Carrie - Des Satans jüngste Tochter - Blu-ray

Blu-ray Start: 15.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min

Carrie - Des Satans jüngste Tochter Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Carrie White (Sissy Spacek) hat es nicht leicht. Von ihrer herrschsüchtigen Mutter (Piper Laurie) wird sie von der Außenwelt isoliert und von ihren Mitschülern gehänselt. Doch eines Tages entdeckt Carrie, dass sie über telekinetische Fähigkeiten verfügt, mit deren Hilfe sie Materie allein mit Gedankenkraft bewegen und verändern kann. Eine gefährliche Gabe für eine gedemütigte Außenseiterin. Als Carrie beim Schulball Opfer eines bösen Scherzes wird, rächt sie sich auf grauenvolle Weise.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
DTS 5.1 (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch, Französisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Kinotrailer für Carrie (2013)
- Featurette: Die Darsteller
- Featurette: Vom Buch zum Film
- Featurette: Das Musical Carrie
- Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Carrie - Des Satans jüngste Tochter

Blu-ray
Carrie - Des Satans jüngste Tochter Carrie - Des Satans jüngste Tochter
Blu-ray Start:
15.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Horror Cult Uncut) Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Horror Cult Uncut)
DVD Start:
11.01.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

Blu-ray Kritik - Carrie - Des Satans jüngste Tochter

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Die berühmteste Duschszene aller Zeiten geht zweifellos auf das Konto des mit allen Wassern gewaschenen Großmeisters Alfred Hitchcock. Doch gleich hinter „Psycho“ (1960) dürfte sich Brian de Palma („Scarface“, „The Untouchables“), als Epigone des Masters of Suspense gleichermaßen bewundert wie belächelt, mit der Stephen-King-Verfilmung „Carrie - Des Satans jüngste Tochter“ (1976) den Vize-Platz in dieser Disziplin der Kinogeschichte gesichert haben. Denn die Einführung der von ihren Mitschülerinnen gehänselten Carrie White (oscarnominiert und in der Rolle ihres Lebens: Sissy Spacek) zählt zu den denkwürdigsten Sequenzen einer nahezu komplett stimmigen und atmosphärisch dichten Adaption. Wähnt sich der Zuschauer im slow-motion-opening-shot zunächst als Voyeur in der Mädchen-Umkleide in einer Art Softporno-Fantasie im Weichzeichner-Look, gleitet die Kamera weiter zur einsam duschenden, von Dampf umhüllten Carrie. Sie zitiert dabei Einstellungen aus „Psycho“ und beschmutzt die Träumerei mit der Realität, als sie das panisch werdende Mädchen fokussiert, das Blut zwischen seinen Beinen entdeckt und die erste Periode hat. „It’s like getting hit by a Mack truck“, beschreibt Sissy Spacek in den Extras der Blu-ray die Gefühlswelt in dieser Szene, in der Carrie ohne jede Vorahnung die Schwelle zur Frau übertritt.

Die Isolation und das Außenseitertum der Protagonistin fängt der Film, der im Grunde eine Coming-of-Age-Story erzählt, im Folgenden auf mehreren Ebenen wunderbar ein. Seien es die Klassenkameradinnen, die ihren Spaß daran haben, die aufgelöste Carrie mit Tampons zu bewerfen. Der Schuldirektor der Bates High School (!), der sich partout ihren Vornamen nicht merken kann/will. Oder zu Hause ihre religiös-fanatische Mutter Margaret (ebenfalls für einen Goldjungen nominiert und leer ausgegangen: Piper Laurie), die Carrie wegen ihrer Menstruation als Sünderin geißelt und sie erst einmal in die Kammer sperrt, wo sie Gott um Vergebung für die Schande bitten soll. Überhaupt ist alles, was mit Sexualität zu tun hat, Teufelszeug für die wahnhafte Margaret. Brüste nennt sie später pillows (Kissen).

