Blade Runner: Final Cut (4K Ultra HD) - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 118 min

Blade Runner: Final Cut (4K Ultra HD) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Los Angeles im Jahre 2019. Ex-Polizist Deckard erhält den Auftrag, vier geflohene "Replikanten" zu töten - künstliche Androiden, die von Menschen kaum zu unterscheiden sind. Eine atemberaubende Hetzjagd durch eine futuristische Welt beginnt!

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
GB: Dolby True HD 7.1
D: Dolby Digital 5.1
Untertitel:
diverse
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 2160p 4K HDR
16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentare, Trailer, Featurette

DVD und Blu-ray | Blade Runner: Final Cut (4K Ultra HD)

Blu-ray
Blade Runner: Final Cut (4K Ultra HD) Blade Runner: Final Cut (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
28.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 118 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - Blade Runner: Final Cut (4K Ultra HD)

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 9/10


Vor kurzem ist in den deutschen Kinos mit Regisseur Denis Villeneuves „Blade Runner 2049“ die Fortsetzung zu Ridley Scotts Sci-Fi-Thriller aus dem Jahr 1982 gestartet. Passend zum Kinostart des Films hat Warner Home Video bereits einige Zeit zuvor das Prequel als „Limited Steelbook Edition“ auf Blu-ray neu aufgelegt und zeitgleich dem Kult-Klassiker mit Harrison Ford in der Hauptrolle auch eine Veröffentlichung als 4K Ultra HD spendiert. Wir haben freundlicherweise ein Exemplar der 4K-Fassung des Final Cuts für einen Test zur Verfügung gestellt bekommen und decken hier nun auf, welche Vorzüge die Neuabtastung des Original-Negativs in 4K-Auflösung aus dem Jahr 2007 auf dem neuen Medium zu bieten hat.

Deckard (Harrison Ford) und Gaff (Edward James Olmos)
Deckard (Harrison Ford) und Gaff (Edward James Olmos) © Warner Home Video
Los Angeles, November 2019: Als einige Replikanten, von der Tyrell Corperation künstlich hergestellte Menschen zur Erschließung fremder Welten, plötzlich beginnen Amok zu laufen und auf ihrer illegalen Rückreise zur Erde 23 Menschen schlachten, erhält Ex-Polizist Rick Deckard (Harrison Ford), ein sogenannter Blade Runner, den brisanten Auftrag, die hochentwickelten und extrem gefährlichen Androiden der Serie Nexus-6 aufzuspüren und aus dem Verkehr zu ziehen. Keine leichte Aufgabe für den ehemaligen Kopfgeldjäger, denn zum einen sind die vier Replikanten von realen Menschen kaum zu unterscheiden, zum anderen, werden diese vom cleveren Roy Batty (Rutger Hauer) angeführt, welcher den Plan verfolgt, seinem Schöpfer gegenüberzutreten, um so sein eigenes begrenztes Leben und das seiner drei Kameraden zu verlängern.

Rick Deckard (Harrison Ford) und Rachael (Sean Young)
Rick Deckard (Harrison Ford) und Rachael (Sean Young) © Warner Home Video
Ridley Scotts ʻBlade Runnerʻ, welcher neben ʻAlien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Weltʻ eines der ersten Werke des britischen Filmregisseurs und Produzenten darstellt, war zwar an den Kinokassen kein großer Hit, mauserte sich aber schnell in Fan-Kreisen zum Kult-Film und gilt auch heute noch als eines der schönsten und ansprechendsten Science Fiction-Werke überhaupt. Ich selbst kenne den Film bereits seit meinem zehnten Lebensjahr und war schon immer von dessen visueller Aufmachung und ruhiger Momente beeindruckt – auch wenn ich erst viele Jahre später dessen eigentliche Handlung zu verstehen begonnen habe. Und ich bin ehrlich, selbst heute noch – auch bei Sichtung der neuen 4K-Variante des Final Cuts, entdecke ich immer wieder Neues und kann dem Titel immer mehr abgewinnen. Die Geschichte, die in einer Zukunft spielt, in der die Welt heruntergekommen und verdreckt ist, es mehr künstliche als reale Tiere gibt und man dauerhaft mit gewaltigen Reklametafeln oder Werberaumschiffen bombardiert wird, entfaltet auch heute noch eine magische Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Generell sucht die visuelle Aufmachung für eine nunmehr 35 Jahre alte Produktion ohnehin ihresgleichen, sei es nun in Bezug auf das futuristische Los Angeles, deren schmutzige und verregnete Schwarzmarktstraßen, umherfliegende Vehikel oder ausgefallenen Kostüme – ʻBlade Runnerʻ war seiner Zeit weit voraus, weshalb der Film auch heute noch keine Sekunde lang langweilig wird oder ins Belanglose abdriftet.

