Das Liebesversteck - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.01.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 82 min

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Inhalt

Vier junge Menschen fliehen von London aufs Land, um dort ihre Vorstellungen und Träume von freier Liebe und Sexualität auszuleben. Als die anfänglichen Hemmungen und Traumata der Vergangenheit zu verblassen beginnen, finden die vier Aussteiger ihr Glück weit ab von gesellschaftlichen Konventionen. Doch wird dieses Glück schon bald durch die Ankunft eines alten Bekannten gefährdet.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Neue Pierrot Le Fou
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Das Liebesversteck

Blu-ray
Das Liebesversteck Das Liebesversteck
Blu-ray Start:
29.01.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 82 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Das Liebesversteck Das Liebesversteck
DVD Start:
29.01.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 82 min.

Blu-ray Kritik - Das Liebesversteck

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Das Erotikdrama „Das Liebesversteck“ von der britischen Debütregisseurin Joanna Coates ist ein eher gewöhnungsbedürftiger und sehr langsamer Arthouse-Film über vier junge Menschen, die aus ihrem Alltag ausbrechen und in einem ländlichen Anwesen ihrer neu gewonnen Freiheit frönen. Coates bietet hier ein Kino der absoluten Entschleunigung und Ruhe, das auf Drama und Konflikt nahezu komplett verzichtet und letztlich nicht viel Substanz bietet.

„Das Liebesversteck“ (OT: Hide and Seek) ist an Konventionen ebenso wenig interessiert wie seine Figuren. Das Liebesversteck SzenenbildViel lässt sich über die Charaktere nicht sagen. Es handelt sich um britische Mittzwanziger, die wohl aus der Großstadt kommen und sich zusammenschließen, um einem herkömmlichen Leben den Rücken zu kehren. Wie die Figuren zueinander stehen, bleibt unklar, sie haben jedoch zusammengefunden, um in einem Landhaus fernab der Zivilisation, das Leah (Rea Mole) gehört, einen Neustart zu wagen. Die Figur, die am ehesten etwas definiert ist, ist Charlotte (Hannah Arterton, Schwester von Gemma). Sie ist einer langjährigen Beziehung zu dem Musiker Simon (Joe Banks) entflohen, der ihr wohl zu langweilig war. Eine Spur von Minikonflikt erscheint etwa am Ende des ersten Drittels in Form von besagtem Simon, der Charlotte überreden will, wieder zurückzukommen. Die anderen beiden Figuren Max (Josh O’Connor) und Jack (Co-Autor Daniel Metz) bleiben größtenteils unterentwickelte Hüllen, wobei Max immer wieder Anflüge von Sensibilität zeigt.

Der Film ist im Grunde eine Aneinanderreihung von Momenten, die eher eine entspannende und reflektierende Wirkung haben als eine Erzählung voranzutreiben. Im Idealfall entwickelt „Das Liebesversteck“ einen subtilen, traumartigen und meditativen Sog. Die vier jungen Leute lassen sich im Prinzip die ganze Zeit baumeln, tollen durch die Natur in Momenten, die am ehesten mit einem Terrence Malick-ähnlichen Blick auf den Einklang von Mensch und Natur zu vergleichen ist. Hierzu kommen auch die vielen bedeutungsschwangeren Blicke, die die Figuren miteinander austauschen. Dazwischen finden immer wieder vage Konversationen statt, die jedoch nur wenig Aussagekraft haben. Zur traumartigen Atmosphäre des Films trägt auch bei, dass Coates nur flüchtige Momentaufnahmen präsentiert, in sich geschlossene Szenen existieren in „Das Liebesversteck“ nur stellenweise. Ein wesentliches Element des Films und eine der primären Motivationspunkte für die vier Figuren ist die Erforschung von freier Liebe und Sexualität. Hier macht letztlich jeder mit jedem rum, auch wenn sich ab einem gewissen Punkt so etwas wie Zuneigung und damit gesellschaftliche Konventionen zwischen zwei Figuren entwickelt. An echtem Drama ist der Film zu keinem Zeitpunkt interessiert.

