Dario Argentos Dracula - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.08.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 110 min

Dario Argentos Dracula Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der unbescholtene Buchhalter Jonathan Harker macht auf seiner Reise von England nach Transsylvanien zum Schloss des Grafen Dracula eine grausame Entdeckung: Der umtriebige Graf verhält sich alles andere als adelig und labt sich bei seinen nächtlichen Spaziergängen am Blut der Dorfbewohner. Als Jonathan die Flucht aus dem Horrorschloss gelingt, hat der Spuk jedoch kein Ende. Dracula hat ein Auge auf Harkers Frau Mina und deren Freundin Lucy geworfen. Jetzt kann nur noch einer helfen: Vampirjäger Professor Abraham Van Helsing …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Musikvideo, Original Kinotrailer, Aufnahmen von Argentos Besuch in Wien

DVD und Blu-ray | Dario Argentos Dracula

Blu-ray
Dario Argentos Dracula Dario Argentos Dracula
Blu-ray Start:
28.08.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik
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Blu-ray Start:
28.08.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 110 min.
DVD
Dario Argentos Dracula Dario Argentos Dracula
DVD Start:
28.08.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 106 min.

Blu-ray Kritik - Dario Argentos Dracula

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 5/10


Werner Herzog, Francis Ford Coppola, Mel Brooks, Wes Craven: Welcher Regisseur hat sich nicht alles schon am Mythos Dracula abgearbeitet – von den Fließband-Filmern der legendären britischen Hammer-Studios ganz zu schweigen. Nun reiht sich Dario Argento, italienischer Giallo-Großmeister, Horror-Papst und Maestro legendärer Genre-Perlen wie „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ (1969) oder „Suspiria“ (1977), in die illustre Runde ein – und das erstmals sogar in 3D. Was immer den 73-Jährigen dazu bewogen haben mag – seien es die modernen technischen Verlockungen der dritten Dimension, an denen seit „Avatar“ offenbar kein Vorbeikommen mehr ist, oder schlicht der Versuch, dem nicht ganz von der Hand zu weisenden Vorwurf, ihm seien in seinem Spätwerk Biss und Brillanz vergangener Tage abhanden gekommen, bestmöglich entgegenzuwirken – „Dario Argentos Dracula“ („Dracula 3D“) dürfte im Schaffen des Römers eine Fußnote bleiben. Für mehr reicht es bei diesem grobschlächtigen Vampir-Vehikel leider nicht.

Schon der Einstieg geht gehörig daneben, die Flugeinlage im Vorspann über ein lausig animiertes Dorf kommt in steriler Computerspiel-Optik daher. Dann leichte Entwarnung. Gedreht im Jahr 2012, lassen die folgenden Sequenzen bei viel Gutwillen so etwas wie den altmodischen Grusel-Charme vergangener Christopher-Lee-Umtriebe aufkommen. Die Dorfkulisse in Transsylvanien mit Genre-Insignien wie Kruzifix und Knoblauch an den Wänden, der unheimliche Wald drum herum, die mürrische Bevölkerung; das ständige Gefühl einer bekannten, aber unausgesprochenen Bedrohung: Alles nicht revolutionär, aber einigermaßen stimmig und atmosphärisch eingefangen.

In diese abgeschiedene Welt Osteuropas schickt Argento die bekannten Figuren aus Bram Stokers Romanvorlage. Wie Jonathan Harker (Unax Ugalde), der hier aus England anreist, um die Bibliothek des Grafen Dracula zu katalogisieren – nichts ahnend, dass er nur Mittel zum Zweck für den Fürsten der Finsternis ist und alsbald bis zum Ende in einem Sarg verschwindet. Oder seine Frau Mina (Marta Gastini), die sich einige Tage verspätet, zunächst ihrer Freundin Lucy Kisslinger (Argentos Tochter Asia, „Triple XxX“) beisteht und später in die Liebesfänge des Oberbeißers gerät. Und dann natürlich die ewigen Gegenspieler: Graf Dracula (distinguiert im schwarzen Gehrock, aber leider zu blass: Deutschlands Hollywood-Export Thomas Kretschmann, „King Kong“, „Wanted“) und Vampirjäger Abraham van Helsing (früher mal „Blade Runner“ inzwischen Trash-Ikone: der Niederländer Rutger Hauer).

Bevor sich Jäger (der übrigens erst nach 1:12 Stunden und dann auch noch ziemlich unvermittelt auftaucht und loslegt) und Gejagter im finalen Duell gegenüberstehen, plätschert die für einen Dario-Argento-Film recht kohärente Handlung dahin, wobei es der Altmeister zu selten versteht, sein Schock-Potenzial von einst abzurufen. Als Splatter-Highlight bleibt da nur Draculas Rache an den verschwörerischen Dörflern. Dazu frönt der Regisseur seinem Tier-Faible und präsentiert einen Blutsauger als animalischen CGI-Gestaltenwandler, der als Eule, Wolf, Fliegenschwarm und computeranimierte Gottesanbeterin (!) auftaucht (Fledermaus war gestern). Der Dracula-Figur als einsamer, Liebe suchender und von Sehnsucht nach seiner verstorbenen Frau Dolingen de Gratz verzehrter Charakter, vermag Argento hingegen kaum neuen Facetten abzugewinnen.

Die 3D-Effekte (die Rezension der Blu-ray erfolgte nicht auf einem 3D-Fernseher) bieten kaum nennenswerte Pop-ups (z. B: Eulen-Attacke), nehmen aber im Behind the Scenes (OmU) einen großen Platz ein. Darin kommen Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der Produktion zum Teil im Bild im Bild zu Wort. Allerdings dürfte das viele Technik-Geschwafel und Fachchinesisch Laien schnell nerven. Auch die Darsteller geben sich in ihren Beiträgen kryptisch. Thomas Kretschmann: „Man muss die Zuschauer das Monster finden lassen.“ Und Rutger Hauer fühlte sich laut eigener Aussage wie „Farbe auf dem Pinsel eines Künstlers“. Der Meister Dario Argento himself kommt bei einem Interview (OmU) während seines Besuchs beim Slash Festival in Wien zu Wort. Getaucht in ein rotes Bild, schlägt Argento einen Bogen von Siegmund Freud zur 3D-Technik (für ihn wohl ein einmaliger Ausflug) – und amüsiert mit einer Anekdote von den Dreharbeiten über Rutger Hauer allein im Wald mit einer russischen Prostituierten. Drei Trailer, fünf Teaser und ein Musikvideo („Kiss me Dracula“) runden die Extras ab.

Die Spezialeffekte spielen nicht in der ersten Liga und auch auf dem Bild der Blu-ray lässt sich ihre Trickschmiede-Herkunft nicht kaschieren. Warum es hier zwingend 3D sein musste, erschließt sich ohnehin nicht. Die Tonspur kommt solide rüber (Thomas Kretschmann synchronisiert sich übrigens nicht selbst).

Von einem Suspense-Master alter Schule wie Dario Argento hätte man sich eine viel radikalere Version der Dracula-Geschichte gewünscht mit deutlich mehr formaler Extravaganz und Todes-Raffinesse. So ist „Dario Argentos Dracula“ ein leidlich unterhaltsamer Horrorstreifen, der trotz moderner 3D-Technik aus der Zeit gefallen scheint. Ob es dafür heute noch einen Mark gibt, scheint fraglich.

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by Florian Ferber
Bilder © Koch Media