„Carrie“, für dessen Drehbuch Lawrence D. Cohen den gleichnamigen Debütroman von Stephen King bearbeitete, ist auch 37 Jahre nach seiner Entstehung ein faszinierender und fesselnder Mix aus Horror- und Teenfilm, der ebenso mit sexuellen Metaphern spielt wie menschliches Verhalten studiert. Und nicht zu vergessen ist er (vor allem für damalige Verhältnisse) atemberaubendes Effekt-Kino. Denn Carrie entwickelt in ihrem emotionalen Aufruhr telekinetische Fähigkeiten; sie kann mit Kraft ihrer Gedanken Gegenstände bewegen. Sind es zunächst eine Glühbirne, die kaputt geht; ein Aschenbecher, der zerbricht; und ein kleiner Junge (dargestellt übrigens von de Palmas Neffen), der sein „Creepy Carrie, Creepy Carrie“ mit einem Sturz bezahlt; steigern sich die Ausbrüche bis zum zerspringenden Spiegel (man achte auf der Tonspur auf die kreischenden Geigen aus „Psycho“) und entfalten beim großen Finale auf dem Abschlussball ihre volle, verstörende Wirkung.

Die Prom Night, die sich in ein Inferno verwandelt, stellt sicher den optischen Höhepunkt der 1,8 Millionen Dollar teuren, in Kalifornien gedrehten US-Produktion dar. Mit Split Screens, Slow Motions, Bild-Prismen und Farbfilter frönt Regisseur Brian de Palma seinem bekannten Hang für visuelle Mätzchen. Er versammelt alle wichtigen Figuren, von der besorgten Sportlehrerin Miss Collins (Betty Buckley), über die gekränkte, intrigante Schulzicke Chris Hargensen (assistierte später „Robocop“: Nancy Allen), die mitfühlende Sue Snell (Amy Irving), den galanten Beau Tommy Ross (William Katt) bis hin zum Taugenichts Billy Nolan (ein ganz junger John Travolta). Sie alle werden Chris’ und Billys bösen Streich, der Carrie zum kollektiven Gespött macht und letztlich eine Verbindung zur Duschszene am Anfang darstellt, mit dem Leben bezahlen. Denn wenn Carrie starren Auges wie in Trance Amok läuft, alle Fesseln und Hemmungen ablegt, macht die zerstörerische Kraft ihrer Gabe keine Gefangenen.

Was „Carrie“ ebenfalls einen Platz unter den besten Horrorstreifen aller Zeiten und mindestens unter den Top Drei der Stephen-King-Adaptionen sichern dürfte, ist das frappierende Ende. Für die in diesem Jahr verstorbene amerikanische Kritiker-Legende Roger Ebert war es das schockierendste seit „Der weiße Hai“. Tatsache ist, es hallt nach, ebenso wie das im Film abgewandelte Ableben von Margaret White.

Zu den Zugaben der Blu-ray (Originalton), die sicher nicht zufällig wenige Wochen vor Kinostart des „Carrie“-Remakes von Kimberly Peirce („Boy’s Dont’t Cry“) erscheint, gehört das Featurette „Acting Carrie“ aus dem Jahr 2001. Darin erinnern sich die sichtlich gealterten Mimen (vor allem Tommy Ross alias William Katt hat seine Lockenpracht eingebüßt) an die Dreharbeiten vor 25 Jahren am Anfang ihrer jeweiligen Karriere. Interessant: Regisseur Brian de Palma castete damals zusammen mit George Lucas, der seinerseits Personal für das „Star-Wars“-Universum suchte, und Sissy Spacek war gar nicht erste Wahl als Carrie. Das Featurette „Visualizing Carrie: From Words To Images“ offenbart unter anderem den Fakt, dass das Ende der Adaption vom Survival-Schocker „Deliverance“ inspiriert wurde. Dazu gibt es noch den kurzen Beitrag „Singing Carrie: Carrie, The Musical“ sowie Trailer, unter anderem von der Neuverfilmung 2013.

Ihr Alter sieht man „Carrie“ auf der Blu-ray an einigen Stellen durchaus an. Helle Passagen wirken zuweilen etwas milchig, im Dunkeln wird es mitunter pixelig. Aber die finale Zerstörungsorgie ist von Kameramann Mario Tosi gekonnt fotografiert. Der Ton könnte stellenweise kräftiger sein.

„Carrie“ punktet mit einer bis heute faszinierenden Hauptfigur, ebenso verletzlich wie grausam, und bietet, wie es sich für einen guten Horrorfilm gehört, erfreulich viel Subtext, ohne dabei das Entertainment zu vernachlässigen. Da muss sich die Neuauflage ordentlich reinhängen.

by Florian Ferber
Bilder © 20th Century Fox