Ballon - Blu-ray

Blu-ray Start: 14.03.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min

Ballon Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 15,99 € jetzt kaufen
Amazon Logo 15,99 € jetzt kaufen4006680085999
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray, 4K UHD zum Film

Inhalt

Sommer 1979 in Thüringen. Die Familien Strelzyk und Wetzel haben über zwei Jahre hinweg einen waghalsigen Plan geschmiedet: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon aus der DDR fliehen. Doch der Ballon stürzt kurz vor der westdeutschen Grenze ab. Die Stasi findet Spuren des Fluchtversuchs und nimmt sofort die Ermittlungen auf, während die beiden Familien sich gezwungen sehen, unter großem Zeitdruck einen neuen Flucht-Ballon zu bauen. Mit jedem Tag ist ihnen die Stasi dichter auf den Fersen – ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Atmos)
Deutsch (Stereo PCM)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Exklusives 20-minütiges Featurette: „Was für ein Aufwand: Ein Hintergrundbericht von den Dreharbeiten und den Zeitzeugen”, Weitere Featurettes: „Die Requisiten“, „Die Nachbildung des Ballons“, „Über die Geschichte“ & „Über die Einbindung der Zeitzeugen“, Making of, B-Roll, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | Ballon

Blu-ray
Ballon Ballon
Blu-ray Start:
14.03.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.

zur Blu-ray Kritik
Ballon (4K Ultra HD) Ballon (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
14.03.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.
DVD
Ballon Ballon
DVD Start:
14.03.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

Blu-ray Kritik - Ballon

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Pößneck, Thüringen im Jahr 1979: Die beiden Familien Strelzyk und Wetzel haben den wagemutigen Plan gefasst, die DDR mit einem monatelang in mühevoller Kleinarbeit selbst gebauten und genähten Heißluftballon gen Westen zu verlassen. Der entscheidende Moment kommt für Peter Strelzyck (Friedrich Mücke), als ein Kind Luftballons nach oben steigen sieht und freudig ruft: “Schaut mal, die fliegen in den Westen”. Für den Familienvater bedeutet dieser Anblick, dass die Windverhältnisse endlich passen und der Flug gewagt werden kann. Günter Wetzel (David Kross) ist die Sache jedoch zu heikel, da der Ballon nicht für die Personenanzahl genügen würde. So lässt die fünfköpfige Familie alles zurück und startet den Ballon in einer wahren Nacht- und Nebelaktion von einer Wiese, in der Hoffnung schon in wenigen Minuten ein neues Leben beginnen zu können.

Ein Wettlauf gegen die Zeit: Günter Wetzel (David Kross) näht unter Hochdruck.
Ein Wettlauf gegen die Zeit: Günter Wetzel (David Kross) näht unter Hochdruck. © Studiocanal GmbH
So beginnt Michael „Bully“ Herbigs erster Ausflug in ernsthaftere Gefilde, nachdem sich der Münchner jahrzehntelang erfolgreich im Comedy-Fach ausgetobt hat. Er erzählt hier eine wirklich bemerkenswerte und unvergleichbare Geschichte, die sicher zu den erstaunlichsten ihrer Art gehört. Natürlich ist der anfänglich gezeigte Versuch, die Grenze in das sehnsüchtig erwartete Westdeutschland noch nicht erfolgreich, was Bully durchaus gekonnt und spannend inszeniert. Schon in den ersten Minuten etabliert Bully eine unheilvolle und paranoide Atmosphäre, die er über die gesamte Laufzeit aufrechterhält.

