Bang Gang - Blu-ray

Blu-ray Start: 15.07.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min

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Inhalt

In einer wohlhabenden Stadt am Meer genießt eine Gruppe Jugendlicher ihr sorgenfreies Leben in vollen Zügen. Als sich die hübsche George in den coolen Alex verliebt und um dessen Aufmerksamkeit buhlt, initiiert sie innerhalb der Clique ein gewagtes Spiel namens Bang Gang: Eine Gruppe von Freunden trifft sich um gemeinsam hemmungslosen Sex zu haben und mit Alkohol und Drogen abzufeiern. Doch schon bald nimmt die unbeschwerte Zeit ihr Ende, als George entdeckt, dass Alex sie mit ihrer besten Freundin Laetitia betrügt. Und auch die Bang Gang-Partys drohen außer Kontrolle zu geraten, denn schließlich haben die Freunde all ihre Aktivitäten auf Video festgehalten...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Neue Pierrot Le Fou
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Deleted Scenes
- Making of
- Featurette
- Trailer
- Wendecover

Video on demand - Bang Gang

DVD und Blu-ray | Bang Gang

Blu-ray
Bang Gang Bang Gang
Blu-ray Start:
15.07.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Bang Gang Bang Gang
DVD Start:
15.07.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

Blu-ray Kritik - Bang Gang

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 6/10


„Bang Gang“ ist das Regiedebüt der Französin Eva Husson und feierte beim letztjährigen Filmfestival in Toronto seine Premiere. Mit ihrem ungewohnt freizügigen Jugenddrama über eine Gruppe orientierungsloser und ruheloser Teenager, die sich in hemmungslosen Orgien ihren Lüsten ergeben, erinnert in seiner Machart und Tonalität ein wenig an die Filme von Sofia Coppola und hat zudem Vergleiche mit Larry Clarks kontroversem 90er-Jugendportrait „Kids“ oder seinem späteren noch umstritteneren „Ken Park“ hervorgerufen. Bang Gang SzenenbildTrotz viel nackter Haut wirkt der intim wenig reißerisch erzählte „Bang Gang“ aber wenig schockierend, was wohl an Hussons sensibler Inszenierung liegt. Letztlich verliert der über weite Strecken recht gut gemachte Film aber durch sein übermäßig moralisierendes und biederes Ende. Bis dahin zeichnet sie ein ernüchterndes Portrait einer desillusionierten französischen Jugend, die abgestumpft und gefühllos vor sich hin vegetiert und beim Zuschauer über weite Strecken vorwiegend trotz mancher einfühlsamer Momente eine innere Leere hervorruft. Der Film wirkt so sensibel und befremdlich zugleich, letzten Endes mangelt es ihm aber an einem klaren Fokus.

George (Marilyn Lima) und Laetitia (Daisy Broom) sind beste Freundinnen, die gemeinsam in Biarritz auf die Schule gehen. Sie sind gerade in der Phase des sexuellen Erwachens, weshalb ihre Augen auf die etwas älteren Alex (Finnegan Oldfield) und Nikita (Fred Hotier) fallen. Alex bewohnt im Moment alleine das Landhaus seiner Mutter, die sich gerade in Marokko aufhält. George verguckt sich in Alex und hat schnell Sex mit ihm, dieser zeigt jedoch danach nur noch wenig Interesse für sie. Viel interessierter ist dieser nämlich an ständig wechselnden Sexualpartnern und daran mit Nikita kiffend auf der Couch rumhängend Sportsendungen anzuschauen. Als George mitbekommt, dass ihre beste Freundin Laetitia mit Alex rummacht, leiert sie selbst eine Art Wahrheit oder Pflicht-Spiel in Alex Haus an – wobei es hier allerdings nur Pflicht gibt. Die „Bang Gang“ ist geboren, woraufhin die Jugendlichen regelmäßig wilde Sex- und Drogenparties feiern, bei denen es keine Grenzen gibt. Doch nach und nach wird der Gruppe klar, dass ihr verantwortungsloses Verhalten und ihr völliger Selbstverlust auch Folgen hat…

Husson folgt ihren Protagonisten in ruhigem, beobachtendem Tempo und rahmt das Ganze in hübsche, sommerliche, lichtdurchflutete Bilder ein. Bang Gang SzenenbildSie zeigt eine ziellos wirkende Jugend, die eigentlich an nichts interessiert ist und mit großen, empfänglichen und vor allem naiven Augen durch die Welt geht. Sie sind auf der Suche nach völliger Freiheit und Erfahrungen, die primär mit dem anderen Geschlecht zu tun haben und zögern auch nicht davor, sie zu machen. Die hübsche und sehr klassisch französisch aussehende George erweist sich schnell als die Figur, die in „Bang Gang“ am wenigsten abgestumpft zu sein scheint: Nach dem Betrug durch ihre Freundin zieht sie sich zunächst verletzt von allen zurück und entdeckt mit den Sexparties schließlich aus einer gebrochenen und frustrierten Gefühlslage heraus ihr leichtsinniges Ventil, das eigentlich nur ein Hilferuf war, um Alex eifersüchtig zu machen.
Dann ist da noch Gabriel (Lorenzo Lefèbvre), der zurückhaltende und sensible Nachbar von Laetitia, der sich meistens an seinen Computer zurückzieht, seine Wut in Technoparties auslässt und seinen körperlich behinderten Vater pflegen muss. Er beteiligt sich nicht an der Bang Gang, hat scheinbar Augen für George und fungiert letztlich als einzige deutliche Stimme der Vernunft in diesem Film. Die kältesten Figuren in „Bang Gang“ sind ohne Zweifel die sehr unsympathisch gezeichneten Womanizer Alex und Nikita, die völlig desensibilisiert sind und an echten Emotionen nicht interessiert zu sein scheinen. Für sie sind alle austauschbar, alles richtet sich nach ihrer Befriedigung und Auslebung hemmungslosem Hedonismus.

So bewegt sich der Film in fast schon meditativer Grundstimmung von einem Moment zum anderen, wobei immer wieder die zahlreichen sehr freizügigen, aber meist eher kurzen Sexszenen im Mittelpunkt stehen. Diese sind überaus schön, sensibel, oft spielerisch und mit feminin geprägtem Blick inszeniert. Überhaupt ist die visuelle Gestaltung eine der Stärken von „Bang Gang“, die warmen, sommerlichen Bilder und das gekonnte Einfangen schöner, natürlicher junger Menschen sprechen auf jeden Fall für Hussons cineastisches Talent. Bang Gang SzenenbildIhr gelingt es zweifelsohne eine stellenweise hypnotisierende, traumartige und sehr filmische Atmosphäre zu kreieren, in der man sich gut verlieren kann. Bemerkenswert ist hier etwa die Plansequenz gleich zu Beginn, bei der die Kamera durch Alex Haus schwebt, in dem junge Menschen ganz befreit Sex haben, während andere ganz unbeteiligt daneben stehen und sich unterhalten und feiern. Erzählerisch überzeugt der Film aber weniger. Man versteht den unterschwelligen Schmerz und die Orientierungslosigkeit der Figuren, insbesondere George, Gabriel und mit Abstrichen Laetitia, jedoch zerfasert der Film ein wenig zur Mitte hin, da er sich nicht fokussieren will und eine echte Identifikation seitens des Zuschauers damit verhindert. Am schwächsten wird „Bang Gang“ aber ohne Zweifel zu seinem vorhersehbaren Ende, das die Folgen ihres Verhaltens moralisierend aufarbeitet. Hier lassen alle Figuren in kurzen Epilogen die Ereignisse dieses stürmischen Sommers Revue passieren, was letztlich gerade durch die verwendete Erzählstimme ziemlich plump und wenig elegant wirkt. Wenig überzeugend ist auch das irritierende ständige Einbeziehen von mehreren Zugunglücken, von denen man immer wieder im Off von Radionachrichten erfährt. Letztlich wirkt dieses symbolisch eingesetzte Stilmittel eher aufgesetzt und künstlich.

Was Husson mit ihrem Film tatsächlich aussagen will, bleibt eher unklar. Der internationale Zusatztitel „A Modern Love Story“ wirkt da schon sehr ironisch, denn so etwas wie Liebe keimt nur gegen Ende des Films auf. Ihr Film deutet vieles thematisch an (jugendliche Orientierungslosigkeit, Isolation und Entfremdung, Selbstbefreiung), bleibt aber leider etwas vage. Als atmosphärisches und intimes Portrait einer Jugend, die an ihren Erfahrungen wachsen muss, ist „Bang Gang“ durchaus effektiv, als wirklich emotionalisierender und damit mitreißender leider weniger. Bang Gang SzenenbildMan bleibt letztlich unberührt und ohne erweiterten Horizont zurück.

Bild
Eine der Stärken von „Bang Gang“ ist zweifelsohne sein ansprechender visueller Stil. Der Film wurde digital auf Arri Alexa aufgezeichnet und verfügt über eine angenehme, warme und naturalistisch anmutende Ästhetik. Hier gibt es viele lichtdurchflutete, hübsche Bilder, die auf Blu-ray sehr gut zur Geltung kommen. Die Schärfe- und Detaillevel sind durchgehend hoch, der Kontrast und die Schwarzwerte wirken natürlich. Insgesamt hat der Film einen schönen filmischen Look, der nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, aber dennoch sehr zu gefallen weiß.

Ton
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray ebenfalls sehr solide. Die Stimm- und Gesprächwiedergabe in der Original-Tonspur erweist sich als klar verständlich, die Surround-Lautsprecher werden immer wieder mit recht subtilen Atmosphäre-Geräuschen gefüttert und damit nie vernachlässigt. Besonders in den Musiksequenzen kommt auch der Subwoofer gelegentlich wuchtig zur Geltung, besonders wenn es um Bässe geht.

Extras
Das Bonusmaterial fällt recht durchschnittlich aus. Hinter einer sogenannten Featurette verbirgt sich ein knapp über eine Minute langer Musikclip, die „Deleted Scenes“ zeigen in Wahrheit nur eine abstrakte und visuell durchaus sehr interessante Traumsequenz. Lediglich das kurze Making Of wirkt gewissermaßen erhellend. Dazu gesellen sich nur die üblichen Trailer.
Featurette (01:14 Min.)
Deleted Scenes (01:13 Min.)
Making Of (08:39 Min.)
Trailer 01 (01:55 Min.)
Trailer 02 (02:00 Min.)
Weitere Trailer („Love“, „Das Liebesversteck“, „CU46 – See You For Sex“, „Clip“, Frankreich privat – Die sexuellen Geheimnisse einer Familie“)


Fazit:
„Bang Gang“ ist ein durch und durch französisches Portrait orientierungsloser und abgestumpfter Teenager, die ihre Erfüllung in hemmungslosen Sexparties ohne Regeln suchen. Regie-Debütantin Eva Husson inszeniert ihren überaus freizügigen Film in kraftvoll-atmosphärischen Bildern, ihr fehlt es aber letztlich an erzählerischem Fokus, um den Film wirklich wirkungsvoll zu gestalten.


by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Neue Pierrot Le Fou




Bang Gang - Trailer



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