Das letzte Schweigen - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.03.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min

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Inhalt

Als auf den Tag genau 23 Jahre nach dem Mord an der kleinen Pia ein weiteres Mädchen am selben Tatort erschlagen wird, lähmt Entsetzen die sommerlich heiße Kleinstadtidylle. Pias trauernde Mutter Elena Lange (Katrin Sass) erinnert sich an die damalige grausige Tat ebenso wie Ex-Kommissar Krischan Mittich (Burghart Klaußner), der die Ermittlungen leitete und den Fall nie aufklären konnte. Er bittet seinen jungen Kollegen David Jahn (Sebastian Blomberg) um Hilfe, weil der offiziell zuständige Ermittler Matthias Grimmer (Oliver Stokowski) sich weigert, die Parallelen der Fälle zur Kenntnis zu nehmen. Am heftigsten erschüttert ist jedoch Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring), der den Mord zusammen mit Peer Sommer (Ulrich Thomsen) an Pia begangen und dann erfolgreich verdrängt hat. Bis heute.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews
Kino-Trailer
TV Spot

Video on demand - Das letzte Schweigen

DVD und Blu-ray | Das letzte Schweigen

Blu-ray
Das letzte Schweigen Das letzte Schweigen
Blu-ray Start:
25.03.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Das letzte Schweigen Das letzte Schweigen
DVD Start:
25.03.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

Blu-ray Kritik - Das letzte Schweigen

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Die Sonne steht hell am Himmel, die Kornblumen wiegen im Wind und das Getreide bildet ein goldgelbes Feld bis zum Horizont. Und mittendrin die Vergewaltigung einer Jugendlichen. Das letzte Schweigen erzählt die Geschichten mehrerer Protagonisten, die diese Vergewaltigung und der anschließende Mord in Gang setzen. Und obwohl der Täter und sein Komplize ebenso zu den Zahnrädern der Handlung gehören wie ein pensionierter Polizeikommissar und seine sich noch im Dienst befindlichen Kollegen, ist Das letzte Schweigen nur auf dem Papier ein Thriller. Natürlich ermittelt die Polizei, natürlich verbergen sich die Täter, doch die Motive des auf dem Kriminalroman von Jan Costin Wagner basierenden Plots orientieren sich nur grob an dem Handlungsgerüst eines Thrillers, um die Abgründe der Figuren zu schildern.

Und derlei gibt es so einige: Eine Mutter trauert um ihre vor 23 Jahren ermordete Tochter, ein Kriminalbeamter um seine vor Monaten vom Krebs dahingeraffte Frau, ein Ehepaar um die verschwundene, vermeintlich tote Tochter, ein Pädophiler um seinen vermutlich einzigen Freund, der wiederum seit mehr als zwei Jahrzehnten versucht, eine Schuld zu verarbeiten. Diese Ansammlung von Hilf- und Sprachlosigkeit generiert eine durchgehend schwermütige Grundstimmung und zeigt sich zum Teil dafür verantwortlich, dass das Publikum zu keinem Zeitpunkt das Interesse verliert, obwohl faktisch nur wenig passiert. Gleichzeitig erscheint es natürlich auch recht konstruiert, zumal sich in den parallel erzählten Handlungssträngen kaum empathische Gefühle auftun, weil schlicht alle Protagonisten negativ besetzt sind, das Drehbuch trägt einfach zu dick auf.

Das kann man auch, und das ist jetzt positiv besetzt, über die Bildgestaltung und Kameraarbeit sagen, denn Das letzte Schweigen bietet hervorragende Aufnahmen, obwohl Das kleine Fernsehspiel des ZDF mitproduziert hat, ist der Look alles andere als auf TV-Film-Niveau, sondern offenbart ausdrucksstarke Kinobilder, die trotz allen Realismus wie aus einem schon lange dahingegangenen Sommer wirken (und damit wunderbar zur Vorgeschichte des Films passen). Dennoch wirkt die Regie abgeklärt, was angesichts der Tatsache, dass Regisseur Baran bo Odar hier sein erstes Werk in Spielfilmlänge abgeliefert hat, durchaus nicht selbstverständlich erscheint und einiges Talent offenbart.

Die Riege der Darsteller kann sich ebenfalls sehen lassen. Neben dem charismatischen dänischen Starimport Ulrich Thomsen überzeugt einmal mehr der sehr natürlich wirkende Wotan Wilke Möhring und in den weiblichen Nebenrollen Katrin Saß, Karoline Eichhorn und Claudia Michelsen. Das Schauspiel ist gänzlich auf ordentlichem Niveau, einzig Sebastian Blomberg neigt zum Overacting, was wohl auch seiner undankbaren Figur geschuldet sein mag.

Woran Das letzte Schweigen letztlich scheitert, ist der Stillstand der Handlung. Die kaum vorangetriebene Kriminalgeschichte wich der Charakterzeichnung, doch durch die vielen Figuren bedingt, benötigt das Script eine ganze Weile, um die Protagonisten zu etablieren, die Grundlagen ihres Innenlebens zu schildern. Doch wenn es dann endlich soweit ist, dass das Publikum die Gesamtsituation erfasst hat, passiert nichts, weiter und weiter werden die Figuren gezeigt, Nuancen hinzugefügt, ohne die die Geschichte nicht unbedingt ärmer gewesen wäre. Wenn dann doch endlich der erste Protagonist mit tragender Rolle beschließt, etwas zu unternehmen, ist ein Großteil der Spielzeit bereits vorbei, entsprechend schnell fügt sich eins zum anderen und der Film ist aus. Zumindest das Finale überrascht mit Konsequenz, die keinen Gewinner kennt, sondern fast alle Dinge offen lässt.

Insgesamt ist Das letzte Schweigen solides deutsches Kino, das handwerklich frisch wirkt, gut besetzt und phasenweise atmosphärisch ist, aber inhaltlich viel verschenkt, weil die Psychologie der Figuren zu wenig Reibungswärme erzeugt.

Die Blu-ray-Veröffentlichung überzeugt mit einem scharfen Bild und guten Farbwerten, der Ton ist passabel. Das Bonusmaterial ist überraschenderweise sehr schwach, nur einige kurze Interviews und einige Trailer haben es auf die Scheibe geschafft, ein Armutszeugnis bei einem aktuellen Film.


by Tom Schünemann
Bilder © Warner Home Video




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