Cop Car - Blu-ray

Blu-ray Start: 15.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min

Cop Car Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Als zwei zehnjährige Jungen einen verlassenen Polizeiwagen auf einem Feld finden, nutzen sie die Gunst der Stunde und machen eine halsbrecherische Spritztour. Das Vergnügen nimmt ein jähes Ende, als der Sheriff der Kleinstadt (Kevin Bacon) entdeckt, dass sein Auto samt Kofferrauminhalt verschwunden ist. Plötzlich befinden sich die Kinder inmitten eines tödlichen Katz-und-Maus-Spiels. Der einzige Ausweg, der ihnen bleibt, ist den Fuß nicht mehr vom Gaspedal zu nehmen ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
DTS-HD Master Audio 5.1 (GB)
DTS Digital Surround 5.1 (D, P, E, H, PL)
Untertitel:
D, GB, P, E, H, PL, BGR, DK, EST, FIN, IND, IDN, LVA, LTU, N, ROU, S, CZ, TR
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Hinter den Kulissen
- Making-Of-Dokumentation

DVD und Blu-ray | Cop Car

Blu-ray
Cop Car Cop Car
Blu-ray Start:
15.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Cop Car Cop Car
DVD Start:
15.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 85 min.

Blu-ray Kritik - Cop Car

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Irgendwo in Colorado. Unendliche Weite, Einsamkeit. Zwei zehnjährige Jungs tauchen in dieser großen Leere auf. Sie streunen umher, scherzen miteinander und finden mitten im Nirgendwo einen nicht abgesperrten Streifenwagen. Nach erstem Zögern steigen sie schließlich ein, spielen, machen ihren Jungensquatsch. Dann finden sie zufällig auch noch den Schlüssel des verlassenen Autos. Sie fahren los. Jetzt haben sie ihr ganz eigenes „Cop Car“. Doch natürlich gehört der Wagen auch jemand, nämlich dem nicht ganz sauberen Sheriff Kretzer (Kevin Bacon). Dieser hat ein Geheimnis in dem Wagen und macht fortan Jagd auf die Jungs, die keine Ahnung haben, in welches Schlamassel sie da geraten sind...

Das ist die knackige Prämisse des zweiten Films von Jon Watts („Clown“), der sich hiermit für die Regie des erneuten Spider-Man Reboots empfohlen hat. „Cop Car“ spielt sich anders als erwartet ab, fällt in seiner etwas eigenwilligen Art aus der Reihe. Manch einer mag vom Abschlussfilm des diesjährigen Fantasy Film Festivals einen eher augenzwinkernden und schwarzhumorigen Spaß erwartet haben, doch hier präsentiert sich ein erstaunlich schnörkelloser und fast schon minimalistischer Thriller mit leichten Noir-Anleihen. Mit seiner dichten und irgendwie latent bedrohlichen Atmosphäre und dem schwarzen Unterton erinnert „Cop Car“ stellenweise tonal an die Coen-Brüder, ganz besonders an ihren Texas-Neo-Noir-Erstling „Blood Simple“. Hinzu kommt hier natürlich das Setting in Colorado, das sehr dem Texas von besagtem Coen-Film ähnelt, aber auch die Klarheit in seiner Erzählung und der allgemeinen moralischen Ambivalenz. Interessant ist auch das überraschend gemächliche Tempo von „Cop Car“: Watts versteht es sehr gut, kindliches Verhalten realistisch und nachvollziehbar auf naturalistische Art darzustellen. In der ersten Viertelstunde wird eben nur das naiv-verspielte Interagieren der beiden Jungs in fast schon ausschweifendem Detail erzählt, erst dann macht der Film einen Zeitsprung und zeigt, wie das Auto überhaupt erst an diese abgelegene Stelle kam. Das ruhige Beobachten der Kinder macht Watts Film alleine schon sehr ungewöhnlich, bemerkenswert ist hier aber auch die Besetzung: James Freedson-Jackson und Hays Wellford haben betont normale Gesichter und entsprechen nicht dem süßen Kinderdarsteller-Ideal, das man sonst so gewohnt ist. Unterstrichen wird das dann auch noch mit eher uncooler Kleidung und etwas ungepflegtem Äußeren. Über die Hintergründe der wenigen Charaktere erfährt man im Grunde nichts, der Film spielt im Hier und Jetzt, zeigt das Geschehen nur weniger Stunden, für Erklärungen bleibt keinerlei Zeit. Purer Existentialismus.

