Darkman - Blu-ray

Blu-ray Start: 04.10.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min

Darkman Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Forscher Peyton Westlake entwickelt synthetische Haut, um damit Verbrennungsopfern zu helfen. Seine Arbeit steht kurz vor dem Durchbruch – doch dann wird Peyton brutal überfallen und mit Säure entstellt. Danach will er nur noch eines: Rache! Versteckt hinter Masken, die er aus synthetischer Haut herstellt, bleiben ihm jedes Mal genau 100 Minuten, um sich als „Darkman“ auf einen düsteren Rachefeldzug zu begeben, bevor sich die Masken selbst zersetzen. Zeit genug für den Anti-Superhelden, seinen Peinigern ein grausames Ende zu bereiten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Deutscher und englischer Kinotrailer, Bildergalerie mit Fotos vom Set und seltenem Werbematerial

DVD und Blu-ray | Darkman

Blu-ray
Darkman Darkman
Blu-ray Start:
04.10.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Darkman Darkman
DVD Start:
04.10.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

Blu-ray Kritik - Darkman

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Dass der Regisseur von „Evil Dead“ - immerhin handelt es sich hierbei um einen der meistindizierten Filme überhaupt - einmal Blockbusterproduktionen für ein Hollywoodstudio inszenieren würde, hätte wohl seinerzeit niemand ernsthaft erwartet. Doch im Jahr 2002 flimmerte die ungemein erfolgreiche Spiderman-Adaption von Sam Raimi über die Kinoleinwände und setzte den Marvel-Erfolgszug fort, der zwei Jahre zuvor von „X-Men“ eingeläutet worden war. Kaum einer der neu gewonnenen Fans dürfte allerdings wissen, dass es sich bei „Spiderman“ keineswegs um den ersten Superheldenfilm des Regisseurs handelt.
Bereits im Jahr 1990 präsentierte er mit „Darkman“ einen Film, der zwar wie eine Comicadaption wirkt, aber eigentlich keine ist – der Film basiert auf einer Kurzgeschichte des Regisseurs. Es ist sehr erfreulich, dass der sträflich unbekannte Film nun durch die Aufhebung seiner Indizierung und die Blu-ray-Veröffentlichung von Koch Media nun auch hier in Deutschland einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Denn „Darkman“ bietet ungemein packende, stilsichere Noir-Unterhaltung, die mit allerhand popkulturellen Motiven spielt und dabei unverschämt unterhaltsam daher kommt.

Payton Westlake (Liam Neeson) versucht schon seit einer Ewigkeit künstliche Haut herzustellen und diese für medizinische Zwecke nutzen zu können. Allerdings schafft er es einfach nicht, diese Haut länger als 99 Minuten am Leben zu erhalten. Dennoch kommt er einer endgültigen Lösung dieser Probleme mit jedem Tag näher und schließlich gewinnt er die Erkenntnis, dass seine Hauterzeugnisse nur im Dunkeln überleben können. Fatalerweise wird just in diesem Moment die Labortür von einigen Gangstern durchquert, die alle Forschungsergebnisse niederbrennen und versuchen den Wissenschaftler zu töten. Ein kompromittierendes Memo, das seine Freundin Julie (Frances McDormand) seiner Obhut überlassen hatte, ist der Grund für diese Grausamkeiten und stellt Paytons Leben gehörig auf den Kopf. Er hat zwar den Überfall überlebt, doch sein Gesicht ist von nun an grotesk entstellt, weshalb ihn nicht einmal seine Freundin mehr erkennt. Von nun an ist er auf sich alleine gestellt, durchstreift nachts die Straßen der moralisch verkommenen Stadt und plant seine grausame Rache…

Schon die bitterböse Eröffnungspointe, in der ein Zigarrenabschneider grotesk zweckentfremdet wird, macht den schwarzhumorig, harten Stil des Filmes deutlich und bietet lediglich einen vergleichsweise harmlosen Vorgeschmack auf die rabenschwarzen Filmminuten, die im weiteren Verlauf noch folgen werden. Auch wenn das Drehbuch nicht frei von allerhand Logiklücken und reichlich platten Dialogen ist, entfaltet der Film schnell ein enormes Unterhaltungspotential und wirkt dabei wie der wahr gewordene Traum eines Comic-Nerds. Denn obwohl dem Film keine Comicvorlage zugrunde liegt, beinhaltet er alle Zutaten, die man in einer düsteren Comicadaption erwarten würde. So ist der Film von einer Vielzahl skurriler Gestalten bevölkert, die oftmals als reine Karikatur angelegt sind und lässt seinen interessanten Antihelden in einem packenden Grundszenario agieren. Ähnlich wie beispielsweise in den „Batman“-Comics von Frank Miller, handelt es sich beim titelgebenden „Darkman“ keineswegs um einen glatt gebügelten, moralisch einwandfrei handelnden Superhelden, wie ihn uns Sam Raimi wenige Jahre später mit „Spiderman“ präsentieren sollte. Der „Darkman“ ist viel mehr ein von Rache getriebener, bemitleidenswerter Antiheld, wie man ihn in einem Film-noir der 50er Jahre erwarten würde. Man könnte die Figur als eine Mischung aus „Batman“ und dem körperlich entstellten „Phantom der Oper“ beschreiben, die in der Erfüllung ihrer Rachegelüste den einzigen Weg der Rettung sieht und auch nicht davor zurückschreckt, einen Gangster mal um seinen Kopf zu erleichtern. Gewalt spielt in Sam Raimis Film generell eine große Rolle und wird von der Regie gerne und oft als Stilmittel benutzt. Allerdings sind explizite Gewaltdarstellungen ein heutzutage selbst im Mainstreamkino („Saw“, „Hostel“) oft verwendetes Element, das inzwischen viel von seiner subversiven Sprengkraft eingebüßt hat, weshalb die Indizierung von „Darkman“ folgerichtig und völlig sinnvoller Weise aufgehoben wurde. Was die darstellerische Leistung betrifft, holt Liam Neeson das Beste aus seiner, durch die plumpen Dialoge doch arg limitierten, Figur heraus und macht in der rolle des zynischen Antihelden eine wirklich gute Figur. Unter den Nebendarstellern sticht außerdem Larry Drake als Bösewicht Robert G. Durant sehr positiv hervor und kann mit einer unglaublich diabolischen Ausstrahlung punkten. Seine Figur ist das personifizierte Böse und es macht einen Heidenspaß ihren comichaft überzogenen Gräueltaten beizuwohnen.

Die Blu-ray macht in technischer Hinsicht eine äußerst solide Figur und lässt den 23 Jahre alten Film in neuem Glanz erstrahlen. Lediglich bei den Extras wurde bedauerlicherweise gespart. Es befinden sich lediglich zwei Trailer und eine Bildergalerie mit auf der Disc.

Fazit: Mit „Darkman“ brachte Sam Raimi 1990 einen sträflich unbekannten, angenehm comichaften Film in die Kinos, der ungemein gut zu unterhalten weiß. Die vorliegende Blu-ray-Veröffentlichung von Koch Media ist eine gute Gelegenheit, sich den lange indizierten Film endlich mal zu Gemüte zu führen.

by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media Home Entertainment