Churchill - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.09.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min

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Inhalt

Juni 1944: Der britische Premierminister Winston Churchill steht vor einer epochalen Entscheidung: Soll er den Einmarsch der Alliierten Streitkräfte in das von Nazi-Deutschland besetzte Europa befehlen? Erschöpft durch den jahrelangen Krieg ist Churchill nur noch ein Schatten des einstigen Helden, der sich Hitlers Blitzkrieg widersetzte. Er befürchtet, dass man sich an ihn nur als den „Architekten des Blutvergießens“ erinnern wird, falls die D-Day-Operation scheitert. Soll er seinem Gewissen folgen oder sich der Kriegsräson ergeben?
In den dramatischen Tagen vor der Invasion ist seine Frau Clementine als wichtige Ratgeberin an seiner Seite. Wie niemand sonst versteht sie es, sein impulsives und aufbrausendes Temperament resolut und liebevoll zugleich zu zügeln. Doch die Anspannungen der Kriegsjahre haben in ihrer Beziehung tiefe Spuren hinterlassen. Und so steht auch ihre Ehe in diesen Tagen vor einem Wendepunkt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: SquareOne Entertainment / Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Trailer

DVD und Blu-ray | Churchill

Blu-ray
Churchill Churchill
Blu-ray Start:
29.09.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Churchill Churchill
DVD Start:
29.09.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 101 min.

Blu-ray Kritik - Churchill

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Manchmal kommt es in Hollywood vor, dass man in ein und demselben Jahr zwei verschiedene Filme mit fast gleicher Thematik und Prämisse veröffentlicht. Prominente Beispiele waren dafür etwa „Armageddon“ und „Deep Impact“ (Meteoriten), „Olympus Has Fallen“ und „White House Down“ (Stirb langsam im Weißen Haus) oder „Snow White and the Huntsman“ und „Spieglein Spieglein“ (Schneewittchen). In diesem Jahr ist es Großbritannien, das gleich zwei Biopics über eine ihrer größten Persönlichkeiten ins Rennen schicken: Winston Churchill, diese überlebensgroße, gleichermaßen bewunderte wie kontroverse Persönlichkeit, die das britische Empire zwischen 1941 und 1945 in seiner ersten Amtszeit als Premierminister durch den Zweiten Weltkrieg führte und später zwischen 1951 und 1955 erneut regierte. Der erste Film liegt hier in Form von „Churchill“ vor, der einen engen zeitlichen und inhaltlichen Fokus auf den legendären Staatsmann legt, wie er im Juni 1944 mit Selbstzweifeln vor Operation Overlord kämpft. In die Hauptrolle schlüpft hier der große und chronisch unterschätzte britische Charakterdarsteller Brian Cox, der zweifelsohne das Highlight einer eher biederen Geschichtsstunde liefert. Anfang des nächsten Jahres wird dann Joe Wrights Oscar-Kandidat „Die dunkelste Stunde (Darkest Hour)“ in Deutschland veröffentlicht, der den von Gary Oldman verkörperten Churchill zu Beginn seiner Amtszeit portraitiert.

Winston Churchill (Brian Cox)
Winston Churchill (Brian Cox) © SquareOne/Universum
Das Meer färbt sich rot mit Blut, während der große Winston Churchill in sich gekehrt am einsamen Strand an der englischen Küste den Verlust vieler junger Männer bedauert, die für sein Land starben. Churchill, der hier verheerende Schlachten des Ersten Weltkriegs bedauert, bei denen er als Marineminister verantwortlich war (insbesondere Gallipoli), verspricht sich hier, dass er so etwas nicht nochmal geschehen lassen darf. In dieser elegischen Eröffnungssequenz wird der zentrale Konflikt etabliert, der Winston Churchill in diesem Film antreibt. De britische Historikerin Alex von Tunzelmann versucht hier die Persönlichkeit von Winston Churchill auf revisionistische Art menschlicher zu gestalten. Hier wird ein Churchill präsentiert, der sich klar gegen Operation Overlord ausspricht, da er befürchtet, dass erneut junge Soldaten sinnlos abgeschlachtet werden. Hier erwehrt er sich immer wieder gegen General Dwight D. Eisenhower (John Slattery), der keinen Zweifel an der Richtigkeit der groß angelegten Normandie-Invasion hat.

„Churchill“ ist ein Film, der einen intimen Blick auf Winston Churchill wagt und ihn ganz in den Mittelpunkt stellt. So inszeniert Regisseur Jonathan Teplitzky („The Railway Man“) ein Kammerspiel, das Churchill in langen und prägnanten Gesprächen mit Eisenhower, seinen Generälen, König George VI (James Purefoy) oder seiner Frau Clementine (Miranda Richardson) zeigt. Teplitzky schlägt einen ruhigen und introspektiven Ton an, der wenig auf Spektakel, dafür aber auf ein Erforschen der wenig gesehenen menschlichen Seite des britischen Premiers fokussiert ist. Neben Churchills Ängsten und Zweifeln bezüglich der Richtigkeit von Operation Overlord, die den Großteil dieser ruhigen Charakterstudie ausmacht, ist es dann eben auch der Blick auf die Ehe zu Clementine. Zum einen wird seine Frau als starke Kraft hinter Churchill dargestellt, die den pragmatischen und starken Ruhepol ihres Mannes darstellt, sich in ihrer Ehe aber auch zunehmend vernachlässigt fühlt.