Peter Strelzyk (Friedrich Mücke), Petra Wetzel (Alicia von Rittberg), Doris Strelzyk (Karoline Schuch) und Günter Wetzel (David Kross) bei den heimlichen Arbeiten in der Garage.
Peter Strelzyk (Friedrich Mücke), Petra Wetzel (Alicia von Rittberg), Doris Strelzyk (Karoline Schuch) und Günter Wetzel (David Kross) bei den heimlichen Arbeiten in der Garage. © Studiocanal GmbH
Das gelingt ihm durchaus auch gerade zu Beginn in glaubwürdig spektakulären Momenten, gerade wenn es zum nächtlichen Fluchtversuch kommt. In langen, oft subjektiven Takes lässt er die klaustrophobische Beklemmung an Bord des krude zusammengebauten Heißluftballons spürbar werden. Nicht nur die beträchtliche Höhe, die der unerprobte Ballon erreicht, könnte tödlich sein, es wird auch schnell deutlich, dass dieses hell erleuchtete Flugobjekt alles andere als unauffällig am dunklen Nachthimmel ist. Ein Abschuss durch Grenzschützer ist so nicht unwahrscheinlich, wodurch der Ballon die Wolkendecke durchbrechen muss, um weniger sichtbar zu werden. Doch hier wird schnell klar, dass nicht nur eine ungenügende Menge Gas an Bord ist, sondern auch die Leitungen angesichts der immer niedriger werdenden Temperaturen zufrieren.

Bully inszeniert diese angsterfüllten und spannenden Momente visuell glaubwürdig - man erhält ein Gespür für die Enge der kleinen Plattform, die Höhe und die Gefahr, für Grenzbeamte sichtbar zu sein. Nur ein Gefühl für Zeit macht Bully weniger gut greifbar – man erfährt, dass der Flug über 30 Minuten ging, jedoch bauen die langen und nahtlosen Takes eher den Eindruck auf, als würde er in Echtzeit von nur wenigen Minuten gezeigt werden. Auch die klirrende Kälte, die für ein Einfrieren der Gasleitungen sorgen, wird nicht wirklich spürbar gemacht. Doch das ist letztlich Kritik auf recht hohem Niveau, denn gerade dieser packende Einstieg gehört noch zu den besten Momenten des Films.

Die Familien Strelzyk und Wetzel starten den Ballon - Peter Strelzyk (Friedrich Mücke, l.), Doris Strelzyk (Karoline Schuch, r.) und Andreas Strelzyk (Tilman Döbler)
Die Familien Strelzyk und Wetzel starten den Ballon - Peter Strelzyk (Friedrich Mücke, l.), Doris Strelzyk (Karoline Schuch, r.) und Andreas Strelzyk (Tilman Döbler) © Studiocanal GmbH
Den Teams um Szenenbild-Veteran Bernd Lepel („Der Untergang“, „Der Baader Meinhof Komplex”, „Bullyparade - Der Film”) und der Oscar-nominierten Kostümbildnerin Lisy Christl („ Anonymus”, „ White House Down”, „ John Rabe”) gelang hier ein überaus authentisches Abbild der DDR Ende der 70er Jahre. „Ballon” strahlt viel glaubhaftes Lokalkolorit aus, zudem ist der Film auch mit spürbarem Aufwand inszeniert und geizt nicht an Schauwerten. In filmischer Hinsicht hat Bully schon immer überzeugt und seinen Komödien gerade für hiesige Verhältnisse bemerkenswerte Größe verliehen, jedoch schwächelt der Film leider in erzählerischer Hinsicht.

Letztlich gelingt es „Ballon” nicht über die gesamte Laufzeit ein echtes Gefühl für Spannung aufzubauen, da man ohnehin schon den Ausgang der Geschichte kennt. Andere Filme mit ähnlicher Problematik konnten das noch besser umschiffen, „Ballon” bleibt allerdings zu konventionell und durchschaubar, als dass er wirklich mitreißen könnte. Zu angestrengt wirken die Versuche, aus jeder Situation und jedem Zusammentreffen mit potentiellen DDR-Sympathisanten (etwa mit Peters Stasi-Nachbar Erik (Ronald Kukulies)) Spannung herauszuquetschen. So liegt ständiges Misstrauen über allem (was ja durchaus auch verständlich ist), jedoch wirken die bedeutungsschwangeren Blicke gepaart mit der auf Dauer sehr dick auftragenden und letztlich monotonen Spannungsmusik von Marvin Miller und Rolf Wengenmeyr ermüdend und schlicht mechanisch. An sich ist der wummernde Score durchaus gelungen, jedoch setzt Bully ihn viel zu penetrant ein, sodass er sehr schnell an Effektivität verliert. Man glaubt fast zu spüren, dass Bully mit aller Macht beweisen möchte, dass „Ballon” ein ernsthafter Film ist und dass er auch dieses Genre beherrscht. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen.

