Das Geheimnis des blinden Meisters - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.05.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min

Das Geheimnis des blinden Meisters Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Getrieben von der Suche nach dem sagenumwobenen Zetan (Christopher Lee) und dem Buch der Erkenntnis, begibt sich der junge Krieger Cord (Jeff Cooper) auf eine fantastische Reise durch eine ihm unbekannte mythische Welt. Begleitet wird er dabei von seinem Lehrer, dem blinden Meister Ah Sahm (David Carradine aus „Kung Fu“ und „Kill Bill“). Auf seinem gefährlichen Weg zur Erleuchtung muss er unzählige Prüfungen bestehen …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Cherrybomb Films
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Englisch)
PCM 2.0 (Deutsch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: (1,66:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Das Geheimnis des blinden Meisters

Blu-ray
Das Geheimnis des blinden Meisters Das Geheimnis des blinden Meisters
Blu-ray Start:
29.05.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Das Geheimnis des blinden Meisters Das Geheimnis des blinden Meisters
DVD Start:
29.05.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

Blu-ray Kritik - Das Geheimnis des blinden Meisters

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Ein Held im knappen Lendenschurz und mit blonder Lockenmatte, der optisch an den jungen Thomas Gottschalk erinnert. „Dracula“-Legende Christopher Lee im putzigen Ganzkörper-Strampelanzug mit Zipfelmützchen. Und „Kung-Fu“-Star David Carradine, der auf der Bambusflöte aus dem letzten Loch pfeift und sich wortwörtlich zum Affen macht: Der Fantasy-Murks „Das Geheimnis des blinden Meisters“ (Original: „Circle of Iron“, USA 1978), der nun erstmals auf Blu-ray veröffentlicht wurde, fährt allerlei Kuriositäten auf, die das Herz eines jeden Trash-Fans höher schlagen lassen. Schade nur, dass die wirre Story und nervtötendes Esoterik-Geschwafel aus dem Weisheiten-Grundkurs für angehende Meister-Schüler-Beziehungen den Spaßfaktor auf Sparflamme halten.

Dabei hat sich ein bemerkenswertes Trio „Das Geheimnis des blinden Meisters“ ausgedacht: Kein Geringerer als der legendäre Kampfkünstler Bruce Lee, Schauspieler James Coburn („Der Gejagte“) und Autor Stirling Silliphant (Oscar für das beste adaptierte Skript von „In der Hitze der Nacht“, 1968) werkelten gemeinsam an der Geschichte. Aus einem Dreh mit Coburn und Lee in den Hauptrollen wurde nach dem Tod der Todeskralle nichts, stattdessen sprangen Jeff Cooper und David Carradine („Kill Bill“) ein. Bruce Lee wird immerhin in einer Texttafel vor dem Vorspann erwähnt (der Film ist ihm zudem posthum gewidmet) und der Zuschauer wird dort frühzeitig auf den philosophischen Unterbau des Folgenden hingewiesen. Stichwort: Zen. Und das alles in einem „Land, das es nie gab und immer geben wird“. Aha!

„Circle of Iron“ spielt in einem orientalisch angehauchten, antiken Fantasy-Reich unbekannten Namens und beginnt mit ein paar Martial-Arts-Einlagen nach bekanntem „Bloodsport“-Ausscheidungsmodus. Alles mehr leidlich unterhaltsam denn wirklich packend. Als (unfairer) Sieger geht der blonde Hüne Cord (Jeff Cooper) hervor, der seinen Triumph als Rechtfertigung nimmt, sich auf die Suche nach dem Buch der Erkenntnis machen zu dürfen. Vor seiner Erleuchtung erwarten den Krieger aber etliche Prüfungen – unter anderem das Duell mit einem Affenmenschen, eine teuer bezahlte Liebesnacht mit einer Frau des Nomaden-Königs und die Konfrontation mit einem aggressiven Reitertrupp.

Mehr oder weniger zufällig kreuzt dabei immer wieder ein blinder Flötenspieler (David Carradine, der sich laut Obduktionsbericht im Jahr 2009 bei einem autoerotischen Erstickungsspiel in einem Hotelzimmer in Bangkok selbst ins Jenseits masturbierte) Cords Weg, der das Blondlöckchen mit allerlei verquasten Sprüchen ins Grübeln bringt. „Ich hab’ deine Rätsel satt“, klagt Cord daher an einer Stelle. Mancher Zuschauer mag daraufhin vorm Heimkino aufstehen und laut applaudieren. Denn wenn man ständig Sachen hört wie – „Lerne das zu hören, das nicht ausgesprochen wurde.“ „Der Narr ist der Zwillingsbruder des Weisen.“ „Man kann nicht auf dasselbe Stück Wasser zweimal treten.“ – ist das irgendwann einfach nur noch unfreiwillig komisch und der Hintersinn versickert unerkannt im Wüstensand.

Apropos Wüstensand: Dort gibt es die beste Szene des ganzen Films mit Eli Wallach (der Galgenvogel Tuco aus „Zwei glorreiche Halunken“) als The Man-in-Oil, der seit zehn Jahren in einem großen Fass mit Öl ausharrt, damit sich sein bestes Stück auflöst (!). Das hat nicht viel mit dem Rest zu tun, ist aber so herrlich absurd, das es schon wieder genial ist. Eher bemitleidenswert-schräg kommt dagegen der Auftritt von Akkord-Schauspieler Christopher Lee als Zetan daher, der dem erleuchteten (?) Cord schließlich sein Schicksal offenbart. Die Produzenten müssen Lee schon eine Menge Geld geboten haben, dass er sich dieses Kostüm andrehen ließ.
Leider wurden dem Blu-ray-Release von „Circle of Iron“ keine Extras (bis auf einen Trailer) spendiert. Dabei wäre es durchaus interessant gewesen zu erfahren, was sich die Macher um Regisseur Richard Moore bei ihrem Werk gedacht haben – und wie die Schauspieler den Film im Nachhinein bewerteten. Mäßig fällt zuweilen auch die Bildqualität aus, was sich vor allem in den Innenaufnahmen zeigt. So kommt die Weichzeichner-Liebesszene im Nomaden-Zelt mit Cord und seiner Flamme Tara sehr verwaschen, pixelig und im wahrsten Sinne des Wortes unscharf daher. Auch vom deutschen PCM 2.0-Ton sollte man keine Wunderdinge erwarten.


Fazit:
„Ein Pferd hat keinen Euter, eine Kuh kann nicht wiehern.“: Wem diese Erkenntnisse neu sind, der wird an „Das Geheimnis des blinden Meisters“ sicher seine Freude haben. Alle anderen bekommen einen zuweilen kruden 70er-Jahre-Zen-Action-Cocktail serviert, der beim Runterschlucken bereits vergessen sein dürfte. Aber Eli Wallach im Ölfass ist genial und einen Extra-Punkt wert.

by Florian Ferber
Bilder © Alive / Cherrybomb Films