Das Familienfoto - Blu-ray

Blu-ray Start: 20.09.2019
Digital VoD: 20.09.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 98 min

Das Familienfoto Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Die drei Geschwister Gabrielle, Elsa und Mao könnten unterschiedlicher kaum sein: Gabrielle arbeitet als „lebende Statue“ in Paris und ist ihrem Sohn viel zu unkonventionell. Elsa hadert mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch. Und der Spieleentwickler Mao ist trotz beruflichen Erfolgs noch gar nicht richtig im Leben angekommen. Da haben ihre getrennt lebenden Eltern ganze Arbeit geleistet. Der Vater war nie da, die Mutter, eine Psychotherapeutin, mischte sich dagegen in alles ein. Und bis heute hat sich daran nichts geändert. Die normalste ist da noch die demente Großmutter. Als der Großvater stirbt, ist die in alle Winde verstreute Familie gezwungen, sich zusammen zu raufen. Allein kann die alte Dame nicht bleiben, wie aber sollen die Kinder und Enkel eine Lösung für sie finden, wenn schon in ihrem eigenen Leben das pure Chaos herrscht…?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Das Familienfoto

Blu-ray
Das Familienfoto Das Familienfoto
Blu-ray Start:
20.09.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Das Familienfoto Das Familienfoto
DVD Start:
20.09.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 94 min.

Blu-ray Kritik - Das Familienfoto

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Der Ensemble-Film stellt sich oftmals als große Herausforderung für den Drehbuchautor heraus, hat jedoch gleichzeitig, wenn er schlau ausgespielt wird, eine große Stärke. So kann ein intelligenter Schreiber dem Publikum eine Bandbreite an Figuren vorsetzen, wodurch sich wohl jeder Zuschauer im Optimalfall mit mindestens einer Figur identifizieren kann. Drehbuchautorin und Regisseurin Cecilia Rouaud war sich dessen bei ihrem zweiten Kinofilm „Das Familienfoto“ bewusst. Gleichzeitig erkrankt das Projekt ein wenig an einer weitverbreiteten Schwäche des Ensemblefilms. Oftmals wird vernachlässigt dem Publikum eine wirkliche Hauptfigur vorzusetzen. Während Filme wie „Rogue One: A Star Wars Story“ dennoch klar um eine einzige Protagonistin gestrickt wurden, versagt ein Film desselben Franchise, nämlich „Die dunkle Bedrohung“ genau aus diesem Grund (allerdings auch aus vielen anderen). Das Ziel eines Films ist es den Zuschauer mitzureißen, ihn in seine Welt zu versetzen, ihn um die Protagonisten bangen zu lassen. Liefert man dem Publikum keine klare Hauptfigur, untergräbt man all dies, da man so dem Zuschauer keinen wirklichen Zugang zum Film gibt. Dass „Das Familienfoto“ trotz all dem funktioniert ist überraschend. Vor allem da man sich trotz einer Laufzeit von gerade mal 99 min erstaunlich viel Zeit nimmt die Figuren zu charakterisieren, in all ihren Stärken und Schwächen, wobei man sich gerade auf letztere fokussiert, da uns doch gerade diese erst zu Menschen machen. Durch die Schwächen der einzelnen entstehen die Herausforderungen ihres Lebens, diese zu überkommen wird so zur Handlung.

Chantal Lauby, Vanessa Paradis und Camille Cottin in Das Familienfoto
Chantal Lauby, Vanessa Paradis und Camille Cottin in Das Familienfoto © Alamode Film
So zeichnet man hier ein Bild einer verstreuten Familie, die erst durch den Tod ihres Großvaters wieder aufeinander trifft. Im Mittelpunkt stehen erwachsene drei Geschwister, deren Eltern sich bereits vor langer Zeit trennten. Während die Mutter Claudine (Chantal Lauby) zu präsent ist, glänzt der Vater Pierre (Jean-Pierre Bacri) vor allem durch emotionale Abwesenheit. So hat auch jedes ihrer Kinder mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Während Gabrielle (Vanessa Paradis) mit ihrem heranwachsenden Sohn viele Konflikte in Bezug auf ihre Berufswahl auszufechten hat, hinterfragt Elsa (Camille Cottin) zunehmend ihr ganzes Leben, da sie anscheinend nicht fähig ist schwanger zu werden. Parallel hat der depressive Mao (Pierre Deladonchamps) mit sozialer Interaktion und dem Alkohol sein Kreuz zu tragen. Diese beschädigten Individuen werden erst durch den Tod ihres Großvaters wieder zueinander geführt. Wodurch die Frage aufkommt, was nun mit der senilen Großmutter zu machen sei? So beginnt eine Reise, die das Leben aller beteiligten nachhaltig verändern sollte ...