Alicia von Rittberg in Ballon
Alicia von Rittberg in Ballon © Studiocanal GmbH
Leider gelingt es auch nur in Ansätzen, den Figuren echte Dimension zu geben. Friedrich Mücke und Karoline Schuch, die Doris Strelzyck spielt, sind sicherlich gute Schauspieler, jedoch bleiben ihre Charaktere trotz sichtbarer Bemühungen angesichts plumper Dialoge zu blass. „Ballon” darf sich zwar sicher auch zu einem der vielen gelungenen und liebevoll gestalteten Zeitportraits der DDR zählen, jedoch erfährt man eben nichts Neues oder auch nur im entferntesten Überraschendes. So ist Thomas Kretschmann leider auch nur der typische besessene, dahin philosophierende Stasi-Bluthund, der unerbittlich Jagd auf die Heißluftballon-Familie macht. Einen Facettenreichtum oder ein spürbar komplexes Innenleben dieser Figur wie etwa noch in „Das Leben der Anderen” sucht man hier leider vergebens.

So bleibt ein historischer Thriller mit einigen positiven Ansätzen, der aber insgesamt doch zu konventionell und glatt erscheint. Bully verlässt sich zu sehr auf seine auf Dauer ermüdende und wenig lebensecht wirkende Spannungsinszenierung, sodass „Ballon” am Ende eher enttäuscht. Gerade angesichts der Tatsache, dass Walt Disney bereits 1982 eine aufwändige Verfilmung der wahren Begebenheiten produziert hat, setzt sich „Ballon” nur wenig ab.

Karoline Schuch in Ballon
Karoline Schuch in Ballon © Studiocanal GmbH
Bild
Das Bild der Blu-ray erweist sich als größtenteils sehr gut umgesetzt. Schärfe- und Detaillevel sind fast durchweg auf hohem Niveau, während die Farbpalette natürlich und nicht überzeichnet daherkommt. Nur in manchen dunklen Momenten lässt der ansonsten gute Kontrast ein wenig nach und es offenbart sich deutlich sichtbares, digital eingefügtes Filmkorn. Diese Textur passt aber zum Look und der dargestellten Zeit des Films.

Ton
Auf der stark umgesetzten Dolby Atmos-Tonspur ist über die gesamte Laufzeit sehr viel los. Sämtliche Kanäle werden hier konstant dynamisch mit Soundeffekten, Stimmen und der Filmmusik gefüttert, wodurch man sich hier wirklich mitten im Geschehen fühlt. Auch der hohe Dynamikumfang überzeugt, während der Subwoofer dank der Filmmusik fast durchweg vor sich hin wummert. Klarheit und Verständlichkeit der Stimmen ist erstklassig.

Extras
Den Mittelpunkt des Bonusmaterials der Blu-ray bildet ein sehr gutes, fast 20-minütiges Making of. Die kurzen zusätzlichen Featurettes, die einzelne Themenbereiche abarbeiten, erweisen sich dann jedoch als weitestgehend redundant. Hinzu kommt noch ein weiteres kurzes Making of, das ebenso wenig neue Erkenntnisse liefert. Ganz nett ist dann noch eine siebenminütige B-Roll.  
• Was für ein Aufwand: Ein Hintergrundbericht von den Dreharbeiten und den Zeitzeugen (18:36 Min.)
• Die Requisiten (02:09 Min.)
• Die Nachbildung des Ballons (02:16 Min.)
• Über die Geschichte (01:57 Min.)
• Über die Einbindung der Zeitzeugen (02:25 Min.)
• Making of (04:35 Min.)
• B-Roll (07:59 Min.)
• Trailer (02:20 Min.)
• Trailershow


Fazit:
„Ballon” erzählt eine der unglaublichsten Fluchtversuche der DDR-Geschichte. Komödienexperte Michael „Bully” Herbig gelingt dabei ein weitestgehend gelungener Wechsel ins Thriller-Genre, jedoch trägt seine Spannungsinszenierung schnell zu dick auf. So erzählt der Film an sich nichts Neues und erlaubt auch keine wirklich komplexen Einblicke in die Hintergründe der Figuren.

by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment