Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn - Blu-ray

Blu-ray Start: 24.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min

Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Seit er vor ein paar Jahren die High School abgeschlossen hat, träumt der junge Dwayne (Liam Hemsworth) davon, die miefige Kleinstadt Cut Bank zu verlassen. Doch erst, als er zufällig Zeuge eines Mordes wird und er das Ganze filmt, könnte sich ihm die Möglichkeit bieten, mit Freundin Cassandra (Teresa Palmer) irgendwo anders als in Cut Bank neu anzufangen. Doch von nun an hat jede seiner Entscheidungen verheerende Folgen, die beweisen, dass das Verbrechen auch im kleinsten Nest ein Zuhause findet. Der gutherzige und vom ersten Mord in der kleinen Stadt völlig überrumpelte Sheriff (John Malkovich) ist komplett überfordert und stolpert durch die Ermittlungen und Dwaynes Vater (Billy Bob Thornton) stellt seine eigenen Nachforschungen im Mordfall an ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making-of
Extended und Deleted Scenes
Trailershow
Trailer

DVD und Blu-ray | Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn

Blu-ray
Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn
Blu-ray Start:
24.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn
DVD Start:
24.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

Blu-ray Kritik - Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Matt Shakmans (Dr. House) Film feierte seine Weltpremiere am 16.Juni 2014 auf dem Los Angeles Film Festival. Auch auf den Filmfestivals in Toronto, Edmonton, Zürich, Palm Beach und River Run wurde „Cut Bank“ gezeigt. Großen finanziellen Erfolg erreichte der Film aber nicht. Hierzulande kam er trotz der bemerkenswerten Besetzung nicht ins Kino, sondern wurde direkt auf Blu-ray veröffentlicht. Dabei liest sich die Storyline interessant: Dwayne McLaren (Liam Hemsworth) und seine Freundin Cassandra Steeley (Teresa Palmer) wohnen in dem 300-Seelen-Ort Cut Bank, Montana, dem kältesten Ort des Landes. Vor allem Dwayne möchte seit Jahren aus der Einöde entkommen und ins sonnige Kalifornien ziehen. Doch er muss sich um seinen kranken Vater kümmern und hat nur wenig Geld. Er arbeitet für Cassandras Vater Big Stan (Billy Bob Thornton) in dessen Werkstatt. Als Dwayne und Cassandra sich auf ihrem Stammplatz im Rapsfeld unterhalten und beginnen, ein Moderationsbewerbungsvideo von Cas zu filmen, taucht im Hintergrund ein Wagen auf. Ein Mann nähert sich und erschießt den im Ort beliebten Postboten Georgie Wits (Bruce Dern) vor laufender Kamera. Die zwei zeigen das Video Stan und Sheriff Roland Vogel (John Malkovich), der dem Mord auf den Grund geht und dabei dunkle Geheimnisse des nach außen hin so friedlichen Ortes aufdeckt.

Die Geschichte ist solide umgesetzt. Der Film ist ein gelungener Genremix aus schwarzer Komödie, Drama, Lovestory und Thriller und erinnert von seiner Machart an Alfred Hitchcock. Eine Anspielung auf den „Master of Suspense“ ist ein eigentlich völlig unbedeutendes Utensil, welches eine so große Bedeutung erlangt, dass es für die Auflösung der Geschichte von entscheidendem Wert ist. Wie bei Hitchcock gilt es für den Zuschauer auch hier auf die Details zu achten. Ist wirklich alles so wie es scheint? Diese Frage stellt sich während der 93 Minuten Laufzeit immer wieder. Das liegt auch an den schrägen, unverwechselbaren, undurchschaubaren und frischen Charakteren. Dazu kommen einige interessante, auch überraschende Wendungen und gut ausgeschriebene Dialoge, welche die vielschichtige Stimmung und die Ansichten der Protagonisten gekonnt unterstützen. Allerdings hat „Cut Bank“ auch kleinere Schwächen. Der Einstieg ist schwer, da relativ wenig passiert, was den Zuschauer in den Film katapultiert. Wer nicht zu den Cineasten gehört, wird deshalb Probleme haben, sofort in die Welt von „Cut Bank“ abzutauchen. Außerdem erreicht der schwarze Humor zu keiner Zeit die Klasse seines Vorbilds. Hier erkennt man einen qualitativen Klassenunterschied zu Filmen wie „Cocktail für eine Leiche“ oder „Immer Ärger mit Harry“. Doch insgesamt überwiegen die positiven Eindrücke deutlich.
Das liegt auch daran, dass die Nebenkategorien überzeugen können. Die Kameraführung ist klasse. Dank ihrer ruhigen, weiten Einstellungen verstärkt sich der Eindruck eines öden, zukunftsunfähigen Kaffs gewaltig. Dazu tragen die sehr gut ausgesuchten, kontrastreichen Locations – gedreht wurde in Innisfree und Edmonton, Alberta, Kanada – einen großen Teil bei. Zudem fallen die stimmige Musikuntermalung, die guten Effekte, die hervorstechenden Kostüme und das starke Make-up positiv auf. Die deutsche Synchronisation ist hingegen zwiespältig. Während Hemsworth, Malkovich und Platt ihre gewohnten, ausdrucksstarken Stimmen bekommen haben, wird Palmer zum wiederholten Male nicht von ihrer Standardsprecherin Kaya Marie Möller vertont. Diesmal fiel die Wahl auf Luisa Wietzorek, der deutschen Stimme von Chloë Grace Moretz und Emma Roberts, was eine irritierende Wirkung hat. Sehr ungewohnt und leider auch schwach ist die Stimme von Thornton. Dieser hat anstatt seines sonstigen Sprechers Joachim Tennstedt mit Marcus Off (deutsche Stimme von Steve Coogan, Michael Sheen, teilweise auch Johnny Depp) eine zu ihm unpassende Stimme erhalten, was sich immer wieder als atmosphärisch störend erweist.

Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Die Darstellerriege ist exzellent ausgewählt. Shakman gab sich viel Mühe und brauchte einige Zeit, um alle zur Mitarbeit zu bewegen. In der Hauptrolle ist Liam Hemsworth (Die Tribute von Panem, The Expendables 2 - Back for War, Mit Dir an meiner Seite) zu sehen. Dieser agiert solide, zeigt mimisch jedoch eine geringere Bandbreite, als in den meisten anderen Werken, in denen er mitspielte. Teresa Palmer (Warm Bodies, Ich bin Nummer Vier, Duell der Magier) spielt nach „Love & Honor“ zum zweiten Mal die Freundin von Hemsworth und tut dies annehmbar. Die Chemie zwischen den beiden stimmt. Die Altstars zeigen reife, bessere Leistungen als die Jungschauspieler. John Malkovich (R.E.D, Con Air, Being John Malkovich) hat diesmal einen normalen, gutherzigen Charakter auf den Leib geschrieben bekommen und agiert nicht so extrovertiert, wie man es von ihm gewohnt ist. Dafür ist seine Performance detailreich, schon eine kleine Veränderung seiner Mimik spiegelt die gesamte Bandbreite seiner Figur in der jeweiligen Situation wieder – großes Kino!
Billy Bob Thornton (Monster´s Ball, Der Richter - Recht oder Ehre, Fargo – Staffel 1) kann als grimmiger Big Stan eine sehr gute Leistung zeigen. Ganz stark agiert auch Schauspiellegende Bruce Dern (Nebraska, Familiengrab, The Hateful Eight). Einer der letzten lebenden Schauspieler, der zweimal mit Alfred Hitchcock zusammenarbeitete, zeigt hier, in einem Film, der von seiner Machart an den „Master of Suspense“ erinnert, eine ausgesprochen starke Leistung. Doch der heimliche Star ist Michael Stuhlbarg (Boardwalk Empire, Hitchcock, Hugo Cabret) in einer brillanten Rolle. Mit farblichen Kontaktlinsen, einer riesigen Brille, dreckigen Kostümen und Make-up ausgestattet, ist der sonst so kultivierte Darsteller fast nicht wiederzuerkennen. Er spielt den stotternden, suchenden Tierausstopfer in herausragender Art und Weise und zeigt seine beste Karriereleistung. Ein weiterer willkommener Farbtupfer ist Oliver Platt (Kill The Messenger, Frost/Nixon, Kiss the Cook), der dem Film in seinen Szenen gehörigen Schwung verleiht.

Die Blu-ray-Umsetzung ist insgesamt gelungen. Allerdings kann das grobkörnige, krislige und teilweise verwaschene Bild nur stellenweise dank seiner guten Tiefenschärfe überzeugen. Der Ton ist hingegen exzellent im dts-HD-Master-5.1-Format abgemischt und liefert einen sehr guten, deutlichen Klang. Das Bonusmaterial ist gut. Es umfasst ein aufschlussreiches und hintergründiges Making-of, in welchem erklärt wird, wie lange es vom Drehbuch bis zum Produktionsstart dauerte und ganz im Gegensatz zu anderen Extras wird hier auch erläutert, was das Ende zu bedeuten hat und was die Filmemacher mit ihrem Werk aussagen wollten. So sticht dieses Making-of trotz einer Kürze von nur knapp 20 Minuten deutlich aus der Masse hervor. Des Weiteren sind auf der Disc „Extended und Deleted Scenes“, eine Trailershow sowie der englische und deutsche Trailer enthalten. Etwas merkwürdig sind die Interviews. Diese sind nicht geschnitten, weshalb es gerade beim sehr langsamen Stuhlbarg einige unnötige Passagen gibt. Zudem sind nur Interviews mit Malkovich, Thornton, Dern, Stuhlbarg und Platt verfügbar. Warum Hemsworth und Palmer fehlen, erschließt sich nicht. Dennoch sind die Extras insgesamt sehenswert.


Fazit:
Guter, interessanter Genremix aus schwarzer Komödie, Thriller, Drama und Lovestory mit einem insgesamt starken Cast, passend-tristen Locations und schrägen Charakteren. Allerdings erweist sich der Einstieg in den Film als schwierig, weshalb „Cut Bank“ Probleme haben wird, ein breites Publikum zu interessieren. Dennoch sehenswert.

by Stefan Bröhl
Bilder © Koch Media