfälle zu, die er aus unerklärlichen Gründen immer überlebt hat. An seinem neunten Geburtstag erlebt Louis sein bisher schlimmstes Unglück: Er stürzt in eine tiefe Schlucht und fällt ins Koma. Nach dem Vorfall verschwindet Louis’ Vater (Aaron Paul) spurlos und der Junge wird in der Klinik von Dr. Allan Pascal (Jamie Dornan) behandelt. Dieser untersucht mit ungewöhnlichen Methoden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Während er immer tiefer in das Bewusstsein des Jungen vordringt, übt Louis’ Mutter Natalie (Sarah Gadon) eine seltsame Faszination auf Dr. Pascal aus …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Trailershow


DVD und Blu-ray | Das 9. Leben des Louis Drax

Blu-ray
Das 9. Leben des Louis Drax Das 9. Leben des Louis Drax
Blu-ray Start:
21.04.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Das 9. Leben des Louis Drax Das 9. Leben des Louis Drax
DVD Start:
21.04.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

Blu-ray Kritik - Das 9. Leben des Louis Drax

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 6/10


Alexandre Aja hat sich bislang mit knüppelharten Schockern wie „High Tension“, „The Hills Have Eyes“ oder „Mirrors“ einen Namen als eine der bedeutendsten Horror-Größen unserer Zeit gemacht, doch schon mit seinem letzten Film „Horns“ streckte der Franzose auch seine Fühler Richtung Fantasy aus. Mit der Adaption von Liz Jensens Roman „Das 9. Leben des Louis Drax“ erweitert Aja nun deutlich seine Spannbreite als Filmemacher, denn trotz subtil grusliger Elemente ist sein siebter Film sein erstes weitestgehend jugendfreies Werk. Das 9. Leben des Louis Drax Szenenbild„Louis Drax“ erweist sich als recht interessanter Genre-Hybrid, der zwischen Mystery, Fantasy, Familiendrama und Hitchcock-artigem Noir-Thriller schwankt, ohne je völlig Fuß zu fassen und als stimmiges Ganzes zu überzeugen. Scheinbar versucht sich Aja hier an der Art Film, die etwa Guillermo del Toro mit Kunstwerken wie „Pans Labyrinth“ oder auch Juan Antonio Bayona kürzlich mit „Sieben Minuten nach Mitternacht“ gemeistert hat, bei denen große Themen (etwa das Heranwachsen in einem schwierigen Umfeld) in einem übernatürlichen Rahmen behandelt werden.
Louis Drax (Aiden Longworth) ist kein gewöhnliches Kind, denn schon sein ganzes Leben war er immer wieder Opfer von bizarren Unfällen (herunterfallende Kronleuchter, Stromschläge, Ertrinken etc.), die jedem anderen Menschen vermutlich schon längst das Leben gekostet hätten. An seinem neunten Geburtstag scheint es schließlich soweit zu sein, als er von einer Klippe ins Meer stürzt und anschließend im Krankenhaus für tot erklärt wird. Doch Louis erwacht kurz vor seiner Obduktion in der Leichenhalle und fällt schließlich ins Koma. Dieser Vorfall erweckt die Aufmerksamkeit des renommierten Koma-Experten Dr. Allan Pascal (Jamie Dornan), der sich näher mit Louis beschäftigt und sich dabei auch seiner Mutter Natalie (Sarah Gadon) annähert. Louis Vater Peter (Aaron Paul), mit dem Natalie ein angespanntes Verhältnis hatte, ist seit dem Vorfall verschwunden. Nach und nach forscht Pascal nach, welche Geheimnisse sich hinter der Familie Drax verbergen, bis schließlich mysteriöse Briefe bei Natalie eingehen, die scheinbar von ihrem eigenen Sohn verfasst wurden…

„Das 9. Leben des Louis Drax“ tut sich von Beginn an schwer, dem Zuschauer eine Geschichte zu präsentieren, die wirklich zu packen weiß. Problematisch ist da zum einen die Titelfigur, die mittels atemloser Erzählstimme über weite Strecken des Films das Geschehen kommentiert. Das 9. Leben des Louis Drax SzenenbildLeider handelt es sich bei Louis um den Typ Kinderfigur, die schlichtweg mit ihrer bemüht wirkenden neunmalklugen und sonderbaren Art nervt und damit für wenig Empathie beim Zuschauer sorgt. Louis ist eine rein filmische Kreation, wie man sie in der Realität mit ihrer redegewandten und oft unerträglich frechen und arroganten Art weder begegnen würde noch ausstehen könnte. Die Story entfaltet sich eher behäbig über zahlreiche Rückblenden und trotz stimmiger Atmosphäre und starker Bilder von Ajas Stammkameramann Maxim Alexandre involviert der Film nur bedingt. Tonal schwankt der Film wie eingangs erwähnt, gerade der Vorspann mit den überzogen-komisch inszenierten Unfällen von Louis und seiner Erzählstimme lassen auf einen eher verschroben-schrulligen Erzählton à la Jean-Pierre Jeunet vermuten, eine Erwartungshaltung, die sich jedoch nur bedingt bestätigt.

