Atomic Blonde - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.12.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min

Atomic Blonde Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

1989, Berlin: Die Top-Agentin Lorraine Broughton hat die Order, Informationen höchster Brisanz zu besorgen. Doch die geteilte Stadt fordert von ihr das Äußerste - es geht buchstäblich ums nackte Überleben. Mit Kalkül, Sinnlichkeit und unerbittlicher Härte kommt sie Zug um Zug ihrem Ziel näher. Denn eins steht fest bei dieser tödlichen Schachpartie: Über Bauernopfer entscheidet allein die blonde Königin.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
D, GB: DTS:X Master Audio
FR, IT: DTS Digital Surround 5.1
Untertitel:
D, GB, NL, FR, IT
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Unveröffentlichte Szenen
Willkommen in Berlin
Blond und Bewaffnet
Meister der Spione
Anatomie einer Kampfszene
Eine Geschichte in Bewegung
Filmkommentar mit Regisseur David Leitch und Cutterin Elisabet Ronaldsdottir

DVD und Blu-ray | Atomic Blonde

Blu-ray
Atomic Blonde Atomic Blonde
Blu-ray Start:
22.12.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min.

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Blu-ray Kritik - Atomic Blonde

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Obwohl Chad Stahelski und David Leitch hauptsächlich ihre Erfahrungen mit Stunts gemacht haben, führten sie für „John Wick“ Regie. Nachdem dieser das Action-Genre etwas mit brutalen, semirealistischen und sehr gut choreografierten Kämpfen wachgerüttelt hat, brachte das zusätzlich eine kleine Welle von solchen „Rachefilmen“ in Produktion. Während Stahelski sich der Fortsetzung zu John Wick annahm, widmete sich Leitch etwas anderem: Atomic Blonde. Ein Projekt, das auf den ungleichnamigen Graphic Novel „The Coldest City“. Da diese Vorlage eher als durchschnittliches bzw. sehr meinungsspaltendes Werk bekannt ist, stellt sich nun für viele die Frage, ob der Film mächtiger als das Buch ist.

Lorraine Broughton (Charlize Theron)
Lorraine Broughton (Charlize Theron) © Universal Pictures
Handlung:
1989, kurz vor dem Mauerfall sind in Berlin alle Parteien des Krieges vor Ort und wollen mit Spionen soviel über den Feind und die eigenen Doppelagenten erfahren wie nur möglich. Doch es gibt ein eklatantes Problem, der Stasi-Agent „Spyglass“ (Eddie Marsan) besitzt eine Liste, mit den Namen aller Spione, die sich in Berlin befinden. Das macht ihn und die Liste zum Ziel aller Fraktionen, weshalb das MI6 die Besten der Besten in den Einsatz schicken muss. Lorraine Broughton (Charlize Theron) reist daher nach Berlin, um dort mit ihrem Kollegen Percival (James McAvoy) in Verbindung zu treten und die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Da der Spionagefilm ein großes Geschwisterchen vom Western-Genre ist, wird es zugegebenermaßen schwierig etwas Neues zu erschaffen, was die Handlung spannend macht. Doch auch mit dieser Ansicht, fühlt sich die Handlung von „Atomic Blonde“ wie eine fast zweistündige Checkliste an.
Offensichtlicher Doppelagent? Check.
Ein MacGuffin, der alle Parteien zusammenführt? Check.
Ein Trippelagent um am Schluss eine vorhersehbare Wendung zu bieten? Check.
Doch das, was der Geschichte das letzte Fünkchen Glaubwürdigkeit raubt, ist, die Tatsache, dass die Protagonistin ebenfalls eine Spionin sein soll. Sie „schleicht“ sich aber so unauffällig durch Berlin, wie ein Pfau auf Crack durch eine Leichenhalle. Immer flamboyant, extravagant und so als käme sie gerade vom Laufsteg, stolziert sie in Overkneestiefeln durch die Stadt.
Die Geschichte wurde ausschlaggebend für das Setting und den Stil des Films sehr vernachlässigt bzw. einfach vom Comic übernommen.

Percival (James McAvoy)
Percival (James McAvoy) © Universal Pictures
Charaktere:
Wenn man den Film zum ersten Mal sieht möchte man fast sagen, dass die Charaktere bis auf zwei Figuren alle sehr eindimensional sind. Das ist so nicht ganz richtig, denn es wird im Film sehr viel visuell erklärt. Wer eben kurz unaufmerksam ist, wenn Lorraine ein Foto ihres verstorbenen Liebhabers aus der Schublade nimmt und es verbrennt, der hat eben eine der wichtigsten Motivationen im Film verpasst. So geht es auch bei den anderen Charakteren. Wer in Percivals oder Delphines (Sofia Boutella) Zimmer nicht im Hintergrund nach Details Ausschau hält, der wird sich an manchen Stellen im Film den Kopf kratzen und sich fragen, was das soll. Wer das hingegen für sein Leben gerne macht, der kann in „Atomic Blonde“ einiges an Tiefe finden. Verbal und nicht visuell werden hauptsächlich Percival und Lorraine interessant gemacht. Wobei diese erst im Klimax des Filmes eine Unterhaltung haben, die ihre Weltansichten präsentieren. Diese Ambivalenz zwischen den Figuren, war das einzige Anzeichen eines interessanten Konfliktes und wurde zu abrupt beendet. Man sollte auch noch zur Charakterentwicklung sagen, dass die berüchtigte Lesbenszene den Figuren dient und nicht einfach eingeschoben wurde um mehr Männer ins Kino zu locken. Durch diese Szene wird erklärt, was die Protagonistin im Alltag durchmachen muss und das beleuchtet auch gleichzeitig Delphine als Charakter besser und gibt ihr eine Ausgangsposition zu der der Zuschauer Bezug aufbauen kann.
Ansonsten sind die Bösen böse und die Guten wahnsinnig überwältigt von Lorraines Fähigkeiten, was sich wiederum sehr aufgezwungen und stellenweise falsch anfühlt.

