Banklady - Blu-ray

Blu-ray Start: 11.09.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min

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Inhalt

Hamburg in den frühen sechziger Jahren: Gisela Werler (Nadeshda Brennicke) ist ein Mauerblümchen, Arbeiterin in einer Tapetenfabrik und mit Dreißig immer noch ledig. Als sie den Charmeur Hermann Wittorff (Charly Hübner) kennenlernt, verändert sich ihr Leben schlagartig. Zufällig findet sie heraus, dass Hermann und sein Kumpel Uwe (Andreas Schmidt) Bankräuber sind. Zunächst hilft sie ihnen nur bei ihren Raubzügen, doch bald schon ist sie die treibende Kraft. Gisela lässt ihr altes „Ich“ hinter sich, beginnt ein Doppelleben und wird zur mondänen „Banklady“: In teuren Mänteln und Schuhen, mit Perücke und Sonnenbrille steht sie wieder und wieder an den Bankschaltern und erbeutet - höflich aber bewaffnet - immer mehr Geld. Mit Schlagzeilen krönen die Zeitungen sie zum Sexsymbol und die ganze Nation rätselt: Wer ist diese Frau? Aber auch die Ermittler Fischer (Ken Duken) und Kaminski (Heinz Hoenig) sind ihr auf den Fersen. Gisela riskiert immer mehr für ihr neues, aufregendes Leben, für die Freiheit und für ihre Liebe zu Hermann.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of, Interviews, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | Banklady

Blu-ray
Banklady Banklady
Blu-ray Start:
11.09.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Banklady Banklady
DVD Start:
11.09.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 113 min.

Blu-ray Kritik - Banklady

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Blümchenmuster, tagaus, tagein. Für Gisela Werler ist das Nachkriegsleben in den 1960er Jahren trotz Wirtschaftswunder eine Schachtel mit den stets gleichen Pralinen. Ein monotoner Kreislauf zwischen Altonaer Tapetenfabrik, beengtem Elternhaus und steifen Verabredungen mit Arbeitskollege Uwe. In ihrer Fantasie wäre Gisela gerne mehr, chic und berühmt wie die Models auf den Covern der Illustrierten, und würde der norddeutschen Tristesse lieber heute als morgen gen Capri entfliehen. In Uwes Freund Peter, der eines Abends unvermittelt vor ihrem Fenster steht, findet sie einen Bruder im Geiste. Peter ist längst einen Schritt weiter und nimmt sich einfach das, was er für seine Träume braucht: per Banküberfall. Als Uwe vor einem geplanten Coup die Nerven versagen, springt Gisela ein – die Banklady ist geboren.

Nach eher halbgaren Hollywood-Ausflügen („Pandorum“, „Fall 39“) kehrt Regisseur Christian Alvart mit seiner nach wahren Begebenheiten inszenierten Gangster-Romanze „Banklady“ an heimische Wirkungsstätten zurück – wo er 2005 mit dem Serienkiller-Thriller „Antikörper“ reüssierte und sich als Experte für atmosphärische Schreckensszenarien empfahl. In den Extras der Blu-ray seines neuen Streifens spricht Alvart dann auch davon, hier ein „visuelles Feuerwerk“ abzubrennen und das 60er-Jahre-Milieu „heutig zu erzählen“. Hier kann man ihm kaum widersprechen. Selten hat man einen deutschen Film gesehen, der Zeitkolorit, Dekor und Kostüme von damals so elegant einfängt. Abgesehen davon ist man hierzulande ja über jedweden Genre-Ausreißer im Kino dankbar, bei dem weder Til Schweiger noch Matthias Schweighöfer am Drücker sind.

Leider war es bei Regisseur Christian Alvart bisher häufig so, dass der Inhalt bei allem Formwillen auf der Strecke blieb. In dieser Hinsicht kann bei „Banklady“ Entwarnung gegeben werden – jedenfalls größtenteils. Dafür bietet die reale Geschichte der Gisela Werler, die 1966 die erste Frau war, die in Deutschland eine Bank ausraubte, schon genug Kintopp-Stoff. Abkürzungen ließen sich dennoch nicht umgehen – bei immerhin 19 Überfällen in zweieinhalb Jahren. Im Film sind davon fünf zu sehen, die bis zum aus dem Ruder laufenden Finale erstaunlich gewaltlos über den Schalter gehen und in teils anscheinend menschenleeren Gegenden stattfinden. Blutigen Kugelhagel á la „Bonnie und Clyde“ sollte man daher nicht erwarten. Da sich auch die Verfolger, explizit Kommissar Fischer (Ken Duken) und Kollege Kaminski (Heinz Hoenig), der immerzu eine „Horizontale“ als Banklady vermutet, nicht besonders clever anstellen und wenn, dem Räuber-Duo nur durch etwas unglaubwürdige Wendungen auf die Spur kommen (Giselas Anruf auf der Reeperbahn, ihr MG-Diebstahl im Polizeirevier), hält sich die Spannung dieses Jäger-und-Gejagten-Szenarios in Grenzen.

Was „Banklady“ neben dem optischen Gespür für die Zeit aber sehenswert macht, ist die Liebesdynamik zwischen seinen Hauptdarstellern. Hier zieht Nadeshda Brennicke („Tattoo“), die das Projekt, inspiriert durch eine Dokumentation, anschob, als Gisela Werler gegenüber Partner Charly Hübner („Polizeiruf 110“) alias Peter alias Taxiunternehmer Hermann Wittorf knapp den Kürzeren. Schmollmund und Charisma halten sich nach der Metamorphose vom hässlichen Arbeiter-Entlein mit Bubikopf zum raubenden Schwan in feiner Robe nicht immer die Waage. Hübner dagegen wird in den Extras in seiner Doppelrolle treffend beschrieben als „Bombe“, „Paket von einem Mann“, „Prahlhans“, dazu charmant, bodenständig und roh zugleich – eine seltene Mischung, die der erfahrene TV-Mime perfekt beherrscht. Und mit Andreas Schmidt („Sommer vom Balkon“) als verschmähter Stand-by-Komplize Uwe („seine Ängste sind oft seinen Sehnsüchten überlegen“: Schmidt über seine Figur) ist ein weiterer Meister seines Fachs am Werk.

Während die kriminelle Entwicklung der Protagonisten durchaus ihren Reiz hat („Wenn du da jetzt rein gehst, kommst du als ne andre wieder raus.“) und die Einblicke in damalige Ermittlungsarbeit nostalgischen Charme versprühen, klammert der Film einen Aspekt leider fast weitgehend aus: Wir reagierte die Öffentlichkeit auf das Treiben der Banklady? War sie eine Art Heldin der Heimchen-am-Herd-Generation? Hatte Mann und/oder Frau Verständnis für ihr Handeln? Außer in ein paar Zeitungs-Aufmachern, -Karikaturen und Chauvi-Sprüchen ist dazu leider nichts zu erfahren, wobei es das moralische Gesamtbild sicher besser abgerundet hätte.

Die Extras der Blu-ray verdienen sich das Prädikat „durchschnittlich“. Es gibt fünf kurze Interviews mit den wichtigsten Beteiligten. Die meisten schwärmen gegenseitig von sich (Nadeshda Brennicke etwa erinnert die Männlichkeit von Charly Hübner an den frühen Götz George. Christian Alvart wiederum schätzt ihre Fähigkeit, einfache Figuren ans Herz spielen zu können). Dazu gibt es ein Behind the Scenes und Trailer. Bild & Ton: Top!

Trotz einiger Schönheitsfehler: „Banklady“ ist eine sehenswerte Räuberpistole vor historischem Hintergrund. Einen Extra-Punkt gibt es für die Chuzpe der Macher um Nadeshda Brennicke und Regisseur Christian Alvart, solch ein Projekt überhaupt zu realisieren.

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by Florian Ferber
Bilder © Studiocanal Home Entertainment