Brawl in Cell Block 99 - Blu-ray

Blu-ray Start: 26.10.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 132 min

Brawl in Cell Block 99 Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Bradley landet nach einem gescheiterten Drogendeal im Knast. Allerdings handelt es sich bei der beschlagnahmten Ware nicht um seine Drogen, sondern um das Eigentum seines Auftraggebers. Dieser stellt ihn nun vor die Entscheidung: Entweder lässt er sich in den berüchtigten Zellenblock 99 verlegen und tötet dort eine noch unbekannte Zielperson, oder seine hochschwangere Frau Lauren erwartet ein grausames Schicksal. Bei der Ausführung der brutalen Aufträge verwandelt Bradley das Gefängnis in ein blutiges Schlachtfeld.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / SquareOne Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Behind the Scenes

DVD und Blu-ray | Brawl in Cell Block 99

Blu-ray
Brawl in Cell Block 99 Brawl in Cell Block 99
Blu-ray Start:
26.10.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 132 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Brawl in Cell Block 99 Brawl in Cell Block 99
DVD Start:
26.10.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 126 min.

Blu-ray Kritik - Brawl in Cell Block 99

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 8/10


Vince Vaughn ist trotz seiner Statur und seiner 1,96m Körpergröße meist doch eher als der witzige Charakter in Komödien bekannt. Doch auch in der Vergangenheit zeigte Vaughn immer wieder, dass er in der Lage ist, eine ernsthafte Rolle glaubwürdig zu spielen. So erkannte man dieses Potenzial bereits im Drama „Für das Leben eines Freundes“ mit Joaquin Phoenix und Anne Heche, in „Into the Wild“ oder kürzlich auch in der 2. Staffel „True Detective“ und in Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“ als er die Rolle eines Sergeants übernimmt. In „Brawl in Cell Block 99“ brilliert er jedoch auf einem in seiner bisherigen Karriere noch nicht erreichten Niveau. Als gutherziger, aber brutaler Ehemann und baldiger Vater, der ehemals Boxer war und nun wieder versucht im Drogenmilieu Geld zu verdienen, haucht Vaughn einem einfach gestrickten Charakter sehr viel Leben ein und zieht einen in seinen Bann. Letzteres ist auch der wieder mal sehr außergewöhnlichen Inszenierung von Regisseur Craig Zahler zu verdanken, der u.a. Vaughn und seine mächtige Statur stark in Szene setzt. Zahler zeigte schon in „Bone Tomahawk“ wie er extreme Brutalität in einen Film unangenehm und authentisch inszenieren kann. Auch wenn Brawl in Cell Block 99 ebenfalls ein FSK 18 erhielt, so erreicht er nicht ganz die Härte der visuellen Gewaltdarstellung, die in Bone Tomahawk zu sehen ist, auch wenn das schwer zu toppen bleibt. Dennoch ist Brawl in Cell Block 99 ein spannendes und ungewöhnliches Filmerlebnis, das unterhält und mit einfachen Mitteln vieles erreicht.

Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99 (2017)
Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99 (2017) © SquareOne Entertainment
Es ist das Schauspiel von Vaughn, der die Handlung auf seinen Schultern trägt sowie die vielleicht etwas gewöhnungsbedürftige, aber definitiv interessante Inszenierung von Zahler, die diesen Film letztlich sehenswert machen. Zunächst wird dabei auf Letzteres eingegangen. Zahler erzeugt hier eine sehr kühle Atmosphäre und setzt auf wenig Dialoge. Auffallend ist das Colour-Grading in diesem Film, wodurch das Bild in diesem Streifen einen starken Blauton besitzt, der nochmals das Kühle und Kompromisslose unterstreichen soll. Wenig Dialoge und ein dosierter Einsatz der Filmmusik, bringen eine gewisse Ruhe ein, die diesem Film sehr gut tut. So wird auch dem Zuschauer auch Zeit gelassen, das Ganze auf sich wirken zu lassen. Verstärkt wird diese Ruhe durch die Kamera -und Schnittarbeit. Zahler lässt die Kamera oftmals im Raum stehen, wodurch man als Zuschauer zum Beobachter am Rande des Bildes wird. Extrem auffallend ist dies bei den Kampfszenen, die außergewöhnlich inszeniert sind. Vince Vaughn ist natürlich kein Jet li oder Iko Uwais. Er ist gewiss nicht wendig und schnell, sondern setzt seine Stärke und Masse gekonnt ein und Zahler fängt dies in der Kamera authentisch ein. Es gibt bei den Kämpfen kaum große Kameraschwenks und teilweise keine Schnitte. Das gibt dem Zuschauer ein realistisches Gefühl neben dem Geschehenen zu stehen und einen echten Straßenkampf zu erleben. Vaughns Charakter ist im Film ein ehemaliger Schwergewichtsboxer, dennoch bewegt und kämpft er nicht wie ein klassischer Boxer. Es wirkt alles deutlich behäbiger, selbst für einen Boxer seiner Gewichtsklasse. Dennoch geht hier Vaughn deutlich brutaler zu Werke als es in dem Sport erlaubt wäre, was Zahler grandios mit der Kamera einfängt. Ein Faustschlag ins Gesicht, einer in die Magengrube, ein gebrochener Arm usw. – all das sieht schmerzhaft aus und das Schmerzgefühl wird sehr gut zum Zuschauer transportiert. Alles in allem arbeitet Zahler mit einer betonten Ruhe, zelebriert fast schon seine Kampfszenen und schreckt nicht im Geringsten vor Brutalität zurück. Es ist eine Freude zu sehen, wie hier die Kämpfe, auch wenn sie sporadisch zu sehen sind, inszeniert wurden. Kein Schnitt-Gewitter, keine wackelige Kamera und damit auch keine unnötige Hektik. So wirkt die Gewalt roh, was sie letztlich auch ist und sein sollte.