Rick Deckard (Harrison Ford) auf der Suche nach Pris (Daryl Hannah)
Rick Deckard (Harrison Ford) auf der Suche nach Pris (Daryl Hannah) © Warner Home Video
Selbst das eigentliche Konzept geht auch heute noch auf: Wenn sich Nexus-6 Androide Roy auf die Suche nach seinem Vater begibt, um sein genaues Herstellungsdatum zu erfahren und seine Lebensdauer voller Erwartung für sich selbst und seine Kameraden, zu denen auch Level-C-Replikant Leon Kowalski (Brion James), Level-B-Modell Zhora Salome (Joanna Cassidy) sowie Lustmodell Pris Stratton (Daryl Hannah) gehören, zu verlängern, kann man ihn durchaus verstehen. Zu deren Ärgernis wurden alle Nexus-6-Replikanten nämlich von ihrem Schöpfer Dr. Eldon Tyrell (Joe Turkel) nur mit einer Lebenserwartung von vier Jahren versehen – eine viel zu kurze Zeit, welche den Menschen allerdings als eine Art Rückversicherung dienen sollte, denn da die Androiden über weit größere physische und geistige Kräfte als Menschen verfügen und im Laufe der Zeit sogar eigene Gefühle und Ambitionen entwickeln, könnten diese ansonsten später zu einer Bedrohung werden. Und genau das sind Roy, Leon, Zhora und Pris geworden, weshalb Kopfgeldjäger Deckard auch Jagd auf diese macht. Dabei lernt er auch die überaus attraktive Rachael (Sean Young) kennen, die wie sich herausstellt allerdings ebenfalls eine Replikantin ist und eigentlich ebenfalls auf der Abschussliste des Blade Runners steht. Wie gesagt, eine großartige Geschichte die auch heute noch prächtig unterhält, bis zum Finale spannend bleibt und dank der großartigen Momente zu keiner Zeit langweilig wird.

Rick Deckard (Harrison Ford) und Rachael (Sean Young)
Rick Deckard (Harrison Ford) und Rachael (Sean Young) © Warner Home Video
Bildqualität 4k UHD & Blu-ray:
Da dem 4K UHD-Set die gleiche Blu-ray mit beiliegt, welche bereits in der 2007 erschienen Final Cut-Edition enthalten war, hat sich an deren Bildqualität, die nach wie vor für einen 1080p-Transfer eines inzwischen 35 Jahre alten Films sehr ansehnlich ist, nichts geändert. Bekanntermaßen entstand dieses überarbeitete Bildmaster mithilfe des Originalnegativs, das vor nunmehr zehn Jahren einen hochmodernen 4K-Digital-Intermediate-Prozess durchlief und ʻBlade Runnerʻ eben diesen wunderschönen und zeitgemäßen Look verpasste. Die Übertragung wurde seinerzeit von Ridley Scott höchstpersönlich begleitet und geleitet, dem sehr daran gelegen war, einem seiner ersten Werke endlich das Aussehen zu verleihen, welches dem Film gerecht wird. Wie bereits erwähnt, konnte sich das Ergebnis seinerzeit schon auf der Blu-ray mehr als sehen lassen – auf Ultra-HD sieht der Transfer im Ansichtsverhältnis von 2,40:1 (16:9) jedoch nochmals deutlich besser aus. Hier gibt es kein hochskaliertes 4K zu sehen, sondern der Film liegt tatsächlich nativ in dieser Auflösung vor, woraus nicht nur eine deutlicher Steigerung der Bildschärfe resultiert, sondern auch eine bessere Feindetailwiedergabe sichtbar wird. Bereits die erste Einstellung von Los Angeles zeigt sich deutlich detaillierter, indem sich sämtliche Häuser bis zum Horizont klar und deutlich abzeichnen. Das gleiche gilt auch für das Tyrell-Gebäude, dessen äußere Struktur und Musterungen klar ersichtlich sind, genauso wie jedoch noch so kleine Fester.

Zwar tritt nun die natürliche Filmkörnung in beinahe allen Szenen etwas verstärkter in Erscheinung, da diese aber exzellent zum filmischen Look von ʻBlade Runnerʻ passt, wird dies keinesfalls als störend empfunden. In Bezug auf HDR, dessen verbundenem höheren Dynamikumfang und den erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020 kann die UHD-Variante zwar nicht sämtliche technischen Register ziehen, insgesamt bieten aber auch hier der Farb- sowie Kontrastumfang des 4K-Transfers das sattere und gleichermaßen stimmigere Gesamtergebnis. Die Farben sind minimal kräftiger ausgefallen, was man vor allem bei den zahlreichen Leuchtreklamen zu spüren bekommt und auch beim Schwarzwert gibt es einen ordentlichen Zugewinn zu verzeichnen, woraus ein plastischeres Gesamtbild entsteht, bei dem allerdings in einen dunkleren Bereichen einige wenige Details verloren gehen.

Rick Deckard (Harrison Ford) und Rachael (Sean Young)
Rick Deckard (Harrison Ford) und Rachael (Sean Young) © Warner Home Video
Tonqualität:
Bei der Soundauswahl hat sich in Bezug auf den deutschen Ton überhaupt nichts verändert, denn dieser basiert weiterhin auf der 2007 erschienenen Blu-ray und liegt im Dolby Digital 5.1-Format (48kHz/640Kbps) vor. Zeitgemäß klingt der Mix zwar nicht mehr und auf ein 4K-Medium sollte definitiv eine andere Ton-Abmischung gepackt werden, für den deutschen Markt wird derartiges aber leider meist nicht umgesetzt. Nichtsdestotrotz klingt der deutsche DD5.1-Track recht aktiv, nutzt sämtliche Surround-Kanäle entsprechend der Möglichkeiten gut aus und weist auch einen guten Tiefton auf – vor allem beim Intro bekommt man hier einiges geboten, genauso wie auch bei der tollen Musikuntermalung von Vangelis, einem der Pioniere der elektronischen Musik, welche dem Titel eine ganz besondere Note verleiht. Ganz anders sieht es aber trotzdem beim englischen Originalton aus, welcher sich hier sogar als neuer Dolby Atmos 7.1-Mix präsentiert, dem ein True-HD-Core mit einer variablen Bitrate zwischen 5-7 Mbps zugrunde liegt. Wer einmal auf diese Tonspur gewechselt hat und der englischen Sprache mächtig ist, der wird dessen Vorzüge sofort erhören und gar nicht mehr zurück zum deutschen Ton wechseln wollen. Ganz gleich ob es hier nun um die Effekte, den stimmigen Soundtrack, die wohl platzierten Hintergrundgeräusche oder die gesprochenen Dialoge geht, der Atmos-Mix scheint perfekt ausbalanciert worden zu sein und wartet nicht nur – wie bereits das Bild, mit einer exzellenten Feindetailwiedergabe auf, sondern bietet außerdem eine 1A-Räumlichkeit, so dass man hier stets das Gefühl hat, eine völlig neue und brandaktuelle Produktion zu sehen. Wirklich erstklassig!

Harrison Ford ist de Blade Runner
Harrison Ford ist de Blade Runner © Warner Home Video
Extras:
Disc 1 (4K UHD):
▪ Audiokommentar von Ridley Scott
▪ Audiokommentar von Hampton Fancher, David Peoples, Michael Deeley und Katherine Haber
▪ Audiokommentar von Syd Mead, Lawrence G. Paull, David L. Snyder, Douglas Trumbull, Richard Yuricich und David Dryer
▪ Blade Runner: The Final Cut 4K remastered Trailer (2:31 min.)
▪ Einleitung von Ridley Scott (0:35 min.)

Disc 2: (Blu-ray):
▪ Audiokommentar von Ridley Scott
▪ Audiokommentar von Hampton Fancher, David Peoples, Michael Deeley und Katherine Haber
▪ Audiokommentar von Syd Mead, Lawrence G. Paull, David L. Snyder, Douglas Trumbull, Richard Yuricich und David Dryer
▪ Einleitung von Ridley Scott (0:35 min.)
▪ Digital UV-Copy
▪ Wendecover

Bei den Extras gibt es, bis auf den neuen 4K-Trailer zum Film auf der 4K-UHD, keinerlei Neuerungen zu vermelden. Neben einer kurzen Einleitung, in welcher sich Regisseur Ridley Scott knapp über die Restaurierung des Films äußert, sind auf beiden Scheiben die drei bekannten Audiokommentare enthalten. Im ersten meldet sich der Regisseur höchstpersönlich und sehr ausführlich zu Wort, während im zweiten Kommentar die Drehbuchautoren und Produzenten interessante Punkte zu berichten haben. Der dritte Audiokommentar ist den Designern, Szenenbildern und Technikern des Creative Teams vorbehalten, welche ebenfalls interessante Fakten über die Produktion zusammentragen. Etwas bedauerlich ist bei allen drei Kommentaren jedoch, dass sich keine deutschen Untertitel für ein besseres Verständnis hinzuschalten lassen, was im Übrigen für beide Scheiben gilt. Dafür hat man erfreulicherweise an ein Wendecover ohne störendes FSK-Logo gedacht und auch eine UltraViolett-Digital Copy ist enthalten.


Fazit:
Auch wenn das 4K-Master dieser UHD-Veröffentlichung im Grunde genommen auf einer Restaurierung basiert, die bereits vor zehn Jahren entstanden ist, so versetzt einen die dargebotene Bildqualität immer wieder ins Staunen. Der Transfer bietet im direkten Vergleich mit der Blu-ray eine nochmals höhere Bildschärfe, dank HDR-Bearbeitung klarere Farben und präsentiert sich für einen 35 Jahre alten Film dank des gesteigerten Kontrastes überaus plastisch. Etwas schade ist, dass bei der UHD-Variante keine neue deutsche Abmischung geboten wird, sondern lediglich der deutsche Dolby Digital 5.1-Mix der Blu-ray zum Einsatz kommt. Eine Wucht hingegen ist der neue englische Atmos 7.1-Sound, welcher wirklich bombastisch klingt, einen regelrecht in den Sessel drückt und dem Kultfilm absolut in allen Belangen gerecht wird. Hier muss ganz klar gesagt werden, auch wenn es im Bereich der Extras nur wenig zu entdecken gibt, das sich hier die Investition definitiv lohnt. Ein Pflichtkauf – nicht nur für Blade Runner-Fans!

by Roland Nicolai
Bilder © Warner Home Video