Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook) - Blu-ray

Blu-ray Start: 26.04.2019
FSK: 18 - Laufzeit: 133 min

Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Bradley landet nach einem gescheiterten Drogendeal im Knast. Allerdings handelt es sich bei der beschlagnahmten Ware nicht um seine Drogen, sondern um das Eigentum seines Auftraggebers. Dieser stellt ihn nun vor die Entscheidung: Entweder lässt er sich in den berüchtigten Zellenblock 99 verlegen und tötet dort eine noch unbekannte Zielperson, oder seine hochschwangere Frau Lauren erwartet ein grausames Schicksal. Bei der Ausführung der brutalen Aufträge verwandelt Bradley das Gefängnis in ein blutiges Schlachtfeld.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / capelight pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
24-seitiges Booklet, Making-Of, Q&A mit Cast und Crew, Trailershow

DVD und Blu-ray | Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook)

Blu-ray
Brawl in Cell Block 99 Brawl in Cell Block 99
Blu-ray Start:
26.10.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 132 min.

zur Blu-ray Kritik
Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook) Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook)
Blu-ray Start:
26.04.2019
FSK: 18 - Laufzeit: 133 min.

zur Blu-ray Kritik
Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook) (4K Ultra HD) Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook) (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
26.04.2019
FSK: 18 - Laufzeit: 133 min.
DVD
Brawl in Cell Block 99 Brawl in Cell Block 99
DVD Start:
26.10.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 126 min.

Blu-ray Kritik - Brawl in Cell Block 99 (Uncut - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook)

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


Nach seinem beeindruckenden Debut Bone Tomahawk, einem atmosphärisch dichten Horror-Western mit Kurt Russell und Patrick Wilson in den Hauptrollen, lässt Regisseur und Drehbuchautor Craig S. Zahler den nächsten beinharten Genrebeitrag Brawl in Cell Block 99 auf das Publikum los. Neben Comedystar Vince Vaughn konnte er außerdem Jennifer Carpenter (Dexter), Don Johnson und Trashlegende Udo Kier für den Cast verpflichten. Das Ergebnis ist eine piekfeine Charakterstudie mit brachialen Grindhouse-Elementen.

Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99
Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99 © capelight pictures
Es ist wohl nicht ganz Bradley's (Vince Vaughn) Tag: Erst wird er mit fadenscheinigen Begründen gekündigt und als wäre das noch nicht genug, kommt er nach Hause und muss feststellen, dass seine Frau Lauren (Jennifer Carpenter) ihn seit drei Monaten betrügt. Doch anstatt seine sieben Sachen zu packen und zu verschwinden, fasst er sich ein Herz und beschließt seiner Ehe noch eine Chance zu geben und sie vielleicht sogar durch Zuwachs zu intensivieren. Um die neu entstehende Familie versorgen zu können heuert der ehemalige Boxer schließlich bei einem alten Freund an und steigt ins Drogengeschäft ein. Lange läuft alles nach Plan. Das Geld kann sich sehen lassen, die Arbeitsbedingungen sind erstklassig und zudem erwartet Lauren ein Baby. Es könnte nicht besser sein, bis bei einem Deal etwas gewaltig schief läuft und Bradley in den Knast wandert. Sieben Jahre Gefängnis für sein Schweigen nimmt er gern in Kauf nimmt. Doch er hat die Rechnung ohne den geprellten Unterweltboss und Auftraggeber Eleazar (Dion Mucciato) gemacht, der aufgrund seines Verlusts in Millionenhöhe nun auf Rache sinnt. Er stellt Brad ein Ultimatum: Entweder er tötet einen Mitinsassen oder ein asiatischer Arzt nimmt diverse Amputationen an Bradleys ungeborenem Kind vor und schickt sie ihm nach und nach per Post. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, an die Zielperson heranzukommen, denn der Häftling sitzt im Hochsicherheitstrakt Zellenblock 99, weit weg von Bradleys Zugriffsbereich. Um dort hin zu kommen muss er entgegen seinem Willen den Boxer von einst noch einmal wecken und ihn ein letztes Mal in den Ring steigen lassen. Auf dem Weg seine Familie zu retten hinterlässt er einen Berg aus Leichen.

Jennifer Carpenter in Brawl in Cell Block 99
Jennifer Carpenter in Brawl in Cell Block 99 © capelight pictures
Ebenso wie bereits in seinem Erstlingswerk Bone Tomahawk lässt sich Craig Zahler reichlich Zeit seine agierenden Personen mit all ihren Wünschen, Zielen und Fehlern vorzustellen und an den aufmerksamen Zuschauer heranzuführen. Protagonist Bradley ist kein netter Kerl, aber er hat Prinzipien, die er mit Nachdruck vertritt. Dahingehend wirkt er trotz derber Gewaltausbrüche und reihenweise brechender Knochen mehr pragmatisch zielorientiert als bösartig und triebgesteuert. Als vielschichtiger Antiheld mit großer Klappe und dem Herz am rechten Fleck macht Vince Vaughn eine außergewöhnlich gute Figur und zeigt, dass er nicht nur in Komödien und Dramen in seinem Element ist. An seiner Seite spielt Dexter-Darstellerin Jennifer Carpenter eine vom Leben schwer gezeichnete und vernachlässigte Ehefrau, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine intakte Familie mit dem Mann, den sie liebt. Diese Rolle wirkt zunächst untypisch für sie, dennoch ist sie augenscheinlich anpassungsfähig und fügt sich vortrefflich ins Gesamtbild ein. Auch alle anderen relevanten Gesichter wie sein Freund und Chef Gil (Mar Blucas), der widerliche Geschäftspartner Eleazar (Dion Mucciato) und dessen geschniegelten Lakaien (Udo Kier) werden in geschlagenen 45 Minuten hinreichend eingeführt und vorgestellt. Diese recht lange Einleitung fällt bei einer Gesamtspielzeit von stolzen 132 Minuten aber überhaupt nicht ins Gewicht und ist zu keiner Zeit langweilig, vorhersehbar oder gar klischeebehaftet.

Udo Kier in Brawl in Cell Block 99
Udo Kier in Brawl in Cell Block 99 © capelight pictures
Das ändert sich auch bis zum furiosen Finale nicht mehr. Im Folgenden wird der Zuschauer Zeuge einer Gefängnisprozedur, wie man sie sonst selten zu Gesicht bekommt: Keine Gitterstäbe, wütende Tumulte oder randalierende Gangs. Stattdessen Abgeklärte Bürokraten, hierarchische aber humane Strukturen und teils sogar sympathische Wärter, die realitätsnahe Haftbedingungen vermitteln. Doch ruhig und gediegen bleibt die Stimmung nicht, denn spätestens mit dem Wissen, dass seine Familie in Gefahr ist, bricht eine Welle der Gewalt los, die in manchen Sequenzen kaum auszuhalten ist: Brechende Knochen, fliegende Zähne und das ein oder andere zermatschte Körperteil werden oft in Nahaufnahme von der meist feststehenden Kamera gnadenlos gezeigt. Kein Wunder also, dass die FSK der vorliegenden ungeschnittenen Fassung zweimal die Freigabe verweigerte, was Capelight aber nicht davon abhielt sie einfach der nächst höheren Instanz, der Juristenkommission, vorzulegen, die Brawl in Cell Block 99 dann eine leichte Jugendgefährdung bescheinigte, nachdem sich Rechteinhaber Universum Film vorher zierte den Gang zur Spio zu gehen. Somit ist eine Indizierung auch im Nachhinein nicht völlig ausgeschlossen. Trotz der derben Brutalität büßt die Geschichte zu keiner Zeit ihren Tiefgang ein, da diese nicht, wie in vielen Exploitationsvertretern wie Rodriguez oder Tarantino, mit einem Augenzwinkern praktiziert wird, sondern von Hauptperson Brad wider Willen abverlangt wird, was dadurch beinahe einen traurigen Beigeschmack bekommt.

Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99
Vince Vaughn in Brawl in Cell Block 99 © capelight pictures
Das Bild ist eine absolute Wucht: Kristallklare Farben, scharfe Konturen und die ruhige, oft feststehende Kameraarbeit sorgen dafür, dass man als Zuschauer jede Bewegung und jeden Schlag mitverfolgen kann, ohne durch hektische Schnitte im Fluss gestört zu werden. Das 1080p High Definition (16:9) kommt besonders in hellen Momenten gut zur Geltung und lässt in keiner Weise Raum für Beanstandungen.

Der Ton ist ebenfalls ein kleines Highlight, denn in den über zwei Stunden Laufzeit, gibt es praktisch keine Hintergrundmelodien oder Musikstücke. Die einzige Soundkulisse, mit Ausnahme von einer Szene im Auto, bei dem das Radio einen Song spielt, besteht ausschließlich aus den Effekten selbst und den Umgebungsgeräuschen, die als Stilmittel eine ganz eigene Art von Spannung und Atmosphäre aufbaut. Der 5.1 Sound in den beiden zur Verfügung stehenden Tonspuren (deutsch und englisch) ist zu jeder Zeit klar und gut verständlich.

Die Extras sind ebenfalls mehr als Umfangreich: Neben einem 24-seitigen Booklet gibt es ein umfassendes Making-Of sowie eine Trailershow und eine Frage-Antwort Stunde mit Cast und Crew. Alles was man sich als interessierter Zuschauer wünschen kann.


Fazit:
Brawl in Cell Block 99 überzeugt auf ganzer Länge und besitzt alles, was für ein Meisterwerk nötig ist: Tiefgründige Charakterstudien, eine mitreißende Story, originelle Stilmittel und einen Vince Vaughn in seiner bisher besten Rolle, der sich, immer einen Spruch auf den Lippen, durch die Reihen böser Buben möbelt. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl etwas derartiges schon mal gesehen zu haben und allein dafür schon hat das Werk in der Gesamtwertung die Höchstpunktzahl verdient. Der Film ist jedem zu empfehlen, der auf interessante Abwechslung weit abseits vom Mainstreamkino nach der ein oder anderen Perle sucht. Abraten würde ich persönlich jedem, der in Punkto expliziter Gewaltdarstellung zart besaitet ist.


by Christoph Berger
Bilder © Alive / capelight pictures