Jennifer Carpenter in Brawl in Cell Block 99 (2017)
Jennifer Carpenter in Brawl in Cell Block 99 (2017) © SquareOne Entertainment
Neben der technischen Seite sollte der schauspielerische Aspekt und natürlich das Drehbuch ebenfalls besprochen werden. Don Johnson als rigoroser Chef eines Hochsicherheitsgefängnisses, Jennifer Carpenter als die Ehefrau von Vince Vaughn und natürlich Vaughn selbst machen allesamt einen guten Job. Aber Vaughn zeigt hier mehr als solides Schauspiel. Er ist zum einen klischeebehaftet, der Mann, der alles für seine Familie tun würde und doch so weit weg vom Mainstream-Helden ist, wie es nur geht. Er hat nicht nur körperlich eine unglaubliche Präsenz und ruhige Ausstrahlung in den Szenen. Es ist ebenfalls die gelassene und besonnene Art, wie er spricht und gleichzeitig aber mit derselben stoischen Art gewalttätig eskalieren kann und seine Gegner keine Chance lässt. Man kauft ihm die Rolle von der ersten Sekunde an ab und es macht einen großen Spaß ihn hier durchkämpfen zu sehen, sowohl im Kampf selbst als auch in den ruhigen Szenen. Zahler nimmt sich für seine Geschichte, wie auch bei Bone Tomahawk, sehr viel Zeit und drückt hier beileibe nicht aufs Tempo, aber das braucht es auch gar nicht. Das Erzähltempo ist der Trägheit von Vaughn und der Ruhe bei der Inszenierung angepasst. Der Film baut auch einen sehr gelungenen kleinen Twist ein, der das Ganze nicht auf den Kopf stellt, jedoch in der Form nicht zu erwarten war. Darüber hinaus ist die Story geradlinig und schnörkellos erzählt und sie zu verfolgen, bleibt bis zum Ende unterhaltsam.

Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99
Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99 © SquareOne Entertainment
Um nochmal kurz auf die Technik zurückzukommen, fällt im letzten Frame des Filmes was ganz Skurriles auf, das unerklärlich erscheint. Hier ist wohl das Budget leer ausgegangen, denn anders kann man diesen „Effekt“ nicht erklären. Auch sind manche Aspekte in dem Streifen etwas überzeichnet ist. So gibt es einen asiatischen Arzt, der in seiner Figurenzeichnung eher an einen bösen Videospiel-Charakter der 90er Jahre oder einen Trash-Film erinnert. Der deutsche Schauspieler Udo Kier hat bereits in einigen Trash-Filmen mitgespielt, dennoch ist sein Auftreten hier gewohnt böse und wortkarg. Doch Zahler baut bei diesen zwei Charakteren eine inhaltliche Komponente in das Drehbuch ein, die in ihrem Ausmaß auch wieder B-Movie-Charakter hat. Das ist natürlich nicht unbeabsichtigt. Ähnlich verhält es sich mit der Szene aus dem Trailer, in der Vaughn ein Auto schrottet. Das wirkt unfreiwillig komisch, aber natürlich auch ziemlich unterhaltsam. Was bewusst überzeichnet ist, was jedoch nicht unbedingt von Nöten war, war das Aussehen des Hochsicherheitsgefängnisses. Den Set-Aufbau sieht man in den Extras. Das Gefängnis wirkt extrem heruntergekommen, menschenunwürdig und weit weg von der Realität. Hierbei entsteht ein leichter Kontrast zu der recht realitätsnahen Inszenierung der Kämpfe. So hat der Film trotz seiner hohen Qualität zarten B-Movie-Charakter.

Udo Kier in Brawl in Cell Block 99 (2017)
Udo Kier in Brawl in Cell Block 99 (2017) © SquareOne Entertainment
Die Bildqualität ist besonders gut. Der Blauton wird hier kontrastreich wiedergegeben und alle Farben sind klar und kräftig auf dem Bildschirm zu sehen. Die Disk besitzt hier eine schöne Schärfe und erzeugt ein tolles Seherlebnis.
Die Tonqualität ist ebenfalls auf einem hohen Niveau. Oft ist es ruhig in diesem Film, aber wenn es mal Schläge und Krach gibt, dann hört man dies klar und kräftig. So sind auch die Dialoge allesamt verständlich. Zur Synchronisation kann hier nichts gesagt werden, da der Film im Originalton geschaut wurde. Die deutschen Untertitel hierbei sind ebenfalls für Hörgeschädigte geeignet.
Die Extras enttäuschen hingegen. Hier gibt es den Trailer und eine Trailershow sowie einen 15 Minuten langen „Behind the scenes“-Clip. In diesem erzählen der Produzent, der Regisseur sowie der Cast über ihre Erfahrungen am Dreh. Man bekommt kleine Einblicke in die Dreharbeiten. Zahler und ein Produzent des Films erzählen von der Entstehungsgeschichte des Films. Hier gibt es auch viel Lobhudelei. Kann man sich wegen diverser Infos anschauen, verpasst wird jedoch nicht viel.


Fazit:
Ruhig und kühl inszeniert mit authentischer und rustikaler Gewaltdarstellung überzeugt Brawl in Cell Block 99 den Zuschauer auf ganzer Linie. Er ist stark gespielt, spannend erzählt und langweilt trotz seiner 133 Minuten zu keinem Zeitpunkt. Er weist leichte B-Movie-artige Züge auf und ist dennoch ein künstlerisch anspruchsvolles Werk mit einer ungewöhnlichen Machart. Daher ist dieser Film, der ein Mix aus Action, Drama, Thriller und teilweise Exploitation ist, definitiv ein Blick wert.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film / SquareOne Entertainment