By the Sea - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min

By the Sea Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Nach ihrem hochgelobten ersten Regiewerk UNBROKEN kehrt Academy Award® Gewinnerin Angelina Jolie Pitt am 10. Dezember nicht nur als Darstellerin zurück auf die Kinoleinwand, sondern zeichnet sich gleichzeitig als Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin für das beeindruckende Drama um ein amerikanisches Künstlerpärchen verantwortlich.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (GB)
Dolby Digital Surround 5.1 (D, F, I, E)
Dolby Digital 5.1 (TR)
Untertitel:
D, GB, Arab, DK, FIN, F, Hindi, IS, I, NL, N, P, S, E, TR
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Unveröffentlichte Szenen
- Gena Rowlands: Eine Inspiration
- Das Making Of von By the Sea

DVD und Blu-ray | By the Sea

Blu-ray
By the Sea By the Sea
Blu-ray Start:
09.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
By the Sea By the Sea
DVD Start:
09.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

Blu-ray Kritik - By the Sea

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Nach ihrem Bosnien-Krieg-Drama „In the Land of Blood and Honey“ und dem aufwühlenden Biopic und Zweiter Weltkriegs-Film „Unbroken“ versuchte sich Angelina Jolie nun an ihrem bisher wohl persönlichsten Film. „By the Sea“ ist wohl die Definition eines Leidenschaftsprojekts, das sich selbst insgesamt sichtlich ernst nimmt. Jolies tiefliegende Passion für den Film zeigt sich unzweifelhaft darin, dass sie nicht nur selbst Regie führte, das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte, sondern auch ihren eigenen Ehemann neben sich besetzte. By the Sea SzenenbildHeraus kam ein ziemlich sperriges und oft langwieriges, vom europäischen Kino der 70er Jahre inspirierten Beziehungsdrama, das in exzellenten, vom österreichischen Kameramann Christian Berger („Das weiße Band“) eingefangenen Bildern schwelgt, aber letztlich zu unterkühlt und in seiner Aussage zu banal wirkt, um emotional wirklich mitzureißen.

Mitte der 70er Jahre. Die ehemalige Tänzerin Vanessa (Angelina Jolie) und ihr Ehemann Roland (Brad Pitt), ein gescheiterter Schriftsteller, reisen durch den Süden Frankreichs. In einem pittoresken Küstenstädtchen lässt sich das seit 14 Jahren verheiratete Paar in einem Hotel nieder, wo Roland an einem neuen Buch arbeiten will, aber an einer Schreibblockade leidet. Die Beziehung der Beiden ist ganz offensichtlich angeknackst, zwischen ihnen liegt eine spürbare Distanz und Kälte, ein Mangel an Leidenschaft und Körperlichkeit, der scheinbar an einem Trauma in der Vergangenheit herrührt. Roland versucht den Schmerz angesichts seiner Machtlosigkeit gegenüber seiner Frau durch Alkohol zu ertränken und lernt dabei den Barbesitzer Michel (Niels Arestrup, „Gefährten“, „Ein Prophet“) kennen, der selbst noch am Trauma einer vergangenen Liebe nagt. Durch das Erscheinen des frisch verheirateten französischen Ehepaars Lea (Mélanie Laurent, „Inglourious Basterds“, „Enemy“) und François (Melvil Poupaud, „Lauwrence Anyways“, „Die Zeit, die bleibt“) im Zimmer nebenan wird Vanessas und Rolands Beziehung noch einmal angetrieben und sie nähern sich wieder.

Schon mit den ersten Bildern, die ein Citroën DS Chapon Cabrio zeigen, das durch die bezaubernde Mittelmeer-Landschaft Maltas düst (der Film spielt nur im Süden Frankreichs) und dabei Jane Birkin auf der Tonspur leidenschaftlich das unter die Haut gehende „Jane B.“ zum Besten gibt, fühlt man sich direkt von „By the Sea“ gefangen genommen. Die Atmosphäre der Siebziger Jahre im Süden Frankreichs ist zum Greifen nahe, der Film ist wunderschön mit scharfem Auge für Details und Accessoires von Jon Hutman ausgestattet, Ellen Mirojnicks Kostüme, die denkbar schöne, perfekt frisierte Menschen bedecken, machen den Film zu einer Augenweide. By the Sea SzenenbildNicht unwesentlich hierbei ist natürlich Michael Hanekes routinierter Stammkameramann Christian Berger, der hier für atemberaubend schöne und viel Wärme ausstrahlende Bilder sorgt, die primär ohne künstliches Licht eingefangen wurden. Vollendet wird die intensive und sinnliche Stimmung durch den perfekt gewählten Soundtrack, der primär von französischen Chansons von besagter Jane Birkin, Serge Gainsbourg oder Charles Aznavour geprägt ist. Für die entsprechende emotionale Gefühlsebene sorgt zusätzlich der großartige Kompoist Gabriel Yared („Der englische Patient“, „Das Leben der Anderen“).