Der Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität wird größtenteils recht frei dargestellt. Passenderweise inszeniert Coates die erotischen Momente nicht anders wie den Rest des Films, also nur in kurzen Augenblicken. Momente, in denen Zärtlichkeiten ausgetauscht werden, sind zahlreich, eine in sich geschlossene Sexszene zeigt der Film nicht, genauer gesagt belässt er es immer beim Vorspiel und zeigt nie den eigentlichen Akt. Viel Wirkung können die Liebesszenen so nicht aufbauen, wodurch sie erstaunlicherweise eine eher unzufriedenstellende Wirkung haben, da man nie Zeit bekommt, sich auf sie einzulassen. Auch wenn Nacktheit immer wieder gezeigt wird, ist der Film so eigenartig zahm ausgefallen. Grafisch wird es eigentlich nur bei den Männern, deren Geschlechtsteile in zwei Momenten (u.a. einer eher überflüssigen Masturbationsszene) deutlich im Mittelpunkt stehen. Hier liegt der Fokus zur Ausnahme mal auf die weibliche Taxierung und nicht wie üblich den „male gaze“. Ansonsten sind die erotischen Szenen sinnlich umgesetzt, das Meiste bleibt angedeutet, es werden viele Großaufnahmen von nackter Haut und Berührungen gezeigt. Die ästhetische Herangehensweise von Coates und Kameramann Ben Hecking ist grundsätzlich eher naturalisisch, wobei der Film durchaus immer wieder Momente visueller Poesie aufweist, die wirkungsvoll mit der minimalistisch-orchestralen Filmmusk unterstrichen werden.

Die Herangehensweise, abgesehen von kleinen Ausnahmen – ein Gespräch mit den vier Protagonisten und Simon beim Abendessen ist in einer sehr langen Einstellung eingefangen – mit kurzen Momentaufnahmen zu arbeiten, erscheint leider immer wieder frustrierend. Nahezu alle Momente im Film wirken offen und unfertig, wodurch eine tiefgründigere Auseinandersetzung oder emotionale Involvierung mit den Figuren sehr schwer erscheint. Dadurch, dass sie auch so vage gezeichnet sind und ihre Motivation eher ambivalent gehalten ist, wird ein Zugang auch nicht erleichtert. Das Liebesversteck SzenenbildSo bleibt nur die ganz allgemeine Beobachtung, dass allen Figuren etwas in ihrem Leben gefehlt hat, sie auf der Suche nach sich selbst und Freiheit sind, Befreiung von Konventionen und Zwängen suchen und teilweise auch vor den nur minimal angedeuteten Dämonen ihrer Vergangenheit sind. Im schlimmsten Fall wirken die Figuren so aber recht selbstgefällig und ihre Abkehr von der Zivilisation wie ein selbstbezogener Ego-Trip. Wirklich erforschen oder hinterfragen tut Coates ihre Figuren und ihren Mini-Kult letztlich nie, wodurch sich auch der Zuschauer letztlich fragen muss, was er von all dem halten soll.

Bild
Die Umsetzung der visuellen Ästhetik des Films scheint hier gelungen zu sein. Das Bild präsentiert sich betont naturalistisch, setzt auf Imperfektion und Wärme, anstatt glatte, digitale Perfektion auszustrahlen. Diese Herangehensweise wirkt adäquat und für Filmliebhaber dürfte die etwas körnige Texturierung durchaus für Gefallen sorgen. Kontraste und Schwarzwerte sind sehr gut, Details und Schärfewerte sind zufriedenstellend, bei hellen Großaufnahmen von Körpern und Gesichtern erwartungsgemäß am Überzeugendsten. Bildfehler bleiben bis auf minimales Rauschen an wenigen dunklen Stellen aus.

Ton
„Das Liebesversteck“ ist ein primär dialogorientierter Film, dementsprechend erweist sich die akustische Umsetzung als eher zurückhaltend und frontlastig. Die Filmmusik ertönt immer mal wieder subtil aus allen Lautsprechern, selten wird auch mal der Subwoofer durchaus effektiv angesteuert. Auch vereinzelte subtile Effekte verteilen sich hin und wieder leicht räumlich. Dialoge und Stimmen werden in bester Klarheit präsentiert. Insgesamt eine völlig adäquate Umsetzung.

Extras
Leider hat es nur der Original-Trailer (01:59 Min.) und Trailer zu zwei weiteren Titeln (Clip (01:39 Min.), Lust ohne Grenzen (01:38 Min.)) auf die Disc geschafft.


Fazit:
Ein ruhiges, langsames und oft sinnliches Erotikdrama, das durchaus interessante Ansätze hat, aber letztlich mehr frustriert wie beglückt. Regisseurin Joanna Coates setzt auf einen teils traumartigen und teils naturalistischen Blick auf vier gegen gesellschaftliche Konventionen rebellierende junge Leute, die Freiheit suchen. Was die Charaktere wirklich antreibt, bleibt offen, das völlige Fehlen von Dramatik und Konflikt ist gewagt und lässt den Zuschauer eher fragend zurück.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Neue Pierrot Le Fou