Colette - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.05.2019
Digital VoD: 10.05.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min

Colette Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Sidonie-Gabrielle Colette (Keira Knightley), eine junge, unbekümmerte Dame vom Land, ist frisch verheiratet mit einem so charismatischen wie egomanischen Autoren (Dominic West), der unter dem Pseudonym „Willy“ seine Werke veröffentlicht. Er führt Colette in die Pariser Künstlerszene ein, dank der bald ihre kreative Ader angeregt werden soll. Willy, der das Talent anderer nur zu gerne zu seinen Gunsten ausschlachtet, gestattet Colette, ihre Romane zu veröffentlichen. Jedoch unter einer Bedingung: Es muss sein Name auf dem Umschlag stehen.
Durch den phänomenalen Erfolg der „Claudine“-Reihe avanciert Willy zu einem berühmten Autoren. Seine Frau und er werden zum ersten „Promi-Paar“ der Moderne. Obwohl sie in der ganzen Stadt gefeiert werden beginnt die ihr nicht zugestandene Anerkennung für ihre Arbeit an Colette zu nagen. Ihre Ehe droht zu zerbrechen, nicht zuletzt wegen Willys zahlreicher Seitensprünge sowie Colettes zunehmenden Interesses an Frauen, vor allem an der klassische Gendernormen in Frage stellenden Missy (Denise Gough). Emotional und künstlerisch gelingt es ihr jedoch nicht, sich von ihm zu lösen.
Um seinen eigenen Hals zu retten greift Willy zu zunehmend verzweifelteren Maßnahmen, um seine Schulden zu begleichen und seiner Frau Steine in den Weg zu legen. Doch Colette weiß sich mittlerweile sehr gut selbst zu helfen. COLETTE erzählt die Geschichte einer Frau zu Beginn des modernen Zeitalters, deren Stimme durch einen dominanten Mann unterdrückt wird und die außerordentliche Mühen auf sich nimmt, um sich Gehör zu verschaffen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / dcm
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Trailer

DVD und Blu-ray | Colette

Blu-ray
Colette Colette
Blu-ray Start:
10.05.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 111 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Colette Colette
DVD Start:
10.05.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 107 min.

Blu-ray Kritik - Colette

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Es mag schon für viele erstaunlich sein, aber Popkultur-Phänomene wie Cosplay und Merchandise sind längst nicht Erfindungen, die erst nach „Star Wars“ und dem Einzug des Blockbuster-Kinos unsere Gesellschaft prägen. Das beweist „Colette“, das Biopic der französischen Romanautorin Sidonie-Gabrielle Colette, die sich um die Jahrhundertwende als Ghostwriterin für ihren Ehemann Henry Gauthier-Villars alias Willy für das Massenphänomen der Romanreihe um „Claudine“ verantwortlich zeichnete. Die Bildungsromane um die autobiografisch angehauchte Titelheldin waren ein durchschlagender Erfolg, wovon jedoch fast ausschließlich Colettes pompöser Ehemann profitierte. Die tumultartige Beziehung dieser beiden so unterschiedlichen Charaktere, der kreative und sehr persönliche Prozess in der Entstehung der Bücher und der anschließende Konflikt um die Anerkennung der Autorenschaft bilden das Zentrum von Wash Westmorelands („Still Alice“) interessanten und sehr zeitgemäßen Historiendrama zu Zeiten der Belle Époque.

Der Film folgt der im ländlichen Saint-Sauveur-en-Puisaye aufgewachsenen Sidonie-Gabrielle Colette (Keira Knightley), die den älteren Casanova-artigen Kritiker und Autor Henry Gauthiers-Villars (Dominic West) kennen und lieben lernt. Die Beziehung führt Colette in die avantgardistisch-intellektuellen Kreise der Reichen und Schönen von Paris, wo ihr Mann einen erfolgreichen Verlag betreibt. Unter dem Künstlernamen Willy bringt Henry zahlreiche Romane heraus, die jedoch fast alle von seinem Ghostwriter-Team verfasst werden. Zu diesen sollte auch bald Colette gehören, deren literarisches Potential von Henry nicht unentdeckt blieb. Aus der Not schwindender Verkaufszahlen und abwandernder Autoren wird eine Tugend, denn Colettes halb autobiografische Geschichte über die 15-jährige Claudine entwickelt sich zu einem echten Renner. Ganz oben angekommen, fordert Henry schließlich eine Fortsetzung, während er versucht, die wahre Autorenschaft möglichst zu verschleiern. Als Colette die Muße fehlt, sperrt er sie notgedrungen ein, bis sie schließlich etwas Brauchbares zu Papier bringt. Zu den professionellen Spannungen plagt auch die ständige Unehrlichkeit von Schürzenjäger Henry die Beziehung…

