Dark Places - Gefährliche Erinnerung - Blu-ray

Blu-ray Start: 21.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min

Dark Places - Gefährliche Erinnerung Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Libby Day (Charlize Theron) war erst sieben Jahre alt, als der grauenvolle Übergriff auf Ihre Familie stattfand. Als ihre Mutter Patty (Christina Hendricks) und ihre beiden Schwestern dabei umgebracht wurden. Als ihre Zeugenaussage ihren Bruder Ben (Corey Stoll) hinter Gitter brachte. Jetzt, 25 Jahre später, ist aus Libby Day eine verbitterte, einsame Frau geworden, deren Leben eigentlich keines mehr ist. Doch inzwischen gibt es eine Gruppe von Menschen, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln. Libby muss noch einmal ihre Vergangenheit aufrollen: Was hat sie in jener verhängnisvollen Nacht wirklich gesehen? Ihre Erinnerungen bringen sie in Lebensgefahr – so wie damals.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Dt.- und Original Trailer, Interviews

DVD und Blu-ray | Dark Places - Gefährliche Erinnerung

Blu-ray
Dark Places - Gefährliche Erinnerung Dark Places - Gefährliche Erinnerung
Blu-ray Start:
21.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Dark Places - Gefährliche Erinnerung Dark Places - Gefährliche Erinnerung
DVD Start:
21.04.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 135 min.

Blu-ray Kritik - Dark Places - Gefährliche Erinnerung

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


Spätestens mit David Finchers brillanter Geschlechterkampf-Bestseller-Adaption „Gone Girl“ erreichte der Name Gillian Flynn internationale Bekanntheit. Während die Autorin für Finchers messerscharfen Thriller noch ihren eigenen Roman selbst in Drehbuchform pressen konnte, nahm sie sich für die Verfilmung ihres zweiten Buchs „Dark Places“ zurück. Hier übernahm der Franzose Gilles Paquet-Brenner („Sarah’s Key“, „Walled In“) sowohl die Regie als auch die Adaption des Buchs. Dark Places - Gefährliche Erinnerung SzenenbildTrotz hochkarätiger Besetzung, der u.a. Charlize Theron, Nicholas Hoult, Christina Hendricks und Chloë Grace Moretz angehören, blieb der Film sowohl an der weltweiten Kinokasse als auch bei der Kritik unter den Erwartungen zurück, die der Erfolg von „Gone Girl“ erhoffen ließ. „Dark Places“ erweist sich als eher zwiespältige Angelegenheit, ein Thriller, der über weite Strecken ohne Spannung auskommt und eine starke Besetzung größtenteils verschwendet, aber durchaus auch nicht ohne seine Momente ist.

Libby Day (Charlize Theron) ist die einzige Überlebende eines Massakers, bei dem ihre gesamte Familie vor dreißig Jahren in ihrem Farmhaus ums Leben kam. Ihr älterer Bruder Ben (Tye Sheridan), der angeblich mit satanischen Kults in Verbindung stand, wurde damals für das grausame Verbrechen auf alleiniger Basis von Libbys Zeugenaussage verurteilt. Dreißig Jahre nach den Morden wird Libby von Lyle Wirth (Nicholas Hoult) kontaktiert, der Mitglied des „Kill Clubs“ ist, eine Ansammlung von ehemaligen Polizisten, Privatdetektiven oder anderen von ungeklärten Mordfällen Besessenen. Lyle und andere Angehörige des Clubs sind von Bens Unschuld überzeugt und überreden die in sich gekehrte und finanziell angeschlagene Libby schließlich dazu, sie bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Hierfür muss Libby natürlich alte Traumata wieder aufleben lassen, wobei sie jedoch feststellen muss, dass der Fall tatsächlich nicht so einfach gestrickt ist, wie es damals den Anschein machte…

Von Beginn an wirkt „Dark Places“ leider nur wenig elegant erzählt. Ein Anzeichen dafür ist der plumpe und wenig kreative Einsatz einer Erzählstimme, die Libbys inneren Monolog direkt aus dem Roman in den Film transferiert. Eine clevere Anpassung an das Medium Film liegt hier leider nicht vor, denn einen echten Nutzen der Erzählstimme – abgesehen von reiner Exposition – kann man kaum feststellen. Die Handlung von „Dark Places“ springt zwischen den Ereignissen der Vergangenheit und Gegenwart hin und her, wodurch es dem Film für lange Zeit schwerfällt, echte Spannung aufzubauen und den Zuschauer so zu involvieren, wie es ein guter Thriller tun sollte. Dass „Dark Places“ nicht mehr packt, liegt aber auch daran, dass seine Figuren nur unzureichend charakterisiert sind. Am auffälligsten ist das bei Libby selbst, die von der sonst so starken Charlize Theron eher müde und gelangweilt portraitiert wird. Dark Places - Gefährliche Erinnerung SzenenbildLibby ist im Grunde eine Nicht-Figur, die den ganzen Film undurchschaubar bleibt und kein echtes Innenleben, das über reines Trauma hinausgeht, offenbart. Sie zeigt eine kühle und scheinbar undurchdringliche Hülle, hinter deren eigentlich nur fragile Fassade man nur selten einen Blick erhaschen kann. So bewegt sich der Film fast schon mechanisch durch den Gegenwarts-Erzählstrang, besser ist da der Abschnitt, der im Jahr 1985 abspielt. Dafür ist Christina Hendricks („Mad Men“, „Drive“) verantwortlich, die Libbys Mutter Patty spielt. Sie spielt äußerst bewegend und sehr überzeugend eine gebrochene und verzweifelte Frau, der ihr Leben über den Kopf wächst. Sie wurde von ihrem Mann verlassen und muss vier Kinder alleine großziehen, während es ihr kaum gelingt, ihre Familie und ihre Farm über Wasser zu halten. Hinzu kommt noch, dass ihr ältester Sohn Ben mit satanistischen Kults in Verbindung gebracht wird und angeblich Mitschülerinnen in satanischen Ritualen vergewaltigt haben soll. Hendricks herzzerreißende Darstellung ist sicher das aufrichtigste und überzeugendste Element des Films, das echte Menschlichkeit evoziert und in ihren besten Momenten wirklich unter die Haut geht.

Nach und nach gelingt es Paquet-Brenner dann doch einen gewissen Sog aufzubauen. Man kann sich natürlich schon früh denken, dass hier nichts ist, wie es scheint und es ist spannend zu sehen, wie sich der Plot entwickelt. Hier wirft Flynn eine Wendung der Ereignisse nach der anderen hinein, sodass die Erzählung dann letztlich aber enorm konstruiert, wenig plausibel und verworren wirkt. In der letzten halben Stunde ist „Dark Places“ dann jedoch an seinem vitalsten Punkt angelangt, denn hier wird schließlich echte Spannung erzeugt und manch ein aufregender Moment eingebaut. Hier offenbaren sich sogar letztlich weitaus tiefere Abgründe und vor allem tragischere Dimensionen als zunächst erwartet. Besonders ein Moment nüchtern und erschreckend realistisch beobachteter Gewalt wirkt hier nach und lässt einen unerwartet zusammenzucken.

Auch wenn „Dark Places“ durchaus manch gelungenen Moment hervorbringt, zeigt sich hier letztlich bedauernswerterweise kein durchweg überzeugend erzählter Film. Der Plot ist zu konstruiert, viele Darstellungen sind überraschend hölzern und wenig überzeugend, die Erzählung ist über weite Strecken schleppend und nicht involvierend genug. Schuld daran hat Paquet-Brenner, dem es nicht gelingt, das solide Ausgangs-Material besser zu verkaufen. Dark Places - Gefährliche Erinnerung SzenenbildDer Film ist letztlich ein reiner Pulp-Thriller, der jedoch mehr sein will und tiefgreifendere Dinge über Familie, Sensationsgeilheit der Medien und die Geister der Vergangenheit sagen will, dabei aber seltsam identitäts- und gesichtslos bleibt, da er nicht recht weiß, was er sein will. Ihm gelingt es auch nicht, (mit Ausnahme von Hendricks) seine Figuren und ihre Motivationen plausibler oder interessanter zu gestalten, sodass man emotional nur wenig von der Geschichte gepackt wird. So verlässt man den Film leider eher achselzuckend und eine genauere Reflektion über die dargestellten Ereignisse ergibt zahlreiche Logiklöcher. Paquet-Brenner, Kameramann Barry Ackroyd („The Hurt Locker“, „Captain Phillips“, „The Big Short“) und Szenenbildner Laurence Bennett („The Artist“, „L.A. Crash“) gelingt es dennoch zumindest, durchaus eine dichte und düstere Atmosphäre zu erzeugen, die jedoch auch nie einen Look auf höchstem filmischen Level erreicht und letztlich eher auf gutem TV-Film Niveau operiert.

Bild
Im Großen und Ganzen sieht der digital auf Arri Alexa aufgezeichnete „Dark Places“ auf Blu-ray sehr überzeugend aus. Besonders in helleren Momenten offenbart das Bild einen hohen Schärfe- und Detailwert, in den aber auch recht zahlreichen dunklen Szenen werden Details oft stark verschluckt. Hier zeigen sich auch gelegentliche Nachzieheffekte, ansonsten ist das Bild fehlerfrei, ist kontrastreich, lebendig und plastisch.

Ton
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray in sehr guter Form. Es offenbart sich eine sehr ausgewogen abgemischte Tonspur in sehr guter Klangqualität, die immer wieder durch wuchtige und dynamische Momente effektvoll akzentuiert wird. Die Stimmwiedergabe ist erstklassig verständlich, Räumlichkeit kommt nur subtil auf, gelegentliche gezielt platzierte Umgebungsgeräusche auf den hinteren Lautsprechern sorgen lediglich für ganz dezente Raumklang-Atmosphäre. Der Subwoofer kommt an mancher Stelle überraschend kraftvoll zur Geltung, etwa bei einer Szene, in der Libby einen Club betritt, in dem tieftönige Bässe zum Einsatz kommen. Dark Places - Gefährliche Erinnerung Szenenbild

Extras
Das Bonusmaterial fällt sparsam aus. Neben den Trailern gibt es nur einen Interview-Zusammenschnitt mit Kommentaren von Christina Hendricks, Nicholas Hoult, Gilles Paquet-Brenner und Gillian Flynn. Im Prinzip das übliche EPK-Material ohne echte nennenswerte Einsichten. Interviews (25:29 Min., nicht einzeln abspielbar)
Deutscher Trailer (01:44 Min.)
Original Trailer (02:19 Min.)
Programmtipps (Die Vorsehung – Solace, Point Break, The Last Witch Hunter)


Fazit:
„Dark Places“ ist ein recht solider und atmosphärischer, aber letztlich gesichtsloser und überkonstruierter Thriller, dem es an Spannung und überzeugend gezeichneten Figuren fehlt. Trotz guter Besetzung sind die Darstellungen eher hölzern, nur Christina Hendricks brilliert in einer herzzerreißenden Darstellung, die dem Film eine willkommene, aber unzureichende menschliche Dimension verleiht.

by Florian Hoffmann
Bilder © Concorde Home Entertainment