Clip - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 105 min

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Inhalt

Jasna ist eine hübsche Schülerin aus dem Süden Belgrads. Ihr Familienleben steht nicht gerade für familiäre Idylle: Ihr Vater ist schwer krank und ihre Mutter interessiert sich nicht für das heranwachsende Mädchen. Deshalb verbringt Jasna zunehmend mehr Zeit mit ihren Freundinnen und sammelt auf Partys erste Erfahrungen mit Alkohol, Drogen und vor allem Männern. Dabei trifft sie auf Djole, einen Schulfreund, mit dem sich eine intensive, sexuelle Beziehung entwickelt. Doch Djole, unfähig zu einer echten Bindung, behandelt sie immer mehr wie ein reines Sexobjekt.

All ihre Erlebnisse filmt Jasna mit ihrem Smartphone. Diese Clips zeigen die Einsamkeit, die Zerrissenheit und die Orientierungslosigkeit einer ganzen Nachkriegsgeneration in unserer modernen Welt. CLIP ist ein scharfer und schockierender Blick auf eine verlorene Jugend. Ein Skandalfilm mit schonungslosen Bildern und expliziten Sexszenen – in Russland verboten!

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Serbisch/Kroatisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Clip

Blu-ray
Clip Clip
Blu-ray Start:
27.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
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Blu-ray Start:
30.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 105 min.
DVD
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DVD Start:
27.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 102 min.
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DVD Start:
30.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 102 min.

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Blu-ray Kritik - Clip

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Mit den Worten „in Russland verboten!“ bewirbt der Verleiher seinen Film „Clip“ etwas skandallüstern auf der Blu-ray Hülle. Dass ein Verbot im Ausland keineswegs ein Qualitätsmerkmal sein muss, dürfte wohl jedem halbwegs intelligenten Menschen klar sein. Doch etwas neugierig wird man – genau wie es der Verleiher will – dann zugegebenermaßen trotzdem. Nach der Sichtung des Filmes kann jedoch die eindeutige Aussage getroffen werden: Einen solch billigen Werbetrick hätte „Clip“ gar nicht nötig gehabt! Dafür ist der Film nämlich viel zu gut.

Hedonistische Vergnügungen bestimmen das Leben der jungen Jasna (Isidora Simijonovic) und bieten ihr eine Fluchtmöglichkeit aus ihrem bedrückenden Alltagsleben. Ihr Vater liegt im Sterben, die Mutter leidet an Depressionen und Jasna selbst verweilt orientierungslos in einem Sumpf aus Sex, Alkohol und Gewalt. Liebe scheint in ihrer Welt nicht zu existieren, denn selbst ihr Freund Djole (Vukasin Jasnic) entpuppt sich als ein kranker Perversling, der sie zu einem wertlosen Sexobjekt degradiert und beim gefühlslosen Sex genussvoll erniedrigt. Einen Ausweg scheint es nicht zu geben, menschliche Nähe existiert in dieser kalten Welt längst nicht mehr...

„Clip“ ist ein Film, der mit seiner heftigen Thematik und in seinem rauen Grundton deutlich an andere serbische Skandalfilme wie „A Serbian Film“ oder auch „Leben und Tod einer Pornobande“ erinnert und eine ebenso verstörende Wirkung entfaltet. In der Welt des Filmes scheint es Gefühle, geschweige denn ein so wichtiges wie die Liebe, schlicht und einfach nicht zu geben, weshalb alle Sexszenen zu einem rein fleischlichen Aufeinandertreffen von Körpern verkommen. Diese kopulierenden Leiber erinnern nicht selten an den Film „Shame“, in dem man auch mit einer pervertierten Sexualität in unserer postmodernen Zeit konfrontiert wurde, fallen in ihrer Darstellung aber noch ein ganzes Stück beklemmender aus, da man die Hoffnungslosigkeit der Hauptfigur geradezu an ihrem nackten Körper ablesen kann. Auch Gewalt spielt hierbei eine große Rolle, weshalb die besagten Szenen unglaublich roh daher kommen und manchmal nur schwer zu ertragen sind. Man verspürt des Öfteren durchaus den Reflex, zur Fernbedienung zu greifen und die zur Schau gestellte Tour de Force der Schauspieler endlich zu beenden. Letztere machen alle einen wahnsinnig guten Job und vor allem die unglaublich jung wirkende Isidora Simijonovic begeistert in ihrer Rolle der Jasna ungemein, da ihre Performance aufgrund der krassen Thematik und ihrer expliziten Szenen einen äußerst mutigen Eindruck hinterlässt. Ihre Darstellung der einsamen Jugendlichen ist durch viele subtile Gesten bestimmt und wertet den Film zusätzlich auf. Dass einige Szenen von „Clip“ im Found-Footage-Look gedreht wurden (Jasna filmt ihr Leben mit einer Handykamera), sorgt für einen kaum aushaltbaren Realismus und steigert die beklemmende Atmosphäre bis ins Unerträgliche. „Clip“ ist nicht nur ein teils berührendes, teils verstörendes, immer intelligentes Jugenddrama, sondern auch eine nüchterne Abrechnung mit unserer pervertierten Mediengesellschaft. Man könnte sich ja beispielsweise die Frage stellen, was die Ursachen für das krankhafte Verhalten der Charaktere sind: Ihr Freund behandelt Jasna möglicherweise nur wie ein reines Sexobjekt, weil ihm die Pornobranche seit Jahren ein solch chauvinistische Frauenbild suggeriert hat, bis er es dann schließlich selbst als einzige Wahrheit angenommen hat. Und auch die Tatsache, dass Jasna ihr gesamtes Leben dokumentiert ist nicht allzu weit vom beunruhigenden Facebook-Kult einer ganzen Generation entfernt. Wurden die Charaktere also durch Fremdeinflüsse wie diese auf groteske Art und Weise verformt?
Glücklicherweise lässt sich Maja Milos zu pauschalen Aussagen oder Beantwortungen nie hinreißen, da das den Film relativ plakativ gemacht hätte und „Clip“ gerade ohne rationale Erklärungen umso beklemmender wirkt. Maja Milos beleuchtet Phänomene wie Facebook oder die Dauerpräsenz pornographischer Ästhetik in den Medien nämlich auf eine geradezu schmerzhaft nüchterne Weise, was den verstörenden Effekt zusätzlich intensiviert. Doch die Fragen nach dem „Warum“ stehen nun mal im Raum, weshalb man selbst eifrig zum Nachdenken angeregt wird.

Die Blu-ray bietet in Sachen Bild- und Tonqualität ein solides Niveau, enttäuscht aber leider bei den Extras. Außer einem Trailer hat es keinerlei Zusatzmaterial mit auf die Disc geschafft.

Fazit:
Der Regisseurin Maja Milos ist mit ihrem Jugenddrama „Clip“ ein verstörendes Gesellschaftsporträt gelungen, das unsere pervertiert übersexualisierte Welt mit erschütternder Wucht auf die Leinwand bringt und den Zuschauer noch lange nach dem Sehen beschäftigen wird. Spaß macht der Film nicht, wichtig ist er dennoch.

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by Jonas Hoppe
Bilder © Universum Film