Corpus Christi - Blu-ray

Blu-ray Start: 05.03.2021
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min

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Inhalt

Der 20-jährige Daniel (überragend von European Shooting Star Bartosz Bielenia verkörpert) träumt davon, Priester zu werden. Wegen seiner kriminellen Vergangenheit bleibt ihm dieser Wunsch jedoch verwehrt. Als er nach seiner Entlassung aus dem Jugendgefängnis im Sägewerk einer Kleinstadt arbeiten soll, nutzt er die Gelegenheit und gibt sich kurzerhand als Priester aus. Und tatsächlich soll er vorübergehend die Stelle des erkrankten Pfarrers übernehmen. Mit großem Charisma und sehr viel Mitgefühl rüttelt der unorthodoxe Geistliche die kleine Gemeinde auf und seltsamerweise beginnt das Dorf sich positiv zu verändern.
Aber kann man seine Vergangenheit einfach so hinter sich lassen?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Arsenal
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Polnisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of

Video on demand - Corpus Christi

DVD und Blu-ray | Corpus Christi

Blu-ray
Corpus Christi Corpus Christi
Blu-ray Start:
05.03.2021
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Corpus Christi Corpus Christi
DVD Start:
05.03.2021
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min.

Blu-ray Kritik - Corpus Christi

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Polen ist ein Land in dem die Katholische Kirche so einiges bestimmt. Polen ist außerdem ein Land, das sehr konservativ, sehr orthodox und sehr streng was Tradition und Regeln angeht ist. Aus genau diesem Land erwartet uns das Drama „Corpus Christi“, welches sich klar gegen dieses konservative, klar gegen dieses streng katholische auflehnt, aber es dabei schafft die Werte, welche so viele Menschen in diesem Land teilen, nicht mit Füßen zu treten, sondern zu respektieren. Verpackt ist das Ganze in ein bittersüßes, farbloses Gewand in dem nicht einmal das Blut so wirklich rot ist.

Doch worum geht es denn überhaupt? Daniel ist im Jugendgefängnis, weil er jemanden verprügelt hat, der dann im Krankenhaus gestorben ist. Er findet aber zum Glauben, wird Messdiener und möchte nach seiner Zeit hinter schwedischen Gardinen Priester werden. Jedoch ist das unmöglich für einen Vorbestraften. Als er frei kommt, soll er in einem ganz anderen Teil von Polen in einem kleinen Ort anfangen in einem Sägewerk zu arbeiten, doch er beschließt kurzerhand den Priester zu mimen und ersetzt so recht schnell den von Krankheit geplagten echten Priester. Mit seinen frischen Methoden und seiner Jugend schafft er es das Dorf schnell, um den Finger zu wickeln und tut viel Gutes für seine Gemeinde. Doch ein zurückliegender Autounfall spaltet das Dorf und diesen Konflikt zu schlichten ist eine Herkulesaufgabe.

 Daniel (BARTOSZ BIELENIA) tanzt mit der Dorfgemeinschaft
Daniel (BARTOSZ BIELENIA) tanzt mit der Dorfgemeinschaft © Arsenal Filmverleih
Der Regisseur Jan Komasa weiß wie man diesen Film gekonnt inszeniert was man tun muss, um beim Zuschauer die Beklommenheit auszulösen, die der Film so oft in einem hervorruft. Fast farblos, von wenigen matten Tönen abgesehen, grau wie an einem äußerst bewölkten Tag gehen wir mit Priester Tomasz durch die Gassen der kleinen Gemeinde und helfen den Menschen, die in diesem Einöd gestrandet sind. Dass einzig farbige in dieser Geschichte ist der Lebensstil des Bürgermeisters, der den geistigen Gegenspieler Daniels verkörpert. Er ist das Kapital und die Geldgier, er ist die weltliche Macht, die die geistliche übermannen möchte. Er ist die Gefahr – und das, obwohl er im ganzen Film eigentlich nicht viel macht. Neben ihm ist in der Stadt nichts hochglanzpoliert. Alles ist dreckig, denn es scheint eine Art Volkstrauer auf dem kleinen Örtchen zu liegen. Mitten in dieser beklommenen Stimmung verfolgen wir den Schimmer am Horizont, der es schafft den Menschen wieder Hoffnung zu schenken, der es schafft das, Graue nicht mehr ganz so grau wirken zu lassen.

Zunächst ist es keine besondere Geschichte. Mann kommt in Stadt und erschleicht sich durch eine Lüge die Sympathie der Menschen. Er beginnt die Menschen zu mögen und möchte dieses Leben weiterleben, aber seine Lüge droht ihn einzuholen. Was aber daraus gemacht wurde, ist großartig. Es ist ein schieres Wunder, dass ein solcher Film gerade aus Polen kommt und es scheint die richtige Zeit dafür zu sein. „Corpus Christi“ war letztes Jahr deshalb auch zurecht für einen Academy Award in der Kategorie Bester Fremdsprachiger Film nominiert und musste sich dem südkoreanischen Meisterwerk „Parasite“ geschlagen geben.

 Daniel (BARTOSZ BIELENIA) und Eliza (ELIZA RYCEMBEL)
Daniel (BARTOSZ BIELENIA) und Eliza (ELIZA RYCEMBEL) © Arsenal Filmverleih
Einen Großteil der Stärke des Films ist auch dem Hauptdarsteller Bartosz Bielenia zu verdanken, der durch seinen Schauspielstil zu überzeugen weiß. Die Augen sind das Fenster zur Seele und durch seine Augen lässt uns Bielenia in die Seele seines Charakters schauen. Es ist eine schauspielerische Wucht, die uns hier erreicht und man kann nur hoffen, dass Bielenia den Sprung auf die große Bühne schaffen wird.

„Corpus Christi“ ist ein großartiger Film, dessen Motive spielerisch leicht und gleichzeitig unendlich bedrückend in Szene gesetzt wurden. Das Ganze ist aber auch eine feine Kirchenkritik, die aber alle Aspekte respektiert. Geniales Schauspiel und eine intelligente Geschichte machen dieses Werk zu dem was es ist: Ein Meisterwerk. Wer diesen Film nicht gesehen hat, hat so einiges verpasst und „Corpus Christi“ zeigt nur aufs Neue wie stark die polnische Filmlandschaft mittlerweile geworden ist.

 Daniel (BARTOSZ BIELENIA) beim Gottesdienst
Daniel (BARTOSZ BIELENIA) beim Gottesdienst © Arsenal Filmverleih
Bild
Die 1080p-Auflösung der Blu-ray ist vollkommen ausreichend um die graue Gemeinde auf den heimischen Fernseher bringen.

Ton
Der Film ist in der deutschen Synchronisation und im polnischen Original mit deutschen Untertiteln verfügbar. Ich empfehle jedoch die originale Sprachfassung, da gerade beim Singen in der deutschen Version viel verloren geht.

Extras
Es gibt ein Making-Of und die Trailer. Beim Making-Of lässt sich das Genie hinter dem Film leider nur erahnen, aber es gibt trotzdem einen guten Blick hinter die Kulissen.


Fazit:
Ein genial-bedrückender Film, der mit konservativen, katholischer Werten zu spielen weiß ohne den Blick in die Realität zu verlieren. Absolut sehenswert!


by Jan Welsch
Bilder © goodmovies / Arsenal




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