Ein Highlight dieses doch sehr selbstbewusst inszenierten Films ist sicher Kevin Bacon. An der Rolle des ganz offensichtlich nicht gerade gesetzestreuen Sheriffs hat er sichtlich viel Spaß. Sein enormer Schnurrbart deutet alleine schon eine etwas selbstironische Haltung an, in seinem Auftreten und Aussehen erinnert er so lustigerweise zudem an Jim Carreys State Trooper Charlie in „Ich, Beide und sie“ von den Farrelly-Brüdern. Der häufig auf Bösewichter-Rollen abonnierte Bacon spielt engagiert und stellenweise sehr intensiv, sein merkwürdiger Akzent mit seiner unorthodoxen Sprechweise sorgt für leichte Schmunzler, kann aber auch beim wuchtigen Ertönen aus dem Polizeifunk für Gänsehaut sorgen. Großartig und vielleicht der beste Moment des Films: Eine Verfolgungsjagd bei Nacht über die endlose unbeleuchtete Landstraße, die Stimmung fast schon infernalisch und dem großartigen Spruch des Sheriffs über Polizeifunk: „You don't... steal... a f.....g... COP CAR!“ Bacon kreiert hier einen erinnerungswürdigen Charakter und sicher eine seiner besten Rollen der letzten Jahre. Ein traditioneller Bösewicht ist Bacon aber nicht, denn Gut und Böse lassen sich in diesem Film nämlich nur sehr schwer unterscheiden. Interessant und sehr originell ist natürlich das Grundkonzept, die Unschuld von Kindern und ihrer Abenteuer mit der düsteren und gefährlichen Erwachsenenwelt zu verknüpfen. Wenn die Kids mit geladenen Waffen hantieren, inszeniert das Watts mit einer beängstigenden Beiläufigkeit, sodass man ständig denken muss, dass jeden Moment etwas Schreckliches passieren muss.

Nicht jeder wird mit dem recht lässigen Tempo des Films etwas anfangen können. Die Actionmomente in Watts Film sind jedenfalls rar gesät, aber effektiv und muskulös umgesetzt. Hier wird mehr auf Beobachtung und Atmosphäre gesetzt. Ausgezeichnet ist die Kameraarbeit von Matthew J. Lloyd und Larkin Seiple, ebenso der wummernde und eingängige Score von Phil Mossman. Auch die eher existentialistisch angelegte Machart des Films, die auf Minimalismus und kaum vorhandene Hintergründe der Figuren setzt, könnte irritieren. Man könnte womöglich auch zusätzlich argumentieren, dass hier eine Kurzfilm-Prämisse auf Spielfilm-Länge gezogen wurde. Doch als originelle Genre-Fingerübung macht „Cop Car“ letztendlich schon großen Eindruck. Hier steckt Gewicht in der Einfachheit. Man hat jedenfalls das Gefühl, das der Film in seiner vorliegenden Form genau so und nicht anders vom Regisseur beabsichtigt war.

Bild
Die Blu-ray zeigt sich in technisch hervorragender Umsetzung. Hier wird ein Bild präsentiert, das über exzellente Schärfewerte und Detailumfang verfügt, Farben lebhaft und naturalistisch wiedergibt. Kontraste und Schwarzwerte sind erstklassig, jegliche Bildschwächen bleiben aus, es gibt kein Rauschen oder sonstiges. Der Film sieht einfach hervorragend aus.

Ton
Auch auf akustischer Ebene kann voll und ganz überzeugt werden. Besonders auffällig ist der wummernde und sehr präsente Soundtrack (der eher selten eingesetzt wird). Herausragende Direktheit zeigen die Schusseffekte gegen Ende, man spürt regelrecht den Druck, der hinter jeder abgeschossenen Kugel steckt. Ansonsten ist die Tonspur eher zurückhaltend, Surroundeffekte sind eher selten, Dialoge ertönen in bester Klarheit und Verständlichkeit.

Extras
Enttäuschend zeigt sich das Bonusmaterial: Hier werden zwei Featurettes geboten, die einen Blick hinter die Kulissen werden, allerdings ist zweitere von beiden lediglich ein dynamischer Zusammenschnitt der ersten Featurette. Das Hinter den Kulissen-Feature ist im Prinzip reine B-Roll, Interviews sucht man vergebens.
Hinter-den Kulissen (20:19 Min.)
Making-Of (02:57 Min.)


Fazit:
„Cop Car“ ist eine sehr originelle Perle des Neo-Noir-Genres, bei der man sich nicht wundern muss, wenn sie bald zum Kultfilm avanciert. Eine langsame, aber präzise Erzählung, Minimalismus in Form und Inhalt und ein großartiger Kevin Bacon machen diesen knackigen und schwarzhumorigen Film zu einem echten Geheimtipp.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures