Battle of the Sexes - Gegen jede Regel - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.03.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 117 min

Battle of the Sexes - Gegen jede Regel Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Das mitreißende Tennis-Spiel zwischen Billie Jean King (Emma Stone) und Bobby Riggs (Steve Carell) von 1973 ist eins der meist gesehenen Sport-Spektakel aller Zeit und ging als BATTLE OF THE SEXES in die Geschichte ein. Die deutlich jüngere Billie Jean King überzeugte in diesem Spiel nicht nur durch ihre sportliche Leistung, sondern auch durch ihren Willen, sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter einzusetzen. Sie besiegte den Ex-Tennis-Champion Bobby Riggs in hervorragenden drei Sätzen. Das Match fing den Zeitgeist ein, löste eine weltweite Diskussion über die Gleichberechtigung der Geschlechter aus und brachte die Frauenbewegung voran.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
Tonformate:
Englisch DTS-HD-MA 7.1
Englisch AD DD 5.1
Spanisch DTS 5.1
Französisch DTS 5.1
Deutsch DTS 5.1
Italienisch DTS 5.1
Japanisch DTS 5.1
Portugiesisch DD 5.1
Untertitel:
Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Französisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Rohmaterial: Billie Jeans großer Auftritt
- Die Rivalität neu entfachen
- Billie Jean King: In ihren eigenen Worten
- Standfotogalerie
- Szenenbildgalerie

DVD und Blu-ray | Battle of the Sexes - Gegen jede Regel

Blu-ray
Battle of the Sexes - Gegen jede Regel Battle of the Sexes - Gegen jede Regel
Blu-ray Start:
29.03.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 117 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Battle of the Sexes - Gegen jede Regel Battle of the Sexes - Gegen jede Regel
DVD Start:
29.03.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 117 min.

Blu-ray Kritik - Battle of the Sexes - Gegen jede Regel

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


So erstaunlich und schwer vorstellbar es auf heutige Zuschauer auch wirken mag, es war einmal Gang und Gäbe, dass Männer öffentlich und ohne jede Scham behaupteten, dass ihr Geschlecht Frauen haushoch überlegen sei „Frauen gehören hinter den Herd und ins Schlafzimmer“, „Frauen können nicht mit Druck umgehen“ oder „Frauen sind Männern körperlich unterlegen“ sind nur einige der markantesten Sprüche, die in dem einst potentiellen Oscar-Anwärter „Battle of the Sexes“ fallen, der eines der bemerkenswertesten Sportereignisse der 70er Jahre zum Hintergrund hat. Der Titel bezieht sich auf den so benannten Tennis-Schaukampf zwischen der damaligen Weltklasse-Spielerin Billie Jean King, die mit 29 Jahren auf der Höhe ihres Schaffens auf den bereits 55-jährigen ehemaligen Tennis-Star Bobby Riggs traf und dabei beweisen konnte, dass Frauen eben nicht zwingend Männern unterlegen sind.

Steve Carell (Bobby Riggs) und Emma Stone (Billie Jean King)
Steve Carell (Bobby Riggs) und Emma Stone (Billie Jean King) © 20th Century Fox Home Entertainment
„Battle of the Sexes“, die nun dritte Regiearbeit des „Little Miss Sunshine“-Ehepaar-Duos Jonathan Dayton und Valerie Faris, erweist sich als überaus unterhaltsames und spritziges Sittengemälde der frühen 70er Jahre, das zugleich aber auch intimes und einsichtsreiches Portrait einer besonderen Frau ist, die für sich und ihr gesamtes Geschlecht aufstand und allgegenwärtigem Chauvinismus mit Stärke die Stirn bot. Der Film macht Spaß und überzeugt durch locker-flockige Leichtigkeit, ohne jedoch die gewichtigen zeitgemäßen Parallelen in feiner Balance je aus den Augen zu verlieren. Gerade in Zeiten, in denen Hollywood-Schauspielerinnen wie Jennifer Lawrence auf die oft riesige Gehaltslücke zu ihren männlichen Kollegen aufmerksam machen, funktioniert „Battle of the Sexes“ als wirkungsvolles Statement und Ausrufezeichen.

Denn genau diese Gehaltslücke bringt den Stein in „Battle of the Sexes“ zum Rollen: Als Billie Jean King (Emma Stone) von USTLA-Manager und Mustermacho Jack Kramer (Bill Pullman) erfährt, dass das Turnier-Preisgeld für Männer bei den Pacific Southwest Championships fast zwölfmal so hoch ist wie das der Frauen, platzt ihr der Kragen. Gemeinsam mit World Tennis Magazine-Gründerin Gladys Heldman (Sarah Silverman) und acht weiteren Weltklasse-Tennisspielerinnen boykottierte sie das Turnier und protestierte damit mutig gegen eine machtvolle Organisation, die Frauen nicht ernst nahm. King gründete kurzerhand ihren eigenen Verband – die Women’s Tennis Association, kurz WTA. Schnell wurden eigene Frauen-Turniere organisiert, aus der sich später die WTA Tour bilden sollten. „Battle of the Sexes“ folgt dem Virginia Slims Circuit, der ersten Tour der WTA.

Hauptdarstellerin Emma Stone (Billie Jean King) und Nebendarstellerin Andrea Riseborough (Marilyn Barnett)
Hauptdarstellerin Emma Stone (Billie Jean King) und Nebendarstellerin Andrea Riseborough (Marilyn Barnett) © 20th Century Fox Home Entertainment
So erzählt der Film von Kings Kampf gegen das von Männern dominierte Tennis-Establishment, aber auch von ihrer privaten und ganz persönlichen Entwicklung. Denn als ihr die Friseurin Marilyn Bennett (Andrea Riseborough) zu Beginn der Tour begegnet, macht King ganz neue emotionale Erfahrungen. In einer magisch-intimen, ausschließlich in extremen Großaufnahmen gefilmten Sequenz zeigen Dayton und Faris, wie es beim ersten Aufeinandertreffen zwischen den beiden Frauen um beide geschieht und sich – für die eigentlich glücklich mit Anwalt Larry King (Austin Stowell) verheiratete Frau – ihr Leben im Handumdrehen verändert.

Doch auch wenn der Hauptfokus des Films auf Billie Jean Kings Kämpfen auf und neben dem Platz liegt, gelingt es Dayton und Faris auch ein kaum minder faszinierendes Portrait von Bobby Riggs (Steve Carell) zu zeichnen. Riggs, der seine großen Erfolge schon lange hinter sich hat, ist spürbar gelangweilt von einem Leben, das ihm kaum noch Herausforderungen bietet, weshalb er schon lange an einer akuten Spielsucht leidet. Das setzt auch seine eigene Ehe zur resoluten Priscilla Wheelan (Elisabeth Shue) auf die Probe, die das Verhalten ihres exzentrischen Mannes kaum noch ertragen will. Plötzlich dämmert es Riggs, wie er für ganz neue Aufmerksamkeit um seine Person sorgen kann – er malt sich die Möglichkeit aus, gegen die Weltranglistenerste im Frauen-Tennis anzutreten und natürlich zu gewinnen. Bei Billie Jean King stößt er mit diesem Vorhaben zunächst auf taube Ohren und fordert stattdessen Kings Kontrahentin Margaret Court (Jessica McNamee) heraus. Als diese das Angebot annimmt und haushoch verliert, ist Riggs Durst nach weiteren Herausforderungen nicht gestillt. Er bietet 100.000 $ für die Frau, die sich traut, gegen ihn anzutreten. Diesmal sagt King als immer lauter werdendes Sprachrohr der feministischen Bewegung zu, jedoch soll ein Match nach ihren eigenen Bedingungen stattfinden, in dem ein für alle Mal unter großem Publikum bewiesen werden soll, dass Frauen genau so viel Gehalt verdienen wie Männer …

Sarah Silverman (Gladys Heldman) und Emma Stone (Billie Jean King)
Sarah Silverman (Gladys Heldman) und Emma Stone (Billie Jean King) © 20th Century Fox Home Entertainment
Es gelingt Dayton und Faris auf bestechende und sehr anschauliche Weise das Bild eines Amerikas zu zeichnen, in dem Gleichberechtigung trotz einiger kultureller Meilensteine der Frauenbewegung zu Beginn der 70er Jahre noch mehr oder weniger ein gesellschaftlich akzeptiertes Fremdwort war. So fungiert „Battle of the Sexes“ als effektive Zeitmaschine, die die damalige Ära dank Linus Sandgrens leicht grobkörniger Handkamera-Analogfilmbilder, Judy Beckers präziser und detailfreudiger Ausstattung und Mary Zophres außergewöhnlich authentischer Kostüme greifbar und dynamisch zum Leben erweckt. Zum dichten Flair des Films gehört dann auch die exzellente Maskenarbeit, die den Eindruck erzeugt, dass man hier tatsächlich in Gesichter dieser bewegten Ära blickt. Dayton und Faris halten das Erzähltempo insgesamt hoch und dank Simon Beaufoys facettenreichem Drehbuch erfreut der Film durch komplexe und lebendige Figuren, die insbesondere von Akteuren wie Stone und Carell exzellent portraitiert werden.

