Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2) - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.05.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 179 min

Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Mädchen gehen mit Jungs aus – das stellt die 15-jährige Adèle (Adèle Exarchopoulos) zunächst nicht in Frage. Doch das ändert sich schlagartig, als sie Emma (Léa Seydoux) trifft. Die Künstlerin mit den blauen Haaren lässt sie ungeahnte Sehnsüchte entdecken, bringt sie dazu sich selbst zu finden, als Frau und als Erwachsene.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Interviews (Kechiche, Adèle, Léa)
- entfernte Szenen
- Trailer

DVD und Blu-ray | Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2)

Blu-ray
Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2) Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2)
Blu-ray Start:
09.05.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 179 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2) Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2)
DVD Start:
09.05.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 172 min.

Blu-ray Kritik - Blau ist eine warme Farbe - La vie d'Adèle (Kapitel 1 & 2)

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 6/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Essen, labern, vögeln – wer sehr gehässig auf dem Klischee-Trip unterwegs ist, könnte sagen, die Handlung von „Blau ist eine warme Farbe“ speise sich vorwiegend aus diesen drei vermeintlich typischen Tätigkeiten des Savoir-vivre. Doch damit würde man dem länderübergreifend hymnisch gefeierten Cannes-Gewinner des vergangenen Jahres sicher Unrecht tun. Schließlich schildert der tunesisch stämmige Regisseur Abdellatif Kechiche („Couscous mit Fisch“) in seinem Drei-Stunden-Opus, das auf der gleichnamigen Graphic Novel von Julie Maroh basiert, eine Liebesgeschichte, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt – schon gar nicht im Einheitsbreiland der „Keinohrhasen“ und „Vaterfreuden“. Eines ist aber gewiss: Wer bisher mit französischen Beziehungsdramen nichts anfangen konnte, den wird auch „Blau ist eine warme Farbe“ kaum vom Gegenteil überzeugen.

Der Inhalt der beiden Kapitel von „La Vie d’Adèle“ (so der Originaltitel) ist für ein Werk dieser Länge überschaubar. In den Interviews der Blu-ray ist sogar von einer fast banalen Geschichte die Rede. Abdellatif Kechiche fängt gemächlich den Alltag der 17-jährigen Schülerin Adèle (eine absolute Entdeckung: Newcomerin Adèle Exarchopoulos) in Lille zwischen Literaturunterricht, pubertärem Geplauder mit Freundinnen und den Mahlzeiten mit ihren Eltern ein. Eine kurze Liaison mit Mitschüler Thomas beendet sie, weil ihr „etwas fehlt“. Dann sieht sie auf der Straße ein Mädchen mit blauen Haaren und kann diese flüchtige Begegnung nicht mehr vergessen. Adèle macht sich auf die Suche nach der Unbekannten – und trifft mit der Kunststudentin Emma (Léa Seydoux, „Die Schöne und das Biest“) die Liebe ihres Lebens.

Klingt unspektakulär? Ist es nüchtern betrachtet auch, wobei man „Blau ist eine warme Farbe“ einen (gewollten) Tiefgang nicht absprechen kann. Zwar kommen einige Figuren wie Adèles bester schwuler Freund und ihre erst sexbesessenen, dann homophoben Klassenkameradinnen etwas plump und klischiert rüber (das mag auch an der deutschen Synchronisation liegen). Aber da es sich hier um einen Film aus Frankreich handelt, bekommt man selbstredend keine weichgespülte Teen-Love-Story serviert. Stattdessen wird viel gefuttert (metaphorisch aufgeladen, von profanen Spaghettis bis hin zu delikaten Austern); es gibt Boheme-Treffen; es wird feingeistig philosophiert über Sartre, Antigone und das Mysterium des weiblichen Orgasmus. Und, nicht zu knapp, gibt es reichlich nackte Haut und lesbischen Beischlaf zu bewundern.

Vor allem der letzte Aspekt dürfte „Blau ist eine warme Farbe“ die globale Aufmerksamkeit gesichert haben. Denn, so viel sei verraten, hier geht es zwischen Adèle und Emma mehrfach richtig zur Sache – authentisch, ungekünstelt, ohne Weichzeichner, zuweilen etwas übertrieben. Wie bedingungslos sich die beiden jungen Schauspielerinnen ins Bettgetümmel stürzen, nötig Respekt ab. Allein: Bei der dritten Sex-Einlage stellt sich doch ein gewisser Ermüdungseffekt ein – und Fragen tauchen auf: Muss das jetzt wirklich sein? Sind Leidenschaft und Verlangen nicht genug illustriert? Regisseur Abdellatif Kechiche äußert im beigefügten Interview, er hätte die Hoffnung gehabt, dass man darüber wegsehen würde, dass es sich im Film um zwei Frauen handelt. Naivität? Koketterie? Kalkül?

Dank seiner beiden starken Protagonistinnen (erstmals in der Cannes-Geschichte bekamen Schauspielerinnen ebenfalls die Goldene Palme) funktioniert Kechiches Mammut-Werk auch außerhalb der expliziten Szenen mit Aufreger-Potenzial. Die zaghafte Annäherung, die Unsicherheit, die Verletzlichkeit, der unterschiedliche Umgang mit den Familien, das Zusammenleben, der Bruch, all das kommt so natürlich und ungeschminkt rüber, dass sich der Zuschauer (auch der männliche) in diese universelle Liebesgeschichte wunderbar einfühlen kann. Warum das Ganze dann aber fast drei Stunden dauern muss, erschließt sich vor allem im letzten Drittel nicht immer. Hier ringt Abdellatif Kechiche offensichtlich darum, einen brauchbaren Schlusspunkt unter seine beiden Kapitel aus dem Leben der Adèle zu setzen –und verzettelt sich zuweilen.

Die Zugaben der Blu-ray haben neben Trailern drei gelöschte Szenen (OmU) im Angebot (man beachte das Döner-Gespräch zwischen Adèle und ihrem schwulen Freund) sowie Interviews (OmU) mit dem Regisseur und den beiden Hauptdarstellerinnen. Dass Léa Seydoux nicht wiederzuerkennen ist, dass beim Gespräch mit Kechiche dauernd ein Hämmern oder Klopfen im Hintergrund zu hören ist und dass Adèle Exarchopoulos Fragen auf Englisch gestellt bekommt, aber auf Französisch antwortet, sind Kuriositäten am Rande. Interessant ist aber, dass der öffentlich ausgetragene Streit des Trios über die aufreibenden Dreharbeiten mit keinem Wort thematisiert wird.

Über die deutsche Tonspur möchte man am liebsten auch schweigen. Sie kommt recht schwach daher und vor allem die Synchronisation von Adèle Exarchopoulos wirkt unecht und raubt der Figur viel Intensität. Wer des Französischen mächtig ist, sollte das Original hören, oder deutsche Untertitel benutzen. Die Kamera dürfte auch nicht nach jedermanns Geschmack sein. Sofian El Fani hält immer voll drauf, setzt konsequent auf Nahaufnahmen, klebt mit seinem Fokus förmlich an Adèle, was dem einen oder anderen Zuschauer in manchen Szenen aber eher Unbehagen bereiten dürfte.

Die etwas andere Girl-meets-Girl-Story: „Blau ist eine warme Farbe“ überzeugt mit zwei famosen Darstellerinnen, die denkwürdige Performances hinlegen, und liefert authentische Einblicke in die Gefühlswelten junger Menschen. Eine Stunde weniger Laufzeit und etwas mehr Erzähltempo hätten dem Film aber nicht geschadet.

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by Florian Ferber
Bilder © Alive / Alamode