Neugierig macht der sich behutsam entfaltende Film mit seinen zahlreichen Geheimnissen sicherlich, man weiß nie, wohin uns Aja und Drehbuchautor Max Minghella führen werden, jedoch bleibt auch Jamie Dornan in der zentralen Rolle eher blass. Auch die sich entwickelnde unterkühlte, chemielose und klischeehafte Romanze zwischen seiner Figur und der unterkühlten Natalie lässt völlig kalt. Lebendig wird „Das 9. Leben des Louis Drax“ allerdings dann, wenn in Rückblenden der immer gern gesehene Aaron Paul zu sehen ist, der das Potential hat, jeden Film durch seine Mitwirkung interessanter zu machen. Seine Grundintensität und hohe emotionale Bandbreite ist auch in dieser mysteriösen Rolle des fürsorglichen Vaters zu bewundern und spätestens am Ende rührt seine Performance sogar. Das 9. Leben des Louis Drax SzenenbildSchade nur, dass Paul hier zu wenig gefordert wird und seine Auftritte eher eine Rarität in Ajas Film bleiben.

„Das 9. Leben des Louis Drax“ ist sicherlich für seine filmische und erzählerische Ambition zu bewundern, doch trotz einiger interessanter und vielversprechender Bestandteile findet der Film nie ganz zu sich. Man wird eher immer wieder an verwandte und bessere Filme erinnert, denen es überzeugender gelungen ist, tonale Wendungen zu meistern, magischen Realismus mit interessanten Figuren und einer spannenden Handlung zu verknüpfen. Die Stilübungen und filmischen Referenzen (siehe das an Hitchcocks „Vertigo“ erinnernde San Francisco im Nebel-Setting und Sarah Gadon als eisige Femme Fatale-Figur) von Aja sorgen leider eher für zusätzliche Distanz, wodurch der Film insgesamt auch größtenteils kalt lässt. Letztlich sind es dann primär die emotionalen und wahrhaftigen Momente zwischen Vater und Sohn, die den Film fast noch retten.

Bild
In Sachen technischer Umsetzung weiß die Blu-ray durchweg zu gefallen. Das angenehm lebhafte Bild erfreut durch bestechende Schärfe- und Detailwerte, aber auch hohen Kontrastumfang und starke Schwarzwerte. Die Farbpalette ist eher gedämpft, was jedoch Teil der gewünschten Ästhetik des insgesamt hübsch anzusehenden Films ist. Nur an wenigen Stellen kommt es zu geringfügigem Rauschen, das man leicht verschmerzen kann.

Ton
Das 9. Leben des Louis Drax Szenenbild Auch bezüglich Akustik überzeugt die Blu-ray. Die verlustfreien 5.1 DTS-HD-Tonspuren füttern die Surround-Kanäle konstant mit differenzierten atmosphärischen Geräuschen und der stimmungsvollen Filmmusik, wodurch es nicht schwer fällt in die Welt des Films einzutauchen. Die Frontlautsprecher erfreuen außerdem durch ihre klare und verständliche Abmischung der Dialoge. An wenigen Stellen wird es hier auch etwas dynamischer, beispielsweise beim Anschwellen von der Musik, wobei auch der Subwoofer mal zur Geltung kommen kann.

Extras
Als Bonusmaterial liefert die Blu-ray lediglich übliche Presse-Interviews mit Cast & Crew mit einer Laufzeit von gut 12 Minuten und die obligatorische Trailershow.


Fazit:
„Das 9. Leben des Louis Drax“ erweist sich leider als eher unausgegorene Genre-Mischung, deren Einzelteile interessanter sind als das finale Ganze. Dennoch überzeugt zumindest die audiovisuelle Inszenierung mit schöner orchestralen Filmmusik und atmosphärisch dichten Bildern, die blassen und/oder unsympathischen Figuren sorgen jedoch für Langeweile.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film