Gerade Stone durfte sich mit ihrer faszinierenden und charismatischen Darstellung als Billie Jean King nach ihrem Triumph für „La La Land“ zurecht Hoffnungen auf eine weitere Oscar-Nominierung machen – schließlich reichte es immerhin, wie auch für Steve Carell für eine Golden Globe-Nominierung. Sie ist natürlich der offensichtliche Sympathieträger des Films, ohne dass sie jedoch frei von Schwächen dargestellt wird. Der Betrug an ihrem nichtsahnenden Ehemann wird hier nicht entschuldigt und entsprechend ehrlich verarbeitet. Dann ist es Carells Verdienst, dass er seine sehr unterhaltsame Figur mit ausreichend Komplexität und Nuancen ausstattet, wodurch er auch bei seinem ganzen Showgehabe inklusive zahlreicher dick aufgetragener Sprüche nie unsympathisch daherkommt. So erweist sich „Battle of the Sexes“ als hochgradig einsichtsreicher, smarter und sehr publikumswirksamer Film, dem es auf unbeschwerte Weise gelingt Unterhaltungskino effektiv mit großen Themen zu verbinden. Schade nur, dass dieser starke und so zeitgemäß-aktuelle Film in der Awards Season ungerechterweise etwas unterging.

Hauptdarstellerin Emma Stone (Billie Jean King)
Hauptdarstellerin Emma Stone (Billie Jean King) © 20th Century Fox Home Entertainment
Bild
Der Bild-Transfer der „Battle of the Sexes“-Blu-ray ist durchweg gelungen und optisch ansprechend. Die Tatsache, dass man sich dazu entschieden hat, auf analogem 35mm-Film zu drehen zahlt sich in starkem 70er Jahre-Flair und starker, sehr kontrastreicher Textur aus. Das Bild strahlt insgesamt eine große Wärme aus und gefällt durch seine präzise und intensive Farbpalette, die sich jedoch eher in dezenten Tönen hält. Schärfe- und Detaillevel halten sich etwas zurück, was jedoch eine bewusste ästhetische Entscheidung zu sein scheint, um den Eindruck des 70er Jahre-Settings subtil zu unterstreichen. Eine gewisse Körnung ist erwartungsgemäß vorhanden, hält sich aber in Grenzen.

Ton
Ein Highlight der Blu-ray ist sicher der sehr dynamische und atmosphärische, raumfüllende Ton. Nicht nur die Musik ertönt differenziert von den Surround-Sprechern, auch zahlreiche feine Umgebungsgeräusche sorgen hier konstant für Stimmung – nicht nur bei den Tennisszenen. Der Dynamikumfang ist groß und mitreißend, Tieftöne kommen auch immer wieder effektiv zum Vorschein. Dialoge und Stimmen sind sehr klar und verständlich abgestimmt.

Extras
Beim sehr gut produzierten Bonusmaterial ragen ganz klar die beiden Featurettes hinaus, die nicht nur einen sehr guten Blick hinter die Kulissen der Produktion werfen, sondern auch die reale Billie Jean King zu Wort kommen lässt – Das ist spannend und einsichtsreich anzuhören. Das Rohmaterial vom Dreh von Emma Stones Einmarschieren zum finalen Match gegen Bobby Riggs ist dagegen eher überflüssig. Die beiden Bildergalerien überzeugen durch ihren interessanten, da exklusiven Inhalt.
Rohmaterial: Billie Jeans großer Auftritt (ohne Ton)
Die Rivalität neu entfachen (18:52 Min.)
Billie Jean King: In ihren eigenen Worten (10:30 Min.)
Galerien (Standfotogalerie (02:05 Min.), Szenenbildgalerie (01:45 Min.)


Fazit:
„Battle of the Sexes“ erweist sich dank hervorragend aufgelegter Darsteller und spritziger Inszenierung als echter Gewinner. Der Film macht nicht nur Spaß und unterhält großartig, er hält auch eine feine Balance mit gewichtigen, auch heute noch gesellschaftlich relevanten Themen um Gleichberechtigung. Einer der unterschätztesten Filme des Kinojahres 2017, der spätestens jetzt im Heimkino entdeckt werden sollte!

by Florian Hoffmann
Bilder © 20th Century Fox Home Entertainment