US-General Dwight D. Eisenhower (John Slattery) mit Feldmarschall Alan Brooke (Danny Web, links) und Generalfeldmarschall Bernard Montgomery (Julian Wadham, rechts).
US-General Dwight D. Eisenhower (John Slattery) mit Feldmarschall Alan Brooke (Danny Web, links) und Generalfeldmarschall Bernard Montgomery (Julian Wadham, rechts). © SquareOne/Universum
Insgesamt macht der Film so einen etwas biederen Eindruck, der ästhetisch sehr zurückhaltend ist und alles Augenmerk auf die Figuren und nicht die Inszenierung legt. Im Mittelpunkt steht so Brian Cox, der sich mit nur wenigen Modifikationen scheinbar mühelos in die Rolle von Winston Churchill transformiert. Cox Aussehen ist so täuschend nahe an der realen Vorlage, aber es ist schließlich die gesamte Ausstrahlung, die Cox einfließen lässt, um die Verwandlung auch über einen grimmigen Blick und äußerliche Charakteristika zu vervollständigen. So fasziniert nicht nur die präzise Körpersprache, sondern Cox makellose Sprechweise, die in der legendären Rede an das Volk zum D-Day zu seinem eindrucksvollen Höhepunkt kommt. Er ist ganz eindeutig der stärkste Aspekt dieser wenig filmischen Geschichtsstunde.

Besonders packend gestaltet sich „Churchill“ leider nicht, zu uninspiriert, gediegen und teilweise sogar seicht wirkt die Inszenierung. Ob die mutigerweise von Tunzelmann herausgearbeitete Prämisse des Films, die besagt, dass Churchill erhebliche Zweifel an der den Zweiten Weltkrieg entscheidenden Invasion hatte und zudem in häufiger Opposition zu seinen amerikanischen Kollegen stand, so richtig ist, sei dahingestellt. Churchill wird hier konsequent als aus der Zeit gefallener Mann portraitiert, er ist ein wenig dynamisches und mit einer tiefen Sinnkrise haderndes Relikt der Vergangenheit, das den Bemühungen der Alliierten entgegen wirkt. Churchills Memoiren sprechen trotz durchaus vorhandener Zweifel eine etwas andere Sprache, was von Tunzelmanns Herangehensweise etwas fragwürdig macht – gerade wenn man in Betracht zieht, dass die Autorin ironischerweise in einer speziellen Kolumne für den Guardian Filme auf ihre historische Richtigkeit überprüft.

Winston Churchill (Brian Cox) und Clementine Churchill (Miranda Richardson) in einem innigen Moment
Winston Churchill (Brian Cox) und Clementine Churchill (Miranda Richardson) in einem innigen Moment © SquareOne/Universum
Trotz zweifelhafter revisionistischer Elemente gelingen Teplitzky durchaus einige starke menschliche Szenen, besonders in einem Aufeinandertreffen des Premiers mit dem damaligen Regenten, die über allen anderen Momenten des Films thront: Hier schildert Purefoy in einer fast schon hypnotisch ruhigen und subtil bewegenden Szene, warum beide nicht an Bord der Kriegsschiffe bei der Operation dabei sein dürfen. Schade, dass der Film nicht öfter diese Qualität erreicht.

Bild
„Churchill“ präsentiert sich in ästhetischer Hinsicht von eher unspektakulärer Seite. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Blu-ray-Umsetzung dennoch sehr gelungen ist. Hier zeigt sich ein digital auf Arri Alexa aufgezeichnetes Bild, das sich durch seine fast schon unbarmherzige Klarheit definiert. Der meist eher in hellen Bereichen spielende Film zeigt gerade in Großaufnahmen von Gesichtern einen enorm hohen Schärfe- und Detailumfang. Farben sind natürlich gehalten, die Farbpalette ist adäquaterweise insgesamt dezent in erdigen Tönen mit nur wenigen knalligeren Akzenten gehalten. Bildprobleme gibt es außer minimales gelegentliches Rauschen nicht zu bemängeln.

Winston Churchill in der Kommandozentrale (Brian Cox).
Winston Churchill in der Kommandozentrale (Brian Cox). © SquareOne/Universum
Ton
Erwartungsgemäß handelt es sich bei „Churchill“ um eine weitestgehend frontlastige Angelegenheit. Entsprechend stehen hier Dialoge im Mittelpunkt, die kraftvoll und in herausragender Klarheit und Verständlichkeit aus dem Center-Lautsprecher ertönen. Die Filmmusik von Lorne Balfe verteilt sich aber auch sehr räumlich gleichmäßig auf alle Boxen. Atmosphärische Geräusche, die für Surround-Stimmung sorgen sind eher rar gesät. Insgesamt überzeugen die beiden Tonspuren auch über sehr gute Dynamik.

Extras
Als Sonderausstattung bietet die Blu-ray lediglich ein sehr solides Making Of, das die Produktion in knapp über zwanzig Minuten interessant beleuchtet.
Making Of (22:37 Min.)
Trailer (01:54 Min.)
Trailershow


Fazit:
„Churchill“ stellt die gewagte These auf, dass Winston Churchill nicht der gefeierte Kriegsheld war, sondern voll und ganz gegen die Invasion in der Normandie war. Abgesehen von dieser revisionistischen Ebene ist Jonathan Teplitzkys Film eine eher biedere Angelegenheit, bei der Brian Cox jedoch in der Titelrolle brilliert, die auf Menschlichkeit und nicht Karikatur setzt.

by Florian Hoffmann
Bilder © SquareOne Entertainment / Universum Film