Big Bad Wolves - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.11.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 110 min

Big Bad Wolves Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Eine grausame Mordserie an jungen Mädchen hält eine Kleinstadt in Atem. Als Hauptverdächtiger gilt der unscheinbare Religionslehrer Dror (Rotem Keinan), der allerdings aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Polizist Miki (Lior Louie Ashkenazi) hofft, ein Geständnis aus dem Verdächtigen rausprügeln zu können. Die Aktion mit den bezahlten Schlägern geht aber nach hinten los, denn sie landet als Video zum Thema Polizeigewalt in den israelischen Medien und Miki wird gefeuert. Weder er noch der rachsüchtige Vater des letzten Opfers haben nun noch etwas zu verlieren. Bei der geplanten Entführung und Folterung des Hauptverdächtigen bleibt schließlich nur die Frage, ob Dror es wirklich war und wenn ja, wie weit Selbstjustiz gehen kann …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Paramount Home Entertainment / Constantin Film
Tonformate:
DTS-HD High Resolution 5.1 (Deutsch, Hebräisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of (ca. 17 Min.), Trailer „Big Bad Wolves“ in deutsch (ca. 2 Min.), Trailer „Big Bad Wolves“ in hebräisch (ca. 2 Min.)

DVD und Blu-ray | Big Bad Wolves

Blu-ray
Big Bad Wolves Big Bad Wolves
Blu-ray Start:
27.11.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Big Bad Wolves Big Bad Wolves
DVD Start:
27.11.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 106 min.

Blu-ray Kritik - Big Bad Wolves

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 9/10


„Bester Film des Jahres.“ (Quentin Tarantino) tönt es selbstbewusst vom Cover des Filmes, was beim Zuschauer gleich eine immens hohe Erwartungshaltung erzeugt, die eigentlich nur enttäuscht werden kann. Doch nach Sichtung von Aharon Keshales und Navot Papushados rabenschwarzem (eigentlicher wären Neologismen von Nöten, um den Schwärzegrad treffend zu beschreiben) Folterthriller ist eines klar: Auch wenn sich über den „besten Film des Jahres“ vortrefflich streiten ließe, gehört „Big Bad Wolves“ definitiv zu den möglichen Kandidaten!

Als der Polizist Micki (Lior Ashkenazi) den Verdächtigen einer grausigen Kinder-Mordserie verhaftet und auf äußerst brutale Art und Weise verhört, kann er noch nicht ahnen, dass schon bald ein Video seiner Tat im Internet auftauchen wird. Micki wird von seinem schlecht gelaunten Chef daraufhin entlassen und sieht seine einzige Chance für eine Wiederherstellung seines Rufes im Beweis der Schuld seines Verdächtigen. Letzterer, ein harmloser Lehrer namens Dror (Rotem Keinan) befindet sich jedoch auch im Visier von Gidi (Tzahi Grad), dem wütenden Vater des letzten Mordopfers. Als die drei schließlich aufeinandertreffen, droht die Situation zu eskalieren...

Was vergleichsweise konventionell beginnt, mit der einen oder anderen unvorhergesehen visuellen Härte schockt und dann durch interessante Wechsel der Erzählperspektive überrascht, entpuppt sich im letzten Drittel tatsächlich als ein humoristisches Feuerwerk sondergleichen. Die an Situationskomik stellenweise kaum zu überbietende Handlung präsentiert eine skurrile, aber stets logische Wendung nach der anderen und hat einige der genialsten Dialoge des Kinojahres zu bieten. Wenn während eines ulrabrutalen Verhörs von den Folterern ersteinmal eine kleine Pause eingelegt wird, um zu besprechen, wer den nächsten Finger brechen darf, kommt man aus der Fassungslosigkeit kaum noch heraus. Hier herrscht trotz aller kaum auszuhaltender Grausamkeit stets ein beschwingter Grundton, der sich zuverlässig auf den Zuschauer überträgt. Das Ganze geht soweit, dass zwischendurch sogar mal fröhlich gebacken werden darf. Wer an dieser Stelle nicht lachen konnte, wird wohl auch am Rest des Filmes keinen gefallen finden, denn das lakonische Drehbuch setzt immer eine noch bösere Pointe drauf. Wahres Kunststück ist jedoch nicht bloß der grandiose Witz des Filmes, sondern vor allem die Tatsache, dass die im Kern finstere Serienkillergeschichte -trotz aller Absurditäten- noch ernstgenommen werden kann. So schockt der Film den Zuschauer beispielsweise mit der schonungslosen Behandlung der Themen Pädophilie, Kindesenthauptung und Folter, bringt selbigen aber durch die exzellent geschriebenen Dialoge, Figurenkonstellationen und Twists auch gekonnt zum Lachen. Die Symbiose ist schlicht und einfach perfekt gelungen! Dennoch rate ich zartbesaiteten Gemütern ganz entschieden ab! Wenn Zehnägel gezogen, der Bunsenbrenner zweckentfremdet oder Hälse angesägt werden, schnürt es einem vor Entsetzen regelrecht die Kehle zu.
Besonders positiv fallen die drei zentralen Darsteller Lior Ashkenazi, Rotem Keinan und Tzahi Grad auf, die ihre absurden Szenen allesamt mit Bravour meistern und perfekt miteinander harmonieren. In Anbetracht der ständigen Sympathiewechsel dürfte dies keine leichte Aufgabe gewesen sein, was ihr Talent umso mehr evident werden lässt. Während Lior Ashkenazi und Tzahi Grad relativ klar gezeichnet sind, schafft es Rotem Keinan durch sein nuancenreiches Spiel immer wieder Zweifel beim Zuschauer zu säen. Interessant ist zudem der konsequente Verzicht auf Identifikationsfiguren – in „Big Bad Wolves“ laufen nur durch und durch seltsame Gestalten durch die Straßen.

Technisch gibt’s an der Blu-ray absolut nichts zu bemängeln. Der Ton dröhnt eindrucksvoll aus den Boxen (auch wenn Haim Frank Ilfman mit seinem Score stellenweise etwas zu dick aufträgt) und die Bilder kommen gestochen scharf daher. Lediglich beim Bonusmaterial müssen Abstriche gemacht werden, da es neben einem vergleichsweise kurzen Making-of lediglich zwei Trailer mit auf die Disc geschafft haben.

Fazit:
Ob es sich beim israelischer Folterthriller „Big Bad Wolves“ um den „besten Film des Jahres“ handelt oder nicht, muss wohl jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden – der Film ist jedoch definitiv ein Kandidat, der diese Bezeichnung verdient hätte. Unglaublich lustige Situationskomik trifft hier mit einer finsteren Serienkillergeschichte zusammen und diese Kombination funktioniert überraschenderweise wunderbar. Freunde des schwarzen Humors werden begeistert sein!

by Jonas Hoppe
Bilder © Paramount Home Entertainment / Constantin Film