Tatsächlich wird an dieser Stelle die eigentliche Geschichte rund um die Probleme der einzelnen Figuren erst losgetreten. So wird der Zuschauer zunehmend in den Film gezogen, auch da die Herausforderungen und Hürden im Leben der einzelnen Figuren selbst erstaunlich alltagsrelevant bleiben. So hat jede der Charaktere mit eigenen, dem Zuschauer in vielerlei Hinsicht vertrauten, Problemen zu kämpfen. Wie gesagt kann hier dadurch ein Ensemble entstehen, das für jeden Zuschauer mindestens eine Identifikationsfigur bereithält. So entsteht eine berührende Geschichte, die frei von Klischees das Leben dieser Figuren, sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart, detailliert darstellt, weshalb die Protagonisten für jede Handlung stets eine nachvollziehbare Motivation erhalten. Unterstützt durch ehrliches, realistisches Schauspiel gibt man den Figuren hier eine Tiefe, die man so viel zu selten zu Gesicht bekommt, vor allem wenn man sich abgesehen vom Hollywood-Kino auf ausländische Filme nicht einlassen möchte.

Chantal Lauby, Vanessa Paradis und Camille Cottin in Das Familienfoto
Chantal Lauby, Vanessa Paradis und Camille Cottin in Das Familienfoto © Alamode Film
So entwickelt sich die Handlung insgesamt schlüssig von Szene zu Szene weiter. Dass hier insgesamt aber keine einwandfrei schlüssige Dramaturgie entsteht, liegt an einigen für Charaktere und Handlung unnötigen Szenen, die so keinen Platz im Film haben. Auch schafft der Film eine etwas konstruierte und für die Figuren unwichtige Romanze. Ebenso werden einige der Probleme und Nebenplots zum Ende hin nicht schlüssig aufgelöst. So hat man das Gefühl, dass einige Szenen zu viel und doch zu wenig eingebaut wurden. Vermutlich wurde wie so oft der bessere Film am Boden des Schnittraums liegen gelassen. Doch dies sind kleinere Probleme, die hier den Gesamteindruck dieser berührenden Geschichte nur gering schmälern.

Als problematischer stellt sich hier jedoch die gesamte Präsentation heraus. Zwar kann man keinesfalls von einer wahrlich schlechten Inszenierung sprechen, von einer durchdachten allerdings ebenso wenig. Schließlich verfügt der ganze Film nicht über den Hauch einer eigenen visuelle Identität. Abgesehen von einigen netten Kamerafahrten, wird dem Zuschauer hier eine durch und durch unkreative Optik vorgesetzt. Da das Medium Film in erster Linie ein visuelles ist, enttäuscht man hier leider.

Jean-Pierre Bacri und Camille Cottinin Das Familienfoto
Jean-Pierre Bacri und Camille Cottinin Das Familienfoto © Alamode Film
Bild:
Die zu unkreative Kamera, der ideenlose Schnitt, das simple Set Design, die zu normale Beleuchtung. All dies und noch vieles mehr ziehen den optischen Genuss herunter. Da können auch die scharf auf Blu-ray transportierten Bilder keine Besserung bringen.

Ton:
Ein insgesamt schöner und durchaus stimmungsvoller Soundtrack bringt dem Film dennoch nur bedingt eine eigene akustische Identität, da er insgesamt im Genre des Dramas zu wenig heraussticht. So stellt er sich als durchaus passend heraus, aber gleichzeitig als zu unoriginell. Dennoch ist er treffend mit den Gesprächen abgemischt und sorgt für ein insgesamt stimmiges Erlebnis.

Extras:
Abgesehen von dem Trailer für den Film (und einigen anderen) ist keinerlei Zusatzmaterial vorhanden.


Fazit:
Ein Film ist immer nur so gut wie seine Figuren funktionieren. So schafft man trotz unorigineller Optik und einer fehlenden Hauptfigur, sowie dramaturgischen Schwächen, sympathische Figuren, deren Geschichte es wahrlich wert ist erzählt zu werden. Die charaktergetriebene Handlung steigert sich immer weiter, bis sie schließlich in einem überraschend schönen Ende mündet.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © Alive / Alamode




Das Familienfoto - Trailer