Es ist ganz offensichtlich, dass Jolie mit „By the Sea“ auf stilistischer Ebene vom europäischen Arthouse-Kino der Sechziger und Siebziger Jahre eines Eric Rohmer oder Michelangelo Antonioni inspiriert ist. Ihr gelingt es zweifelsohne gemeinsam mit ihren Mitstreitern in cineastischer Hinsicht ein bemerkenswertes Stück Kino abzuliefern, das zu gefallen weiß. Weit weniger überzeugend ist jedoch der Rest. „By the Sea“ ist ein betont ruhig und langsam erzähltes Beziehungsdrama, das mit großen Emotionen hantieren will, letztlich aber eher unterkühlt und stellenweise auch bemüht daherkommt. Man spürt „By the Sea“ Jolies Willen an, hier etwas ganz Besonderes und Persönliches abzuliefern, vielleicht hätte es dem Film aber schon sehr geholfen, wenn sie die beiden Hauptrollen anders besetzt hätte. So wirkt es fast schon ablenkend, da man immer daran denken muss, hier ein tatsächliches Ehepaar zu beobachten, wodurch man durch die dadurch aufkommende Distanz nur bedingt in den Charakteren aufgehen kann. Jolie wankt depressiv und dauerrauchend durch den Film, setzt sich in bedeutungsschwangeren Posen und oft unnatürlichem Spiel in Szene. Ständig gibt es tränenreiche Schauspieler-Szenen, die sichtlich auf Jolies Können aufmerksam machen sollen. Pitt kommt hierbei besser weg, kann aber auch nicht allzu viel mit seiner Rolle ausrichten.

Man hängt letztlich zwei Stunden mit diesen beiden emotional angeknacksten Figuren rum, es wird viel geraucht, noch mehr getrunken, spaziert, gestritten, in Bars und Restaurants aufgehalten und auf Segelbooten gefahren. Über lange Zeit hängt hier etwas Unausgesprochenes in der Luft, angestaute, tief liegende Emotionen brodeln unter der Oberfläche. By the Sea SzenenbildEs finden sich immer mehr Andeutungen an traumatische Erfahrungen im Film, die vor allem dann auftauchen, als Vanessa beginnt durch ein Loch in der Hotelzimmerwand das benachbarte Paar zu bespannen. Vanessa wird beim Beobachten des Liebesspiels von Lea und François aber scheinbar nicht angetörnt, sondern an traumatische Erfahrungen erinnert, die Jolie als abstrakte und immer klarer werdende unterschwellige Erinnerungsfetzen inszeniert. Der Film wechselt zwischen diesen Voyeur-Szenen, Rolands ständiger alkoholischer Betäubung (er trinkt sogar schließlich Gin schon zum Frühstück), Vanessas depressivem Umherwandeln und Streitgesprächen zwischen dem Paar hin und her.

Nachdem das alles sich recht häufig wiederholt, ermüdet der Film zunehmend. Etwa zur Mitte des knapp über zweistündigen Films erhebt sich „By the Sea“ etwas aus seiner depressiven Grundstimmung, als sich Vanessa und Roland wieder beginnen leicht anzunähern und ihre Beziehung sich zu revitalisieren scheint, bei der das junge Paar von nebenan ein entscheidender Antrieb zu sein scheint. Doch „By the Sea“ steuert letztlich auf eine ziemlich vorhersehbare Auflösung zu, die Erklärung von Vanessas Depression erscheint hier arg offensichtlich. Wirklich bewegt bleibt man dann am Ende dieses sehr schwermütigen Films nicht wirklich zurück, dennoch hat der Film am Ende auch etwas bewundernswert Ambitioniertes und stellt als echte Studioproduktion eine wahre Seltenheit im gegenwärtigen Kinoklima dar. Wirklich gelungen ist „By the Sea“ aber leider nur etwa zur Hälfte.

Bild
Eine der großen Stärken von „By the Sea“ ist eindeutig seine edle visuelle Präsentation. Diese kommt hervorragend auf der Blu-ray zur Geltung, man erhält ein überaus scharfes, detailreiches und farblich wohltemperiertes Bild, das sich wirklich sehen lassen kann. Auch in Sachen Kontrast und Schwarzwerten zeigt sich ein meistens referenzwürdiges technisches Niveau. Die warben, erdigen Farben versprühen viel Atmosphäre und obwohl der Film digital auf Arri Alexa aufgezeichnet wurde, wirkt das Bild äußerst plastisch und filmisch.

By the Sea Szenenbild Ton
Akustisch präsentiert sich der Film dem Genre entsprechend zurückhaltend. Auffällig ist, dass die Stimmen im englisch-französischen Originalton etwas eise daherkommen und nur eine recht subtile Dynamik im Zusammenspiel mit Musik und anderer Soundgestaltung vorliegt. Man gewöhnt sich aber an das dezente Klangbild, das tatsächlich sehr gut zu dem Film passt. Dennoch gibt es gelegentliche Surround-Effekte, etwa in Form von vorbeifahrenden Autos. Insgesamt eine sehr solide bis starke technische Umsetzung.

Extras
Das Bonusmaterial ist recht knapp, dafür aber teilweise hochwertig ausgefallen. Neben völlig banalen unveröffentlichten Szenen (die zurecht entfernt wurden) verdeutlichen die Kurzfeaturette „Gena Rowlands: Eine Inspiration“ und das zehnminütige Making-of die Leidenschaft, die Jolie Pitt bei dem Film angetrieben hat. Unveröffentlichte Szenen
- Roland gerät in einen Streit (01:09 Min.)
- Hör auf damit (01:18 Min.)
- Roland kommt betrunken nach Hause (01:15 Min.)
- Ein Abendessen mit Lea und François (00:29 Min.)
- Eine ganz besondere Flasche (03:24 Min.)
- Was machen sie? (01:47 Min.)
- Vielleicht solltest du nicht schreiben (02:27 Min.)
Gena Rowlands: Eine Inspiration (04:55 Min.)
Das Making Of (09:23 Min.)


Fazit:
„By the Sea“ ist eine künstlerisch und cineastisch hochwertige Hommage an das europäische Autorenkino der 60er und 70er Jahre, das als emotional involvierendes Beziehungsdrama nur bedingt funktioniert. Der Film sieht großartig aus und fühlt sich ebenso an, sein dramatischer Kern erfordert Geduld und wirkt letztlich etwas zu belanglos, um wirklich packen zu können.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures