Biloxi Blues - Blu-ray

Blu-ray Start: 05.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 106 min

Biloxi Blues Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wird der junge Eugene Jerome (Matthew Broderick) aus New York zur Grundausbildung in das Trainingscamp der US Army nach Biloxi, Mississippi eingezogen. Doch er und die anderen Mitglieder der Truppe haben eigentlich ganz andere Ideen. Als respektloser Rekrut ist Eugene seinem unberechenbaren Vorgesetzten Sergeant Toomey (Christopher Walken), der die angehenden Soldaten gerne schikaniert, schnell ein Dorn im Auge. Seiner Ehre als Ausbilder ist Toomey es schuldig, sein Ziel zu erreichen - eine Situation, die nicht nur für Eugene gefährliche Folgen hat…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Vocomo Movies
Tonformate:
DTS-HD 2.0 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Biloxi Blues

Blu-ray
Biloxi Blues Biloxi Blues
Blu-ray Start:
05.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 106 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Biloxi Blues Biloxi Blues
DVD Start:
05.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

Blu-ray Kritik - Biloxi Blues

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Einer der ersten Titel des noch jungen Backkatalog-Labels Vocomo Movies ist nach „König der Murmelspieler“, „Love Field“ und „Stanley & Iris“ die sehr gute, aber etwas in Vergessenheit geratene Militär-Komödie „Biloxi Blues“ aus dem Jahr 1988 von Meisterregisseur Mike Nichols. Der Film über die Erfahrungen eines 20-jährigen jüdisch-amerikanischen Rekruten im Ausbildungscamp in Biloxi, Mississippi kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs basiert auf Neil Simons Tony-prämierten halb-autobiografischen Theaterstück. In der Hauptrolle agiert der damals durch „Ferris macht blau“ gerade erst zum Star aufgestiegene Matthew Broderick, während Christopher Walken als antagonistischer strenger Ausbilder in einer genüsslichen Performance brilliert. Der Nebencast wird von zahlreichen frischen Gesichtern wie Michael Dolan, Markus Flanagan, Corey Parker oder Casey Siemaszko besetzt, die es trotz des moderaten Erfolgs des Films kaum über den Status von TV-Darstellern geschafft haben.

Matthew Broderick in Biloxi Blues
Matthew Broderick in Biloxi Blues © Vocomo Movies
An sich funktioniert „Biloxi Blues“ als typische Coming-of-Age-Geschichte, die jedoch unkonventionellerweise auf einen Militärstützpunkt im Jahr 1945 verlegt wird. Der aus Brooklyn stammende Eugene Morris Jerome (Broderick) verfolgt Schriftstellerambitionen und ist völlig außerhalb seines Elements, als er im brütend heißen Biloxi ankommt, um dort seine Grundausbildung für den Dienst an der Front anzutreten. Ähnlich geht es auch seinem ebenfalls jüdischen Kameraden Arnold J. Epstein (Corey Parker), der mit seiner intellektuellen, etwas arroganten und sensiblen Art fehl am Platze ist – hinzukommt auch noch ein nervöser Magen, für den der Kantinenfraß ein natürlicher Feind ist. So geraten eben diese Rekruten umgehend ins Fadenkreuz des Ausbilders Platoon Sergeant Merwin J. Toomey (Walken), der Jeromes Gedankenlosigkeit und Undiszipliniertheit regelmäßig mit Kollektivstrafen für seine Kameraden belegt.

„Biloxi Blues“ schildert so den Alltag an der Militärakademie, wobei Jerome als Erzähler fungiert und die prägenden Ereignisse Revue passieren lässt. Von Beginn an gefällt hier der trockene und entlarvende Tonfall, der sich durch den gesamten Film zieht. Allzu viel Neues erzählt „Biloxi Blues“ zwar nicht, jedoch erweist sich der Film als angenehm leichtfüßig, wenn auch insgesamt vielleicht etwas leichtgewichtig. Doch gerade die Tatsache, dass der Film nicht dick aufträgt, macht ihn letztlich so gelungen. Wie von Nichols gewohnt, erweist sich der Film nämlich als elegant und genau auf den Punkt inszeniert.

Matthew Broderick und Penelope Ann Miller in Biloxi Blues
Matthew Broderick und Penelope Ann Miller in Biloxi Blues © Vocomo Movies
Der Oscar-prämierte Regisseur von „Die Reifeprüfung“, „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, „Hautnah“ und vielen anderen Klassikern beweist auch hier sein herausragendes Gespür für Schauspielerführung. Mit großer Natürlichkeit und Authentizität lässt er sämtliche Darsteller befreit agieren und kreiert damit eine glaubwürdige Dynamik. Jeromes Kameraden bilden hierbei einen interessanten Querschnitt unterschiedlicher Typen, die nicht nur das Amerika der 40er Jahre repräsentieren. Natürlich prallen hier unterschiedlichste Lebensphilosophien und Ansichten aufeinander, wodurch der Film seine Würze gewinnt.

Es ist begeisternd, wie einfach und unkompliziert Nichols alles wirken lässt. Neil Simons wunderbar hintersinnige, smarte, geist- und einsichtsreiche Vorlage ist hier natürlich essentiell, jedoch ist es auch Nichols Verdienst, dass der Film derart organisch und frei von Spielereien daherkommt. Nichts erscheint hier aufgesetzt oder zu gewollt, die zahlreichen komischen Momente entwickeln sich mit wunderbarer Natürlichkeit, sind perfekt strukturiert und nie auf eine Punchline aus.

Der Film ist nicht als entlarvende und beißende Kriegssatire wie Nichols eigener „Catch-22“ oder Robert Altmans „M.A.S.H.“ konzipiert. „Biloxi Blues“ erweist sich trotz allen Humors auch stets als überaus menschlich. Die Natur des Erfahrungsberichts ist so aufgrund der realistischen Schilderung des militärischen Alltags nie von der Hand zu weisen. Das ist zwar primär humoristisch angelegt, jedoch ist der Film auch voller kleiner, aufrichtiger Momente der Menschlichkeit, die dem Film genau das richtige Maß an Dimension gibt.

Matthew Broderick Christopher Walken in Biloxi Blues
Matthew Broderick Christopher Walken in Biloxi Blues © Vocomo Movies
Neben dem ideal besetzten Broderick, der wie ein etwas subtilerer und weniger frecher Ferris im Militärlager wirkt, begeistert vor allem Christopher Walken in der Ausbilderrolle, die sehr leicht ins Klischee rutschen kann. Walken ist nicht der dauerfluchende, sadistische und regelrecht monströse Drill Instructor (Kubricks „Full Metal Jacket“ mit R. Lee Ermeys definitivem Portrait einer solchen Figur erschein erst ein Jahr zuvor), er gibt seiner Figur eine feinere, verschlagene, augenzwinkernde Note, die aber genauso ernst zu nehmen ist. Es macht wie immer Spaß dem stets gerne gesehenen Walken zuzusehen, auch wenn die Entwicklung seiner Figur vielleicht am Ende einer der eher unrunden Aspekte des Films darstellt.

Bild
Audiovisuell darf man von der Blu-ray zu „Biloxi Blues“ keine Höhenflüge erwarten. Das Bild kommt ohne Verschmutzungen aus, verfügt jedoch über ein starkes Filmkorn und häufiges Rauschen in dunklen, aber auch helleren Bereichen. Dennoch hält sich der Störfaktor angesichts des über 30 Jahre alten Materials in Grenzen. Die Farben erscheinen weitestgehend natürlich und nur in manchen Momenten eine Spur zu gesättigt. Kontraste sind solide, Schwarzwerte oft ausbaufähig. Die Bildschärfe bewegt sich auf einem annehmbaren Niveau, insgesamt hat man jedoch den Eindruck, dass das Bild sich nur knapp über DVD-Qualität bewegt.

Ton
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray ebenfalls auf solidem, aber unspektakulärem Niveau. Sowohl die deutsche als auch die englische Tonsur liegen in DTS-HD Master 2.0 vor. Der Film ist primär dialogorientiert, dementsprechend effektfrei und ohne nennenswerte Dynamik kommen die Tonspuren daher. Stimmen ertönen jedoch in astreiner Klarheit und Verständlichkeit, wodurch es beim Hörvergnügen des Films nichts zu beanstanden gibt.

Extras
Leider fällt das Bonusmaterial äußerst spärlich aus. Hier gibt es lediglich zwei Trailer zu begutachten.
• Original-Trailer (01:25 Min.)
• Deutscher Trailer (01:28 Min.)


Fazit:
„Biloxi Blues“ erweist sich als sehr unterhaltsame, kurzweilige und doch wahrhaftige Unterhaltung, die zwar nicht essentiell, aber dank Neil Simons geistreicher Vorlage und Mike Nichols präzise-eleganter Regie dennoch überaus sehenswert ist.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Vocomo Movies




Biloxi Blues - Trailer