Lorraine (Charlize Theron) und Delphine (Sofia Boutella)
Lorraine (Charlize Theron) und Delphine (Sofia Boutella) © Universal Pictures
Bild:
So nun aber genug genörgelt, denn der Film hat einen einzigartigen und stellenweise grandiosen Stil, der eben wie oben erwähnt sich auch sehr negativ auswirken kann.
Es gibt vier wundervolle Szenenübergänge, die mir beim ersten Mal ansehen aufgefallen sind. Es beginnt zum Beispiel mit einer schneebedeckten Straße, geht über in die nächste Szene, die mit einem Eiswasserbad anfängt und wird dann spontan etwas farbenfroher, wenn David Bowies „Cat People“ eröffnet. Der Film hält sich sehr strikt an seine kalte, stählerne Atmosphäre, und nutzt aber dadurch den Kontrast mit den extravaganten Kleidungsstücken, warmen Lichtquellen und einer Vielfalt von künstlerischen Schauplätzen voll aus. Obwohl es manchmal bei zu viel Lichteinfluss zu minimaler Unschärfe kommen kann.
Da David Leitch ein Stuntregisseur war, ist es erstaunlich wie wenig Kämpfe im Film vorkommen, wobei die Action die gezeigt wird, genial inszeniert wurde. Die realitätsnahen und innovativen Choreografien die aus „John Wick“ bekannt sind, findet man auch hier wieder. Ob die Protagonistin mit ihren Stilletos einem Handlanger die Kehle zertrümmert, ein Messer so im Rücken stecken bleibt, dass derjenige nicht ran kommt um es rauszuziehen oder ob einfach nur einer der Schauspieler vor Erschöpfung umfällt, es fühlt sich alles real an. Ein Detail, was mir besonders gefallen hat, war als die Protagonistin völlig verletzt und im Gesicht verunstaltet sich einfach nur ein kleines Pflaster um den Finger im Bad wickelt. Ich meine, wann hat man das zuletzt in einem Film gesehen? Durch diese kleinen Details und Aufmerksamkeiten fühlt sich die Welt und die Charaktere viel lebhafter und empathischer an, was der Film an manchen Punkten dringend braucht.
Trotz den Details, ist im Endeffekt eine achtminütige fantastisch-choreografierte Kampfszene, ohne Kameraschnitt und ohne Stuntdoubles, das absolute Highlight des Filmes.

Emmett Kurzfeld (John Goodman)
Emmett Kurzfeld (John Goodman) © Universal Pictures
Ton:
Die Blu-ray wird sowohl im deutschen als auch im englischen Ton von DTS X 7.1 unterstützt. Das Soundmixing ist sehr gut und während den Kämpfen kommt der Bass durch Schüsse, Schläge und den Soundtrack von Tyler Bates richtig zum Einsatz. Der Soundtrack ist ebenfalls sehr passend und bietet auch mit der Band Kaleida eine kleine Verbindung zu den früheren Projekten von David Leitch.

Extras:
In den Extras darf man sich auf einen Regisseurkommentar, geschnittene Szenen (ca. 7 min) und ein paar Features (Willkommen in Berlin (ca. 4 min.), Blond und bewaffnet (7 min), Meister der Spione (ca. 4 min.), Geschichte in Bewegung (ca. 4 min.) und Anatomie einer Kampfszene (ca. 8 min.)) freuen. Auch wenn es ziemlich wenig Extras sind, so lohnt es sich alleine schon wegen dem Feature, zur obenerwähnten achtminütigen Kampfszene, die Bonusclips anzuschauen.


Fazit:
Das Ärgerlichste ist, dass auf dem Papier bei „Atomic Blonde“ alles stimmt. Eine fantastische weibliche Hauptrolle, ein Regisseur, der regelrecht mit Action groß geworden ist, ein Setting, das einen einzigartigen Stil zulässt und dazu noch gewaltige Nebendarsteller. Doch all diese positiven Aspekte konnten das Skript, das auf der Vorlage des Comics „The Codest City“ beruht, nicht überschatten. Trotzdem bietet der Film einen Wiedersehwert, wodurch sich gerade die Blu-ray für Action- und Detailfans zu empfehlen lohnt.

by Daniel Engel
Bilder © Universal Pictures