Colette am Schreibtisch (Keira Knightley)
Colette am Schreibtisch (Keira Knightley) © DCM
Man spürt „Colette“ an, wie lange Regisseur und Autor Wash Westmoreland mit seinem verstorbenen Ehemann Richard Glatzer an diesem Projekt gearbeitet hat. Hier präsentieren sich dreidimensional und überaus lebendig gezeichnete Figuren, die, ganz wie im echten Leben, oft von Widersprüchen geprägt sind, die nicht einfach erklärt werden können. So entsteht hier ein komplexes und facettenreiches Portrait einer anderen Zeit und vor allem seiner faszinierenden Titelfigur, die von Keira Knightley in einer ihrer besten Karriereleistungen herausragend getragen wird. Ihre Colette macht im Verlauf des Films große Entwicklungen durch, die Knightley mit bemerkenswertem Selbstverständnis offen, ehrlich und empathisch portraitiert. Dabei verfällt ihre Figur nie in eine simple Opferrolle, sondern zeigt auch bei Tiefschlägen stets eine inspirierend und zeitgemäße Stärke. Faszinierend ist auch Knightleys expressives und überaus feines Spiel mit den Augen, die oft mehr als tausend Worte sagen. Dann gelingt ihr jedoch auch ein packender Monolog gegen Ende, der all das zum Ausdruck bringt, was sie zuvor subtil angespielt hat. Eine Oscar-Nominierung und allgemein größere Aufmerksamkeit wäre angesichts dieser feinen, aber mit scheinbarer Leichtigkeit vorgetragenen Rolle in jedem Fall angebracht gewesen.

Gerade weil Colette hier als zukunftsorientierte Frau dargestellt wird, die gängige Geschlechterkonventionen mutig angegangen hat und sich nur bis zu einem gewissen Punkt von ihrem chauvinistischen Mann unterdrücken ließ, macht aus „Colette“ offensichtlich einen überaus zeitgemäßen und modernen Film. Dennoch ist es Westmoreland und Glatzer hoch anzurechnen, dass sie auf eine herkömmliche Gut-Böse-Zeichnung verzichten und auch aus Henry eine komplexe und nachvollziehbare Figur machen, die von Dominic West überaus charismatisch porträtiert wird. So wird hier eine Beziehung dargestellt, die sowohl von Unterdrückung, gegenseitigem Verrat als auch liebevoller Zuneigung wie Respekt geprägt ist. Es ist eben nicht nur Henry, der mit Untreue die Beziehung immer wieder ins Wanken bringt („Wir sind das schwache Geschlecht, Sklaven unserer Triebe“), auch Colette hintergeht schließlich ihren Mann mit anderen Frauen und befreit sich auch in sexueller Hinsicht.

Die Famile Colette
Die Famile Colette © DCM
Aus diesen Widersprüchen schafft Westmoreland ein interessantes, intelligentes, facettenreiches und dynamisches Sittenbild, das zu jeder Zeit geistreich, kultiviert und auch erotisch ist. Zugleich schildert „Colette“ auch den kreativen Prozess glaubwürdig und hintergründig. Das alles inszeniert Westmoreland in angenehm unaufgeregten und ruhigen Tönen, ohne in unnötig dick auftragende Dramatik oder Theatralik zu verfallen. Er grundiert seine Geschichte stets in sehr realistischen und nachvollziehbaren Dimensionen, bei der selbstbewusste Subtilität Trumpf ist.

Durch seine reife Inszenierung spricht Westmoreland letztlich nicht nur ein kultiviertes Publikum an. Die Modernität dieser Emanzipationsgeschichte dürfte auch jungen Menschen gefallen, die ohne weiteres in der fabelhaften Keira Knightley eine einfache Identifikationsfigur finden dürften. Wer auch immer noch an das Klischee des angestaubten Historien- und Kostümfilms glaubt, darf sich von diesem unterhaltsamen Reigen eines Besseren belehren lassen.

Colette (Keira Knightley) und Willy (Dominic West)
Colette (Keira Knightley) und Willy (Dominic West) © DCM
Bild
„Colette“ bietet jede Menge visuelle Opulenz, was das sehr gelungene Bild der Blu-ray eindrucksvoll unterstreicht. Der auf Arri Alexa digital aufgezeichnete Film verfügt über eine reichhaltige, aber natürliche Farbpalette, die nur minimal durch Grading akzentuiert wird. Hervorragende Kontrast- und Schwarzwerte sowie ein jederzeit sehr guter Schärfe- und Detailumfang runden hier ein sehr ansprechendes Bild ab.

Ton
Auch in akustischer Hinsicht bietet die Blu-ray überaus gelungene Ergebnisse. Neben bester Klarheit und Verständlichkeit der Stimmen, werden hier immer wieder präzise dynamische Umgebungseffekte auf die Surroundkanäle gestreut. Druckvoll wird es höchstens gelegentlich, wenn die Musik anschwillt und dann auch einen ansprechend Dynamikumfang preisgibt.

Extras
Leider wird bei dem Bonusmaterial der Blu-ray die Gelegenheit verpasst, noch ergänzendes Material über die historischen Hintergründe zu liefern. Stattdessen muss man sich mit drei soliden EPK-Interviews mit den beiden Hauptdarstellern und dem Regisseur begnügen.
• Interview Keira Knightley (09:26 Min.)
• Interview Dominic West (07:02 Min.)
• Interview Wash Westmoreland (07:52 Min.)
• Trailershow


Fazit:
„Colette“ bietet eine überaus zeitgemäße Würdigung der französischen Schriftstellerin und Emanzipationsfigur Colette, die mit großem Facettenreichtum und Komplexität von einer herausragenden Keira Knightley portraitiert wird. Regisseur Wash Westmoreland gelingt hier ein geistreiches und intelligentes Historiendrama, das mit großer Selbstverständnis und modernem Anstrich inszeniert ist.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / dcm




Colette - Trailer